Ab welchem Limit werden Bluff-Raises profitabel?

    • Flat1975
      Flat1975
      Einsteiger
      Dabei seit: 18.09.2010 Beiträge: 36
      Grüße!
      Jo, die Frage steht ja schon im Betreff, ich beziehe mich übrigens speziell auf ZOOM und SH-Format.
      Ich spiele momentan NL10 und habe heute mal ausgiebig Bluff- (Check-)Raises getestet, also bei trockenem Board gegen eine C-Bet oder v.a. in Turn und sogar River bei einem Board das offensichtlich eine Straight / Flush / Fullhouse ermöglichte.
      Während ich da selbst doch meist wegschmeißen würde ohne starke Hand erlebte ich zu mind. 80 Prozent einen Call - mit jedem Set oder auch popeligem Pair.

      Gleichzeitig wird aber bereits auf NL10 preflop und gegen C-Bets geraist und gereraist dass es nur so knallt...

      Ab wann kann man denn auch mal postflop durch aggressive Bluffs profitabel spielen, ab NL25? NL50? Erst ab NL100?

      Mich irritiert einfach, dass schon auf NL10 sehr sehr viele Spieler mega-aggressiv 3-Betten und 4-Betten oder gar pushen (und dann tatsächlich reine Bluffs wie Q4s dabei zeigen,wenn ich calle und es zum Showdown kommt), aber gleichzeitig postflop wie die letzten Fische an jedem Top Pair festhalten und ignorieren, dass man ein Monster repräsentiert.
      Ab welchem Limit pendelt sich das auch postflop endlich ein? Es nervt einfach nur.. ^^

      Danke für eure Erfahrungen!
  • 7 Antworten
    • limed
      limed
      Bronze
      Dabei seit: 10.10.2007 Beiträge: 1.553
      Kann man so nicht sagen, ab wann ein Bluffraise profitabel wird meiner Meinung nach. Es kommt, wie so oft, auf den Gegner an. Es gibt auch auf NL10 Spieler gegen die du profitabel bluffraisen kannst. Die Betonung soll aber wirklich auf "kannst" liegen.

      Es lässt sich zwar sicherlich gegen den ein oder anderen Gegner ein klein wenig Value rausholen, wenn man an der passenden Stelle mal nen Bluffraise platziert. Allerdings finde ich es deutlich wichtiger gegen den großteil des Gegnerpools die richtige Adaption anzubringen. Und die ist hier einfach: Spiel tightes value Poker.

      Du kannst auf dem Limit relativ gut und leicht Geld machen wenn du außer einer Cbet und gelegentlichen 2nd Barrel überhaupt nicht bluffst. Wenn du anfängst zu häufig zu bluffen, merkst du ja was passiert. Die Gegner callen dich einfach runter. Die denken "Ich hab nen Paar und er könnte bluffen, schau ich mir an!".
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.001
      Als würde jemand auf dem limit (gerade bei zoom) großartig adapten ;)
      Auf den niedrigen limits findet man aber eher callingstations als rocks, das ist der punkt, der bluffen oft unprofitabel macht.
      Wirklich anders wird das spiel bei nl50, wobei ich darüber hinaus nichts sagen kann, weil ich noch nie >nl50 gespielt habe :D
    • SgtJackColt
      SgtJackColt
      Silber
      Dabei seit: 05.03.2011 Beiträge: 695
      Ums kurz zu sagen: Du kannst nur dem ne Geschichte erzählen, der sie auch versteht.
    • nielsiodc
      nielsiodc
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2009 Beiträge: 647
      Original von SgtJackColt
      Ums kurz zu sagen: Du kannst nur dem ne Geschichte erzählen, der sie auch versteht.
      #


      Hab auch die Erfahrung gemacht das bis NL25 eher das standard Value play angebracht ist. Wirst zu oft noch mit marginalen Hits gecallt.

      Vllt mag das gegen regs mit reads und history mal klappen, aber imo nicht gegen den Standard NL 2-10 Spieler/Fisch
    • quakehead
      quakehead
      Bronze
      Dabei seit: 20.03.2009 Beiträge: 2.288
      NL5
      Faustregeln

      edit. kommt aufn gegner/board/position/image an
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      kommt auf den gegner an, nicht auf das limit.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Jeden Spielzug den du machst beinhaltet eine Geschichte. Auf einer ganz simplen Ebene möchtest du folgende Geschichten erzählen:

      1. Wenn du eine starke Hand hast, dann möchtest du das dein Gegner glaubt, dass du eine schwache Hand hast und er etwas dagegen tut (indem er z.b. mit marginalen Händen Bets called oder dich anfängt zu bluffen)

      2. Wenn du eine schwache Hand hast, dann möchtest du das dein Gegner glaubt, dass du eine starke Hand hast und den Pot verlässt


      Jetzt ist es so, dass dein Gegner deine Hand nicht sieht und sich daher seine eigene Version der Geschichte zusammenbaut. Wenn du denkst, dass du eine glaubhafte Geschichte über einen Bluff erzählst und gegen dich selber folden würdest, dann heisst das nicht, dass dein Gegner diese Geschichte genauso interpretiert. Der Erfolg deines Spiels hängt maßgeblich damit zusammen wie dein Gegner dich wahrnimmt und nicht was du da tatsächlich betreibst.

      Je schlechter ein Spieler darin ist deine Schwachpunkte anzugreifen, desto eher kannst du die Schwachpunkte deines Gegners angreifen. Dein Gegner glaubt dauerhaft, dass du bluffst und ist in der Lage ein 3rd Pair runterzucallen ohne weiteres? -> du schraubst deine Blufffrequenz auf nahe 0 runter und valuebettest deinen Gegner zu Tode.
      Dein Gegner glaubt dauerhaft, dass deine Bets eine starke Hand bedeuten und investiert an einem Punkt der Hand nur Geld, wenn er selber sehr stark ist? -> du schraubst deine Blufffrequenz auf nahe 100 und investierst kein Geld mehr, wenn er anzeigt, dass er den Pot nicht verlässt.

      In den Microlimits ist es so, dass ein Großteil der Gegner sich überhaupt keine Gedanken macht über die Geschichte, die du erzählst, sondern am Tisch sitzen und ausschliesslich das Board und ihre eigenen Karten wahrnehmen und in Abhängigkeit davon entscheiden. Welche Spielidee sie verfolgen und ob sie eher Caller sind oder eher Folder oder eher Raiser ist deine Aufgabe am Tisch herauszufinden. Wie bekommt man so etwas raus? Man stellt Fragen und schaut sich die Antworten an ;) Fragen stellen ist in Poker gleichzusetzen mit Geld investieren und den Gegner unter Druck setzen.

      Dein Gegner spielt 16 Tische und ist ein Hit or Fold Spieler? Ein Kandidat, um ihn auf Kxx, Axx, Qxxr Texturen möglicherweise anzugreifen, weil er 90% cbettet und gar nicht realisiert, dass er zuoft B/F spielt. Du stellst ihm am Flop die Frage, ob er verstehst warum Axxr Texturen für Bluffraises suboptimal sind und wenn er die Frage nicht korrekt beantwortet, indem er anfängt zurückzuspielen, dann hast du deine Antwort.

      Alles was du machst ist eine Funktion in Abhängigkeit der Wahrnehmung deiner Spielzüge. Es interessiert nicht, wenn im Vakuum Spielzug XYZ supergut ist und der Gegner dies und das theoretisch machen sollte, wenn er es tatsächlich anders macht und dein Superspielzug nicht supergut ist.

      Ab wann kann man denn auch mal postflop durch aggressive Bluffs profitabel spielen, ab NL25? NL50? Erst ab NL100?


      Ab NL2 und ignorier bitte den Thread über Faustregeln. Ich werde da gleich noch was reinschreiben, weil Faustregeln der größte Unsinn sind, den sich ein Pokerspieler ausdenken kann meiner Meinung.