Theorie der SSS?

    • MrQNo
      MrQNo
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2006 Beiträge: 1.767
      Ich hab immer noch meine Zweifel, ob ich die theoretische Grundlage der SSS begriffen habe.

      Dies ist meine Vorstellung, bitte widersprecht mir, wenn ich Unfug schreibe:

      Das SHC listet die Hände auf, die eine positive Equity nach Pokerstove selbst dann haben, wenn alle Spieler hinter mir callen.

      Entsprechend haben Made Hands ab TPTK und Draws ab 8 Outs (das sind ja OESD und FD) am Flop positive Equity nach Pokerstove.

      Pokerstove gibt Equity für den Fall an, dass die Hand bis zum Showdown geht. Effekte, die von "falschem" Folden ausgehen, z.B. Fold gegen einen Bluff, sind da nicht berücksichtigt. In der Praxis werde ich z.B. AQ öfter unwissentlich gegen K9 folden. Dafür foldet evtl. auch mal AQ gegen mein KQ.

      Zeitiges All-In erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass mein Gegner foldet.

      Würden ALLE meine All-Ins gecallt, würde ich riesigen Profit machen.

      Leider werden bei weitem nicht alle All-Ins gecallt. Ist die SSS noch profitabel, wenn Villain nur dann callt, wenn er AA/KK hat?

      Ergeben sich die großen Veränderungen in der Bankroll aus All-In-Moves? Etwas Statistik (ja, die Zahlen sind alle kleiner als 1 Mio. Ich hab mal in Statistik gelernt, dass auch erstaunlich kleine Stichproben in der Lage sind, eine Aussage zu liefern.):

      Aus 6760 Händen NL 25:

      51 Hände pf all-in, -29,75$ (87,85$ aus 22 gewonnenen Händen, -117,60$ aus 29 verlorenen). AA, KK, 99, TT, AKo sind positiv, Rest negativ. 79 Hände am Flop all-in, +74,29$ (212,18$ aus 51 gewonnenen Händen, -137,29$ aus 28 verlorenen). TwoPair gerade ausgeglichen, darüber positiv. Immer noch 33 Hände am Turn all-in, +22,75$ (82,14$ aus 21 gewonnenen Händen, -59,39$ aus 12 verlorenen). 11 Hände erst am River all-in, -20,56$ (12,71$ aus 4 gewonnenen Händen, -33,27 aus 7 verlorenen). Macht 46,73$ plus aus 174 All-In-Situationen oder 0,27$ pro Hand. Dabei 394,88$ aus 98 gewonnenen Händen, -348,15 aus 76 verlorenen.

      Not (VP$IP): 6330 Hände, -215,03$, 0,034$ pro Hand. Bei -0,45$/10 Händen an Blinds hätte ich da -284,85$ erwartet, aber ich habe in 100 Händen - mehr als bei gleichmäßiger Verteilung - aus den Blinds freiwillig Geld investiert, das sind schon mal 45$, die hier nicht auftauchen.

      Bleiben 256 Hände übrig, in denen ich gebettet habe, aber nicht all-in gegangen bin. Bei einem Nettoverlust von 74,95 heisst das: +93,35$ plus aus diesen Händen, 0,35$ pro Hand. Davon 167,03$ aus 205 gewonnenen Händen, -78,98$ aus 45 verlorenen Händen.

      Damit tragen zur Bankrollveränderung bei:
      394,88$ aus All-In
      167,03$ aus Nicht-All-In
      -78,98$ aus Nicht-All-In
      -215,03$ an kampflos verlorenen Blinds
      -348,15$ aus All-In

      und pro Hand:
      4,03$/Hand aus All-In
      0,81$/Hand aus Nicht-All-In
      -0,03$/Hand an kampflos verlorenen Blinds
      -1,76$/Hand aus Nicht-All-In
      -4,58$/Hand aus All-In.

      Was sagt mir das?

      1. Jedes vermiedene verlorene All-In ist ein Gewinn (ach was *g*) Von den preflop-All-Ins haben QQ, AK und AQ das meiste Geld verloren, nur AA und KK haben ordentlich gewonnen.
      2. Die Nicht-All-In-Hände haben einen doppelt so großen Saldo wie die All-In-Hände (damit hätte ich wirklich nicht gerechnet).
      3. Die Blinds fressen einen auf *g* Blind Steals und Resteals sind auch auf den Microlimits deutlich wichtiger als ich vermutet habe. Also muss ich unbedingt mal ein Ticket schreiben, wo meine PA/PT-Lizenzen bleiben.
      4. 6760 Hände könnten schon reichen, um eine Aussage zu treffen. Allerdings sind davon nur 430 Hände wirklich gespielt. Und bei 430 Händen tue ich mich schwer, auch nur eine Tendenz zu sehen. Von daher ist das hier evtl. alles heisse Luft.
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