Sothis89

    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      Hallo, ich heiße Matthias, bin 22 Jahre alt und komme aus Mittelhessen.
      Ich habe diese Plattform im Internet gefunden. Ich hatte vor 3 Jahren einen Verkehrsunfall und bin seid dem nicht mehr in der Lage einem normalem Job nachzugehen. Ich habe damals meine komplette berufliche Perspektive aufgeben müssen und auch einen großteil meines sozialen Umfeldes verloren.
      Im moment mache ich ein freiwilliges soziales Jahr in einer Einrichtung die Jugendlichen eine Ausbildung gewährt, die im freien Markt keine bekommen konnten und betreue dort einen Lernbehinderten in seiner Ausbildung Halbtags.


      Poker fasziniert mich nun schon eine ganze Weile und ich bin begeistert wie groß die Möglichkeiten des Seite sind. Allerdings habe ich keine große Onlinepokererfahrung, ich habe einige male auf diversen Plattformen ein paar Euro verdaddelt und möchte nun die ganze Sache etwas ernster angehen.
      Insgesammt habe ich vllt 25k Hände auf dem Buckel.

      Nun zu den Hausaufgaben:

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker? (Bei dieser Frage spielt es keine Rolle, wie konkret deine Antwort ausfällt; allerdings solltest du versuchen, alle Gründe zu erfassen und zu erklären)

      Ich habe mich nun, nachdem ich schon auf einigen Pokerplattformen und auch an ein paar Live-Tischen einige Intentionen über das Pokerspiel gesammelt hatte, die ganze Sache etwas ernster anzugehen. Auf den Punkt gebracht bedeutet das bei mir, dass ich versuchen werde, mir einen großen Teil meiner Lebenskosten durch das Onlinepokern zu verdienen. Da ich wenige alternativen in einem "normalen" Job habe und sich meine Zahlung von diversen Versicherungen noch auf unabsehbare Zeit verschieben werden (bis die Gerichtsverhandlungen um sind, falls ich recht bekomme) stehe ich im moment nur mit meinem BFD-Sold und meiner BU-Rente da, welche knapp über dem ALG2 Satz liegt, womit ich allerdings nicht genug Geld zum Leben habe. Da ein Studium in meinem konkretem Fall eher schwierig anzusehen ist, da ich warscheinlich deutlich über der Regelstudienzeit abschliessen werde (kognitiv bedingt) und meine Jobaussichten nach vollendung des Studiums warscheinlich auch eher mau aussehen werden, habe ich mir konkret ein Jahr Zeit gegeben, um das Onlinepoker auf ein Level zu bringen, mit dem ich zusammen mit meiner BU-Rente, glücklich zu leben. Ich weiß, dies ist eine sehr Blauäugige ansicht der Dinge und bin mir über die Erfolgsaussichten der ganzen Geschichte auch noch nicht wirklich im Klaren, es ist eben ein Versuch.
      Ich kann gut verstehen wenn ich hier nun erstmal nicht ernst genommen werde, da aber mein BFD im September ausläuft ist mein erstes Ziel, bis zu diesem Zeitpunkt die ausfallende Zahlung des BFD durch das Onlinepokern auszugleichen (Das wären konkret etwas über 200 Euro Lohn+ 150 mücken für die Krankenversicherung). Nachdem der BFD ausgelaufen wäre und ich mit Poker nicht erfolgreich bin, stünde ich immernoch mit meiner BU da, ich habe also ein Backup. Vllt erzähle ich hier gerade etwas zu viel und wenn es Leute nicht interessiert, dann tut es mir leid, dass ich hier die walloftext hinhaue.
      Es ist nur damit ich etwas ernster genommen werde und ihr und der Coach mich nicht als naiven Idioten einstuft.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker? (Welche Fehler, denen du dir bewusst bist, machst du während des Spiels? Spielst du, obwohl du müde bist? Tiltest du leicht? Willst du zu oft den Showdown sehen? Schreib alle Schwächen auf, die du bei dir bereits bemerkt hast.)

      Die bisherigen Schwächen, welche mir aufgefallen sind in meinem Spiel in den letzten wochen:
      1. Ich trenne mich zu selten von meinen Karten in marginalen Situationen. ich habe viele Stacks verloren, in denen ich mit top pair oder Uberpair in Tripps oder Monster gelaufen bin. ich kann schlecht einschätzen wann ich verloren habe oder feuere manchmal blind Geld in die mitte, in der hoffnung den gegner zum Folden zu bringen oder doch noch das beste Blatt zu halten.
      2. Nun das komplette gegenteil: ich kann mich gut an eine Situation errinnern wo ich in einem 4-handed pott mit AK am co auf einen 2 6 k rainbow Flopp nach einem Raise um 2/3 Pottsize und einem call gefoldet habe, da ich nicht genug selbstvertrauen in mein spiel hatte. ich kann die Action der Gegner schlecht interpretieren. natürlich kann hier auch KQ raisen oder aber ich laufe in tripps. Für mich ist das schwer einzuschätzen.
      3. Ich habe ab und an Phasen in denen ich 4-5 Hände böse Tilte (besonders wenn ich nach 3 std spiel 4 stacks minus habe und gerade 1-2 Badbeats kassieren musste), es ist mir in diesen Situationen auch bewusst, dass ich Fehler mache, ich mache sie aber trotzdem konsequent und gehe in marginalen Situationen mit wenig aussicht auf Erfolg Broke (Z.B.: TT auf nem 8 Q A flopp).
      Ich glaube alleine das ich diese schwächen hier nun niedergeschrieben habe, hilft mir ein Stück weit, damit fertig zu werden und es ist natürlich mein erstes Ziel mich an diesen Punkten zu verbessern.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen? (Beschreibe mit eigenen Worten, was tight-aggressiv bedeutet und warum diese Spielweise funktioniert.)
      Die TAG spielweise besagt, dass wir nur wenige ausgewählte Hände spielen.
      Diese sollen besonders stark sein, wodurch wir gegenüber dem looserem spieler in der Regel falls wir etwas treffen vorraus sein sollten. Wir spielen die wenigen Hände die wir aussuchen aggressiv, was den Vorteil hat, dass wir viele Villians noch vor dem Flop aus dem Pott drängen und ihre Bets direkt einsammeln können oder aber sie zu einem Call mit schlechten Odds zwingen, da unsere Hände vor dem Flop weit über der durchschnittsrange der Villians sein sollten. Wir unterscheiden in der TAG aber nicht nur nach Karten die wir spielen, sondern beziehen unsere Position am Tisch und die Information welche spieler aus welchen positionen geraised oder gelimpt haben in unsere Entscheidung mit ein, indem wir den Spielern die mitspielen eine gewisse Range geben und entscheiden dann anhand dieser Range und unseren Pockets ob ein mitspielen Lohnenswert ist. Auch preflopp spielen wir weiter aggressiv wenn es angebracht ist. Genau bedeutet das, dass wir möglichen Drawing händen die Odds für die nächste Karte zu teuer machen, so das sie folden oder schlecht callen müssen. Auch setzen wir um unsere Eigene Hand zu protecten, wenn wir uns auf der jeweiligen street vorne sehen, aber noch überholt werden könnten.
      Zusammenfassend kann gesagt werden, dass wir unsere Villians durch die TAG immer in eine Position bringen wollen in denen sie keine einfachen und profitablen Spielzüge durchführen können.

      So ich hoffe diese Beschreibung der TAG stellt die Leser dieses Posts und vor allem den bewertenden Coach zufrieden ;)
      LG Sothis
  • 11 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, erstmal willkommen im Kurs.

      Das ist ja gar nicht mal so wenig, was du zu Lektion 1 geschrieben hast ;) .

      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück bei dem Vorhaben mit Poker einen Teil deines Einkommens zu verdienen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das so gut ist. Gerade am Anfang ist der Druck gewinnen zu müssen eigentlich eher hinderlich und eigentlich sollte der Spaß im Vordergrund stehen.

      (besonders wenn ich nach 3 std spiel 4 stacks minus habe und gerade 1-2 Badbeats kassieren musste)


      Das sollte eigentlich nicht Passieren, wenn du nach 3 Stunden 4 Stacks down bist, solltest du dir überlegen ob du noch dein A-Game spielst, und vielleicht dann doch lieber eine Pause machen ;) .

      Ansonsten bin ich mit der Aufgabe aber zufrieden. Und wünsche dir viel Spaß bei Lektion 2.
    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      Soo Hausaufgaben zu Lektion 2:

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum? (Würdest du bestimmte Hände anders spielen? Hast du Schwierigkeiten mit bzw. Fragen zur Spielweise einer bestimmten Hand?)

      Ich würde (wie schon in meinem obigen Post beschrieben) AQs nach Limpern nicht nur limpen, sondern openraisen sofern ich Position habe(Isolation/Foldequity).
      Auch spiele ich Hände wie A-high oder King-High oder SC oder One gapper am Bu oder Co oft mit einem Openraise, solange es einen Limper gab und die Blinds nicht zu Loose und Aggressiv spielen. Ein Limp ist oft ein Pocketpair oder ein SC oder One Gapper und ich werde von diesen Händen öfters auf Setvalue gecallt, kann also mit dem openraise öfter den Pot preflopp mitnehmen oder Postflopp auf eine Cbet, da die Range der Gegner nach einem Limp sehr viele spekulative Hände enthält welche nicht oft treffen und auf eine Cbet austeigen. Natürlich muss man den Flopp mit einbeziehen. Ich Cbette meißt auf Flopps welche nicht sehr Drawlastig sind und spiele sobald es vom Limper aktion gibt fold, bzw Cbet, fold.

      Nachtrag: Schwächen des SHC

      Ich sehe die Schwächen des SHC in dem automatismus, welcher einem auferlegt wird. Die Aktionen die einem vom SHC vorgeschrieben werden stellen natürlich alle einen zumindest neutralen EV her, welcher allerdings nicht immer den höchsten EV darstellt, welcher erreicht werden kann. Wie in der Aufgabe weiter oben beschrieben ist ein Openraise in Lateposition mit semistarken Händen wie A-High oder SC in lateposition gegen tighte blinds durchaus Profitabel wenn man genug Foldequity bekommt.
      Ein Spieler sollte sich mit zunehmender Erfahrung auch immer mehr an die spielweise seiner Gegner anpassen lernen um weiterhin auf höheren Limits erfolgreich spielen zu können und dieser Aspekt wird bei einem genauen befolgen des SHC aussen vor gelassen. Man lässt sich +EV entgehen.

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat. ( Bitte poste deine Hand in unseren Handbewertungsforen und poste in deinem privaten Thread im Arbeitsbereich einen Link zu der Hand.)
      Hier ist der Link zur Hand:
      AQ Preflopp

      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo? (Du kannst dies entweder manuell berechnen oder dazu einen Equity-Calculator wie z.B. das PokerStrategy.com Equilab verwenden.)
      Ich besitze eine Equity von 46.32%.

      Lg Sothis89
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi.

      Deine Antwort zur ersten Frage finde ich ersteinmal ganz okay, schön wäre es, wenn du nochmal schreiben könntest, wo du im Allgemeinen die Schwächen des SHC siehst.

      Bei Frage 2 hast du den Link vergessen ;) .

      Und Frage 3 passt.

      Also, wenn du noch kurz was zu Frage 1 schreibst und bei 2 den Link einfügst, kannst du auch schon direkt mit Lektion 3 weitermachen :)
    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      *push*
      Link zur Hand in Aufgabe 2 und ergänzung zu Aufgabe 1 nachgetragen, dieser post kann gelöscht werden.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, dann mal auf zu Lektion 3.

      Das SHC ist auf jeden Fall erstmal eine gut Grundlage, die man auch durchaus befolgen sollte. Wenn man nicht zusätzliche Informationen über die Gegner hat. Beispielsweise die Stacksize oder Reads sind hier zu nennen, aber auch Punkte wie die Dynamic am Tisch und so weiter.
    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      Aufgabe 1:
      Vor dem Flopp habe ich 50,78% Equity.
      Am Flopp sind es nurnoch 26,46%.

      Aufgabe 2:
      Die grundlegende Entscheidung welcher Spielzug gemacht wird, wird nach dem Prinzip von Odds und Outs getroffen. Wir halten den Nut-Flushdraw mit 9 Outs und haben noch eine Karte um eines dieser Outs zu treffen. Unsere Odds liegen bei 4:1.
      Wir müssen 0,22$ zahlen und hätten die Chance 0,91$ zu gewinnen, was Odds von 0,91/0,22=4,09:1 entspricht. Somit wäre ein Call profitabel.

      Aufgabe 3:
      Full House am Flopp
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Also, Aufgabe 1 und 3 sieht schonmal ganz gut aus.

      Aber bei Aufgabe 2 habe ich doch noch eine Rückfrage. Gibt es hier Situationen, in denen wir zwar unseren Flush treffen, aber trotzdem nicht die beste Hand haben? Und wenn, wie wirken sich diese Situation auf unsere Outs aus?
    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      Ja stimmt, mir ist noch etwas aufgefallen.
      Bu könnte uns auf Setvalue gecallt haben, das ist sogar relativ warscheinlich da er nach der 5 am turn Reraised. Gehen wir nun also davon aus, dass er am Turn ein Set 5en hält verändern sich unsere Outs auf den Flush. :club: 6 und :club: 3 wären dann durch die Fullhouse Outs vom Bu geblockt und wir dürften uns diese Outs nicht anrechnen. Somit bräuchten wir Odds von 6:1 für einen profitablen call, da uns nurnoch 7 Karten die beste Hand geben. Damit wäre ein Call rein rechnerisch nicht mehr profitabel und wir müssten annehmen, dass Bu noch mehr als 0,41$ am river in den Pot investiert um eine Situation mit positivem EV zu erhalten. Da unser Flushdraw aber recht offensichtlich ist, wir keine Position haben würde ich Hero diese Implied odds nicht geben.

      Ich hoffe ich hab jetzt nichts übersehen...

      LG Sothis
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, das ist die situation, die ich meinte. Und wenn wir sicher wüssten, dass Villain hier eben ein Set hat, dann hätten wir auch nur 7 Outs. Aber der Gegner spielt ja eine Handrange, hat also auch andere Hände als die Sets in dieser.

      Wir brauchen also nicht Komplett auf 7 Outs zu discounten. Ich würde hier vorschlagen mit 8 Outs zu Rechnen. Wie sieht es dann mit den Implied Odds aus, wie viel müssten von Villain in diesem Fall noch am River gewinnen, und denkst du, dass ist gegeben?
    • Sothis89
      Sothis89
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2012 Beiträge: 24
      bei 8 Outs bräuchten wir Odds von 5:1 was einen gewinn von 1,10$ bei einem Einsatz von 0.22$ entspräche. im Pot liegen aber nur 0.91$, es fehlen also noch 0,19$ für einen neutralen EV. wir müssten den Gegner also noch min 0.20$ am River zahlen lassen, damit wir eine für uns profitable Situation generieren würden.

      Ob ich mir nun diese Implied Odds auf den Gegner geben würde wüsste ich nicht sicher, viele Gegner auf den kleineren Limits kommen nicht gut von ihren Sets runter, auf der anderen seite ist ja nicht sicher ob er ein set hält. da es aber etwas weniger als 1/5 vom bis dahin vorhandenem pot wäre, würde ich schon sagen das der spieler noch min 0,20$ zahlen würde.

      Ich hoffen die Aufgabe ist so richtig gelöst.
      LG Sothis
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Joa, versetze dich doch man in den Gegner hinein, würdest du hier mit einem Set oder einer Straight den River gegen eine Bet folden? Also ich nicht. ;) .

      Also, von daher sehe ich hier auch einen klaren Call. So, dann können wir die Aufgabe auch abhaken ;) .