checkfold am River nach durchgechecktem Turn?

    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.676
      In dem Artikel Bet Flop, checkcall Turn OOP steht, dass nach einem durchgechecktem Turn ein checkfold am River quasi nicht in Frage kommt. Seht ihr das auch so? Was ist mit den Händen, die wir am Turn checkfolden wollten? Blufft ihr die und wenn ja mit welcher Frequenz? Kann ich da die bekannten 1/Pott+1 nehmen oder sollte ich einen rein exploitiven Spielansatz wählen?
  • 1 Antwort
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.495
      Es geht im Artikel ja nur um den Anteil unserer Range, der Showdownvalue hat. Hände ohne Showdownvalue werden wir für gewöhnlich semibluffen, da wir Foldequity gegen bessere Hände haben könnten. Hände ohne Showdownvalue müssen wir am River folden oder bluffen, wenn wir sie am Turn cc spielen (was wohl selten ist). Für Hände mit Showdownvalue ist es am River selten profitabel, sie zu bluffen. Ein Bluff geschieht in der Absicht, dass bessere Hände folden sollen. Wenn wir schon Showdownvalue haben, dann müssen die Hände, die folden sollen, noch mehr Showdownvalue haben. Die werden kaum folden, wenn wir am Turn checken. Das heisst, wir entscheiden uns am River im wesentlichen für eine von zwei Optionen: Valuebet oder Bluffcatch. Sollte auf dem River eine Karte fallen, die die Range des Gegners stark verbessert, kommt auch cf in Betracht. Jedoch wird der Gegner solche Hände am Turn häufig semibluffen.

      Ein Bluff am River kommt in Betracht, wenn wir am Turn eigentlich aufgeben wollten und der Gegner checkt. Meistens hat der Gegner dann selbst etwas Showdownvalue. Aber da wir dann dünn valuebetten können, können wir auch bluffen. Ohne Reads ist der GTO_Ansatz (Pot+1) : 1 im Verhältnis von Valuebet : Bluff gut. Hast du Reads, kannst du einen besseren Ansatz wählen.