Contibet im 3-Bet-Pot

    • jojo1882
      jojo1882
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2009 Beiträge: 881
      Hat mir eventuell jemand Artikel, Videos oder Forenbeiträge zu Contibets im 3-Bet-Pot. Ich verlier da jede Menge Geld in solchen situationen und würd deshalb gern mal wissen was da den standart ist. Bzw. halt wie man am besten an so eine Sache rangeht.

      Falls nicht würd ich hier mal eine diskusion starten.
  • 3 Antworten
    • Nyrey
      Nyrey
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 887
      Standard Lines bringen dich mittlerweile nicht mehr weit.

      Hier mal ein paar Ideen:

      - überleg dir wo der EV deiner 3bet herkommt, foldet Villain viel Preflop gegen deine 3bet oder callt er schlechtere Hände

      - wie sieht seine Range aus, wie gut trifft seine Range bestimmte Boardstrukturen

      - callt Villain oft den Flop und gibt dann am Turn gegen weitere action auf

      Wobei der erste Punkt wohl der wichtigste ist, auf den Micro/Low-Stakes wird viel zu oft ge3bettet ohne genauen Plan wieso man es macht und wo der Value liegt.
      Überleg dir immer vor (!!!) der 3bet warum du sie machst, wenn du das machst wirst du sehen das sich Postflop die Hand meist wie von selbst spielt.

      Der Ansatz ich 3bette loose, weil [random Videoproduzent] macht das auch, werde gecallt und hab kein Plan was ich jetzt machen soll, also erstmal cbet, ist einfach schlecht und kostet auf Dauer massiv Geld.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poste Beispielhände und lerne Handreading über Ranges und nicht nach dem Motto "Der Kollege hat Midpair oder Toppair" ohne das Verhältnis von Midpairs zu Toppairs zu kennen.

      Deine Frage ist im Prinzip so generell, dass ich bei den absoluten Basics ansetzen müsste und zwar geht es bei jedem Spielerzug um die Frage "Warum gewinne ich mit dem Spielzug möglicherweise Geld?". Wenn ich dir jetzt sage: Ja hier betten, da checken und da callen, dann hast du nicht verstanden warum ich in dieser Situation betten, checken oder callen würde und warum es möglicherweise profitabel ist.

      Ich empfehle dir daher, dass du dich

      1. mit Crushing NL50 auseinandersetzt - das ist zwar eine sehr theoretische Videoserie, aber sie bringt dir bei wie du Pokerprobleme angehst und auch verstehst

      2. Pink Performance bzw. How I coached a Mother von TwiceT anschaust. Im Prinzip reizt TwiceT da die Grenzen des möglichen in den Microlimits aus und du wirst ganz schnell verstehen, dass es in Poker keine absoluten Aussagen geben kann und die Antwort auf deine Frage schlichtweg nicht möglich ist, wenn du nicht auf einen erheblichen potenziellen Gewinn verzichten willst.



      3-Bets Pots unterscheiden sich in der Regel dadurch, dass deutlich stärkere Ranges aufeinanderprallen als in single raised Pots und dadurch Boardstrukturen und die Selektion deiner Spielzüge deutlich mehr Relevanz erhalten.
      Der wesentlichstes Unterschied ist aber die Größe des Pots. Es liegen Unmengen an Deadmoney im Pot und der Anreiz ist extrem hoch den Pot zu gewinnen - und genau hier machen die meisten Anfänger den Fehler. Sie betten am Flop genauso wie sie es auch sonst machen würden mit den meisten Händen und stehen dann am Turn in einem riesigen Pot da und wissen nicht wie es weitergeht. Der Gedanke, dass dieses Problem schon am Flop berücksichtigt werden muss, kommt den meisten Spielern gar nicht.

      Ein guter Ansatzpunkt ist vermutlich folgende Idee:

      Bette im 3-Bet am Flop nur, wenn du die Hand gewinnen kannst und zwar weil du

      i) eine starke Hand hast mit der du sowieso all dein Geld in die Mitte bekommen willst

      Z.b. AA auf T32r

      ii) oft genug direkt einen Fold bekommst

      z.b. KQ auf A72r -> Boards die die gegnerische Callingrange eher schlecht treffen. Das ist aber von Gegner zu Gegner völlig unterschiedlich.

      iii) am Turn oft genug weiterbetten kannst -> hier ist die 30% "Regel" wahrscheinlich ganz sinnvoll. D.h. wenn du auf 30% oder mehr Turn deine Hand weiterbetten kannst, dann hast du vermutlich eine halbwegs sinnvolle Flopbet.

      AdKd auf Td2h3s z.b. -> Du könntest theoretisch am Turn jede A, K, Flushdraw und Gutshot weiterbetten (3 + 3 + 10 + 6 = 22/47 = 46% der Turnkarten).


      Es ist definitiv ein erhebliches Leak imo, wenn du einfach erstmal am Flop losbettest ohne dir Gedanken zu machen WIE du die Hand überhaupt wirklich gewinnst.
    • jojo1882
      jojo1882
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2009 Beiträge: 881
      Jo vielen dank. Ich hab mich jetzt auch in den letzten Tagen ein bisschen mit dem Equilap beschäftigt und tasächlich überlegt mit welchen händen treff ich welche Boards und werd von was dominiert bekomm von was einen call/auszahlung usw.

      Vielen dank.

      Das ding ist ich kenn die Theorie extrem gut aber gehts ans livespiel bekomm ich es nicht hin.
      Hab mich auch deshalb ein bisschen mit Konzentrationstricks wieder hochgearbeitet und kann in Sessions mich besser auf das wesentliche konzentrieren.