Quit Poker?

    • slyta
      slyta
      Bronze
      Dabei seit: 19.03.2011 Beiträge: 1.964
      Hallo,

      spiele NL BSS zurzeit FR, vor kürzerer zeit noch SH, ganz am anfang auch nur FR.

      ich bin kurz davor Poker zu quitten...

      ich weiß einfach nicht ob es das richtige für mich ist.

      Das Spiel macht mir total Spaß, bin aber total schlecht drauf, wenn es mal richtig Bergab geht und ich Sachen mit 1% verliere, allerdings tilte ich mitlerweile nicht mehr, weil ich mich an die Beträge gewöhnt habe und mehr in Buy-In/BBs denke.

      Ich finde, dass es so nicht weitergehen kann, man kann zwar sagen ich schlage das Game allerdings, sowas von marginal... ich würde gern eine Liga höher kommen... schaffe es irgendwie nicht.

      Der Zeitaufwand, den ich dafür aufbringe ist mir zu hoch, für das was ich erreiche.

      Theorie hab ich auch genügend gemacht, da denke ich habe ich ziemlich viel gemacht, vll ist mein Spiel nicht so gefestigt, weil ich die ganze Session über jede Min den HEM aufmache und gucke wie meine Redline aussieht, ich kriege die gedanken einfach nicht aus dem kopf die Redline gut zu halten(wenigstens BE).


      Was würdet ihr mir empfehlen? Ich finde es macht keinen großen sinn immer weiter zu spielen, wenn man nicht total überzeugt/zufrieden7glücklich mit der Situation ist.

      Soll ich vll ein Video machen? Theorie komplett nochmal durchgehen? Mindset festigen?

      Der Graph ist alles SH und FR gemischt, anfangs noch mit wenig Spielverständnis gespielt, der Ausreißer gegen Ende hin war NL50 und ganz wenig NL100.

      Vll ist NL BSS auch nicht das richtige für mich, obwohl es doch eig. gar nicht so schwer sein sollte.
      Spiele auf Stars und würd da auch gerne bleiben.


      Ich wollt den Thread hier einfach mal eröffnen und mal ein paar meinungen zu hören.


  • 2 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo slyta,

      die Frage "quit poker?" wird hier oft gestellt. Ich persönlich glaube, dass keiner ihr ausweichen kann. Irgendwann kommt der Punkt, wo es - scheinbar oder tatsächlich - nur noch rückwärts geht.

      Beantworten kannst Du Dir die Frage nur selbst. Aber wie jede Entscheidung beim Poker sollte die Antwort nicht auf Gefühle sondern auf Tatsachen gestützt werden.

      Scheinbar oder tatsächlich? Das gilt es herauszufinden.

      Die erste Frage ist die nach Deinen Zielen. Da du unzufrieden bist, wirst Du Deine Ziele zurzeit verfehlen. Aber welche sind es? Warum pokerst Du? Was willst Du damit für Dich erreichen?

      --> Drei gute Gründe zu pokern und wie sie dein Spiel beeinflussen

      Die zweite Frage hängt von der ersten ab. Warum erreichst Du Deine Ziele nicht?

      Die dritte Frage hängt mit der zweiten zusammen. Was könntest Du tun, um an der Situation etwas zu ändern? Geht es Dir hauptsächlich um den Spaß am Spiel (der natürlich unter Verlustphasen stark leidet), dann könntest Du vielleicht die Variante wechseln. Geht es Dir aber darum, mit Poker Geld zu verdienen, kommst Du um eine gründliche Analyse Deines Spiels nicht herum.

      Dinge, die Du ändern könntest:

      • Die äußeren Umstände
        Stimmt das Drumherum um Deinen Poker-Arbeitsplatz? Spielst Du ausgeruht und fit? Isst und trinkst Du das Richtige und die richtige Menge?
        Spielst Du zu lange, zu viel, zu viele Tische gleichzeitig? Ein Indiz dafür wären automatische Klicks, statt über die spezielle Spielsituation und den spezifischen Gegner nachzudenken.

      • Die Entscheidungen am Pokertisch
        Sich intensiv mit Pokerstrategie zu beschäftigen, ist eine Sache. Sie an den Tischen gekonnt umzusetzen, ist etwas ganz anderes. Um Deine zukünftigen Chancen einschätzen zu können, reicht eine ungefähre Ahnung nicht aus. Du musst wissen, ob Deine letzten Misserfolge eine Folge schlechter Karten sind oder schlechten Spiels. Meist ist es eine Mischung von beidem, und dann musst Du die Anteile daran bestimmen.

        --> Spielanalyse

        Gerade bei Lines, die Du als Standard spielst, lohnt sich ein Nachdenken darüber, ob es in der konkreten Hand eine bessere Alternative gegeben hätte. Hast Du die Ranges korrekt eingeschätzt? Wie hoch lag Deine Equity (Equilab!)? Wie waren die implied und reversed implied Odds verteilt? Hättest auf der Basis dieser Informationen anders spielen können?

        Hier bieten unsere Handbewertungsforen entscheidende Unterstützung. Ebenso gut ist es, ein Video von Deinem Spiel aufzunehmen und zur Diskussion zu stellen. Der Austausch mit anderen Pokerspielern bereichert.

      • Die Einstellung zum Spiel
        Auch sie hängt wesentlich von den Zielen ab, die Du mit dem Pokern verfolgst. Wenn es Dir darum geht, Geld zu verdienen, dann musst Du Phasen aushalten, wo Du viel Geld, Zeit und Arbeit investierst und wenig Ertrag herausholst. Diese Phasen machen nun einmal keinen Spaß.

        Dann ist aber auch "die rote Linie" zweitrangig. Denn sie basiert auf Deiner Equity gegen die konkrete Hand des Gegners. Du triffst Deine Entscheidungen aber immer gegen eine (mehr oder weniger korrekt angenommene) Range möglicher Hände. Wenn Villain aus einer korrekt bestimmten Range immer die Monster hält, dann ist auch das einfach Pech.

        Ebenfalls ein wichtiger Teil der Einstellung zum Spiel ist die zutreffende Einschätzung der Gewinnerwartungen. Viele Spieler werden eine Zeit lang vom Kartenglück verwöhnt und überschätzen das, was sie langfristig herausholen können.

      • Die Ziele anders setzen oder aufhören
        Wenn Du zu diesem Ergebnis kommst, ist das keine Schande. Es gibt andere und wichtigere Dinge im Leben als Poker. Wenn Du die Kraft und Energie nicht investieren kannst oder willst, um Deine bisherigen Ziele zu erreichen, dann definiere sie neu.


      Du kannst auf kleinen Limits for fun pokern und dabei vielleicht noch ein paar Dollar plus machen. Du kannst natürlich auch ganz aufhören.

      Du hast sicher recht damit, dass Du nicht einfach so weiter machen willst. Deshalb rate ich Dir zu einer Spielpause und einer gründlichen Analyse Deiner Situation. Welche Entscheidung Du auch triffst: wenn Du sie auf Tatsachen, Überlegung und Deinen bewusst eingesetzten Willen stützst, dann wirst Du damit auch zufrieden sein.

      Gruß

      wespetrev
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.560
      Setz dich nicht zu sehr unter Druck.
      Kann kontraproduktiv sein, wenn man versucht, die Dinge zu sehr zu forcieren.

      Sei geduldig mit deinem Mindset.
      Nicht jeder ist der Übermönch, der selig lächelt, wenn er in die Fresse kriegt.

      Vergiss die alberne Redline.