Spielen mit AK am Flop

    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Hi,
      ich hab gerade vor mich intensiv mit der SSS auseinaderzusetzen und dazu ein paar Fragen.

      Jeder SSSler kennt bestimmt die Situation, dass ein komischer Limper limp/call gegen mein raise aus Late spielt und mich dann auf einem Flop wie 35J checkraist.

      Mein Eindruck, den ich bislang von NL25 auf Stars habe, ist dass die Leute mich als Shortstack gar nicht ernstnehmen und ich sehr oft gegen Hände wie J8o, 65s oder irgendwelchen Randomquatsch spiele. Diese Einstellung setzt sich auf dem Flop m.E. sehr oft fort, was bedeutet, dass die Leute mich häufig All-in setzen mit nichts.

      Und jetzt wollte ich mal fragen, ob man in folgender Situation nicht vielleicht doch longterm ein All-in callen kann.

      Flop: 35J
      Pot: 4,25 (Contibet+Raises+Blinds) Reststack: 2 (4,65-1,25-1,4).

      Der Push meines Gegner gibt mir nun Pot Odds von 7,5 : 2 also 3,75 zu 1.

      Im Pot werden nach meinem Call und abzüglich Rake 9,16 sein und meine Equity im Fall, dass mein Gegner ein Pair getroffen hat liegt nach Pokerstove bei 25%, also 2,29$, also EV+.

      Die Situation stellt sich also wiefolgt da:
      EV = x*2,29 + y 0,7*9,16 + z*0,1*9,16 (wobei die Summe mit dem Koeffizienten y den Fall beschreibt, dass mein Gegner blufft und z den Fall beschreibt, dass mein Gegner etwas sehr gutes hat wie ein Set, AJ oder Two Pair wo ich zum Teil kaum Outs habe.

      Frage ist also wie oft mein Gegner wirklcih gut getroffen haben muss, damit mein Call EV- ist.

      Setze ich nun meinen Gegner zu 10% auf einen Bluff, erhalte ich folgende Gleichung (1-z)*2,29+0,67+z*0,96 > 2

      und das führt zu z < 0,72

      D.h. Mein Gegner darf in 72% der Fälle wirklcih gut getroffen haben und mein Call ist immernoch EV+.

      Ich vermute, dass es deutlich wahrscheinlicher ist, dass mein Gegner hier QJ, J8 oder sowas hält und damit ist das ein Call. Was sagt ihr dazu?

      Kann man als Faustformel festhalten, dass man ab Pot Odds von 3,5 : 1 mit AK ein Allin callt, bzw. mit AQ im BSB Play?

      Viele Grüße
  • 2 Antworten
    • Kavalor
      Kavalor
      Gold
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 17.648
      öhm, entweder hab ich was falsch verstanden oder du hast was in den artikeln übersehen.

      Also der pot ist (nach deinem raise und dem call) ~4$ und dein Reststack ist 2$? dann gehst du immer all in, egal welcher flop, da reichen deine 6 outs für overcards locker.
      Sobald der flop gleich gross ist, wie dein stack, gehst du allin statt eines conti bets.

      Würde dich dein conti bet zu sehr commiten, so das du nach dem reraise des gegners zum call gezwungen bist. Dann push doch vorher.
      Also als NL25 Beispiel:
      Dein stack 4$
      du raised auf 1,25$ weil ein limper schon drin ist und kriegst einen caller.
      Pot ist also
      1,25$ (dein Bet) + 1,25 (der call) + 0,25 (limper) + 0,35 (blinds) = 3,10$
      Dein Reststack VOR dem conti bet ist 2,75$.
      Dann gehst du, statt eines conti bets, direkt all in (falls du glaubst hier noch oft genug vor zu sein).
      Übrigens sind flops wie J 9 6 schlechter zum conti betten als K 6 2.
      Aber sobald der pot so gross ist wie dein stack, keine conti bet, direkt pushen! (oder c/f spielen)
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      ja, war ein dämlicher Post! Hab beim Rumrechnen diesen elementaren Fakt übersehen (wahrscheinlich unbewusst damit die Zahlen mir Recht geben ;-) )

      Also:

      Ich hab noch 5$, raise aus UTG auf 1$ und UTG +2 callt mich. Der Rest des Tisches foldet.

      Flop 35J Pot: 2,35. Reststack: 4$. Reststack nach Contibet: 2,75

      Contibet: 1,25$ Villain pusht. gibt mir pot odds von 7,6 : 2,75. Also 2,76 : 1.

      Rechnung jetzt:

      EV:

      EV = x*2,45 + 0,1* 0,7*9,83 + z*0,1*9,83 > 2,75

      Also: muss z < 23% sein und das kann schon eher sein. Krass, was so ein paar Zahlendreher ausmachen. Danke auf jeden Fall für deine Antwort. Vielleicht ist aber auch cf ne Alternative im Beispiel, denn wenn mein Gegner chechbehind spielt, weiß ich, dass er sich über ne Freecard mindestens genauso freut wie ich und wenn ich dann am Turn (Blank) bette sieht's nach slowplay aus und mein Gegner hat bereits einmal schwäche gezeigt, ist also eher auf eine Hand wie KQ, AQ, AT oder sowas zu setzen und wenn er mich raist, kann ich in der nächsten Hand wenigistens direkt all-in gehen postflop :-)