c-bet (schaut mal rein)

    • FlavourFlave
      FlavourFlave
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2010 Beiträge: 488
      9Ich hab von nem kollegen gehört, dass meine c-bet ziemlich fraglich ist also hier nen paar bsp die ich hier und da vllt auch fraglich finde^^...also
      Alle Hände beziehen sich für ein headsup und oop nach openraise von mir first in.

      Bsp1.

      AhQd

      Flop: 5d8s2h

      Hier würde ich eine 1/2PS bet machen um ihn aus den Pot zu verdrängen.


      Bsp2.

      9d9h

      Flop: 7hTc2s

      Hier würde ich ebenfalls eine 1/2PS bet machen um ihn ebenfalls aus den Pot zu verdrängen

      Bsp3.

      AhJc

      Flop: Qd4d3h

      Hier genau das gleiche, was ich vllt nen bisschen fraglich finde da hier für den gegner nen FD möglich wäre..?

      Bsp4.

      5s5d

      Flop: 7h8c9d

      Hier ebenfalls

      Im Prinzip mache ich immer eine c-bet wenn ich nix treffe um ihn halt aus den pot zu drängen in eine größe von nen bisschen mehr als 1/2PS^^

      Bsp4.

      AhJc

      Flop: Jh5s7d

      Hier würde ich 2/3 betten for value und um ihn bis zum River ai setzten zu können...

      Bsp 5.

      AhJc

      Flop Jd5d7s

      Hier würde ich for protection und for value betten...2/3 ungefähr

      Bsp 6:

      AhAd

      Flop: KdKc7c

      Hier würde ich ebenfalls 2/3 betten betten for value falls er mit qq usw callt.



      Wäre nett wenn ihr mal eure meinung dazu äußert.;)
  • 8 Antworten
    • Rho0
      Rho0
      Bronze
      Dabei seit: 20.10.2008 Beiträge: 675
      ich les grad easy game teil 1 von belugawhale, und odrt kommt die formel
      equity + foldequity = aggression
      vor

      die foldequity hängt natürlich von deinem gegner ab, denn es gibt leute die nix folden, und andere, die alles folden. die equity hängt von der range deines gegners ab.

      generelle annahme: villain called dich preflop mit 22+, Axs, AJ+, JTs+, KJ+

      hand 1: hier hast du ca. 45% equity, nur: es werden dich meistens nur hände callen, die dich beat haben, und nur in 12% der fälle hittet am turn das ace oder die queen, die dir hilft. ich würd die cbet lassen

      hand 2: cbetten, ca. 3/4 ps

      hand 3: der flushdraw macht nur einen winzigen teil von villains range aus, also ist der fd kein argument für nichts. ich würd die cbet weglassen, weil du noch weniger equity als in hand 1 hast

      hand 4: würd ich mir die cbet sparen... du kriegst nur pocketparis zum folden die du eh beat hast, und der rest, der called hat entweder dich beat oder gute odds auf den straightdraw

      hand 4 die zweite: welcher villain soll 3 barrels runtercallen? bei passiven playern ja, aber in den meisten fällen ist s besser du bettest flop und turn und checkst am river for bluffinduce

      hand 5: siehe hand 4 die zweite, aber mit dem flush aufpassen

      hand 6: ja

      edit: ich bin aber nur n nl 4 spieler der hier seine meinung - die evtl falsch ist - abgibt.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Der einzige Grund für deine Cbet ist im Prinzip den Gegner aus dem Pot zu verdrängen. Die Argumentation ist nicht ganz verkehrt, aber das ist leider nur die Hälfte der Wahrheit - im Prinzip musst du auf 3 Sachen achten:

      1. die Range des Gegners

      2. die Boardtextur

      3. deine eigene Hand

      Die Range des Gegners ist die einzige Möglichkeit, um deine eigene Hand auf einer spezifischen Boardstruktur relativ einzuordnen. Wenn ich jetzt z.b. sage, dass der Gegner eine ähnliche wie von Rho0 genannte Range Preflop called. (ich hab noch KTs und QTs hinzugefügt und ein paar offsuited Broadways)

      22+,A2s+,KTs+,QTs+,JTs,AJo+,KJo+,QJo

      und ich 99 habe

      und der Flop 852r ist, dann habe ich drei Informationen, die ich zusammenbauen muss.

      1. Ich fange auf einer ganz grundlegenden Ebene an. Wie hat die gegnerische Range diesen Flop getroffen? Da dieses Wissen nicht vom Himmel fällt, muss ich mir ein Programm oder ein Blatt Papier nehmen und mir überlegen wie oft der Gegner prozentual auf diesem Flop überhaupt etwas getroffen hat und ob er häufig weiterspielt oder eher selten.

      Daraus kann ich ableiten welche Foldequity ich habe, wenn ich eine Bet machen würde (das ganze läuft erstmal völlig unabhängig von deiner eigenen Hand)

      Konkret sieht das so aus, dass ich mir das Equilab schnappe und die gegnerische Range und den Flop eingebe und anfange mit dem Tortendiagramm den Filter zu setzen:

      Ich sehe als erstes, dass der Gegner 210 mögliche Handkombinationen halten kann. Jetzt filter ich danach was der Gegner überhaupt weiterspielen wird auf dem Flop:

      66,8d8h,8d8c,8h8c,5h5s,5h5c,5s5c,2d2s,2d2c,2s2c,A8s,A5s,AdKd,AhKh,AsKs,AdQd,AhQh,AsQs,KdQd,KhQh,KsQs,AdJd,AhJh,AsJs,KdJd,KhJh,KsJs,QdJd,QhJh,QsJs,AdTd,AhTh,AsTs,KdTd,KhTh,KsTs,QdTd,QhTh,QsTs,JdTd,JhTh,JsTs,Ad9d,Ah9h,As9s,Ah2h,Ac2c

      Diese Range würde ich die meisten Spieler erstmal callen sehen könnte. Das sind alles Hände, die irgendwie Potenzial haben. (da sind viele Overcards + Backdoordraws dabei)
      Das wären jetzt z.b. 97 Handkombinaitonen, die am Flop callen würden.

      => d.h. der Gegner würde am Flop 113/210 = 53,8% seiner Hände folden.

      Ich hoffe du kennst die Zahlen wie oft eine 1/2 Potsizebet, eine 2/3 Potsizebet und eine Potsizebet profitabel sein müssen im Kopf. Kurz und knapp -> eine Potsizebet muss in mindestens 50% der Fälle erfolgreich sein -> in diesem Fall unter dieser speziellen Rangeannahme würde der Gegner sogar noch öfter folden und du würdest einen sofortigen Profit mit einer Bet machen.

      Das ist im Prinzip der erste Schritt den ich mir überlege -> was spielt der Gegner weiter und was folded er ungefähr wie oft (natürlich mache ich so eine Analyse im Spiel nicht, sondern das ist etwas das du regelmässig Offline mal machen solltest und auch auf die anderen Boardtexturen mal selber übetragen kannst und auch unterschiedliche Rangeannahmen treffen solltest und guckst wie sich die Foldequity verändert - natürlich auch wenn der Gegner sich unterschiedlich verhält)

      Es ist ratsam, dass du das für "Standardranges" definitiv mal durchführst, damit du so eine Ausgangsidee hast, wie ein 30/10 Spieler, ein 50/7 Spieler oder ein Rock oder ein etwas looserer Regular bestimmte Boardtexturen treffen.



      2. Ich überlege mir was ich für eine Hand halte. Grundsätzlich ist will ich mit meinen Händen etwas erreichen BEVOR ich eine Bet investiere -> ich will Geld gewinnen. Wenn ich weiss, dass der Gegner SO oft am Flop folded, dass ich sofort gewinne, dann kann ich eine Bet fast immer rechtfertigen.

      Was ist aber, wenn der Gegner nicht oft genug folded? Dann muss ich mir

      a) meine Position angucken

      b) überlegen wie ich trotzdem Geld gewinne

      => wenn ich jetzt 99 auf einem 852r Board habe, dann guck ich mir an welche Equity ich gegen seine Flopcallingrange habe.


      Board: 8:spade: 5:diamond: 2:heart:
             Equity     Win     Tie
      MP2    36.23%  36.21%   0.02% { 66, 8d8h, 8d8c, 8h8c, 5h5s, 5h5c, 5s5c, 2d2s, 2d2c, 2s2c, A8s, A5s, AdKd, AhKh, AsKs, AdQd, AhQh, AsQs, KdQd, KhQh, KsQs, AdJd, AhJh, AsJs, KdJd, KhJh, KsJs, QdJd, QhJh, QsJs, AdTd, AhTh, AsTs, KdTd, KhTh, KsTs, QdTd, QhTh, QsTs, JdTd, JhTh, JsTs, Ad9d, Ah9h, As9s, Ah2h, Ac2c }
      MP3    63.77%  63.75%   0.02% { 99 }


      Ich sehe, dass ich eine DICKE Equityedge habe und eine Valuebet rechtfertigen kann im ersten Schritt (beachte, dass ich Szenarien wie den C/R nicht beachte grade, sondern nur davon ausgehe, dass der Gegner C/F oder C/C spielt).

      Ich gewinn in diesem Fall sogar "zweimal" Geld. Einmal weil der Gegner oft genug folded und dann nochmal, weil ich gegen die Range mit der er weiterspielt deutlich vorne liege.

      Jetzt passiert es aber häufig, dass du nicht 99 hast, sondern 33 z.b.


      Board: 8:spade: 5:diamond: 2:heart:
             Equity     Win     Tie
      MP2    52.85%  52.85%   0.00% { 66, 8d8h, 8d8c, 8h8c, 5h5s, 5h5c, 5s5c, 2d2s, 2d2c, 2s2c, A8s, A5s, AdKd, AhKh, AsKs, AdQd, AhQh, AsQs, KdQd, KhQh, KsQs, AdJd, AhJh, AsJs, KdJd, KhJh, KsJs, QdJd, QhJh, QsJs, AdTd, AhTh, AsTs, KdTd, KhTh, KsTs, QdTd, QhTh, QsTs, JdTd, JhTh, JsTs, Ad9d, Ah9h, As9s, Ah2h, Ac2c }
      MP3    47.15%  47.15%   0.00% { 33 }


      Jetzt hast du gegen seine Flopcallingrange keine Equityedge mehr, ABER die Foldequity kompensiert dir "Dünnheit" deiner Bet noch. D.h. selbst wenn du vorhast am Flop mit 33 nur zu betten wegen der Foldequity und dann aufgibst (und möglicherweise an den Showdown checkst), dann gewinnst du immer noch Geld.

      Grade OOP ist das häufig das Argument mit TT auf einem J232r Board nicht nur den Flop zu setzen, sondern auch den Turn zu setzen. Der Grund ist, dass du mit C/C Lines häufig mehr Geld verlierst als gewinnst OOP.


      Als ganz einfache Faustregel -> wenn du gegen eine Preflopcallingrange an einem Flop >50% Equity mit deiner Hand hast, dann hast du fast immer die Rechtfertigung mit einer Made Hand für eine Bet. (diese Faustregel entkräfte ich gleich wieder)


      3. Du musst mit Händen wie 33 aufpassen, dass du nicht in Situationen setzt in denen du zuwenig Foldequity hast, aber das ganze über deine restliche Potequity rechtfertigen willst. Du kannst diese Rechtfertigung nur machen, WENN du mit der Hand an den Showdown kommen kannst irgendwie für genau diese eine Flopbet. Wenn du weder genug Foldequity hast, noch an den Showdown kommst oft genug (z.b. weil der Gegner andauernd blufft und du den super Herocalls auspacken kannst), dann hast du dort schon oft einen Spot in dem du am Flop C/F spielen könntest (auf diesem 852r Board ist das zwar meistens nicht der Fall, aber auf Boardstrukturen wie JQ8hh oder 59Kr könnte das schnell passieren).

      4. Grundsätzlich halte ich es für eine sehr sinnvolle Idee nur mit einem Plan in der Hinterhand den Flop zu setzen, wenn du NICHT unendlich viel Foldequity am Flop hast. D.h. AQ auf 852r Board würde ich nur dann cbetten, wenn ich einen Plan habe wie ich die Hand auch später noch gewinnen kann -> in diesem Fall hast du 2 supersaubere Overcards (keine deine Overcards koordiniert sich mit dem Board - 34s wäre die Ausnahme, die in der Beispielrange aber nicht enthalten ist und sowieso nur einen Bruchteil ausmacht) und einen Backdoorstraightdraw. Toll wäre natürlich noch ein Backdoorflushdraw, aber man ist ja nicht im Wunschland.

      D.h. du solltest schon bei der Flopbet im Prinzip immer eine Idee haben wie du weiter vorgehst.


      5. der Semibluff -> der Semibluff ist jetzt etwas spezielles. Der Semibluff ist keine Made Hand, aber eine Hand, die sehr viel Potequity hat. 30% Equity bedeutet im Prinzip, dass du in 3 von 10 Fällen eine Made Hand triffst.

      Wenn du z.b. QJhh auf einem 7hTh2d Board hast, dann hast keinen Showdownvalue, wenn du gecalled wirst. Du kannst eine Bet aus zwei Gründen rechtfertigen:

      i) du gewinnst manchmal am Flop sofort (wenn es öfter ist als benötigt ist das natürlich einsame Spitze)

      ii) wenn du gecalled wirst, dann hast du noch unglaublich viel Potenzial

      a) du könntest deine Hand treffen

      b) du könntest am Turn/River nochmal setzen und den Gegner evtl. dort oft genug folden lassen


      Mein Vorposter sagt im Prinzip ja schon, dass Aggression eine gute Sache ist. Du musst jetzt im Prinzip herausarbeiten wann Aggression nicht gut ist und gegen wen Aggression wann nicht gut ist.

      Dazu musst du wie gesagt eine Range annehmen, das Verhalten der gegnerischen Range überprüfen, deine eigene Hand analysieren wie sie sich in die gegnerische Range/Verhalten einordnet und ein bisschen logisch schlussfolgern.

      Ich weiss das ist jetzt sehr viel Input und wird dich vermutlich etwas verwirren - wenn du Fragen hast, dann stelle sie.
    • FlavourFlave
      FlavourFlave
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2010 Beiträge: 488
      ich werde mich nacher noch mit der equity beschäftigen omg^^...naja

      aufjedenfall ist es ja meistens so, dass wenn ich keine c-bet mache der gegner gleich die chance sieht mich aus dem Pot rauszudonken...

      von daher ist mMn auch bei schlechteren händen gut, da sonst auch der gegner mit nix mich rausdonkt...wenn er dann callt, kann ich Turn ja immernoch sehen ob ich eine 2nd barrel mache....jedoch muss ich durch die c-bet vllt nen bisschen mehr investieren, aber meisentens checkt villian auch wenn er nix hat und blufft River...
      dadurch hab ich meistens eine freecard, schonmal erreicht...

      Noch dazu ist das problem, dass ich am anfang einer session kaum reads hab bzw. foldequity vom gegner...

      Lass mich gerne berichtigen...
    • FlavourFlave
      FlavourFlave
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2010 Beiträge: 488
      ich versuch mal hier meine gedanken zu equity hier reinzuballern, auch wenn ich mich noch nicht so viel mit diesen thema außernander gesetzt habe bzw. mit dem Equilab...

      Erstmal zu den Openraise-ranges preflop in jeder Position von der ich pi-mal-daumen von ausgehe

      UTG,+1

      77+,ATs+,KJs+,ATo+,KJo+

      MP1

      66+,ATs+,KTs+,QJs,ATo+,KJo+

      MP2

      66+,A9s+,KTs+,QTs+,JTs,ATo+,KTo+,QTo+,JTo

      MP3

      55+,A7s+,KTs+,QTs+,JTs,A9o+,KTo+,QTo+,JTo

      CO

      44+,A2s+,K8s+,Q8s+,J8s+,T9s,98s,87s,A7o+,KTo+,QTo+,JTo,T9o,98o

      BU

      22+,A2s+,K7s+,Q9s+,J9s+,T9s,98s,87s,76s,65s,54s,A2o+,K7o+,QTo+,JTo,98o,87o,76o,65o

      SB

      22+,A2s+,K2s+,Q2s+,J2s+,T3s+,94s+,85s+,76s,A2o+,K3o+,Q4o+,J5o+,T6o+,97o+,87o

      Ich hab mir die Vorlagen vom Equilab als Hilfe benutzt und bin mir beim Button und Sb verdammt unsicher...
      Da ich persönlich nicht so eine riesige Range am BU und SB benutze, jedoch davon leicht überzeugt bin, dass dies zu den Ranges der Spieler ungefähr passt.

      Wär hier schonmal nett, welche hände ihr villian hier noch in bestimmten Positionen geben würdet;)

      Wenn ich jetzt mal von der Range ausgehe und diese auch als Vorlage für meine Equityberechnung Postflop nehme sieht dies bei mir wie folgt aus..

      PS: ich benutze einfach mal die Positionen von UTG bis MP3, weil ich von BU und SB wie gesagt nicht so sicher bin...

      Bsp1.

      Hero A :heart: Q :diamond: (CO)
      Villian (MP3)

      Flop:

      Board:8 :spade: 5 :diamond: 2 :heart:


      Equity Win Tie
      MP2 40.29% 37.39% 2.89% 55+, A7s+, KTs+, QTs+, JTs, A9o+, KTo+, QTo+, JTo
      CO 59.71% 56.82% 2.89% AhQd

      Hier scheint ja eine c-bet vorteilhaft zu sein...

      Dieses kann ich auch mit den ganzen händen machen und ich würde zu jeder über 50% sagen, dass eine c-bet vorteilhaft ist, daher jetzt nicht alle Beispiele...

      Nun scheint das ja doch nicht so einfach zu sein...

      Ghostmaster:

      Ich hoffe du kennst die Zahlen wie oft eine 1/2 Potsizebet, eine 2/3 Potsizebet und eine Potsizebet profitabel sein müssen im Kopf. Kurz und knapp -> eine Potsizebet muss in mindestens 50% der Fälle erfolgreich sein -> in diesem Fall unter dieser speziellen Rangeannahme würde der Gegner sogar noch öfter folden und du würdest einen sofortigen Profit mit einer Bet machen.

      Ne die Zahlen hab ich nicht im kopf...ich habs noch nie gehört und weiß auch nicht so wie es rechtfertig soll...
      Könntest du mir das erläutern...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Das ist mager, dass das nach wie vor nicht in der Einsteigersektion erklärt wird, weil das absolut essentiell für jeden Pokerspieler ist :/

      Jede Investition, die du tätigst sollte einen positiven (statistischen) Erwartungswert haben. D.h. wenn du setzt, dann gehst du davon aus, dass du öfter gewinnst als verlierst. In Zahlen mal:

      1. Wenn du am Flop eine Bet machst, dann investierst du in der Regel 1/2 bis 1x Potsize. Die Anforderungen an die Foldequity verändern sich jedesmal:


      i) eine Bet von 1/2 potsize ist eine Investition von 1:0,5 (d.h. du gewinnst ein ganzes, aber investierst nur 0.5) -> 0,5/1,5 = 33,3% (1:0,5 rechnest du durch die Formel X:Y = Y/(X+Y) in die Wahrscheinlichkeit um). D.h. deine Investition muss in 33,3% oder mehr der Fälle funktionieren, um zumindest kein Geld zu verlieren. Alles über 33,3% ist sofortiger Profit. Jetzt hab ich ja erklärt, dass du häufig nicht nur auf die Foldequity kannst, sondern auch die Potequity (d.h. die Gewinnwahrscheinlichkeit deiner konkreten Hand gegen eine Range) berücksichtigen musst


      ii) Gehen wir mal von dem Phantasiebeispiel aus, dass du 51% Equity am Flop gegen einen Gegner hast und dieser Gegner immer callen wird. Du investierst 1 Dollar in einen 0 Dollar Pot und dein Gegner called 1 Dollar. Warum gewinnst du?

      Mathematisch ausgedrückt gewinnst du in 51% der Fälle deinen Dollar zurück und den Dollar des Gegners und in 49% verlierst du deinen Dollar. => 0,51*2 - 1 = 0,02

      => d.h. dein Erwartungswert der Bet im Phantasiebeispiel wäre 0,02 Dollar. Was jetzt schwierig ist für einen Anfänger zu verstehen ist die Tatsache, dass du am Ende der Hand entweder gewinnst oder verlierst. Du gewinnst tatsächlich nie deinen mathematischen Erwartungswert, aber es ist die einzige Möglichkeit beim Pokern profitable von unprofitablen Entscheidungen zu unterscheiden.

      Was würde passieren, wenn du nur 49% Equity hast? 0,49*2 - 1 = -0,02 => d.h. du verlierst Geld, wenn du weniger als 50% Equity hast.


      iii) Deadmoney - angenommen du hast Preflop geraist und der Pot ist 1 Dollar am Flop groß und du setzt 1 Dollar und weisst das dein Gegner immer called. Du weisst auch das du 51% Equity hast. Im Gegensatz zu Beispiel ii) hast du jetzt folgenden höheren Erwartungswert:

      0,51*3 (du gewinnst deine Bet, die Bet deines Gegners UND das Deadmoney im Pot) - 1 = 0,53

      Selbst wenn du jetzt nur 49% Equity hättest, würdest du mit der Bet Geld gewinnen. 0,49*3 - 1 = 0,47

      => d.h. also das Deadmoney im Pot deinen Equitynachteil aufkompensieren kann.


      iv) Der Pot ist 1 Dollar groß, du weisst das dein Gegner in rund 20% der Fälle folded UND du hast 30% Equity gegen seine Callingrange. (das ist z.b. oft der Fall, wenn du einen Flushdraw hast) Du beschliesst Potsize zu setzen.

      Wieso gewinnst du Geld, wenn der Gegner nicht oft genug folded (wenn du Potsize setzt muss er in 50% der Fälle folden) und gleichzeitig auch nur weniger als 50% Equity hast. Auch das kannst du mathematisch herleiten:

      0,2*1 (in 20% der Fälle gewinnst du den Pot, weil der Gegner folded)
      + 0,8*X (in 80% der Fälle spielt der Gegner weiter)

      Jetzt müssen wir natürlich das Ereignis X berücksichtigen und unsere Equity mit einfliessen lassen.

      X = 0,3*3 - 1 = -0,1 (offensichtlich negativ, weil wir weniger als 50% Equity haben und das Deadmoney das ganze nicht vollständig kompensiert)

      Packen wir das alles in eine Formel: 0,2*1 + 0,8*-0,1 = 0,2 - 0,08 = 0,12

      => d.h. obwohl du isoliert betrachtet nicht genug Foldequity hast UND auch nicht genug Potequity, ist eine Bet trotzdem mathematisch leicht profitabel.


      Diese Idee solltest du jetzt ein paar mal mit Phantasiebeispielen selber nachvollziehen, damit du ein Gefühl bisschen für die Zahlen bekommst. Anschliessend schaust du dir an wie hoch deine Foldequity (unabhängig von deiner Hand) auf diversen Boards ist und dann schaust du dir an wie deine Potequity gegen die vermutliche Callingrange deines Gegners ist.

      Es ist wichtig bei Cbets, dass du in Situationen in denen deine isolierte Foldequity NICHT hoch genug ist, eine Idee hast wie du den Rest deiner Equity realisierst. Z.b. hast du wirklich mit deinen Overcards irgendwie 30% Equity, aber nicht genug Foldequity und der isolierte Erwartungswert des ganzen Spielzuges (d.h. Foldequity + Potequity) sind eine positive Zahl, dann musst du einen Ansatz haben wie du diesen Pot auch tatsächlich gewinnst.

      Das Equitykonzept geht nämlich davon aus, dass du deine Gewinnwahrscheinlichkeit auch irgendwie realisieren kannst. Häufig siehst du von Anfängern folgende Line:

      Bet Flop Check Turn Fold River -> diese Line wiederholt sich immer und immer wieder und es wird unglaublich viel Geld dabei verblasen.


      Ich denke folgendes wäre eine sinnvolle Übung, die du selber durchführen kannst:

      i) Nimm irgendeine statische Range X (z.b. deine BU Range hier) und schaue dir unterschiedliche Boardtexturen an:

      - das A72r Board, das K72r Board, das Q92r Board etc. -> in Crushing NL50 (Videoserie) haben wir uns glaub ich damals sehr oberflächlich mit Boardtexturen auseinandergesetzt und da kannst du dann die Beispielboards rausfischen

      => deine erste Aufgabe. Die isolierte Foldequity auf verschiedenen Boards auszurechnen unter halbwegs realistischen Annahmen, die du auch ändern kannst (z.b. gehste erst von einem tighten Spieler aus, der Underpairs und 3rd Pairs und Overcards + Backdoordraw nicht called und erweiterst dann langsam deine Annahmen). Dann änderst du die Boardstrukturen und schaust wie sich die Zahlen ändern.

      Du wirst sehr schnell merken, dass bestimmte Boardtexturen (z.b. T95hh) viel schlechter für die Foldequity sind als ein K72r Board.

      => deine zweite Aufgabe. Änder mal die Ranges und nimm mal den typischen Fisch, der jede AX Hand called und vergleich mal die Foldequity auf einem AT2r Board bei der Ax Fischrange mit der Foldequity gegen deine BU Annahme.



      Die einzigen Möglichkeiten in Poker zu argumentieren sind über Zahlen oder sehr gute verbale Argumentationen. Die guten verbalen Argumentationen haben allerdings immer den Zahlenhintergrund und daher denke ich ist es bei dir am sinnvollsten, wenn du dich tatsächlich mit diesen Rechnungen mal auseinandersetzt und zwar sehr kleinschrittrig.
    • Woerni
      Woerni
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2006 Beiträge: 722
      Ich komme grad mit Deiner Formel nicht klar.

      Bitte korrigier mich bitte da ich wohl falsch liege.

      Ich nehme mal Ghostmasters Annahme:

      Ich gewinne in 20% der Fälle direkt 1$
      Die restlichen 80% gewinne ich zu 30% und verliere sie zu 70%

      Ich würde das so rechnen:

      1$(der Pot ohne meine Bet)*0,2 + (3$(Pot+Bet+Call)*0,3)*0,8 + (-1$(meine Bet)*0,7)*0,8 = 0,36

      Ich frage mich gerade wie du das genau gerechnet hast. Scheint auf jeden Fall schneller zu gehen als bei mir. ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Meine Rechnung fasst deine ganzen Klammern zusammen. Du gewinnst im Falle des Calls in 30% den Pot von 3 Dollar (den Pot + deinen Dollar + den Dollar vom Gegner) und verlierst ansonsten deinen Dollar.

      => 0,8*2 + 0,2*(0,3*3 - 1)

      In deine Rechnung unterläuft dir (3$(Pot+Bet+Call)*0,3)*0,8 hier ein Fehler. Du kannst nicht deine eigene Bet gewinnen und gleichzeitig verlieren. Korrekt wäre hier (3$(Pot+Call)*0,3)*0,8)

      => 1$ * 0,2 + (2$*0,3)*0,8 + (-1$*0,7)*0,8 = 0,2 + 0,48 - 0,56 = 0,12

      => 1$ * 0,2 + 0,8*(2$*0,3 - 1$*0,7)

      => 1$ * 0,2 + 0,8*(2$*0,3 - 1$*(1-0,3))

      => 1$ * 0,2 + 0,8*(2$*0,3 - 1$ + 1$*0,3)

      => 1$ *0,2 + 0,8*(3$*0,3 - 1$)
    • Woerni
      Woerni
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2006 Beiträge: 722
      Ah ja, ich habs verstanden. Vielen Dank