NL5 hui, NL10 pfui

    • circe
      circe
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2005 Beiträge: 1.495
      Hallo zusammen,

      der Thread Titel sagt es schon. Auf NL5 läuft es für mich recht ordentlich, aber auf NL10 habe ich Schwierigkeiten.

      Hier die Zahlen dazu:

      NL10: -7,08 bb/100; 11 Stacks down auf 17K Hände

      NL5: +7,39 bb/100; 11 Stacks up auf 14K Hände

      Sind diese beiden Limits wirklich so unterschiedlich?

      Was muß ich denn machen, damit es auch auf NL10 klappt?

      In welchen Bereichen sollte ich an meinem Spiel arbeiten?

      Liebe Grüße

      Christian
  • 8 Antworten
    • habeichja
      habeichja
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2007 Beiträge: 7.057
      liegt an der Samplesize, ich weiss das wollen viele nicht hören aber die Limits unterscheiden sich kaum. Spiel doch erstmal mehr Hände auf NL5 um dort auch sicherer zu werden.

      Ansonsten kann man ohne Stats keine Aussage treffen, hast du mal verglichen? Spielst du anders looser, aggressiver?


      Woran du arbeiten solltest? Wie kann man denn bitte so eine Frage stellen, woher sollen wir wissen wo deine Schwächen sind? Sollen wir das aus den 5Zeilen die du hier schreibst rauslesen? Deswegen meine Antwort, arbeite an allem was dir einfällt.


      Nimm dir eine weiße A4 Seite und schreib dir mal alle Gedanken zu deinem Spiel auf, denke mal selber drüber nach was du gut machst und wo du deine Schwächen siehst. Dann überlegst du dir Lösungswege dafür.
    • circe
      circe
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2005 Beiträge: 1.495
      Hi,

      vielen Dank für die Rückmeldung.

      Welche Stats könnten denn von besonderer Bedeutung sein?

      Ich fange mal an mit VPIP und PFR.

      NL5: 12,3 / 10,9

      NL10 13,3 / 11,9

      Kann es an dem 1 Prozentpunkt Unterschied liegen, daß die Winrate so in den Keller geht?

      Ich glaube es nicht.

      Liebe Grüße

      Christian
    • ueschba
      ueschba
      Global
      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 4.663
      Bei mir liefs ähnlich. NL5 mit 15bb/100 gecrusht, br für nl10 und direkt mal 5 stacks down.
      wieder zurück auf nl5 und nochmal 8 stacks weg (2 davon im übelsten tilt)
      Ist einfach ein down denk ich, bin jetz wieder meine verluste am ausbügeln und wieder die br für nl10 am erspielen.

      Steig wieder ab und sammel bisschen erfahrung. 15k hände sind halt noch keine richtig aussagekräftige sample.

      Denke ja mal nicht, dass du auf nl10 schon money scared bist?
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Liegt nur an der Samplesize, spiele auf Party und Stars, und zweimal bin ich jetzt bei Party ein Limit hoch und musste aufgrund der Varianz und teilweise auch schlechtem Spiel runter.

      Einfach weiterspielen. Musst schon 100k Hände haben um was über deine Gewinnrate und deine Spielqualität aussagen zu können.
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      spielst schon fr oder? ansonsten way to tight.
    • circe
      circe
      Bronze
      Dabei seit: 18.03.2005 Beiträge: 1.495
      Hallo nochmal,

      vielen Dank für die bisherigen Antworten.

      Ich fasse die bisherigen Erkenntnisse zusammen. Ja, ich spiele FR. SH will ich (evtl.) mal später versuchen, wenn ich gute FR Kenntnisse habe. Mir ist bewußt, daß die Meinungen hier weit auseinander gehen können. Man kann bestimmt auch direkt mit SH anfangen und FR quasi überspringen.

      Zum Thema BR(M): Nein, ich bin nicht auf scared money. Ich habe mir die BR im Laufe der Jahre mit anderen Pokervarianten erspielt. Je nach BRM könnte ich BSS NL50-NL100 spielen. Aber dafür reicht mein Skill derzeit nicht aus, die Gegner würden mich bestimmt hart ownen und ausnehmen.

      Um das Selbstvertrauen wiederherzustellen, ist es sicherlich sinnvoll, einige Zeit NL5 zu spielen. Dann kann man außerdem mit entsprechender Samplesize auch sehen, ob ich dieses Limit wirklich crushe. 7bb/100 sind recht ordentlich, aber vielleicht ist für wirklich gute Spieler noch wesentlich mehr möglich.

      Andererseits habe ich das Problem, den Verlust von 5$ wirklich ernst zu nehmen. Aus meinn SSS NL100 Zeiten bin ich es gewohnt, mit 20$ am Tisch zu sitzen. Manchmal geht es mir ziemlich am A** vorbei, wenn ich einen 5$ Stack verliere. Ich merke selbst, daß ich auf NL10 wesentlich mehr bei der Sache bin und wesentlich konzentrierter spiele. Ich will aber auch unbedingt vermeiden daß ich ein Limit spiele, dem ich skilltechnisch nicht gewachsen bin. Es macht keinen Sinn, als Geldverbrenner am Tisch zu sitzen.

      Die Frage nach der Arbeit am eigenen Spiel war von mir ungeschickt formuliert.
      Natürlich ist es gut, sein Spiel in allen Bereichen zu hinterfragen und zu verbessern.

      Aber vielleicht gibt es Themen, deren Kenntnis auf den low-stakes ganz besonders wichtig sind. Umgekehrt formuliert: Es dürfte auf NL5 nicht so wichtig sein, sich mit G-Bucks auszukennen. Und das Baluga Theorem dürfte auch nur den wenigsten NL5 Spielern ein Begriff sein.

      Aber was genau muß man wissen, um den typischen NL5/NL10 Gegner auseinandernehmen zu können?

      Mein Lernzuwachs sollte auch immer auf mein aktuelles Limit abgestimmt sein, das ist mir ganz besonders wichtig.

      Vielen Dank an alle, die bis hierher durchgehalten haben und diesen ausführlichen Beitrag gelesen haben.

      Liebe Grüße

      Christian
    • Deros91
      Deros91
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2010 Beiträge: 425
      Das wichtigste ist die Grundlagen zu festigen.
      Viele versauen sich die winrates weil sie denken multiple barrel bluffs oder bluff 4bets auf NL10 zu machen.

      Ergo was du können musst:

      ABC-Poker:
      - one and done spielen (eine cbet dann aufgeben ohne guten hit)
      - tighte starthandauswahl
      - solides verständnis von relativen handstärken

      und thin value betten


      Natürlich führen auch andere Spielstile zum Erfolg auf diesen Limits
      aber erst muss man mit dem Standartwissen die niedrigen Limits schlagen können.

      Erst wenn man versteht warum man etwas anwendet und gegen welchen Gegnertyp
      sollte man es in sein Arsenal aufnehmen. Nie "das habe ich in einem Video gesehen" aktionen bringen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Was ist notwendig in meinen Augen?

      1. Eine sinnvolle Preflopstrategie und das Verständnis dieser Strategie

      => d.h. du musst dir überlegen warum du mit deiner Strategie gegen wen Geld gewinnst. Der SHC ist im Prinzip blöd, dumm und unvollständig. Das ist eine statische Strategie, die weder die Gegnerstruktur, noch die Tischdynamiken berücksichtigt.

      Die Handauswahl ist extrem wichtig und die Gegnerselektion mind. genauso.

      2. Spiele nur Situationen, die du auch beherrscht. Es ist am sinnvollsten, wenn du einen sehr tighten Spielansatz am Anfang wählst und dementsprechend mit starken Ausgangshänden ausgestattet bist. Es ist vielleicht toll und wirkt cool, wenn du jetzt 50% deiner Hände am BU openraist und anfängst superlighte 3-Bets zu machen, ABER wie willst du damit gewinnen? Wenn du wüsstest, dass diese Strategie so profitabel ist, dann hättest du sie schon implementiert.

      Wenn du mit deinem tighten Ansatz nicht mehr weiterkommst, dann ist es ratsam, wenn du detaillierte Informationen mal rausrückst (die Postflopstatistiken, Positionsstatistiken etc.) und beschreibst woran es in deinen am meisten scheitert, dass du nicht vorran kommst und welche Situtionen du als Geldgrab identifizierst. Darauf aufbauen kannst du kleine Anpassungen vornehmen - klein, weil du schauen musst wie sich diese im Gesamtbild anpassen. Eine Erweiterung der eigenen Preffloprange um 1% hat Auswirkungen auf dein gesamtes Postflopspiel - frag dich also selber mal hier was du geändert hast in deinem Spiel?

      3. Investiere nur dann Geld, wenn du weisst warum du weiteres Geld gewinnst. Der "One and Done" Ansatz meines Vorposters ist da schon wieder viel zu strikt -> finde heraus WELCHE Flops du profitabel betten kannst und wann du trotzdem betten kannst, auch wenn du nicht mit der Cbet sofortigen Profit machst (Stichwort Semibluffs, Overcards + Backdoordraws etc.)

      4. Lerne und übe das Handreading. Deine Edge auf den Microlimits kann folgendes sein:

      i) das Verständnis von Grundkonzepten wie Handauswahl, den Gegner auf eine Hand zu setzen, deine eigene Handstärke darin einzuordnen und entsprechend zu agieren

      ii) das Verständnis von Betsizing

      iii) identifiziere Schwachstellen bei deinen Gegnern und verstehe wie du diese angreifst (auf den Micros ist das extrem einfach im Prinzip).

      => hier können wir gerne mal einhaken. Welche Schwächen hast du

      a) in deinem eigenen Spiel bisher identifizieren können und wie könnten diese Schwächen angegriffen werden?

      b) im durchschnittlichen Spiel deiner Gegner identifizieren können bisher?


      Du musst dir das ganze nicht wie ein Computerspiel vorstellen in dem es DEN Guide gibt, sondern du musst dir deinen eigenen Guide basteln. Der Guide hängt von deinen eigenen Fähigkeiten und deinem Verständnis der ganzen Sache ab - ich/wir können dir nur helfen, wenn du völlig abwegige Gedanken hast.