limpen auf NL5 Zoom FR

    • cajuga
      cajuga
      Bronze
      Dabei seit: 24.06.2009 Beiträge: 28
      hi,

      limpen auf NL5 was meint ihr dazu?

      ich hab das gefühl auf nl5 wird allgemein viel weniger gelimpt als auf NL2


      vor allem kleine pockets habe ich eine zeit lang gerne gelimpt, besdonders in early position, early middle position, aber ich bekomme dann viel zu oft iso raises und 22,33,44 etc. spielen sich dann eklig ohne set, oft folde ich auch schon auf das iso raise. da ich nach dem flop eh meist aufgeben muss und ich mit einem set, in dieser situation sehr selten ausbezahlt werde.
      und über das iso raise nochmal drüber gehen vermeide ich eigentlich.
      also was tun? in early position einfach folden?
      mach ich im moment nicht, ich raise dann meist standard 4fach.
      funktioniert auch ganz ok.
      was meint ihr?
  • 4 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Im Prinzip musst du auf zwei Dinge acht geben.

      Erstens hast du herausgestellt wie deine Gegner auf deine Limps reagieren -> wenn sie eher nicht so passiv darauf reagieren und hauptsächlich raisen, dann ist es schonmal keine gute Idee zu openlimpen.

      Zweitens musst du schauen wie deine Gegner auf deine Raises reagieren. Wenn du viele Calls bekommst, dann spielen sich Hände wie 22 oder 55 nicht gut Postflop. Gegen Calls möchtest du tendenziell eher Highcard Hände halten oder starke SCs -> d.h. auch in solchen Fällen ist ein Fold eher besser; an solchen Tischen kann man dann aber fast schon wieder den Openlimp rechtfertigen, weil diese Spieler typischerweise auch nicht besonders weite Raisingranges haben.


      Der Openlimp ist generell keine gute Idee mit überhaupt irgendeiner Hand, weil du eine extrem offensichtliche Splittung deiner Range vornimmst. Stell dir mal vor, dass ein Gegner mitbekommt, dass du 22 - 99 openlimpst, aber TT+ und ein paar Broadways openraist. Eine Splittung einer extrem tighten Handrange ist extrem problematisch, weil du fast schon mit offenen Karten spielst. Auf den Microlimits wird es häufig noch klargehen, weil deine Gegner nicht versuchen deine Handrange zu lesen bzw. es versuchen, aber es falschrum angehen. D.h. die einfachste Möglichkeit deine Handrange schwer lesbar zu halten, ist es sie openraisen und zwar mit jeder Hand, die du spielen möchtest. Es ist besser, wenn du 22 - 55 z.b. UTG einfach openfoldest an solchen Tischen, anstatt sie zu openlimpen. Du wirst im Verlauf deiner Karriere wahrscheinlich sehen, dass du bei Limitaufstiegen mit immer weiteren Ranges konfrontiert wirst; vielleicht wirst du einen 25/20 Spieler auf FR momentan als Maniac fast schon bezeichnen - du wirst aber sehen das viele reguläre Spieler in allen Positionen ihre Ranges erweitern werden, um Postflop schwerer lesbar zu werden.
      Der Ansatz sehr tight zu spielen beruht im Prinzip darauf, dass du davon ausgehst an deinen Tischen sehr viele loose/passive Spieler zu haben. Ich hab gestern ein NL2 Video auf Pokerstars angeschaut und es ist erschreckend, dass fast alle "Regs" dort ausnahmslos supertight spielen und die Fische sich im Prinzip das Geld untereinander herschieben. Die Regs spielen nicht gegeneinander und die Regs spielen nicht gezielt gegen die Fische. Das "Problem" mit dem SHC ist demnach, dass nicht mehr genug schlechte Spieler am Tisch sitzen - ich mein mit schlecht hier loose/passiv - um eine extrem tighte und passive Preflopstrategie zu rechtfertigen.

      Openraises mit 22 - 55 in frühen Positionen sind auch möglich, WENN deine Gegner dir Postflop keine Probleme machen. Das ist immer sehr individuell, ob du Postflop gut klar kommst - im Zweifel ist der Fold erstmal besser mit 22 - 55 und ein Openraise mit QJs oder ATs zu bevorzugen.
    • cajuga
      cajuga
      Bronze
      Dabei seit: 24.06.2009 Beiträge: 28
      vielen dank für die ausführliche antwort.

      was die rangeweite angeht:

      ich hab da schon einmal einen sehr interessanten post von dir gefunden

      --> In welcher Frequenz raist ihr den Button first in und warum?


      ich muss allerdings zugeben dass es mir auch schwer fällt meine range zu erweitern, vor allem wenn dann eben die winrate erstmal runter geht. mich kostet das dann fast immer selbstvertrauen in mein spiel und plötzlich mach ich dann auch andere sachen anders die jetzt eigentlich gut sind. das führt dazu dass die winrate noch weiter runter geht, früher bin ich dann getiltet heue höre ich dann einfach auf, was aber auch keine so tolle lösung ist, da ich das pokern dann schon mal nen monat sein lass und ohne regelmäßiges spielen oder pokercontent verbessert sich das eigene spiel in dieser zeit nicht, eher gegenteilig.

      was das richtige mindset angeht bin ich mitunter bestimmt ein schwieriger fall. aber ich hoffe du hast vll trotzdem ein paar gute ratschläge für mich...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich bin kein Mindsetspezialist - ich war beim Psychologen und habe so einige Tipps und Tricks abgeholt, die auf meine persönliche Situation zugeschnitten sind (bei mir lag dir Ursache vom Tilt im persönlichen Umfeld und hatte nichts mit Poker zu tun).

      Es gibt halt zig Bücher und Videoserien, die sich mit dem Thema beschäftigen - ich halte von den meisten nichts, weil sie zu allgemein sind und du extrem viel Arbeit (=Zeit) investieren musst, um dich quasi selber kennenzulernen. Das mag für manche attraktiv sein - für mich war es das nicht und ich hab den kurzen Weg gewählt.

      ich muss allerdings zugeben dass es mir auch schwer fällt meine range zu erweitern, vor allem wenn dann eben die winrate erstmal runter geht. mich kostet das dann fast immer selbstvertrauen in mein spiel und plötzlich mach ich dann auch andere sachen anders die jetzt eigentlich gut sind. das führt dazu dass die winrate noch weiter runter geht, früher bin ich dann getiltet heue höre ich dann einfach auf, was aber auch keine so tolle lösung ist, da ich das pokern dann schon mal nen monat sein lass und ohne regelmäßiges spielen oder pokercontent verbessert sich das eigene spiel in dieser zeit nicht, eher gegenteilig.


      Poker ist ein Kriegsspiel - wenn auch nur ein psychologisches. Die "schwachen" werden fallen; du kannst theoretisch ein noch so geiler Spieler sein, wenn du kein gefestigtes Mindset hast. Im Prinzip musst du dir selber überlegen, ob es dir das Wert ist Zeit (und Geld) zu investieren.

      Viele Spieler haben dieses Buch durchgearbeitet: http://www.amazon.de/Elements-Poker-Tommy-Angelo/dp/1419680897/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1339594469&sr=8-1 und berichteten auch davon, dass es ihnen geholfen hat mit ihrem Mindset klar zu kommen.

      Ansonsten ist es auch recht sinnvoll, wenn du Poker nicht "allein" spielst, sondern ein paar Buddies hast mit denen du dich austauschen kannst und die dir Feedback geben. Es ist immer schwierig sich konstant selbst zu reflektieren und eigene Fehler zu finden - häufig sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht ;)
    • cajuga
      cajuga
      Bronze
      Dabei seit: 24.06.2009 Beiträge: 28
      so, ersmal möchte ich mich für deine schnellen und ausführlichen antworten bedanken.

      da ich mir für mein mindset sowieso ein buch kaufen wollte, bin ich sehr froh über deinen ratschlag. ich habe allerdings auch viel gutes über dieses buch hier gefunden:
      -->
      http://www.amazon.de/The-Mental-Game-Poker-Strategies/dp/0615436137/ref=pd_cp_eb_2/277-0855909-7966508

      vielleicht kann ja jmnd der beide bücher/oder eines von beiden kennt noch etwas dazu sagen.



      der tip nicht alleine zu pokern ist denke ich aber der wesentlich bessere ratschlag, zumindest für mich. denn wenn ich dann eben nicht mehr meiner eigenen wahrnehmung traue(trauen kann), könnte es mir sehr helfen jmnd zu haben mit dem ich mich austausche.
      das wird zwar wohl nur einmal die woche(wochenende) möglich sein, dies sehe ich aber gar nicht als nachteil, denn so muss ich mich gut darauf "vorbereiten" und meine fragen gut ausarbeiten.

      der gleiche scheiss wie an der uni halt...;)