20er regel...häh^^

    • FlavourFlave
      FlavourFlave
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2010 Beiträge: 488
      Hallo,

      kann mir einer die 20 regel erklären...

      ich versteh das nicht so ganz, also:

      wenn sagen wir mal villian auf NL2 100bb hat 2;00$ hat und 0,10$ bettet...
      von daher könnte ich mit einem poket callen, da ich ebenfalls mit 100bb habe...
      laut der 20er regel...

      jetzt hab ich aber gelesen, das ich nur jedes 7. mal mein set treffe.

      das heißt ich müsste mindestens in diesem fall 0,70$ gewinn machen wenn ich treffe, damit ich plus minus null mache...

      das brings auch nicht oder?...wahrscheinlich ist was falsch an meiner theorie aber was??

      würd mich freuen über eure hilfe
  • 4 Antworten
    • oppoker91
      oppoker91
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2010 Beiträge: 1.098
      Ja du hast das Prinzip verstanden.

      In deinem Beispiel setzt dein Gegner ja 10ct,du hast also so grade eben die benötigten Implied Odds (Ich hoffe du weißt was es ist,ansonsten stehts im Glossar), um auf Setvalue zu callen.
      Normalerweise musst du ja nicht soviel zahlen,um einen Flop zu sehen,sodass der ganze Spielzug profitabler wird.

      Die Theorie geht halt bei tighten Spielern auf,die eine starke Range Preflop spielen und somit auch Postflop viel Geld in den Pot einbezahlen,solltest du dein Set treffen.
      Das macht dann die Male wett in denen du ohne Treffer aufgeben musst.
    • Thunder1214
      Thunder1214
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2010 Beiträge: 921
      die 20er Regel sagt: das 20-fache .. bei 10 Cent also 2.00 $

      Du triffst jedes 7te Mal ... musst also 70 Cent reinholen .

      Bis hierher alles richtig ;)

      Warum widerspricht sich das Ganze nun?
      Weil du nicht davon ausgehen kannst, dass du deinen Gegner den gesamten Stack abnimmst, wenn du dein Set triffst.

      Wenn dein Gegner nur noch 70 Cent hätte, wird es sehr schwer für dich, denn du müsstest sein gesamtes Restgeld in den Pot bekommen.

      Wenn er aber noch 1.90 $ übrig hat, ist es wahrscheinlicher, dass du deine 70 Cent rausholst, weil das noch nicht mal die Hälfte von seinem Reststack ausmacht.

      Die 20er Regel hat für dich hier also schon einen Puffer eingebaut um dir die nötigen implied Odds zu verschaffen.

      Gruß

      T
    • doomstaR
      doomstaR
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2009 Beiträge: 439
      Bitte beachte auch, dass du nicht jedes 7te Mal triffst sondern jedes 8,5te Mal (du floppst mit pocketpairs in 11,76% der Fälle dein set).
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Mathematisch betrachtet triffst du dein Set in 7.5:1 Fällen im Flop. D.h. in 7.5 von 8.5 Fällen triffst du nicht und in 1 von 8.5 Fällen triffst du.

      Im Prinzip ist der Ansatz hier der selbe wie bei einem Flushraw am Flop. Du weisst, dass du 4.2:1 Odds benötigst für einen Call.

      => Pocketpairs, die du auf Setvalue callst sind prinzinpiell Drawinghands

      Ein zentraler Faktor von Drawing Hands sind die Implied Odds, d.h. im Prinzip das Geld welches noch in Zukunft gewonnen werden kann.

      Du kannst z.b. mit einem Flushdraw am Flop häufig auch callen, wenn du 2:1 Potodds bekommst, obwohl du 4.2:1 Potodds benötigst -> die Differenz von 2.2:1 ist der Betrag, den du in Zukunft noch gewinnen musst.

      Angenommen UTG openraist auf 4BB und du sitzt mit 22 im BU. Du bekommst Odds von 5.5:4 = 1.4:1, bräuchtest aber 7.5:1. Damit du einen Call rechtfertigen kannst, musst du also davon ausgehen, dass du bei einem Treffer Geld gewinnst - genaugenommen die Differenz zwischen deiner tatsächlichen Investition und deiner benötigten Investition grob 6:1 => 7*4 = 28BB.

      Jetzt ist es aber so, dass du dein Set

      a) nicht jedesmal ausgezahlt bekommst

      b) manchmal mit deinem Set gegen eine bessere Hand verlierst


      => daher wird jetzt gesagt, dass du ungefähr eine Differenz von 20:1 benötigst => 20*4 = 80BB, um langfristig mit einem Gewinn aus dem PREFLOPCALL zu gehen.


      Von einem anderen Standpunkt aus:

      In 1/8,5 = 11,8% triffst du dein Set => in 1 - 0,118 = 88,2% triffst du dein Set nicht

      In 88,2% der Fälle hast du bereits 4BB investierst. Du möchtest jetzt wissen, wieviel Geld du in den 11,8% der Fällen gewinnen musst, damit deine 4BB Investition einen neutralen Erwartungswert annimmt.

      1. 0,118*x - 0,882*4BB = 0

      => x ist der gesuchte Betrag, den du mindestens gewinnen musst

      2. 0,118*x = 0,882*4BB

      3. x = 29,9BB (das deckt sich auch grob mit meinen 28BB da oben - ich habe hier große Rundungen und so gemacht oben; es geht nur darum, dass du das Prinzip verstehst)

      => d.h. du musst in 11,8% der Fälle in denen du dein Set triffst 29,9BB gewinnen.

      Wenn du jetzt annimmst, dass du jeden 2.5ten Fall dein Set ausbezahlt bekommst profitabel, dann kommst du auf die Call 20 Regel (2.5*7.5 = 18,75) - die im Prinzip die Anforderungen beschreibt, die du an den Reststack deines Gegners haben musst, damit du wenigstens mit +- 0 aus der Sache longterm rausgehst.


      Die Regel ist offensichtlich sehr unflexibel, weil sie keine Annahmen über die gegnerische Range in die Rechnung mit einbezieht. Wenn ich z.b. weiss das mein Gegner AA auf der Hand hält und ich 22 halte, aber ich nicht nach der Call 20 Regel callen könnte, dann kann ich trotzdem manchmal callen -> nämlich genau dann wenn ich mehr als 30BB vom Gegner gewinnen kann -> in diesem extremen Beispiel kann ich nämlich genau feststellen wann ich vorne bin und wann ich hinten liege und kann meine Implied Odds absolut genau bestimmen. Schwieriger wird es, wenn der Gegner eine Range spielt und mich nicht immer ausbezahlt und ich nicht genau weiss wann ich vorne bin.

      => daher wird auf die benötigten 30BB ein Postflop draufgesetzt, um für dieses Unwissen zu kompensieren. Die Call 20 Regel ist dann sehr extrem im Prinzip; als ich damals angefangen habe zu spielen, gab es noch eine Call 15 Regel.