Fragen zu Reviews

    • vishy
      vishy
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2005 Beiträge: 285
      Hallo,

      ich versuche, mich auch theoretisch im Poker weiter zu bilden. Das klappt allerdings noch nicht so ganz, weil mir etwas die Zeit fehlt, da ich neben meinem Beruf auch noch andere Verpflichtungen habe.
      Das Reviewen von Sessions ist ja für die Weiterentwicklung doch sehr von Bedeutung. Aber hier kommt eben das Zeitproblem ins Spiel.
      Wenn ich in einer Stunde ca. 150 Hände spielen würde, dann bräuchte ich doch für das Reviewen einschließlich des Postens kritischer Hände, zumindest anfänglich, fast den gleichen Zeitansatz. Sehe ich das richtig?
      Weitere Frage: Wie geht man konkret bei einer Sessionreview vor? Schaut man nur die während des Spiels markierten Hände an oder geht man sie alle durch?
      Denn bei einem wirklichen Review müßte man ja auch die Hände hinsichtlich aller möglichen Fragestellungen überprüfen, und zwar pre- wie auch postflop.

      Ich wäre für Tipps und Hinweise echt dankbar!

      Vielleicht findet sich jemand, der Interesse an einem gemeinsamen Erarbeiten hat. Dann bitte melden! Ich habe allerdings nur abends Zeit und bin auch schon etwas älter ;)
  • 3 Antworten
    • padimi
      padimi
      Bronze
      Dabei seit: 19.03.2008 Beiträge: 3.716
      Hallo Vishy,
      der einfachste Weg einer Sessionreview ist der, mit Hilfe eines Tracking Tools einfach während des Spiels schon Keyhands für später zu markieren wo du eventuell nicht weißt ob du da optimal gespielt hast und ansonsten einfach mal die größten Winning und die größten loosing Pötte raus zu suchen.
      Im Schnitt sind das ja dann nicht so viele Hände.
      Wenn man sie sich outgame dann selber nochmal in ruhe ansieht eröffnen sich einem oft schon viele zweifelhafte Entscheidungen die man vielleicht hinterfragen sollte.
      Oft stößt man auch wiederholt auf Spots bei denen man offensichtliche Probleme feststellt und so erfährt man auch recht schnell mit welchen Sachen man sich schnellstmöglich auseinandersetzen sollte.

      Unklare Hände kannst du ja dann einfach ins Handbewertungsforum posten und deine Gedanken und Fragen dazu mit reinschreiben.
      Wenn dann User und/oder handbewerter geantwortet haben gibt es oft Fälle wo aus einer einfachen Hand eine lebhafte Diskussion entsteht und dabei kannst du hallt gut hinterfragen warum und weshalb und verinnerlichst das erworbene Wissen auch recht gut.
      Beste Grüße und viel Erfolg, Padimi
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Mach die Reviews nicht allein und konzentrier dich nicht auf ganze Sessions, sondern auf ausgewählte Probleme mit Hilfe der Filtersetzungen.

      1. Du brauchst Feedback - selber Reviews klappen nur, wenn du sehr sehr objektiv mit deinem eigenen Spiel umgehst und in der Lage bist Spots differenziert zu betrachten. Das ist aber ein zentraler Faktor, den du in den Micros und Lowstakes und Smallstakes lernen musst; d.h. such dir ne Lerngruppe und macht Termine in denen ihr eure Datenbanken analysiert.

      2. Diskutiert einzelne Problemspots. Wenn du eine Session analysierst tiefgehend, dann werden zig Probleme auffallen, die du dann am besten noch alle gleichzeitig lösen möchtest. Poker kannst du dir wie eine Differentialgleichung vorstellen:

      Y = A + B + C + D + E + F + G + ... + Z

      Wenn Y der Output (dein Skill) ist, dann sind A - Z die Inputfaktoren (deine Entscheidungen). Das Problem ist, dass Y sich verändert, wenn du EINEN Inputfaktor veränderst - du kannst jedoch rückschliessen, dass sich Y in eine Richtung verändert, weil du einen Inputfaktor (z.b. A) angepasst hast.
      Was passiert, wenn du zwei oder mehrere Inputfaktoren änderst? Du kannst nicht mehr eindeutig nachvollziehen warum sich Y verändert, weil du nicht festlegen kannst, ob A oder B für die Veränderung von Y in welchem Ausmaß verantwortlich ist.

      Bevor ihr also alles durcheinander diskutiert, pickt euch z.b. ein Thema für eine Analyse aus.
      - Calls in 3-Bet Pots und der Flop und analysiert eure Hände und diskutiert eure Entscheidung und die Rahmenbedingungen.
      - Cbets in SingleRaised Pots als Aggressor auf verschiedenen Boardstrukturen mit bestimmten Händen

      etc.

      Dadurch fixiert ihr einzelne Faktoren und könnt unabhängig von eurem Spielansatz allgemeingültige Aussagen ableiten.
    • vishy
      vishy
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2005 Beiträge: 285
      Hallo Ghostmaster,

      vielen Dank für Deine Ausführungen.

      Die Aufforderung an einen oder mehrere interessierte(n) Spieler, die Arbeit gemeinsam zu bewältigen, steht ja schon oben. Vielleicht noch etwas mehr zu meiner Person:
      ich bin 56 Jahre alt, voll im Job und betreibe das Pokern bisher sehr unregelmäßig und vor allem unsystematisch.
      Habe mich nach mehreren Versuchen jetzt für shorthanded entschieden und möchte mich hier weiter noch oben arbeiten.
      Aus oben genannten Gründen ist mein Zeitbudget natürlich begrenzt, so dass nur in den Abendstunden und am Wochenende Zeit bleibt (und auch da nicht immer).
      Also, wer Interesse hat, melden :)