die Range und wie man sie lernt

    • Basuroi
      Basuroi
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2011 Beiträge: 55
      Hallo ihr poker spieler,
      ich mach mir gerade mal wieder gedanken über meine range einschätzung bei gegnern.
      und muss feststellen ,das ich doch für mich zu oft daneben liege. das kostet mich ein ums andere mal BB. Aber vorallem nervt mich dabei mein schlechtes spiel.Man will ja doch besser werden. Gibt es eine möglichkeit wie ich lernen kann ranges einzuschätzen?Wie habt ihr das so gelernt?Was war euer Masterplan bei diesem Problem?
      grüsse =)
  • 7 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich habe lange gebraucht, um in Ranges zu denken, weil es sehr kompliziert ist irgendwelche prozentualen Anteil vorstellbar zu machen.

      Die einfachste Möglichkeit ist wahrscheinlich ein Ansatz, der von Thomas Bakker in seinem Buch vorgestellt wurde. Die Range des Gegners visualisieren in einem Plotgraphen und die eigene Hand dort unterbringen.

      Was würde ich heutzutage machen, um jemanden das Denken in Ranges beizubringen?

      1. Kombination zählen lernen

      Bsp: Du hast KQo auf einem K2Tr Board und du weisst das dein Gegner AK, QJ und KJs hält.

      i) Wieviele mögliche Kombinationen haben diese Hände jeweils?

      ii) Du wirst schnell herausfinden, dass AK 4*2 = 8 mögliche Kombinationen hat, QJ 3*4 =12 mögliche Kombinationen und KJs 2 mögliche Kombinationen. Das sind ingesamt 22 Kombinationen, die dein Gegner halten kann.

      iii) du musst wissen welche Equity, du gegen einzelne Hände hast:

      Equity KQo gegen AK auf K2Tr - 20%


      Board: K:heart: T:spade: 2:diamond:
             Equity     Win     Tie
      MP2    85.76%  85.16%   0.61% { AKs, AKo }
      MP3    14.24%  13.63%   0.61% { KQo }


      (genaugenommen sind es nur 15%, aber warum ich 20% sage wird sich gleich zeigen)

      Equity KQo gegen QJo auf K2Tr - 70% ca.


      Board: K:heart: T:spade: 2:diamond:
             Equity     Win     Tie
      MP2    31.82%  30.61%   1.21% { QJo }
      MP3    68.18%  66.97%   1.21% { KQo }



      Equity KQo gegen KJs auf K2Tr - 80% ca.


      Board: K:heart: T:spade: 2:diamond:
             Equity     Win     Tie
      MP2    16.64%  14.86%   1.78% { KJs }
      MP3    83.36%  81.57%   1.78% { KQo }


      (auch hier sind es etwas mehr)

      Diese Equities musst du durch wiederholtes Ausprobieren in den Kopf bekommen. Boardstrukturen ändern, Hände ändern etc.


      2. Jetzt kommt der Clou:

      Du weisst, dass der Gegner 22 mögliche Handkombinationen spielt und kennst den prozentuallen Anteil der einzelnen Handgruppen

      a. Made Hands die dich schlagen

      8/22 = ca. 40% AK die 80% Equity gegen dich haben

      b. Made Hands die du schlägst

      2/22 = ca. 10% KJ gegen die du 80% Equity hast

      c. Draws beim Gegner

      10/22 = ca. 50 gegen die du 70% Equity hast

      => in 40% der Fälle bist du deutlich hinten und in 60% der Fälle etwas weniger deutlich vorne.

      Das führt im Schnitt wahrscheinlich dazu, dass du im Schnitt 50% hast. Die Auswertung im Equilab bestätigt das auch:


      Board: K:heart: T:spade: 2:diamond:
             Equity     Win     Tie
      MP2    50.32%  49.27%   1.04% { AKs, KJs, QJs, AKo, QJo }
      MP3    49.68%  48.64%   1.04% { KQo }



      Tatsächlich bist du hier leicht hinten - das konnte meine Analyse nicht genau herausbekommen, weil ich extrem gerundet habe. Das ganze wirkt jetzt auf den ersten Blick sehr kompliziert und undurchführbar.

      Wenn du es jedoch abseits der Tische öfter mal probierst (und dann Ranges erweiterst), dann bekommst du schnell ein Gefühl dafür in welchem Verhältnis einzelne Handgruppen zueinander stehen und wo sich deine eigene Hand dort ungefähr befindet. Du wirst natürlich nie so genau sein wie der Equilab, aber du solltest ungefähr eine Idee bekommen wo sich deine Hand im Verhältnis zur gesamten Range befindet bekommen.


      3. die nächste Hürde ist es dem Gegner halbwegs akurate Ranges zu geben. Dazu kommst du nicht drumherum Datenbanken auszuwerten und dir Ranges anzugucken, um ein Gefühl für einen 50/10 Spieler zu bekommen und was der alles so spielen könnte und was ihn vom 90/10 Spieler so unterscheidet.

      Ansonsten solltest du auch am Tisch beobachten. Wenn du einen Spieler mit A2o am Showdown siehst, dann wird er in vergleichbaren Versionen auch mit A3o - Ako auftauchen können möglicherweise. Nutze Informationen aus Showdowns, um allgemein Schlussfolgerungen über das Spiel deiner Gegner abzuleiten.
    • Basuroi
      Basuroi
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2011 Beiträge: 55
      na das war ja sehr ausfuehrlich.aber es ist ein ansatz den ich aufgreifen kann.
      danke fuer deine hilfe.
      =)
    • Noshay
      Noshay
      Bronze
      Dabei seit: 08.04.2011 Beiträge: 1.012
      @Ghostmaster

      coachst du eigentlich auch?
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      @Ghostmaster

      Kannst Du etwas zur Equity am Flop sagen? Letztlich wird dort immer die EQ bis River angesetzt.

      Ist das nicht ein bischen problematisch? Wir stehen vom Flop zum Turn ja eigentlich viel besser dar gg Draws oder dominierte Pairs, sofern wir nicht am FLOP AI gehen.


      Es kann ja durchaus passieren, dass wir uns gegen einen passiven Gegner gg eine bet am FLop entscheiden, weil wir nicht auf 50 % EQ kommen. Wenn unsere Berechnung immer auf der 2STreet EQuity beruht würden wir in solchen spots zB eine falsche entscheidung treffen.


      (Ich gebe zu, dass solche spot möglicherweise selten sind, und ein Bsp kann ich jetzt auch nicht generieren.)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich versteh die Frage leider nicht. :/

      @Noshay: Theoretisch schon, aber ich schaffs im Moment nichtmal ein Video zu reviewen, weil ich unter meinen ganzen Lernunterlagen ersticke ;p Vielleicht ab Ende September wieder.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von Ghostmaster
      Ich versteh die Frage leider nicht. :/

      @Noshay: Theoretisch schon, aber ich schaffs im Moment nichtmal ein Video zu reviewen, weil ich unter meinen ganzen Lernunterlagen ersticke ;p Vielleicht ab Ende September wieder.

      Du sagst zb bei deinem letzten Bsp wir sind leicht hinten. Das sind wir aber
      Nur weil die equity bis zum River angegeben ist. Faktisch
      Müssen wir ja eigentlich nur eine Equity des Gegners
      Bis zum Turn ansetzen, solange beide nicht AI gehen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ja es ist richtig, dass gegen diese Range bestimmte Turnkarten deine Equity verändern - wenn der Turn blanked, dann ist deine Equity besser, weil du gegen die Straightdraws jetzt weiter vorne bist.

      Wenn der Gegner genau diese Range am Flop C/raist, dann liegt doch auf der Hand, dass Hero called und sich den Turn anguckt.