Pocketpairs bei Blindsteal callen?

    • MaPokern
      MaPokern
      Global
      Dabei seit: 29.11.2011 Beiträge: 1.014
      Man callt ja die Pocketpairs (Mitgehen20) um dem Gegner mit nem eventuellen Set das Geld abzunehmen.

      Aber wenn der Gegner zb als Cutoff raist, lohnt sich das callen dann? Denn wenn ich nichts treffe und checke wird er wohl cbetten, wenn ich was treffe und setze oder seine cbet calle wird er danach ja seltener aggressiv weiter spielen wenn er mit da mit eher schlechteren Karten stealen wollte.

      Vielen Dank
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    • preem84
      preem84
      Gold
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.316
      Das haste schon mal richtig erkannt^^

      Gegen Spieler die viel Stealen entweder 3Bet oder folden, selten auch callen dann aber auch bei nichtHit agressiv Spielen (CheckRaise / CheckCall, Donk Turn) kommt dann stark auf Villain an wie er Post so spielt.

      Bei sehr tighten oder schwachen Spielern kannste fast immer Callen und Fit or Fold Spielen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich liste mal ein paar Punkte auf, die mir so einfallen:

      1. 3-bet/fold: Imo die schlechteste Strategie, wenn der Gegner nicht ein extrem weiter 4-Bet Bluffer ist. Pocketpairs sind im Prinzip Preflop Drawinghands - mit einer 3-Bet verspielt man sich aber möglicherweise die Option auf einen günstigen Flop UND riskiert die 4-Bet gegen die man häufig ohne Informationen gar nicht mal so viel machen kann.

      => 3-bet/fold als Default = schlecht

      2. Call OOP: Ein zentrales Problem sind deine Implied Odds. Viele Spieler neigen dazu mit PP deswegen 3-Bets zu spielen, weil sie Postflop nicht ausgezahlt werden mit ihren Sets. Das resultiert aber primär daraus, dass ihre gesamte Preflopcallingrange schlecht ist und nicht daraus, dass die Position so schlecht ist.

      Mein Vorposter spricht es jetzt schon an: Wenn du OOP callst, dann musst du Moves machen. Wenn du jedoch eine Range hast, die nicht nur aus Pocketpairs besteht, sondern auch suited Broadways z.b. beinhaltet, dann wirst du Postflop teilweise in der Lage sein "gute" Moves zu machen (z.b. Draws semibluffen).

      Jetzt bekommen deine Gegner mit ihren weiten Ranges ein "Problem". Entweder gewinnst du jetzt mit deinen Semibluffs, weil sie dauernd folden ODER sie spielen gegen deine erweiterte Range und fangen runterzucallen (wodurch der Wert deiner Sets steigt).


      Du musst dir mal über die Psychologie einer Valuebet Gedanken machen: Wenn du eine Hand wie z.b. ein Set hälst, dann muss dein Gegner annehmen, dass du KEIN Set hälst, sondern eine Hand, die er mit seinem Toppair z.b. schlägt.

      Auf den Micros werden viele deiner Gegner so schlecht sein, dass sie z.b. Toppairs oder besser nie folden werden und ihre Hände einfach runtercallen - da brauchst du keine Semibluffs in deiner Range. Je besser deine Gegner werden, desto notwendiger wird es jedoch auch mal zu semibluffen/generell Postflop einen Move zu machen.

      Um Moves profitabel spielen zu können, musst du zwei Dinge üben:

      i) welche Range du tatsächlich hast, wenn du einen bestimmten Spielzug machst (du willst eine gewisse Anzahl an glaubwürdigen Made Hands bei Moves theoretisch halten können -> wenn du z.b. einen C/R auf einem K26r Board hast, aber 22 und 66 nie callst Preflop, dann ist der C/R auf diesem Board als Bluff wahrscheinlich nicht gut)

      ii) wichtiger ist jedoch was dein Gegner glaubt. Es ist völlig gleichgültig, ob du in einer bestimmten Situation nie starke Hände halten kannst; solange dein Gegner glaubt, dass du das kannst wird er folden ;)