Unwissenden die Augen öffnen!

    • 07poker11
      07poker11
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2010 Beiträge: 21
      Hey Leute, folgendes problem, das vielleicht der ein oder andere von euch kennen mag.
      Seit letztem Monat hab ich mein Abi in der Tasche unf fange ab September mein Duales Studium an. Die Überbrückungszeit wollte ich eigentlich damit nutzen mehr oder weniger zeitintensiv zu grinden. Jetzt gehen mir meine Eltern und Großeltern tierisch auf den Sack von wegen problematisches Suchtverhalten, suchen mir Selbsthilfegruppen und Artikel über Glücksspielsucht raus etc und auch nach einigen Erklärrungsversuchen wollen sie einfach nicht meinen Standpunkt verstehen geschweige denn mal etwas näher mit der Marterie befassen.
      Habt ihr irgendwelche Vorschläge wie ich diesen Sturköppen die Augen öffnen kann, evtl mit komprimierten Artikeln, welche die mathemathischen, strategischen, ... Aspekte von Poker erläutern? Denn ich hab wirklich keinen Bock mehr drauf jeden Tag neue Diskussionen wegen meiner Glücksspielsucht zu führen :D
  • 93 Antworten
    • Deros91
      Deros91
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2010 Beiträge: 425
      längere zeit winning player sein und ausharren.
      alle spielsüchtigen haben ihre ach so tollen strategien.

      von daher wirst du sie so höchstwarscheinlich nicht überzeugen können.

      mein vater ist in der suchtprävention tätig ich weiß wie du dich momentan fühlst...
      bei mir hats über ein jahr gedauert bis er es aktzeptiert hat und nicht mehr glaubt dass ich mein geld verdonke.
    • Dominik7
      Dominik7
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 8.052
      Nur weil du winningplayer bist heißt es noch nicht, dass du nicht auch süchtig sein kannst.

      Man kann nur im Allgemeinen sinnvoll dafür argumentieren, warum man Poker longterm als Einnahmensquelle hernaziehen kann. Ob du süchtig bist oder nicht kann dir von hier aus keiner sagen.

      Ein gutes Argument fällt mir dennoch ein, hab ich mal in einem Interviews mit so einem Experten aufgeschnappt (sinngemäß): "Der Süchtige spielt nicht, um zu gewinnen sondern um des Spielens selbst. Der "Nichtüchtige" machst es kontrolliert mit der Absicht, Gewinn zu erzielen."

      Ansonsten zeig ihnen deinen longterm graph und appelier an ihr Vertrauen in deine Charakterstärke.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Bist du Winningplayer und machst mehr Geld als ein Burgerwender bei McD?

      Wenn ja, zeig ihnen deinen Graphen und gut ist, wenn nicht, dann kannst du denen noch so viel mit Mathematik kommen.

      Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass die Leute entweder auf stur schalten, oder zugänglich sind und denn kann man mit ihnen reden.

      Ich möchte deiner Familie nichts unterstellen, aber die Non-Poker-Leute, mit denen ich reden kann drüber, sind offener und intelligenter als der Durschnitt, vor allem an der Uni habe ich das bemerkt, bei mir wissen die wenigsten womit ich mein Geld mache, aber die es wissen, die wissen auch, dass einiges dazu gehört und man obv longterm gewinnen kann (nachdem ich das weitestgehend erklärt habe, eigentlich ganz einfach: erkennst du nach 10 min nicht den Idioten am Tisch, bist du der Idiot, da es ein Spiel ist, bei dem Menschen vs. Menschen spielen, gibt es obv Gewinnmöglichkeiten und bei Poker ist die Marge hoch und so lange es genug Idioten gibt, spiele ich - so erklär ich das fürs erste und beantworte denn auch gern fragen), der Rest wird einfach angelogen, keine Lust auf sinnlose Diskussionen, die eh nichts bringen, weil man gegen die Wand redet.

      Gibt iwo ein The-Micros-ähnliches Vid in dem ein Typ mit einer Frau über das Thema streitet, finde es nur grad nicht, das spiegelt so einiges wieder^^
    • NeeDWeeD
      NeeDWeeD
      Bronze
      Dabei seit: 08.05.2006 Beiträge: 1.276
      erklärs es denen doch einfach auf mathematischer basis, und zwar so, dass sie selber denken müssen, so können sie es viel einfacher nachvollziehen was beim pokern passiert.
      wird aber auch nicht funktionieren, wenn die so drauf sind wie du es beschreibst. vielleicht kannste denen einfach erklären wie du an dein erstes geld füär pokrn gekommen bist ohne was einzuzahlen
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.529
      Schließ doch einfach die Tür ab und grinde.
    • toyberg
      toyberg
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2009 Beiträge: 1.940
      Hatte bzw hab teilweise noch das gleiche Problem. Meine Eltern kamen nachdenen ich das alles mathematisch begruendet hab mit der Meinung, wie ich denn sicher sein kann, dass ich gegen andere Menschen spiele und nicht gegen Computer, die mathematisch genauer arbeiten als ich selbst. Gegen das Argument bin ich auch nicht weiter angekommen (wie auch bei der aktuellen Bot Problematik).

      Mein naechster Erklaerungsansatz war, ihnen das Prinzip des Pokerns mit Skat zu erklaeren. Bei Skat ist es auch moeglich als absoluter Anfaenger ein oder zwei Spiele zu gewinnen, wenn man die richtigen Karten dafuer hat. Aber wenn man keine Ahnung von dem Spiel hat, wird man in den seltensten Faellen einen Skatabend als Gewinner verlassen. (Koennen>Glueck). Ich finde das ist die einfachste Methode jemandem das Prinzip des Spiels zu erklaeren ohne ins Detail zu gehen (wenn deine Eltern die mathematische Komponente des Spiels nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, wird es dir auch nichts bringen da mathematisch heran zu gehen)
    • herthafrosch
      herthafrosch
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2006 Beiträge: 429
      Eine eigene Wohnung suchen und das Hotel Mama verlassen, dann hast du ruhe.
    • Skyhand
      Skyhand
      Global
      Dabei seit: 04.09.2006 Beiträge: 2.057
      Herzliches Beileid OP, das wird schwer. Kenns nur zu gut.
      Viele Leute wollen sowas einfach nicht verstehen, viele sind zu blöd und ignorant ums zu verstehen
      und viele haben Vorurteile, an denen sie grundsätzlich auf Teufel komm raus festhalten.

    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Ja, das Vid meine ich^^
    • zergling07
      zergling07
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2010 Beiträge: 3.895
      ignoranz entgegnet man nicht mit argumenten, sondern mit ignoranz
    • NeeDWeeD
      NeeDWeeD
      Bronze
      Dabei seit: 08.05.2006 Beiträge: 1.276
      joa das glück darfste auf jeden fall nicht ausschließen, vielleicht echt ma versuchen an nem einfachen beispiel zu erklären, wenn du es echt unbedingt machen musst. wenn die zu dumm sind das zu verstehen, kannste halt auch nix mehr machen
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Jemanden Poker zu erklären der keine Ahnung und eine gewisse Grundbarriere hat, ist ungefähr so als würdest du ihm grade was über CFD's oder Forex erzählen oder sonst ein Thema erzählen das hochkomplex ist. Sie verstehen es einfach nicht, weil es nicht in ihren Horizont reinpasst oder reinpassen soll ;)

      Spar dir die Mühe und such lieber gar nix raus :p
    • GetTheFunkOut
      GetTheFunkOut
      Bronze
      Dabei seit: 19.01.2009 Beiträge: 1.781
      Wurde eigentlich schon alles gesagt hier, nur noch ein kleiner Tipp: Wenn du es ihnen erklären willst, rede nicht von ihnen als "Unwissenden" und sag nicht, du willst ihnen "die Augen öffnen", kommt etwas sektenartig daher und ist daher wohl eher kontraproduktiv ;)
    • AsXBlood
      AsXBlood
      Bronze
      Dabei seit: 23.08.2007 Beiträge: 2.391
      Original von NeeDWeeD
      joa das glück darfste auf jeden fall nicht ausschließen, vielleicht echt ma versuchen an nem einfachen beispiel zu erklären, wenn du es echt unbedingt machen musst. wenn die zu dumm sind das zu verstehen, kannste halt auch nix mehr machen
      Das ist jetzt wieder engstirnig. Wie viele Pokerspieler haben denn die Themen Varianz, Samplesize etc. wirklich vollständig begriffen? Das kann man von Außenstehenden nicht verlangen, das ist ein längerer Prozess.
      Muss gerade grinsend an meinen ersten großen MTT-Cash denken: Als ich meiner Mutter erklärt habe, das ich gerade mehr gewonnen habe als sie in 2 Monaten verdient, war die Reaktion nicht Freude für mich, sondern Panik :D
      Ob ich das wirklich bekomme, das Finanzamt etc. ... Das dauert alles ein wenig, geb ihnen Zeit ...
    • ribbar
      ribbar
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2009 Beiträge: 917
      Wie lang spielst du denn pro Tag?
      Wenn du den halben Tag vorm PC hockst und am Ende des Tages auf irgendwelchen micros ein paar € gewonnen hast, dann brauchst du deinen Eltern nichts von Mathematik und Strategie erzählen.
      Ist in etwa so, wie wenn ich als Kreisligaspieler den Fußball hype, weil dieser soviel taktisches Geschick erfordert :)

      Finds ehrlich gesagt armselig, wie hier fast jeder (incl dir selbst) deine Eltern als ignorant, dumm, unwissend und sonst was darstellt.
      Es ist ja wohl so, dass du bei ihnen wohnst und nicht andersherum.
      Wenn sie es nicht verstehen wollen, dann sei halt konsequent und zieh aus.
    • daberndl
      daberndl
      Black
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 17.506
      erstens mal musst du deine eltern verstehen, das is für die halt erstmal auch ähnlich zu behandeln, wie wenn du drogen nehmen würdest oder sonst irgendwas angestellt hättest, die machen sich halt sorgen und wollen dich schützen(und natürlich ihr haus behalten :P )

      so wie du das beschrieben hast(sturköpfe und so) kannst du eigentlich gar nichts machen, außer abzuwarten, das wird mit der zeit warscheinlich besser, zumindest wars bei mir so.

      ich hab in der situation einfach versucht meine eltern zu verstehen(konnte ja auch total nachvollziehen, dass die erstmal nicht begeistert waren) und das ständige geschimpfe über poker ertragen, weil ich einfach wusste, dass ichs besser weiß ;)
    • Dominik7
      Dominik7
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2006 Beiträge: 8.052
      dafuq, nur weil er bei ihnen wohnt können sie trotzdem "dumm" sein was das anbetrifft.

      Wie kann man das bitte verflechten lol
    • richum
      richum
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2010 Beiträge: 2.169
      Durch Erfolg überzeugen, mit was anderem kannst du das vergessen. Wir wollen immer in allen Lebensbereichen Leute von unserer Meinung überzeugen weil wir glauben, dass sie richtig ist. Das tun die anderen aber auch und so lange niemand kommt und ihnen das Gegenteil beweist oder etwas sagt von dem sie glauben, dass er wirklich Ahnung hat (das sind in der Regel nicht wir ;) ). Man kann halt auch sagen was man will aber die Meisten verlieren eben beim Poker Geld und warum sollte deine Familie gerade glauben, dass es bei dir anders ist? Deshalb lass Taten sprechen oder zieh dein Ding durch und mach was du für Richtig hältst. Du brauchst schließlich nicht die Erlaubnis deiner Familie.
    • Opa4ever
      Opa4ever
      Einsteiger
      Dabei seit: 13.07.2012 Beiträge: 19
      Original von 07poker11
      Hey Leute, folgendes problem, das vielleicht der ein oder andere von euch kennen mag.
      Seit letztem Monat hab ich mein Abi in der Tasche unf fange ab September mein Duales Studium an. Die Überbrückungszeit wollte ich eigentlich damit nutzen mehr oder weniger zeitintensiv zu grinden. Jetzt gehen mir meine Eltern und Großeltern tierisch auf den Sack von wegen problematisches Suchtverhalten, suchen mir Selbsthilfegruppen und Artikel über Glücksspielsucht raus etc und auch nach einigen Erklärrungsversuchen wollen sie einfach nicht meinen Standpunkt verstehen geschweige denn mal etwas näher mit der Marterie befassen.
      Habt ihr irgendwelche Vorschläge wie ich diesen Sturköppen die Augen öffnen kann, evtl mit komprimierten Artikeln, welche die mathemathischen, strategischen, ... Aspekte von Poker erläutern? Denn ich hab wirklich keinen Bock mehr drauf jeden Tag neue Diskussionen wegen meiner Glücksspielsucht zu führen :D
      Zeig ihnen einfach diesen Artikel:


      Der allseits unbekannte 2. Bundesliga Spieler Rene Schnitzler ist letztens mit folgender Neuigkeit an die Öffentlichkeit getreten. Ihm wurden 100.000 € von einem Wettpaten angeboten für die er fünf Spiele manipulieren sollte. Das Geld hat er genommen, die Manipulation blieb er schuldig. Ziemlich gewagt, auch wenn sich hinter dem Wettpaten wohl nur ein einzelner Holländer und keine albanische Mafia verbarg.

      Und als er dann so am Plaudern war erzählte er auch von seiner persönlichen Spielsucht und die vereinsintere Zockerei. Poker war das Spiel seiner Wahl und er war öfter in Schenefeld an der Kasse als im Millerntor am Ball. Die Spielbanken haben ihn wohl auch trotz Sperre weiter spielen lassen. Durch die Internetgemeinde ging ein Aufschrei der Entrüstung. Die Casinos wieder mal. Raffgierige Institutionen, die nur den eigenen Profit im Sinn haben.

      Da sind die online Plattformen doch ganz anders. Belohnungssysteme wie V.I.P Level und Rakeback haben nicht etwa die Spielerbindung zum Ziel, nein, sowas gibt es nur, um das viele Geld an die Spieler zurück zu geben.

      Und während das Leben an den Nachwuchsnerds vorbeirauscht, werden morgens die Vorhänge zugezogen, damit das Sonnenlicht nicht blendet auf der Jagd nach dem Platinumstar. Privilegiert ist wer gleich im Keller lebt. Der hat dann wiederum das Problem des Treppensteigens mit voller Pissflasche.

      Und wenn man dann doch mal eine Pause einlegt, auf den Pokernewsseiten surft und vom Schicksal des Herrn Schnitzler liest, kann man froh sein, dass man nicht auch spielsüchtig ist. Man gewinnt schließlich . Und außerdem müsste man dann ja raus in die Casinos gehen und verpasst womöglich die nächste Milestone Hand.

      Viele entschuldigen den teilweise schon pathologischen Spieldrang mit der monetären Vergütung. Es geht nicht ums Spiel, sondern ums Geld. Das Streben nach Geld ist aber nur solange eine legitime Entschuldigung bis das Ziel erreicht ist. Denn wann ist denn mal Schluss? Selbst die Millionäre hören nicht auf, sondern spielen dann halt 100k Events in der Karibik. Egal wieviel gewonnnen wird, es wird sowieso ein Leben lang weiter gespielt.

      Mir wäre es neu, wenn ein Minenarbeiter, der sich 2 Millionen erarbeitet hat, immer noch nichts anderes als die Mine im Kopf hat. Oder der sich sogar im Urlaub eine Mine sucht und abends ne Runde arbeiten geht. Es geht also nicht ums Geld, sondern ums Spiel.

      Als Fazit bleibt zu sagen, dass Spielsucht keine Krankheit ist, die man sich nur im Casino am Automaten holt, die völlig unabhängig davon ist, ob man gewinnt oder verliert, und man von keiner Institution Hilfe erwarten kann, die vom Spieltrieb lebt , egal ob online oder live. Lieber sollte die Pokergemeinde dieses Outing zum Anlass nehmen, das eigene Spielverhalten zu hinterfragen, auch unter Einbezug der Meinung von Dritten. Denn wie heißt es so schön: Ich habe kein Problem mit dem Zocken, aber fragen Sie mal meine Frau.