Durch eigene Bet positive Pot-Odds

    • cyaaaa
      cyaaaa
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2012 Beiträge: 28
      Hallo,

      angenommen ich habe am Turn für einen Flushdraw keine günstigen Pot-Odds, bette aber beispielsweise wegen einen zweiten Barrel trotzdem. Nun erhöht der Gegner um einen großen Betrag, weswegen jetzt allerdings günstige Pot-Odds für einen Call entstehen.

      Kann ich dadurch meinen Flushdraw günstig callen oder muss ich in irgendeiner Weise beachten, dass die günstigen Pot-Odds ebenfalls durch meine eigene Bet entstanden sind?

      Danke für die Antworten.

      Grüßeeee
  • 5 Antworten
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      dein zweifel ist berechtigt.


      nehmen wir an er hat ein set. du hast keine foldequity. selbst wenn er deine bet nicht hoch genug raised, um dich vom drawen abzuhalten (will er gar nicht, er weiß wenn du callest bist du eher auf einem draw), würdest du mit c/c günstiger fahren....



      aber wenn du einmal korrekte odds bekommst ....nimm sie an!

      Und da wir immer gg ranges spielen ist deine 2nd barrel ja auch ok


      DU hast foldequity gg viele hände, und wenn villain nicht genügend hoch raised, kannst Du auch mal callen. allerdings sollztest du dann einige outs discounten. nämlich die die das board pairen. und auch nur drawen mit dem nutflush...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich verstehe die Frage nicht ganz. Du setzt am Turn aus Gründen, die jetzt nicht weiter erläutert werden sollen und dein Gegner raist dich am Turn - soweit ist mir alles klar.

      Wenn dein Gegner raist, dann ist dein Geld bereit im Pot drin (d.h. egal was du tust du bekommst es erstmal nicht in die Finger) und zählt als Deadmoney -> d.h. entscheidend ist hier nur (falls du dir sicher bist, dass du nur callen oder folden kannst), dass du die nötigen direkten Odds für den Call bekommst (4.2:1).


      Mal ein kleines Beispiel: Du bist OOP und hast einen sehr schlechten Spieler hinter dir. Du setzt jetzt mit deinem Flushdraw am Turn 1/4 Pot, weil der Gegner nicht anfangen soll über die Betsizes Kontrolle zu bekommen und er minraist dich.

      1. Durch die kleine Bet bestimmst du den Preis für die nächste Karte möglicherweise selbst

      2. Durch die kleine Bet sind die Potodds besser, fall dein Gegner doch raist (viele schlechte Spieler raisen entweder sehr klein oder sehr groß - sie haben einfach keinen vernünftigen Ansatzpunkt für Raises)

      => grade wenn du dir relativ wenig Foldequity gegen einen Gegner versprichst, aber nicht C/C spielen willst, weil du ihn halt nicht auf den Potsizebutton drücken lassen willst, dann sind solche kleineren Bets möglicherweise sinnvoll.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Wenn er nie foldet. Sondern immer so
      Raised. Dass du korrekte odds bekommst, ist zwar
      Der call korrekt aber deine 1. Bet geht verloren. Deshalb
      Ist die bet nur gut, wenn er foldet oder nur called
    • janalissako
      janalissako
      Bronze
      Dabei seit: 31.08.2011 Beiträge: 224
      und lieber drawgemeinde denkt immer daran,wenn ihr nicht auf die nuts drawed oder sogar zb auf einem t93 board not rainbow 87 habt,dass ihr ziwschen live outs und vllt schon toten outs unterscheidet um bei die richtige entscheidung zu treffen :rolleyes:
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die Bet an sich ist isoliert erstmal zu betrachten. Der Erwartungswert der Bet (vor dem tatsächlichen Raise deines Gegners) setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

      1. dem direkten Erwartungswert, wenn der Gegner folded

      2. dem direkten Erwartungswert, wenn der Gegner called

      3. dem direkten Erwartungswert, wenn der Gegner erhöht


      Wenn du mit "Blockbets" gegen schwache Spieler arbeitest, dann nutzt du diese wie bereits erwähnt als Potcontrolbet, um die Größe des Pots zu kontrollieren, wenn der Gegner beschliesst zu callen.

      Solche Bets mit Draws werden nur richtig profitabel, wenn der Gegner hauptsächlich zwischen Call und Fold tendiert und eher seltener einen kreativen Bluff oder sehr dünnen Valueraise auspacken kann.

      Wie gesagt - gegen Freizeitspieler funktioniert das häufig noch, weil diese eine kleine Bet nicht als Schwäche identifizieren, sondern ihre Hand wie immer spielen.

      => die Bet an sich wird möglicherweise einen leicht positiven Erwartungswert in der Gänze haben (1 + 2 - 3), aber der isolierte Erwartungswert von 3. wird vermutlich negativ sein.

      => wenn dein Gegner tatsächlich raist, dann ändert sich nichts daran, dass du jetzt neu anfängst zu evaluieren. Du gingst ja davon aus, dass deine ursprüngliche Bet profitabel war - das er raist ist ja nur eins von 3 möglichen Ereignissen. Wenn du jetzt selber einen Draw hast, dann musst du an dem Punkt neu anfangen zu evaluieren und den Erwartungswert eines Calls bestimmen (oder eines Reraises, wenn du zb. erwartest, dass dein Gegner auf deine kleine Bet blufft).


      Edit:

      Beim Spiel gegen normale Gegner ist der Ansatz übrigens vergleichbar. Du machst am Turn ja nur eine zweite Bet, wenn du erwartest mit der Bet Gewinn zu machen (in dem Fall eines Draws möchtest du das dein Gegner folded und wenn er called, dann hast du noch das Potenzial deinen Draw zu treffen als "Ass im Ärmel"; auch hier ist der Raise zwar nicht das tollste Ergebnis, aber auch hier beginnt die Evaluation dann von vorne).