Upswing-"Problem"

    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Auf den ersten Blick ist der Threadtitel natürlich widersprüchlich. Wieso sollte es ein Problem sein, wenn man Glück hat und Geld gewinnt?
      An sich ist ja auch nichts gegen einzuwenden. Trotzdem sehe ich dabei einige Gefahren, die das eigene Spiel negativ beeinflussen können.

      Zuerst einmal, was ist Upswing? Definition aus dem Glossar:

      [i]Upswing:
      Eine ausgeprägte Glückssträhne, in der man sehr viel mehr gewinnt, als im Durchschnitt.[/i]


      Was ist das Problem an der ganzen Sache?
      Mir fallen da vor allem folgende ein (die Reihenfolge von kurzfristig zu langfristig):

      1. Unkonzentriertheit.

      Wenn man in einer Session öfter als im Durchschnitt gute Karten kriegt, oder öfter am Flop trifft, neigt man evtl. dazu, weniger konzentrierter zu spielen, nach dem Motto "ich treff eh alles, der Gegner zahlt mich aus" usw. Da ist es leicht, abzuheben und nur noch nebenbei zu spielen, während man im Netz surft usw.

      2. man wird looser

      Bei einem Upswing vertraut man mehr dem eigenen Glück, als der Wahrscheinlichkeit/den Odds. Bei FL kann man ja z.Bsp. kleine Paare Preflop auch nach einem Raise spielen, wenn mindestens 3 Gegner in die Hand eingestiegen sind. Wenn die Karten in den letzten Händen sehr gut liefen, läuft man der Gefahr entgegen, dann auf sein Glück zu hoffen und übersieht dabei, dass man unprofitable Calls macht. Kann man wohl auch als Upswing-Tilt bezeichnen.

      3. Selbstüberschätzung

      Ich denke, der Punkt ist klar. Jeder kennt wohl das Gefühl, nach einer gut liefenden Session spielt man gut, schlägt das Spiel usw. Vor allem für Anfänger ist so ein Upswing aber sehr gefährlich. Man steigt viel zu schnell die Limits hoch, nur weil man sich die nötige BR zusammengeluckt hat und nachdem der Up vorbei ist, steht man vor einem Scherbenhaufen.

      4. fehlende Selbstanalyse

      Die Motivation für das theoretische Spielstudium hängt bei jedem wohl von unterschiedlichen Faktoren ab. Bei vielen sind es aber eher die loosing sessions, die den Anschub für die Spielanalyse liefern. Man will ja die "Pechsträhne" beenden und an seinem Skill arbeiten, um das zu schaffen. Bei einem Upswing vergisst man schnell, dass man das eigene Theoriewissen ständig erweitern muss.


      Meinungen?
  • 4 Antworten
    • CoinNo1
      CoinNo1
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 375
      Ich stimm der ganzen Argumentation zu. Es ist wirklich so das man, vor allem wenn man mit z.B. AA die ganze Zeit gewonnen hat auch mal eher ein all in callt was man eher nicht machen sollte weil sich das set freut...
      Es kann schon sein das man looser wird und vlt. sein eigenes Können überschätzt und vlt. zu lange auf einem neuen LKimit bleibt nach dem Motto "Ach am Sa hatte ich nen super plus von 3,5 Stacks - da muss es auch die Woche gut laufen"

      Alles was du schreibst stimmt. Wie man sieht Downswings haben ihre Tücken - und upswings. Man muss eben immer sein toughes A-Game spielen und dann übersteht man auch die einzelnen probleme. Aber ist natürlich einfacher gesagt als getan. ;)
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.366
      looser werden während einer upswing session ist meiner meinung nach kein großes problem.

      die gegner kriegen es ja mit wie du triffst. oft gewinnst du ohne showdown, weil du gute karten hast und viel action machst, oder weil deine gegner nicht treffen und folden müssen.
      upswing ist ja nicht nur seine flushes zu treffen oder sonstwie rumzulucken.

      die gegner spielen also anders gegen dich.

      zb moven sie weniger, weil du eben schon so oft ne hand hattest.
      oder sie callen dich leichter runter, wenn du zb nie zum showdown musstest, weil sie endlich sehen wollen ob dus immer hast.
      oder sie schmeissen ihr lowpair inner stealsituation am turn weg, eben weil du oft den winner gezeigt hast.
      oder sie schmeissen oft weg, wenn du semibluffst oder action mit second pair gibst.


      achtet einfach darauf, wie die gegner auf euren upswing reagieren. wenn se tighter gegen euch werden, werdet looser. wenn se looser werden weil se genervt sind, werdet tighter.
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Ja, interessanter Beitrag.. das stimmt natürlich, dass man dann ein "besseres" Tableimage hat und die Gegner einen als "Sieger" einstufen. Ist aber auch Limit-/Gegnerabhängig, auf niedrigeren Limits Fullring z.Bsp. sind die Leute eh nicht so aufmerksam, dass die das irgendwie juckt :)

      Das Problem des Looserwerdens ist aber imho trotzdem gegeben, weil man seine Preflopstandards leichter herunterschrauben kann (ist natürlich bei jedem anders), nach dem Motto "wenn ich T9s openraisen kann, geht das auch T8s, oder auch gleich T8o". So eine Art positiver Tilt halt. Beim online spielen kann man auch schwer sein Tableimage einschätzen, man weiss ja nicht, wieviel von einem die Gegner mitkriegen.
    • CoinNo1
      CoinNo1
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 375
      Hm... Ja das Image iss son Thema. Ich denke der großteil schaut gar nicht besonders auf einen...die die eh nur 1 Tisch spielen achten nich auf so sachen und leute die multitablen 5+ Tische können ohne stats eigentlich kaum einstufen wie jeder gegner ist... ;)
      Aber iss natürlich schwer vom Limit abhängig ganz klar...Auf Nl200 wird eher geschaut was du da treibst als wie auf NL25...