meshugaa

    • meshugaa
      meshugaa
      Bronze
      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Hallo Zusammen,

      beim durchstöbern der Artikel bin ich auf den Anfängerkurs gestoßen. Der Kurs klingt gut und wird mein Pokerspiel bestimmt verbessern.
      Nun zu meiner Person: Ich bin der Matthias und 19 Jahre alt. Das erste mal mit Poker in Berührung gekommen bin ich bei einer Homerunde mit Kumpels. Hat mir direkt Spaß gemacht und macht mir jetzt immer noch Spaß. Seit einem halben Jahr spiele ich Onlinepoker. Wirklich ernsthaft und mit Disziplin erst seit zwei Monaten oder so. Ich spiele bei Pokerstars und hab aus den $5 von Intelli Poker mittlerweile $45 gemacht. Angefangen hab ich mit den 0,25$ 45er Sit&Goes. Damit hab ich mich bis $30 hochgespielt. Aber momentan konzentriere ich mich hauptsächlich auf NL2 Cashgame. Läuft dort auch ganz in Ordnung.



      Lektion 1

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Ich spiele Poker vor allem, weils mir sehr viel Spaß macht. Man wird immer wieder vor neue Entscheidungen gebracht und es wird einem nie langweilg. Das Geld spielt momentan noch keine Rolle.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
      Meine größte Schwäche ist das Spiel ohne Position auf meinen Gegner. Bei solchen Situationen merke ich immer wieder, dass ich dort oft eine falsche Entscheidungen treffe.
      Das Problem mit dem Tilt hatte ich früher mal, aber das habe ich mittlerweise in den Griff bekommen.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      Ich spiele wenige ausgewählte Hände.
      Ich spiele so, dass ich die Initative habe.
      Ich spiele in Position.
  • 10 Antworten
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Hallo Matthias, willkommen im Kurs!

      Zur ersten Lektion gibt es ja nicht allzu viel zu sagen, die Fragen waren eher zur "Selbstfindung" gedacht.
      Gegen das angeführte Problem mit dem Spiel OOP kann ich dir das Handbewertungsforum empfehlen. Poste dort alle fraglichen Situationen und bewerte vielleicht auch selbst die ein oder andere Hand. Du wirst schnell merken, dass sich dadurch auch dein Spiel verbessern wird.

      Mit der TAG-Definition in Frage 3 bin ich noch nicht ganz glücklich. Kannst du das vielleicht noch ein bisschen konkretisieren? Die Schlagworte klingen zwar brauchbar, aber ein ganz wichtiger Teil geht dabei verloren.
    • meshugaa
      meshugaa
      Bronze
      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Ok ich versuchs mal etwas ausführlicher.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      Im tight-aggressiven Spielstil spiele ich wie der Name schon sagt tight und aggressiv. Tight bedeutet, dass ich nicht jede Hand spiele, sondern nur die wo ich vorm Flop wahrscheinlich vorne liege. Wenn ich den Flop nicht optimal treffe kann ich mich auch von anfangs guten Händen trennen. Beim aggressiven Spielstil stelle ich meinen Gegner vor eine Entscheidung. Situationen wo mich mein Gegner vor einer Entscheidung stellt sollte ich daher vermeiden. Es ist auch wichtig auf Position zu achten. Wenn ich in Position sitze kann ich mir anschauen was meine Gegner vor mir machen.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      OK, das sieht schon besser aus. Wichtig war eben die Erkenntnis, dass wir nicht an unserer Hand kleben und auch mal aufgeben können, wenn wir uns geschlagen sehen.
      Viel Spaß bei Lektion 2!
    • meshugaa
      meshugaa
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      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Lektion 2

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      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      AK würde ich nicht so spielen wie im SHC empfohlen wird. Im Chart steht, dass AK immer erhöht wird, egal welche Aktion vor uns ist. Wenn ich mit AK eine 3bet mache und dann vom Gegner eine 4bet bekomme pushe ich nicht immer. Wenn der Gegner weniger als 50bb hat dann pushe ich. Wenn ich gesehen habe, dass der Gegner in vorigen All in Situation A10, AJ hielt, also relativ loose ist dann pushe ich auch wenn der Gegner mehr als 50bb hat. Wenn ich deep (mehr als 100bb) bin, der Gegner der die 4bet macht auch deep ist, dann folde ich auch mal AK.

      Das SHC unterscheidet Pocketpairs nicht. Ich schon. 22 spiele ich anders als 99. In früher Position limpe ich alle PP. Wenn nach mir ein Raise kommt spiele ich nach call20 Regel. Aber oft genug sehe ich mit meinem limp den flop, weil auf den Micros viele Limper sind. Wenn ich das Set am flop nicht treffe, gebe ich die Hand dann sofort auf. In mittler Position limpe ich 22-66 und spiele so wie in früher Position. 77-99 raise ich, wenn vorher niemand gelimpt hat, ansonsten auch nur limp. Bei 3bet folde ich. Am Flop weiß man eigentlich auch immer wo man steht. Wenn Bildkarten ist man fast immer geschlagen. Wenn keine kommen meistens vorne.

      AQ,AJ und AT stecke ich nicht in eine Sparte. Außerdem unterscheide ich suited und offsuited. AQ raise ich auch aus früher Postion, weil nach mir oft auch noch kleinere Asse callen. Nachteil ist halt, dass man OOP spielt. Bei 3bet folde ich. Auch wenn jemand gelimpt hat raise ich mit AQ. In den Blinds erhöhe ich auch AQ. ATo und AJo spiele ich so wie SHC, ATs und AJs raise ich auch immer aus mittlerer Postion. Problem hierbei ist, dass man selbst wenn das Ass kommt nicht weiß ob der Kicker zu klein ist.

      In später Position bin ich auch viel looser als das SHC. Fast alle suited Cards egal ob connected oder nicht.

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      NL2 AQ Preflop

      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?


      Equity Win Tie
      MP2 46.32% 37.92% 8.41% { AKo }
      MP3 53.68% 45.27% 8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }


      Ohne Equilab kann man es doch gar nicht ausrechnen oder? Das Programm simuliert doch Millionen Hände und rechnet so die Equity aus. Oder verstehe ich das falsch?
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Die Lektion sieht soweit gut aus.
      Eine Rückfrage hab ich aber noch:

      Im Chart steht, dass AK immer erhöht wird, egal welche Aktion vor uns ist. Wenn ich mit AK eine 3bet mache und dann vom Gegner eine 4bet bekomme pushe ich nicht immer.
      Laut Preflop-Strategie würden wir AK auch auf eine 4Bet immer folden. Wenn du das bisher anders verstanden hast, hast du soeben ein Leak gestopft :)
      Bei den kleinen Pockets kommt es immer darauf an, wie wahrscheinlich ein Raise nach dir ist. Gerade mit den ganz kleinen Paaren (22-55) macht ein Limp nur Sinn, wenn genug Gegner mitlimpen und niemand mit einem Raise den Plan zerstört. Bedenke auch, dass du das Set nur sehr selten triffst - und selbst wenn du triffst kann es sein, dass jemand ein höheres Set hält und dich schlägt.

      Die Fragen 2 und 3 sind auch in Ordnung. Man kann die Equity auch selbst berechnen, dauert nur entsprechend länger. Equilab hat zwei verschiedene Ansätze, die Equity zu ermitteln. Bei "Monte Carlo" werden einfach Hände simuliert - Millionen und Abermillionen Situationen. Bei Enumerate wird das Ganze mathematisch angegangen. Wie das funktioniert, kannst du im Artikel
      Mathematical Concepts for No-Limit Holdem (1) - EV & Ranges (ab Silber) nachlesen.

      Viel Spaß bei Lektion 3!
    • meshugaa
      meshugaa
      Bronze
      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Also in meinem SHC steht bei AK in allen Zeilen "Erhöhen". Aber mir ist eigentlich egal was im Chart steht, weil ich es nicht mehr brauche. Wenn man AK auf eine 4bet foldet, dann habe ich in den ersten Wochen falsch gespielt. :)

      Mit den kleinen Pocketpairs hast du recht, aber wenn ich mein Set treffe, dann versuche ich fast immer alle meine Chips in die Mitte zu bekommen. Außer der Flop ist zu drawlastig. Und wenn der Gegner ein höheres Set hat, dann ist es halt so.
    • meshugaa
      meshugaa
      Bronze
      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Lektion 3

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      Frage 1: Du hältst KsQs. Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 3d3c? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: 5dJs3s?

      Preflop:
             Equity     Win     Tie
      MP2    50.78%  50.40%   0.38% { KsQs }
      MP3    49.22%  48.84%   0.38% { 3d3c }


      Am Flop:
      Board: 5:diamond: J:spade: 3:spade:
             Equity     Win     Tie
      MP2    26.46%  26.46%   0.00% { KsQs }
      MP3    73.54%  73.54%   0.00% { 3d3c }



      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?

      Wir haben am Turn einen Nutflushdraw. Wir haben damit 9 Outs. Wenn am River eine 4 kommt, dann wird der Pot geteilt, wenn Villain keine 7 hält. Aber die 4 Outs für eine 4 rechne ich zu meinen 9 Outs nicht dazu, weil ich nicht weiß, ob mir eine 4 hundertprozentig hilft. Auch ein A oder ein J (also 6 Outs) rechne ich nicht zu meinem Outs, da der Gegner schon die Straße haben könnte und wir damit nicht mehr die beste Hand haben. Die Odds liegen somit bei 4:1.
      Wir müssen $0,22 bezahlen um $0,91 zu bekommen.(0,91/0,22) Die Potodds liegen bei 4,1:1.
      Laut dieser Regel müssen wir knapp callen, weil Potodds bisschen größer als Odds sind. Oder brauchen wir mindestens Potodds von 5:1 um hier zu callen?
      Wir müssen aber auch den Stack von Villain berücksichtigen. Villain hat Preflop $1,24. Nach dem Flop und Turn hat er nur noch $0,72 übrig. Die wird er am River auch noch in die Mitte bringen, weil er dann sowieso schon comitted ist. Also laut Implied Potodds haben wir Potodds von 7,4:1 ((0,91+0,72)/0,22).

      Ohne Implied Potodds zu berücksichtigen ist der Call knapp. Aber mit Berücksichtigung der Implied Potodds ist es ein klarer Call.

      Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten.

      NL2 AJs
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Original von meshugaa
      Also in meinem SHC steht bei AK in allen Zeilen "Erhöhen". Aber mir ist eigentlich egal was im Chart steht, weil ich es nicht mehr brauche. Wenn man AK auf eine 4bet foldet, dann habe ich in den ersten Wochen falsch gespielt. :)
      Ja hast du, das SHC berücksichtigt nämlich nur 3 Fälle: First In, limped Pot, genau eine Erhöhung. Eine 4Bet setzt ja voraus, dass es davon schon zwei Erhöhungen gab. Da kannst du die "Es wurde einmal erhöht"-Spalte natürlich nicht mehr anwenden.
      Im unteren Abschnitt des dazugehörigen Artikels ist das auch beschrieben. Bei mehr als einer Erhöhung oder einer Erhöhung nach uns werden nur noch AA und KK weiter erhöht, AK ist ein Fold.

      Die Lektionsfragen 1 und 3 brauchen wir nicht groß diskutieren, die Equity ist korrekt und die Hand wird von einem HB übernommen.
      Bei Frage 2 hast du es dir aber etwas zu einfach gemacht.
      Ja, wir haben den Flush Draw und das sind die einzig sinnvollen Outs, die uns wirklich die bestmögliche Hand bringen. Aber sind alle clean oder gibt es Fälle, in denen wir zwar treffen, aber trotzdem die Hand verlieren?
      Stichwort Range, mit welchen Händen könnte BU denn hier so spielen?

      Mit 9 Outs würden die Pot Odds für einen Call locker ausreichen, sie müssen ja nur >= den benötigten Odds sein. Und 4,1 >= 4. Aber es ist eben fraglich, ob wir überhaupt 9 Outs haben.

      Zu den Implieds: Mach bitte nicht den Fehler, den kompletten Reststack vom Gegner als Implieds zu sehen.

      Die wird er am River auch noch in die Mitte bringen, weil er dann sowieso schon comitted ist.
      Ich seh ihn hier am River überhaupt nicht committed. Er hat ja dann noch etwa 2/3 Potsize übrig und kann durchaus noch folden.

      Wichtig für solche Überlegungen ist aber immer die Range, also definier bitte mal, mit welchen Händen BU hier so spielen kann.
    • meshugaa
      meshugaa
      Bronze
      Dabei seit: 27.12.2011 Beiträge: 1.173
      Ok ich probiere es nochmal. Ich sehe auch gerade, dass ich BU mit BB verwechselt habe. Hab gedacht BB spielt Checkraise und BU steigt aus. Es ist aber andersrum

      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?

      Range von BU preflop: JJ-22, AKs-A2s, KTs+, QJs, AKo-ATo, KJo+, vielleicht auch noch JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, 54s, 43s


      Am Turn hat BU mindestens 2 Paar, Set oder Straße. Overpairs würde er am Flop anspielen. Flushdraw ist auch noch möglich. Wenn ich ihm die Overpairs und den Flushdraw noch dazugebe komme ich auf diese Range:

      Range vom BU am Turn: 22-JJ, A2s+, 65s, 54s, 34s,

      Wir haben den Flushdraw, also 9 Outs. 3 :club: und 6 :club: sind keine klaren Outs. Wenn eine der beiden Karten am River kommt, dann werden wir von 22, 33, 55 und 66 geschlagen. Das ist aber nur ein kleiner Teil seiner Prefloprange. Deshalb können wir uns keine 9 Outs geben, sondern nur 7 Outs. Oder können wir uns sogar 8 Outs geben, weil nur ein kleiner Teil seiner Range bei 3 :club: und 6 :club: uns am River schlägt?

      Bei 7 Outs haben wir Odds von 6:1. Die Potodds liegen bei 4,1:1.
      Bei 8 Outs haben wir Odds von 5:1. Die potodds liegen bei 4,1:1

      Normalerweise sollten wir hier folden.

      Nach dem Turn hat BU hat einen Stack von $1,48. Wenn ich sein Checkraise calle habe ich noch $1,56 über. Der Pot beträgt dann $1,13.

      Nun stellt sich die Frage was passiert, wenn wir eins unserer Outs treffen. Bekommen wir dann noch Value vom Gegner? Das Board ist ziemlich drawlastig.

      Ich würde hier, aber doch eher zum Call tendieren, weil selbst gegen die Range am Turn vom BU (22-JJ, A2s+, 65s, 54s, 34s,) haben wir mehr Equity.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Das Problem mit der richtigen Out-Anzahl wird dir immer wieder begegnen. Es ist gar nicht so leicht zu bestimmen, wieviele wir jetzt tatsächlich haben.
      Dir Vorgehensweise dafür wäre, die Range des Gegners aufzuteilen in Teilranges, die die gleiche Out-Anzahl verursachen.
      Du hast ja z.B. gesagt, dass wir gegen Sets 7 Outs haben. Das ist soweit richtig, jetzt fehlt nur noch eine Abschätzung, welchen Anteil die Sets an der Gesamtrange haben.
      In der vorgegebenen Hand können wir davon ausgehen, dass in Etwa die Hälfte der Range aus Sets und die andere Hälfte aus Händen besteht, die entweder die Straight oder 2Pair haben.
      Wenn wir so eine etwa Gleichverteilung haben, können wir uns als Kompromiss immer auf den Durchschnit einigen, in diesem Fall also 8 Outs.

      Der Rest der Aufgabe ist in Ordnung, der Call durch die doch recht kleinen benötigten Implieds noch realistisch und vertretbar. Viel Spaß bei der nächsten Lektion!