3bet/4bet/5bet Game Preflop gegen Regs bin verwirrt

    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Hallo
      Ich hatte gestern ne Diskussion in nem Videocommentsthread mit nem Coach. Hier sind die Comments zum Video.
      http://de.pokerstrategy.com/video/25392/

      Also nach dem was ich bisher gelernt habe sollte man gegen Regs eine polarisierte Range 3betten, weil der Gegner auch polarisiert 4betten wird. Wir haben also eine Bluffrange und eine Valuerange. Die Bluffrange können wir gegen eine 4bet easy folden und die Valuerange shoven wir gegen die 4bet. Gute Gegner werden auch nicht sehr oft 3bets callen, weil sie sich auch mit 4bets gegen Exploitation schützen können. Ich bin mir hier nicht 100% sicher, aber ich glaube sie können spieltheoretisch über 60% ihrer Openingrange folden und bleiben dennoch unexploitable.

      Hier ist mal ein Artikel dazu:

      http://en.donkr.com/Forum/optimal-3-bet-4-bet-5-bet-strategies-in-nlhe-6-max---part-1-533561

      Dieses Konzept wird auch in sämtlichen Theorievideos die ich zum Thema gesehen habe auf Leggopoker z.B als auch hier bei Pokerstrategy so erklärt. Man kann natürlich teilweise davon abweichen auch gegen Regs, aber es ist erstmal eine solide Grundlage für ein unexploitable Preflop Game.

      Das gleiche Prinzip gilt auch für 4bets. Man muss nur sehr selten 4bets callen und kann dennoch unexploitable bleiben durch einige 5bet bluffs kombiniert mit unseren Valuehänden.

      Der Coach sagt aber nun, dass wir 4bets nach Equity callen sollen. Das heisst wir brauchen 27% Equity. Das würde bedeuten, dass wir fast jede 4bet callen würden und dann in nem riesen Pot stehen ohne initiative und mit wenig Ahnung ob villain grade ne valuehand oder ne Bluffhand hat.

      Er sagt mir dann, dass alles was ich sage falsch ist und er bei "Adam und eva" anfangen müsste um mir zu erklären wie es richtig gemacht wird... und ich soll mir Serien über Potodds ansehen ??? Find ich irgendwie strange. Er geht überhaupt nicht auf das ein,was ich gesagt habe im comment davor.

      Bin nun total verwirrt. Bin ich total auf dem falschen Dampfer oder was ist hier los?
  • 32 Antworten
    • 2plus2is4
      2plus2is4
      Black
      Dabei seit: 20.05.2008 Beiträge: 4.335
      naja 4b calls sind mittlerweile auch gang und gebe da muss ich dem coach schon recht geben sry :D
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      Ich sag ja nicht, dass er falsch liegt. Ich hab es eben anders gelernt und würd mich unwohl fühlen mit suited connectors etc 4bets zu callen für nen viertel von meinem Stack. Aber gut wenn das normal ist nehm ich das hin. :)
      Sind dann diese ganzen spieltheoretischen Sachen von Donkr, Leggo und von hier veraltet?
    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Bin ein Fisch, kann daher nichts zum Thema beitragen :P

      Aber marked
    • TempoKamille
      TempoKamille
      Bronze
      Dabei seit: 27.05.2010 Beiträge: 4.980
      Naja das mit der Equity ist ein schlechtes Argument, weil wir die Equity nur sehr selten realisieren können.

      Trotzdem ist es heute einfach std auf 3bets oder auch auf 4bets zu callen. Seine Beispiele sind da eigtl sehr gut gewählt:

      - BU OR Blind 3bettet ist z.B. ein klassisches Szenario. Der BU sollte hier mehr callen und weniger 4betten als OOP, einfach weil er IP agieren kann und unsere 3bet-Range in der Konstellation recht weit ist. Ergo können wir - natürlich mit History - meistens depolarisierte Value3bets einstreuen (z.B. mit KQ, weil Villain einfach schlechtere Hände callt).

      Wenn Villain jetzt sehr klein (!!!) 4bettet, dann müssen wir fast unsere gesamte 3bettingrange (insb. A2s-A5s und SC/suited Gappers) callen, weil wir einfach suuuper Odds kriegen. Wenn er 3x 4bettet oder 2,5x folden wir natürlich. Gibt aber genug die sehr klein 4betten und ist es aus spieltheoretischer Sicht einzig und allein korrekt eine größere Callingrange zu haben.
    • Maniac81
      Maniac81
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 2.287
      hmm ja gut wenn die 4bets sehr klein sind müssen wir natürlich mehr callen. Da hast du schon recht. Aber in dem Beispiel vom Video, wo es CO vs BU war, hat er dem Gegner auch niedrige PP in die Range gegeben etc. und die 4bet war glaub ich auch nicht so klein.

      Zur 3bet: In diesem Donkr Artikel den ich gepostet hab wird es auch so gelöst, dass man IP mit einem bestimmten Teil seiner Range called und polarisiert 4bettet. Allerdings ist die Callinrange relativ stark. Da wäre KQ glaub ich leichter underdog. das modell geht aber auch von GTO openraisingranges aus, die glaub ich am Button bei 35% liegen. In der Realität wird ja oft mehr geopenraised. Von daher hast du dann recht, dass KQ ne Value3bet wird, weil der Gegner mehr schwächere Hände defenden muss wegen seiner größeren Openraisingrange.
    • TempoKamille
      TempoKamille
      Bronze
      Dabei seit: 27.05.2010 Beiträge: 4.980
      Moment! Ich habe nicht gesagt, dass KQ/AJ value3bets sind! Ich habe gesagt sie KÖNNEN welche sein! D.h. gegen unknown sollten wir die Hände nicht gleich 3betten, weil wir eben noch nichts über Villains Verhalten auf 3bets wissen!

      Zum 4bet-Call mit kleinen Pockets habe ich auch was in den Videocomments gschrieben. Ich hab's auch noch nie gesehen, dass jemand eine 4bet mit einem PP gecallt hat... Wer kleine PP 3bettet, der macht das zum einen 4Deception und zum anderen gegen Leute die gerne 4betten, um sie zu 5bet-shoven (da sie gegen eine Brokerange eine gute Equity haben - falls doch mal gecallt wird).
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von TempoKamille
      Naja das mit der Equity ist ein schlechtes Argument, weil wir die Equity nur sehr selten realisieren können.
      Zum einen dies, zum anderen ist ein Call Preflop (oder auch am Flop) nicht alleine mit der Equity erklärbar.

      Letztlich geht es um den EV...bei einem Rivercall können wir den fest legen und uns alleine auf die Equity konzentrieren.

      Im NL haben wir aber eben noch die implieds, und die fließen letztlich mit in den EV ein.

      Ein passendes Beispiel:

      Wir bekommen Preflop, an Flop, Turn und River jeweils Odds von 2 zu 1 und haben jeweils knapp über 33% Equity.

      Nach Equity könnten wir jedes Mal (an jeder Street) "korrekt" callen, die Odds bekommen wir immer. Dennoch verlieren wir in 2/3 Fällen. Sprich jeder Calldown hat einen EV von -33,3BB!

      Wir können es demnach nicht street- und equityabhängig machen. Zwar bekommen wir am Flop scheinbar korrekte Odds, nur ist die Hand eben nicht vorbei. Wir werden an Turn und River langfristig so viel verlieren, dass der Call am Flop letztlich doch einen recht hohen negativen Erwartungswert hat.
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Original von MiiWiin
      Ein passendes Beispiel:

      Wir bekommen Preflop, an Flop, Turn und River jeweils Odds von 2 zu 1 und haben jeweils knapp über 33% Equity.

      Nach Equity könnten wir jedes Mal (an jeder Street) "korrekt" callen, die Odds bekommen wir immer. Dennoch verlieren wir in 2/3 Fällen. Sprich jeder Calldown hat einen EV von -33,3BB!
      Das ist falsch. Die Equity errechnet sich aus den Gewinnwahrscheinlichkeiten aller noch folgenden Streets und nicht lediglich aus der der nächsten. Daher haben wir von Flop auf Turn auch nicht die richtigen Odds um mit 33% Equity zu callen wenn eine Turnbet nicht auszuschließen ist. Mit einem Flushdraw haben wir am Flop gegen TP ca. 33% Equity aber unsere Odds sind 1:5, daher hat der Calldown auch einen negativen EV.

      Das ist auch der Grund, wieso eine rein equityorientierte Begründung für Preflopcalls keinen Sinn macht. Also im Prinzip sogar doppelt falsch. Ersten weil die Equity eben nicht unseren Potanteil für den Flop ausdrückt und zweitens, weil noch einige BBs auszuspielen sind und wir weder immer wissen wann wir vorne/hinten sind, noch wie im FL für einen festen Betrag zum SD gelangen zu können. Im FL lässt sich auch Preflop mit Equity argumentieren, im NL nur sehr begrenzt. Ich hab das Video jetzt aber auch nicht angeschaut sondern mich nur auf deine Aussagen bezogen, Maniac81.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von MiiWiin
      Ein passendes Beispiel:

      Wir bekommen Preflop, an Flop, Turn und River jeweils Odds von 2 zu 1 und haben jeweils knapp über 33% Equity.

      Nach Equity könnten wir jedes Mal (an jeder Street) "korrekt" callen, die Odds bekommen wir immer. Dennoch verlieren wir in 2/3 Fällen. Sprich jeder Calldown hat einen EV von -33,3BB!
      .
      cydes Kommentar mal beiseite: Wie ist das zu rechnen? Wenn jede street kanpp EV=0 ist, muss doch auch in der Gesamtbetrachtung aller streets EV= 0 raukommen...????!?!?!?!?!??!




      Original von cYde

      Das ist falsch. Die Equity errechnet sich aus den Gewinnwahrscheinlichkeiten aller noch folgenden Streets und nicht lediglich aus der der nächsten. Daher haben wir von Flop auf Turn auch nicht die richtigen Odds um mit 33% Equity zu callen wenn eine Turnbet nicht auszuschließen ist. Mit einem Flushdraw haben wir am Flop gegen TP ca. 33% Equity aber unsere Odds sind 1:5, daher hat der Calldown auch einen negativen EV.

      Das ist auch der Grund, wieso eine rein equityorientierte Begründung für Preflopcalls keinen Sinn macht. Also im Prinzip sogar doppelt falsch. Ersten weil die Equity eben nicht unseren Potanteil für den Flop ausdrückt und zweitens, weil noch einige BBs auszuspielen sind und wir weder immer wissen wann wir vorne/hinten sind, noch wie im FL für einen festen Betrag zum SD gelangen zu können. Im FL lässt sich auch Preflop mit Equity argumentieren, im NL nur sehr begrenzt. Ich hab das Video jetzt aber auch nicht angeschaut sondern mich nur auf deine Aussagen bezogen, Maniac81.

      Dem stimme ich zu. Und das ist auch mein größtes Problem mit der EQuityVariable. MAnn vergleicht ja standardm äßig mit der Equity gg die Range des Gegners.[ Da wir nie wissen, ob wir die Equity überhaupt realisieren können.....ist es nicht besser -drawing hands bei hero mal außen vor-
      bei made hands einfach nur zu zählen, gg welche Hände man aktuell noch vorne ist oder nicht ohne equity Anteile zu rechnen?????]<-----Quatsch


      Sorry dass mit den Kombos allein ist Quatsch! Aber ich finde in der EquityBerechnung sollte man irgendwie die StreetEquity berücksichtigen......
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn du 33% Equity hast und 2:1 Potodds bekommst, dann könntest du nach dem Equitykonzept callen. Tatsächlich hast du jetzt aber das Problem, dass du erst am Flop bist und noch einen Turn und River spielen musst.

      Es ist jetzt nicht wirklich zu quantifizieren in NL, weil der Gegner am Turn zig unterschiedliche Betsizes nutzen kann - ein Ansatzpunkt ist hier, dass du einfach entweder mehr Equity hast als benötigt (z.b. 40%) und damit die möglichen zukünftigen Szenarien kompensierst; einen Plan hast wie du die Hand auch ohne Showdown gewinnst oder halt Implied Odds in Form eines Draws.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von cYde
      Original von MiiWiin
      Ein passendes Beispiel:

      Wir bekommen Preflop, an Flop, Turn und River jeweils Odds von 2 zu 1 und haben jeweils knapp über 33% Equity.

      Nach Equity könnten wir jedes Mal (an jeder Street) "korrekt" callen, die Odds bekommen wir immer. Dennoch verlieren wir in 2/3 Fällen. Sprich jeder Calldown hat einen EV von -33,3BB!
      Das ist falsch. Die Equity errechnet sich aus den Gewinnwahrscheinlichkeiten aller noch folgenden Streets und nicht lediglich aus der der nächsten. Daher haben wir von Flop auf Turn auch nicht die richtigen Odds um mit 33% Equity zu callen wenn eine Turnbet nicht auszuschließen ist. Mit einem Flushdraw haben wir am Flop gegen TP ca. 33% Equity aber unsere Odds sind 1:5, daher hat der Calldown auch einen negativen EV.

      Das ist auch der Grund, wieso eine rein equityorientierte Begründung für Preflopcalls keinen Sinn macht. Also im Prinzip sogar doppelt falsch. Ersten weil die Equity eben nicht unseren Potanteil für den Flop ausdrückt und zweitens, weil noch einige BBs auszuspielen sind und wir weder immer wissen wann wir vorne/hinten sind, noch wie im FL für einen festen Betrag zum SD gelangen zu können. Im FL lässt sich auch Preflop mit Equity argumentieren, im NL nur sehr begrenzt. Ich hab das Video jetzt aber auch nicht angeschaut sondern mich nur auf deine Aussagen bezogen, Maniac81.
      Lies meinen Post einfach mal zu Ende.

      Genau das habe ich doch gesagt.

      Original von MiiWiin
      Wir können es demnach nicht street- und equityabhängig machen. Zwar bekommen wir am Flop scheinbar korrekte Odds, nur ist die Hand eben nicht vorbei. Wir werden an Turn und River langfristig so viel verlieren, dass der Call am Flop letztlich doch einen recht hohen negativen Erwartungswert hat.
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Es mag sein, dass du das richtige gemeint hast und es dafür sehr missverständlich formuliert hast. Wir haben mit 33% Equity und 2:1 Potodds die korrekten Odds, wenn die Bet die einzige Bet bis zum SD ist. So wie du es geschrieben hast, bin ich davon ausgegangen, dass du es, wie in anderen Kontexten auch üblich, lediglich auf die nächste Street bezogen hast.

      Und wenn es mich verwirrt hat, wird es sicherlich auch andere verwirrt haben. Also gut, dass es nochmal klar gestellt wurde, würde ich sagen. ;)
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Oh Mann jetzt bin ich verwirrt:


      Können wir das einmal zahlenmäßig für flop turn river calldown durchspielen? Jeweils mit Equity und Gesamt EV???? Ich bin jetzt irgendwie in den Möhren.....Mir ist völlig klar, dass man nie weiß, ob man die EQ auch realisiert bekommt. Ich wundermich halt nur, dass Du einen negativen Gesamt EV beschwörst man aber in der Summe der StreetwiseEV eine schwarze Null stehen haben könnte



      Ich habe halt in den HBF auch mal gesehen, dass jemand alle Street Aktionen einzeln nach EV evaluiert und dann addiert:

      Also quasi EVFlop+EVTurn+EVRiver= Gesamt EV.


      Und wenn der positiv war, war Hero zufrieden.
      Wenn ich jetzt aber höre, dass man eigentlich insgesamt -EV einfährt verwirrt mich das echt.

      Fließt denn nicht die Tatsache einer weiteren Bet am Turn und River nicht in die einzelne Street-Entscheidung ein, und ist damit nicht auch rückwirkend der Flop call EV mäßig "im Reinen" , weil wir ja für die Turn bet eine eigene EV Klassifizeirung machen meine ich. Denn immerhin fällt ja unsere Equity pro street (es sei denn wir improven zu weiteren Outs usw.)
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von cYde
      Es mag sein, dass du das richtige gemeint hast und es dafür sehr missverständlich formuliert hast. Wir haben mit 33% Equity und 2:1 Potodds die korrekten Odds, wenn die Bet die einzige Bet bis zum SD ist. So wie du es geschrieben hast, bin ich davon ausgegangen, dass du es, wie in anderen Kontexten auch üblich, lediglich auf die nächste Street bezogen hast.

      Und wenn es mich verwirrt hat, wird es sicherlich auch andere verwirrt haben. Also gut, dass es nochmal klar gestellt wurde, würde ich sagen. ;)
      Alles klar. ;)

      Beim nochmaligen Lesen hast du nicht Unrecht, das "könnte" sollte bedeuten "man könnte denken aber es ist nicht so...". :f_love:

      Dennoch ist es grundsätzlich eine sehr wichtige Thematik. In den HB-Foren haben wir häufig dieses Thema "aber gegen Range XY habe ich doch 35-40% am Turn, da kann ich die Bet doch callen...".

      Mein Standardbeispiel bezieht sich meist auf Preflop, wenn alleine die Equity entscheidend wäre, könnten wir im BB gegen eine weite BU-Steal-Range any2 korrekt callen (können wir aber nicht...).
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      ich hoffe mein post vor deinem letzten MiiWiin geht nicht verloren, da fast zeitgleich abgeschickt.
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von chrsbckr75
      Oh Mann jetzt bin ich verwirrt:


      Können wir das einmal zahlenmäßig für flop turn river calldown durchspielen? Jeweils mit Equity und Gesamt EV???? Ich bin jetzt irgendwie in den Möhren.....



      Ich habe halt in den HBF auch mal gesehen, dass jemand alle Street Aktionen einzeln nach EV evaluiert und dann addiert:

      Also quasi EVFlop+EVTurn+EVRiver= Gesamt EV.


      Und wenn der positiv war, war Hero zufrieden.
      Wenn ich jetzt aber höre, dass man eigentlich insgesamt -EV einfährt verwirrt mich das echt.

      Fließt denn nicht die Tatsache einer weiteren Bet am Turn und River nicht in die einzelne Street-Entscheidung ein, und ist damit nicht auch rückwirkend der Flop call EV mäßig "im Reinen" , weil wir ja für die Turn bet eine eigene EV Klassifizeirung machen meine ich. Denn immerhin fällt ja unsere Equity pro street (es sei denn wir improven zu weiteren Outs usw.)
      Hast du denn jemals gesehen, dass wir bspw. für einen Preflop-Call die Equity herangezogen haben?

      Villain 3-bettet Range XY, da schauen wir doch auch nicht unsere Equity gegen an ob wir "korrekt" callen können. Wir wissen doch das der Pot erst Postflop groß wird und da spielen eben viele unbekannte mit rein.

      Die EVs zu addieren macht ebenfalls keinen Sinn.

      Theoretisches Beispiel zur Verasnchaulichgung (Achtung: Sehr theoretisch!)


      Du hältst AJ

      Villains Range: AT/AQ/AK (nichts anderes).

      Du hast Preflop ca. 40% Equity.

      Preflop raist Villain, du brauchst ca. 35% für einen Call. => +EV-Call*

      Flop: A22

      Villain bettet Potsize,. du brauchst 33%, du hast 35% => +EV-Call*


      Turn: 4

      Villain bettet Potsize,. du brauchst 33%, du hast 34% => +EV-Call*


      River: 4

      Villain bettet knapp Potsize (All-in), du brauchst 30%, du hast 33,3% =>+EV-Call*

      (* bedeutet, dem ist nicht so!)


      Nun kommt die nächste Hand, die wird 100%ig genauso ablaufen...was machst du?

      Du könntest denken, dass jeder Call an sich +EV ist, dennoch machst du pro Hand -33,3BB.

      Dies liegt daran, dass du die implieds vernachlässigst. Der Preflop Call ist eben nicht +EV, weil du Postflop im Schnitt nochmal über 30BB verlierst.

      In der Nachbetrachtung kannst du den EV festlegen und sagen, der Preflop-Call hat einen EV von über -30BB, und ist dem entsprechend nicht +EV.

      Spielen wir die Hand nochmal genaus so => Fold Preflop.


      Aber das ist Theorie. In der Praxis kann man solche EVs aufgrund unzähliger Unbekannten unmöglich abschätzen. Aber das Beispiel soll verdeutlichen, dass die Equity Preflop, ebenso an Flop und Turn nicht ansatzwesie aussagt ob die Aktion einen positiven EV hat oder nicht.

      Am River ist dies der Fall!


      In unserem theoretischen Beispiel waren die Calls Preflop, am Flop und am Turn -EV! Der River-Call alleine betrachtet war dann +EV.
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von chrsbckr75
      ich hoffe mein post vor deinem letzten MiiWiin geht nicht verloren, da fast zeitgleich abgeschickt.
      Ach Quatsch, kennst mich doch... :f_cool: :f_biggrin:
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Genau so ein Beispiel war gemeint danke schön.


      Meine Gedanken:


      PreFlop Equity sehe ich ein......


      So jetzt kommt es aber: Ich würde behaupten, dass WENN die Annahmen der betting Ranges hier zutreffen ("also villain 3barrelt mit all diesen Händen") dann würde ich diese EV Berechnung als korrekt und nicht falsch bezeichnen.

      Das was Du mit Implieds oder auch reverse implieds bezeichenn würdest, würde ich aus einer anderen Perspektive sehen:

      Und zwar: Wie ändert sich die BettingRange von Villain pro street (UND DAMIT unser EV)


      hier: Bettet Villain wirklich AT am River???

      Das ist natürlich genau die Unsicherheit, die uns davor bewahren sollte strikt an den einzel EV zu glauben, aber WENN ich weiß (wie in deinem Bsp), dass Villain immer diese Range bettet müsste imo der +EV call auch ein "echter" +EV call sein auf jeder straße....
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von chrsbckr75
      Und zwar: Wie ändert sich die BettingRange von Villain pro street (UND DAMIT unser EV)


      hier: Bettet Villain wirklich AT am River???

      Das ist natürlich genau die Unsicherheit, die uns davor bewahren sollte strikt an den einzel EV zu glauben, aber WENN ich weiß (wie in deinem Bsp), dass Villain immer diese Range bettet müsste imo der +EV call auch ein "echter" +EV call sein auf jeder straße....
      Das Beispiel ist Theorie. Die Betting-Range muss zur Veranschaulichung gleich bleiben.

      Ein +EV-Call bedeutet doch, dass du eine Entscheidung triffst die dir langfristig immer einen Gewinn bringt. Und dies ist hier nicht so.

      Wir können dieses Beispiel genau nachspielen, ich schnapp mir die Karten, komme bei dir vorbei (und verspreche dir auch AT immer am River zu pushen. ;) ).

      Du tätigst deiner Meinung nach von morgens bis abends +EV-Calls und bist am Ende garantiert broke. ;)

      Also auch wenn du genau weißt dass ich AT hier durchbette, ist dein Play (der 100%ige Calldown) letztlich -EV (jeder Calldown hat eben ziemlich genau -33,3BB/hand).

      Also können die einzelnen Calls nicht +EV sein, denn das würde der Definition widersprechen. ;)
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