Check behind-Range am Flop

    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Hey,

      ich glaube, jeder kennt das, wenn man am Flop mal wieder IP da steht und sich fragt, ob jetzt eine Contibet oder ein check behind angesagt ist. In manchen Situationen ist es dabei relativ klar, z.B. wenn man eindeutig protecten muss oder gegen eine Nit auf einem AKQ-Board total verfehlt hat.

      Aber in vielen anderen Faellen ist es eben nicht so einfach. Ein paar Gedanken meinerseits dazu:
      - Oft hoert man, dass man mit marginaler Showdownvalue, also Midpairs usw. behindchecken sollte, also sehr depolaisiert. Das mag auf den unteren Limits und gegen unknown Gegner noch gut funktionieren, aber etwas besseren und aufmerksameren Gegnern wird das wohl sehr schnell auffallen und wenn man dann nach jedem check behind zwei Barrels auf Turn und River abbekommt, verbrennt man da wohl eine Menge Geld. Ich fuehle mich auf jeden Fall oft durchschaubar, wenn ich meine Midpairs behind checke.
      - Auch das Gegenteil, eine sehr polarisierte check behind-Range, bestehend aus Air, die man aufgibt und starken Madehands, die man nicht protecten muss, macht Sinn. Aber auch das faellt einem guten Gegner wohl auf und der weiss dann ziemlich genau, wo er steht, wenn er am Turn bettet und kann dementsprechend gut seine Haende weiterspielen.

      Von welchen Faktoren macht ihr das also abhaengig vs. einen guten Reg? Wie balanced ihr eure check behind-Range?

      Viele Gruesse
      WerPix
  • 16 Antworten
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Checkbehinds am Flop mache ich vor allem:


      1. Gegen Aggro Gegner, auf boards, die ich vermeintlich verfehlt habe---->barrel induce.

      (Man könnte jetzt argumentieren, dass man einfach cbettet und den potentiellen cRai runtercalled, aber es ist halt fraglich, ob unsere Hand dann nicht auch face up ist und Villain uns schön value barreln kann...speziell am River. Speziell unsere Range ist capped, da board meistens wet sein kann wir aber ein zu schwache hand haben um es reinzustellen)

      2. vs Nits, deren Highcards verfehlt haben, dann spiele ich einmal b/f am Turn 4freeSD. Wenn der Turn eine backdoormöglichkeit bringt habe ich dann eine vbet gegen mögliche draws oder villain called mit kleineren pockets weil er denkt ich barrel den draw.....so mal mein naiver gedanke.


      3. History dependent.
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Gegen die Nit, die in deinem Beispiel ja wohl verfehlt hat, ist wohl eine stinknormale Contibet ausreichend, um ihn zum folden zu bringen und damit profitabler, oder nicht?
      Deinen ersten Punkt finde ich allerdings sehr gut. Ich habe auch oft das Gefuehl, dass man nach einem check behind oft extrem wenig Credit bekommt und damit natuerlich wunderbar unterrepraesentieren kann.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von WerPix
      Gegen die Nit, die in deinem Beispiel ja wohl verfehlt hat, ist wohl eine stinknormale Contibet ausreichend, um ihn zum folden zu bringen und damit profitabler, oder nicht?
      Deinen ersten Punkt finde ich allerdings sehr gut. Ich habe auch oft das Gefuehl, dass man nach einem check behind oft extrem wenig Credit bekommt und damit natuerlich wunderbar unterrepraesentieren kann.

      Wenn er ein besseres TopPair oder so foldet, dann von mir aus. Aber es geht doch darum, villain Fehler machen zu lassen, die Nit foldet halt seine air, wenn wir mit TPnoKick oder Midpir betten. Aber durch seinen Fold bekommen wir ja nicht direkt value sondern folden nur seinen Equity-Anteil raus. Was prinzipiell gut ist, aber wenn wir Villains Tendenzen exploiten wollen, dann kann man veruchen ihm ein bischen extra money rauszuleiern.


      Wir müssen halt auch ein bischen unsere Range im Auge behalten. Wenn wir draws halten können (wet board) dann called uns EVENTUELL auch die NIT einmal mit einem Underpair o.ä. Auf einem Furztrockenen board ist eine cbet mit marginalem pair nur zum Zwecke des GegnerFolds irgendwie wasted.


      Aber da wir es halt wieder tricky.

      Cbetten wir gegen die NIt am Flop, haben wir am TUrn meistens keine valuebet mehr. Ein cbehind induziert auch nicht zu oft bluffs, so dass ich auch nicht gerne eine Riverbet calle vs Nits.

      meistens würde ich dann cbet flop bet/fold Turn 4 freeSD spielen, aber die Turn bet ist dann meistens schon eher -EV. Aber man sieht zumindest den SD
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Achso, das ist also ein Argument fuer einen check behind mit einer depolarisierten Range bestehend aus marginalen Valuehaenden, um gegen Nits mehr Value zu bekommen - also vergleichbar mit deinem ersten Argument (?).
      Gibt es auch Argument fuer eine polarisierte Range? Die Anfangsfrage war ja auch, wie die Range gegen einen guten, thinking Reg aussieht.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von WerPix
      Achso, das ist also ein Argument fuer einen check behind mit einer depolarisierten Range bestehend aus marginalen Valuehaenden, um gegen Nits mehr Value zu bekommen - also vergleichbar mit deinem ersten Argument (?).
      Gibt es auch Argument fuer eine polarisierte Range? Die Anfangsfrage war ja auch, wie die Range gegen einen guten, thinking Reg aussieht.
      Ich sehe es so: Wenn Du viele marginale Hände in die cb range nimmst, dann wird deine cbet range eher polarisiert zwischen Monstern und TP und draws, obwohl dass immer noch alles im Rahmen ist......


      Vs thinking REG wird es problematisch und wird in LVL spots resultieren.

      Ich würde Dich am Turn donkPotten (du wirst die bet natürlich callen, weil du genau eine solche bet induzieren wolltest). Am River werde ich Dir ggf eine Overbet, wenn nicht sogar einen Push um die Ohren hauen, da ich mir relativ sicher sein kann, dass Du potcontrollen wolltest und NICHT um einen aufgeblähten Pot spielen willst. Und das sind dann die LVL spots

      Aber was meinst du mit einer polarisierten Range als cb-Range????



      Das Du evetnuell deine Sets auch mal behindch.st okay.....Aber heißt dass Du willst pure air behindchecken???? oder wie?
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Und beim naechsten Mal checke ich gegen dich dann die immortal Nuts behind ;)
      Schon klar - es resultiert in lvling...

      Ist das vielleicht sogar ein Argument fuer 100% cbet gegen gute Regs? Oder lieber lvl-Wars anfangen?

      Edit (auf deinen Edit): Ja, also polarisiert in dem Sinn von starke TPs+ und totale Air, die ich aufgebe behind checken.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von WerPix
      Und beim naechsten Mal checke ich gegen dich dann die immortal Nuts behind ;)
      Schon klar - es resultiert in lvling...

      Ist das vielleicht sogar ein Argument fuer 100% cbet gegen gute Regs? Oder lieber lvl-Wars anfangen?

      Edit (auf deinen Edit): Ja, also polarisiert in dem Sinn von starke TPs+ und totale Air, die ich aufgebe behind checken.



      ich bin ja kein winning player aber top of the TP-range würde ich betten , um einem cRai eher standhalten zu können, und halt schlechte TPs in deie cb range. Du willst ja damit eh nur bluffcatchen. dafür brauchst Du nicht TPTK. Aber solange Du keine set behindcheckst würde ich die Begriffe polarisiert und depolarisiert so auch nicht verwenden. Wenn Du nur mittelstarke madehands und air behindchkst balanced Du halt etwas besser aber polarisiert ist es nicht,. wäre sogar eher polarsiert vom bottom up her gesehen.


      und zu den 100% cbet.

      Ich bette 100% meiner madehands nur, wenn meine Range mit der ich zum Flop komme auch Bluffs auf dem Flop enthält, oder wenn das board mich "verfehlt hat", oder wenn draws draussen sind. Nur unter diesen 3 Aspekten ist es möglich, dass Villain mich mit einer SCHLECHTEREN HAND called



      Original von WerPix
      Und beim naechsten Mal checke ich gegen dich dann die immortal Nuts behind ;)

      Und dann ch-Raise ich deine cbets und barrel Dich platt ;)
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Also 100% cbet beinhaltet ja, dass ich alles bette, also Air bis Nuts.
      Die Frage nach der "Top of the Range" stellt sich immer. Cbetten wir das immer, wird die check-Range barrelanfaellig, checken wir es, werden unsere CBets geraist. Die einzige balanced Loesung ist da wohl zu splitten und ab und zu zu betten oder zu checken.
      Auch wenn das natuerlich in der Realitaet selten vorkommen wird, da wir wohl nur mit sehr wenigen Regs so eine History haben, dass wir da so krass auf Balancing achten muessen.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von WerPix
      Aber in vielen anderen Faellen ist es eben nicht so einfach. Ein paar Gedanken meinerseits dazu:
      - Oft hoert man, dass man mit marginaler Showdownvalue, also Midpairs usw. behindchecken sollte, also sehr depolaisiert. Das mag auf den unteren Limits und gegen unknown Gegner noch gut funktionieren, aber etwas besseren und aufmerksameren Gegnern wird das wohl sehr schnell auffallen und wenn man dann nach jedem check behind zwei Barrels auf Turn und River abbekommt, verbrennt man da wohl eine Menge Geld. Ich fuehle mich auf jeden Fall oft durchschaubar, wenn ich meine Midpairs behind checke.
      - Auch das Gegenteil, eine sehr polarisierte check behind-Range, bestehend aus Air, die man aufgibt und starken Madehands, die man nicht protecten muss, macht Sinn. Aber auch das faellt einem guten Gegner wohl auf und der weiss dann ziemlich genau, wo er steht, wenn er am Turn bettet und kann dementsprechend gut seine Haende weiterspielen.
      Wenn du nur marginale Hände behind checkst, ist das ja auch sehr offensichtlich. ;)

      Du vernachlässigst dabei die Komponente des Flops, sprich wie sieht er aus und was macht er möglich.

      Auf J:h6:d2-Flop kannst du theoretisch immer behind checken. Bluffs gibst du auf oder du greifst am Turn an, TT-/6x etc. geht for pot control durch, und mit Sets/Jx/QQ+ induced du vielleicht den ein oder anderen Bluff und gibst am Turn Gas.

      Schon hast du alle Hände dabei und bist "gebalanced".

      Du solltest es nur nicht übertreiben, gegen den Reg gegen den du tagtäglich spielst solltest du das im Gameplan einbauen, aber versuche das nicht mit Calling Stations oder sonstwem zu machen. Da ist das Spiel im Vakuum immer deutlich wichtiger. ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Den Balancingaspekt mal aussen vor gelassen (ich frage mich ernsthaft wieso ihr alle euer Spiel so balancen wollt - die meisten von euch spielen irgendwo bis NL50 und eure Gegner werden in vielen Fällen niemals erkennen, dass ihr unbalanciert seid), ist es bei der Entscheidung, ob und wann man am Flop behind checkt folgende Faktoren zu beachten:

      1. die Flopstruktur

      -> Ich denke es liegt auf der Hand, dass bestimmte Boardtexturen mehr Foldequity bieten als andere. Als allgemeine Regel kann man wahrscheinlich festhalten, dass ein A72r Board mehr Foldequity bietet als ein A72hh Board. Ein K72r Board mehr Foldequity als ein K92r Board mehr Foldequity als ein K95r Board etc.

      -> Foldequity ist aber nicht er einzige Aspekt bei der Boardstruktur, sondern auch die Equity der eigenen Hand


      2. Die Handrange des Gegners

      -> Wenn ich beispielsweise KK oder A3 auf einem A72r Board halte, dann ist es häufig schwer einen Call von Händen zu bekommen, die mich schlagen können. D.h. die Bet würde nur profitabel werden, weil der Gegner oft folded

      => hier hast du aber Hände mit Showdownvalue, die nur schwer überholt werden können (du bist also am Flop Way Ahead gegen alle möglichen Hände, die auf eine Bet folden wrden und Way Behind gegen alle möglichen Hände, die callen würden) -> es gibt keinen Anreiz auf einer einfachen Stufe zu setzen, sondern der Anreiz bbehind zu checken und möglicherweise eine Bluffbet von all den Händen einzusammeln, die man geschlagen hat ist deutlich höher.


      3. Das Verhalten des Gegners

      In den Microlimits sind die meisten Spieler einfach zu passiv. C/R Flopwerte von über 10% sieht man bei sehr wenigen Spieler; teilweise wird gegen Cbets auch noch zu oft gefolded etc.

      Wenn du jetzt beispielweise eine Hand wie A8s auf 982hh hälst, dann ist es gegen aggressive Spieler häufig sehr sinnvoll behind zu checken, weil du einen C/R von einer sehr komplizierten Range bekommen wirst:

      3 mögliche Sets, A9, vielleicht K9, Gutshots mit Overcards, Flushdraws mit Overcards etc. -> gegen die Range bist du vielleicht leicht hinten, vielleicht leicht vorne. Durch die Flopbet begibst du dich aber selber in eine Situation in der du mit marginaler Equity einen großen Pot aufbaust, wenn der Gegner sehr aggressiv spielt. Du wirst dann häufig auch nicht am Turn oder River den Check in deine Richtung bekommen, sondern wirst oft eine Entscheidung für deinen Stack treffen müssen.


      Beispiel 2:

      Flops wie 896hh oder JT8hh und du hast dich überhaupt nicht mit dem Board verbunden -> aufgeben ist häufig gar keine so schlechte Möglichkeit

      Beispiel 3:

      AQ auf T23r. Du hast Showdownvalue und es werden keine schlechteren Hände callen (die werden meistens folden oder raisen) und du wirst keine besseren Hände zm foden bewegen. D.h. nicht, dass man AQ jetzt immer WAWB spielen sollte am Flop, sondern das ich aggressive Gegner öfter mal bestrafen werden, wenn sie hier mit J9s (Backdoorstraightdraw, Backdorflushdraw, Overcard) anfangen zu C/Raisen am Flop und nicht die C/F Line wählen werden und selbst C/C als Float stellt ein erhebliches Problem dar.




      Jetzt mal noch zu eurer Balancingthematik: Sobald man anfängt mehr als eine mögliche Line zu spielen, wird es schwierig diese Lines zu balancen. Beispiel:

      Ich openlimpe und openraise Preflop -> ich muss AA sowohl in meiner Openlimping als auch in meiner Openraisingrange haben, damit meine Range nicht angreifbar wird. Die Lösung ist relativ simpel -> ich openlimpe nicht mehr und meine Openraisingrange hat kein Problem mehr.

      Ich C/C, C/F und C/R am Flop. Ich muss sowohl eine C/C als auch eine C/R Range balancen. Und alleine hier sind sogar viele Midstakesregs noch völlig unbalanciert und gewinnen trotzdem. Wie wahrscheinlich ist es also, dass ein Lowstakespieler für eine unbalancierte Cbettingrange bestraft wird?

      Damit ein Leak in der Range angegriffen werden kann, muss

      1. das Leak entdeckt werden -> das ist schon relativ schwierig ohne sehr tiefe Analyse eines Spielers

      2. das Leak angreifen -> eine Nit weiss z.b. häufig gar nicht, dass sie ihr Nitimage ultrakrass manipulieren könnte. Das heisst, obwohl die Nit weiss das sie zu tight spielt und die wahrgenommenen Ranges zu stark, macht sie nicht den nächsten Schritt und erhöht ihre Blufffrequenzen, sondern hat in fragwürdigen Situationen einfach immer noch in 9/10 Fällen die Nuts.


      Ich hab in irgendeinem Buch mal einen recht simplen Ansatz zu einer Cbettingstrategie gelesen für HU.

      1. starke Hände (gute Toppair und besser) und "Air" -> Semibluffs cbetten

      2. mittelstarke Hände wie schlechte Topairs, Midpairs behind checken (man muss allerdings aufpassen, dass 22 auf A73r eine Bluffbet besser ist, weil die Hand einfach ihren SD-Value nie realisieren kann und auf 986hh am besten eine Aufgabe ist)

      Es lehnt sich im Prinzip daran an was auch ich sage und das ganze wird vermutlich auch funktionieren, obwohl es exploitbar ist. Es ist einfach enorm kompliziert, "die" Strategie festzulegen. Ich würde mir eher einfach immer überlegen, wenn ich am Flop bin:" Warum gewinne ich jetzt wie mit welcher Strategie Geld?" - wenn ich keine Ahnung wie ich Geld gewinne, dann gebe ich die Hand auf und investier kein Geld mehr.
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Wow, erstmal Vielen Dank fuer die ausfuehrlichen Posts!

      Es ist schon klar, dass balancen sehr lange keine Rolle spielt. Dennoch mache ich mir gerne ueber solche Sachen Gedanken und finde es einfach interessant ueber den theoretischen Ansatz nachzudenken.

      @Ghostmaster: Deine Gedanken sind alle gut nachvollziehbar und helfen mir (und hoffentlich auch den anderen, die das hier lesen) auf jeden Fall weiter. Trotzdem finde ich den Schluss, d.h. alle mittelstarken Haende behind checken, den du am Ende schreibst wieder sehr exploitbar. Da muss man keine Highstakes spielen, um dafuer bestraft zu werden. Jeder NL50-Reg, mit dem man etwas History hat, merkt doch, dass man nur mit marginalen Madehands checkt und wird dann auch noch den Schritt gehen, von nun an dagegen zu barreln. Dass man dann wieder adapaten und trappen kann, ist klar, resultiert aber wieder in Lvling, wie chrs und ich oben schon festgestellt haben. Das ist eben der Punkt, an dem ich immer ein wenig haenge.

      Aber nochmal: Danke fuer den tollen Post!
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poker ist ein Nullsummenspiel. D.h. wenn alle Spieler am Tisch optimal spielen, dann gewinnt niemand Geld.

      Geld kannst du dementsprechend nur gewinnen, wenn dein Gegner von seiner optimalen Strategie abweicht und du diese Abweichung von dieser optimalen Strategie erkennst und weisst wie du sie angreifen kannst. An dem Punkt spielst du aber selber auch nicht mehr optimal und aus genau diesem Grund ist Balancing völlig überbewertet. Natürlich musst du wissen, das eine Abweichung von der optimalen Strategie auch bei dir Lücken aufwirft.

      Gegen die meisten regulären Spieler wirst du sowieso kein Geld gewinnen oder nur sehr wenig; letztendlich komt das Geld von Spielern mit sehr grundlegenden Schwächen im Spiel. Es ist jetzt natürlich auch möglich von regulären Spielern Geld zu gewinnen, aber es ist ungemein mit mehr Arbeit verbunden genau dies zu tun. Solange du nicht tagtäglich mit diesen Spielern am Tisch sitzt und dich in diese hereinarbeitest (d.h. verstehst wie sie über Poker denken und wie sie über dich denken), ist es sinnlos großartig herumzudiskutieren imo.

      Wichtig ist vor allem, dass du am Ausgangspunkt erstmal einen Spielansatz hast der rational begründete Entscheidungen treffen kann (nenn es Gameplan oder was auch immer) und sei dir über mögliche Schwächen bewusst und achte drauf, OB tatsächlich ein Spieler angreift. Häufig werden die Schwächen in einer Strategie nämlich überhaupt nicht angegriffen - mir ist das damals erst auf NL1000 aufgefallen, dass Spieler sich aktiv in Schwachpunkte meiner Strategie eingebracht haben und mir das Leben zur Hölle gemacht haben.
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Dass es erstmal wenig praktischen Bezug hat, ist mir, wie gesagt, klar, aber es geht mir um die Theorie. Wie balanced man seine check behind Range. Wahrscheinlich ist die einzige Loesung, einfach mit jeder Hand mal dies, mal das zu machen, auch wenn das natuerlich nie praktisch realisierbar ist, weil man dann massiv Value liegen laesst.
    • Wiseguy01
      Wiseguy01
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2009 Beiträge: 1.712
      Original von Ghostmaster
      Poker ist ein Nullsummenspiel. D.h. wenn alle Spieler am Tisch optimal spielen, dann gewinnt niemand Geld.

      Geld kannst du dementsprechend nur gewinnen, wenn dein Gegner von seiner optimalen Strategie abweicht und du diese Abweichung von dieser optimalen Strategie erkennst und weisst wie du sie angreifen kannst. An dem Punkt spielst du aber selber auch nicht mehr optimal und aus genau diesem Grund ist Balancing völlig überbewertet. Natürlich musst du wissen, das eine Abweichung von der optimalen Strategie auch bei dir Lücken aufwirft.

      Gegen die meisten regulären Spieler wirst du sowieso kein Geld gewinnen oder nur sehr wenig; letztendlich komt das Geld von Spielern mit sehr grundlegenden Schwächen im Spiel. Es ist jetzt natürlich auch möglich von regulären Spielern Geld zu gewinnen, aber es ist ungemein mit mehr Arbeit verbunden genau dies zu tun. Solange du nicht tagtäglich mit diesen Spielern am Tisch sitzt und dich in diese hereinarbeitest (d.h. verstehst wie sie über Poker denken und wie sie über dich denken), ist es sinnlos großartig herumzudiskutieren imo.

      Wichtig ist vor allem, dass du am Ausgangspunkt erstmal einen Spielansatz hast der rational begründete Entscheidungen treffen kann (nenn es Gameplan oder was auch immer) und sei dir über mögliche Schwächen bewusst und achte drauf, OB tatsächlich ein Spieler angreift. Häufig werden die Schwächen in einer Strategie nämlich überhaupt nicht angegriffen - mir ist das damals erst auf NL1000 aufgefallen, dass Spieler sich aktiv in Schwachpunkte meiner Strategie eingebracht haben und mir das Leben zur Hölle gemacht haben.

      Guter Post Ghostmaster!

      ich denke auch, das die wichtigsten Dinge beim Pokern vor der Teilnahme am Tisch anfangen. Wichtig ist gerade auf den Micros: Kann ich den Rake schlagen?

      Ihr stellt hier Fragen, um thinking regs auszuspielen, aber ihr merkt gar nicht das die thinking regs auf euren limits gar keine sind, sonst würde eure winrate noch wesentlich tiefer in den keller gehen und nicht rakebereinigt +-0 sein.

      Schaut lieber das ihr eine Edge am Tisch habt, wenn ihr wirklich Geld gewinnen wollt. Ich sehe es aber immer wieder, das dann aus Langweile irgendwelche Tische aufgemacht werden und stupide gegrindet wird, ohne zu merken, da man besagte Edge nicht hat.

      Das macht keinen Sinn.
    • WerPix
      WerPix
      Platin
      Dabei seit: 24.08.2009 Beiträge: 816
      Och Leute, das ist ja alles richtig, was ihr schreibt und mir schon seit langem klar, dass Balancing sehr lange wenig bis gar keinen praktischen Nutzen mit sich bringt und oft sogar schaedlich ist. Trotzdem wird es ja wohl nicht verboten sein, sich ueber die Theorie Gedanken zu machen und nach einem Weg zu suchen, seine Reaktion als PFA IP am Flop zu balancen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      http://de.wikipedia.org/wiki/Spieltheorie

      http://de.wikipedia.org/wiki/Nash-Gleichgewicht

      http://de.wikipedia.org/wiki/Nullsummenspiel

      http://oyc.yale.edu/economics/econ-159


      Das ist die Basistheorie, die du kennen solltest, um das ganze Konzept umfassend zu verstehen. Die Übertragung auf Poker ist relativ schwierig, weil es soviele mögliche Entscheidungen gibt -

      http://www.amazon.de/Analytical-No-Limit-Hold-Mid-Stakes-Short-Handed/dp/1880685507/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1344095995&sr=8-1

      hat ein paar Situationen gelöst (HU und 3-way Spots gegen Shortstacks) und optimal Riverplay in All In Situationen. Alle anderen Situationen sind für große Stacks kaum berechenbar.

      Die ganze Push/Fold Strategie der SNGler basiert übrigens auch auf dem Prinzip. Das Ziel ist es den Spieler in der Call-Situation vor eine indifferente Entscheidung zu stellen.