paar fragen zur kirchensteuer

    • ownage4u
      ownage4u
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 4.880
      hi,

      werde demnächst wohl aus der kirche austreten, habe aber noch ein paar fragen

      info vorab: bin evangelisch und wohne in nrw

      1) welche nachteile sind mit nem kirchenaustritt verbunden, die wirklich relevant sind?

      - kirchliche heirat nicht möglich
      - beerdigung nicht unter "normalen" umständen möglich
      - sonstiges? (also klar in der kirche bekomme ich dann keinen job oder in paar anderen einrichtungen auch eher nicht. gibt es sonstige steuerliche sachen? habe noch gelesen, dass es mit kindergartenplätzen schwieriger wird, aber dafür könnte man im notfall später iwann ja auch wieder eintreten)

      2) wie einfach ist es idr später wieder in die kirche einzutreten? würde ich evtl. später wegen kirchlicher heirat machen wollen (bin getauft und konfirmiert)

      3) wie berechnet sich die steuer im austrittsjahr und wie hoch ist die steuer generell für mich? wikipedia sagt 9% der einkommenssteuer (stimmt das? habe mal iwann gehört es wären mittlerweile 12%) . d.h. bei 45% einkommenssteuer (ist das der höchstsatz?) wären das 0,09*0,45=~4%, richtig?

      habe mal irgendwo gelesen dass es da einen cap gibt, d.h. die kirchensteuer nicht über x% des einkommens kommen darf. stimmt das und trifft das für nrw zu? falls ja, wo liegt dieser %?

      kommen dazu dann erstmal noch andere steuernachteile/vergünstigungen dazu? also z.b. die abgeltungssteuer scheint ja von der kirchensteuer betroffen zu sein?

      und: wie berechnet sich die kirchensteuer in dem jahr, in dem ich ausgetreten bin?

      bei wikipedia steht

      „Besteht die Kirchensteuerpflicht nicht während des ganzen Kalenderjahres, wird für jeden Kalendermonat, in dem die Kirchensteuerpflicht gegeben ist, je ein Zwölftel des Betrages erhoben, der sich bei ganzjähriger Kirchensteuerpflicht als Jahressteuerschuld ergeben würde.“

      – aus § 5 Abs. 2 KiStG-NRW"

      was bedeutet das konkret wenn ich im august aus der kirche ausgetreten bin und nur einkommen aus einer quelle das ganze jahr über beziehe?
  • 20 Antworten
    • WillMcfly
      WillMcfly
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2008 Beiträge: 4.297
      Gab schon mal einen Thread zum Thema "Kirchensteuer"

      Vielleicht beantwortet er ein paar Fragen von dir :)

      Dann mach's mal gut... [Kirchenaustritt inside]
    • ktec
      ktec
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 2.781
      Original von ownage4u
      und: wie berechnet sich die kirchensteuer in dem jahr, in dem ich ausgetreten bin?

      was bedeutet das konkret wenn ich im august aus der kirche ausgetreten bin und nur einkommen aus einer quelle das ganze jahr über beziehe?
      du musst für den gesamten Monat des Kirchenaustrittes noch Kirchensteuer zahlen und dann ab dem folgenden Monat nicht mehr (also in deinem Fall ab September keine Steuer mehr zahlen)
    • krong
      krong
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 25.12.2005 Beiträge: 14.604
      So isses. Du zahlst einfach ab dem Zeitpunkt des Kirchenaustritts keine Kirchensteuern mehr.
      Es zählt allerdings das Datum, was du von der Kirche bekommst. Die sind da ziemlich raffiniert. Hab im November den Brief per Einschreiben abgeschickt und im Januar dann die Bestätigung bekommen, dass ich ab März keine Steuern mehr zahlen brauch.

      Beerdigung oder kirchliche Trauung hängt vom Pastor ab. Ist bei den protestanten aber idR. kein Problem, bei den Katholiken siehts da schon eher schlecht aus, lässt sich aber auch da (mit Geld) regeln.
    • Denz
      Denz
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 15.517
      Na du bist ja kosequent, wenn du dann bei einer Hochzeit wieder eintrittst :facepalm:
    • krong
      krong
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 25.12.2005 Beiträge: 14.604
      Ich machs btw. auch so und kanns mit meinem Gewissen super vereinbaren. Ich sehs nicht ein die Institution jahrelang zu donaten wenn ich se nur 1 oder 2 Mal im Leben brauch, zumal ~ 2/3 der Steuer für überbezahlte Pfarrer drauf geht...
    • iPhil
      iPhil
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2009 Beiträge: 273
      Original von krong
      Ich machs btw. auch so und kanns mit meinem Gewissen super vereinbaren. Ich sehs nicht ein die Institution jahrelang zu donaten wenn ich se nur 1 oder 2 Mal im Leben brauch, zumal ~ 2/3 der Steuer für überbezahlte Pfarrer drauf geht...
      Oder für die anderen über 600k Menschen denen die EKD ein Job gibt...kann ich auch nicht nachvollziehen :rolleyes:
    • epicRR
      epicRR
      Bronze
      Dabei seit: 31.12.2009 Beiträge: 913
      Kanns vollkommen nachvollziehen, nur seid dann bitte auch so konsequent und spendet das Geld was ihr nicht mehr zahlt an anderer Stelle jeden Monat als feste Überweisung. ;)
    • n00bmare
      n00bmare
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2006 Beiträge: 6.549
      Kannst trotzdem kirchlich heiraten, wenn dein Partner in der Kirche ist.
    • ownage4u
      ownage4u
      Black
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 4.880
      kann nachvollziehen, dass es moralisch gesehen nicht astrein ist, wenn man erst aus der kirche austritt um steuern zu sparen und später dann wieder eintritt.

      andererseits: ich bin in der kirche nicht aus einer eigenen entscheidung, sondern weil es "tradition" ist und es mir dannach dann ziemlich egal war, ob ich mitglied bin oder nicht. aktiv bin ich so oder so nicht. imo hat die kirche auch wenig damit zu tun, ob man gläubig ist oder nicht.

      ich sehe es eher so, als wäre eine nicht-mitgliedschaft der normalfall für mich, ich zahle ja auch keine steuer an andere karitative einrichtungen. was ich dann mit dem geld mache ist meine sache. ich habe definitiv kein problem damit, geld zu spenden. einen kirchenaustritt um der steuer zu entgehen ist aber imo ganz genauso dann zu kritisieren, wie irgendeiner anderen organisation nicht freiwillig zu spenden.

      wie gut die evangelische kirche das geld ausgibt, kann ich auch nicht wirklich beurteilen.




      in dem thread geht es aber vorwiegend um spezielle fragen, für die ich mir möglichst richtige/gute antworten erhoffe.

      die frage mit der steuer im zeitraum nach dem austritt scheint ja schonmal geklärt zu sein.

      jemand antworten auf die anderen fragen?
    • 4ultima
      4ultima
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 3.158
      Original von n00bmare
      Kannst trotzdem kirchlich heiraten, wenn dein Partner in der Kirche ist.
      Ist das bei den Evangelen so? Bei den Katholiken nämlich nicht! Da musst du vor der kirchlichen Heirat wieder eintreten, und dafür brauchst du eine Genehmigung (vom jeweiligen Pastor, wenn ich mich recht erinnere).
    • draghkar
      draghkar
      Bronze
      Dabei seit: 16.08.2006 Beiträge: 12.461
      Original von iPhil
      Original von krong
      Ich machs btw. auch so und kanns mit meinem Gewissen super vereinbaren. Ich sehs nicht ein die Institution jahrelang zu donaten wenn ich se nur 1 oder 2 Mal im Leben brauch, zumal ~ 2/3 der Steuer für überbezahlte Pfarrer drauf geht...
      Oder für die anderen über 600k Menschen denen die EKD ein Job gibt...kann ich auch nicht nachvollziehen :rolleyes:
      stimmt, diese jobs gäbe es ohne die kirche alle nicht. :rolleyes:

      Original von epicRR
      Kanns vollkommen nachvollziehen, nur seid dann bitte auch so konsequent und spendet das Geld was ihr nicht mehr zahlt an anderer Stelle jeden Monat als feste Überweisung. ;)
      wieso sollte man? ich würde es wahrsch auch tun, mit konsequenz hat das aber nichts zu tun.



      und was soll moralisch bitte nicht astrein sein, wenn man austritt um diese sekte nicht weiter zu finanzieren, nachher aber auf wunsch deines partners wieder eintritt? dass diese scheinheilige menschenverachtende institution immer noch so einen hohen stellenwert hat, das ist moralisch verwerflich. leuten, die nachweislich kinder misshandelt haben, guten gewissens weiter eine bühne zu geben.. ja, das ist moralisch astrein.



      zu deinen anderen frage: wieso willst du jmd heiraten, dem die kirchlische trauung so unfassbar wichtig ist? man kann auch einen kompromiss eingehen und mit schönem kleid bspw auf einer burg o.ä. heiraten.
      generell ist es aber auch kein problem für die hochzeit wieder einzutreten.
      zu der beerdigung wurde ja hier schon etwas geschrieben.
    • Ajezz
      Ajezz
      Black
      Dabei seit: 19.07.2005 Beiträge: 10.245
      Noch paar Punkte, die noch nicht erwähnt wurden:

      1. Du kannst auch nicht Pate werden, wenn z. B. Deine Geschwister Dich mal als Patenonkel auserküren würden.
      2. Wiedereintritt ist u.U. nicht so einfach wie der Austritt (seelsorgerisches Gespräch usw.)
      3. Deine Berechnung mit 9% vom Höchststeuersatz ist stark verzerrend und irreführend. Erstens ist Dein zu versteuerndes Einkommen (nach dem sich die Einkommenstuer bemisst), deutlich kleiner als Dein tatsächliches Einkommen (Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten usw.). Und zweitens ist der Höchststeuersatz ja nur der marginale Steuersatz und nicht der Durchschnittsteuersatz. Die 45% fallen ab einem zu versteuerndem Einkommen von etwas mehr als 250.000 € an (bei Ledigen). Also nur jeder Euro ab dieser Grenze wird so besteuert. Für Deine ZWecke relevanter dürfte der durchschnittliche Steuersatz sein. Der liegt für Normalverdiener vermutlich irgendwo bei 20 bis 25 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Ich schätze mal, bei einem Bruttojahresgehalt von 40.000 € sparst Du Dir 500 bis 600 Euro überschlagsmäßig.
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.728
      Original von Ajezz
      Noch paar Punkte, die noch nicht erwähnt wurden:

      1. Du kannst auch nicht Pate werden, wenn z. B. Deine Geschwister Dich mal als Patenonkel auserküren würden.
      2. Wiedereintritt ist u.U. nicht so einfach wie der Austritt (seelsorgerisches Gespräch usw.)
      3. Deine Berechnung mit 9% vom Höchststeuersatz ist stark verzerrend und irreführend. Erstens ist Dein zu versteuerndes Einkommen (nach dem sich die Einkommenstuer bemisst), deutlich kleiner als Dein tatsächliches Einkommen (Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten usw.). Und zweitens ist der Höchststeuersatz ja nur der marginale Steuersatz und nicht der Durchschnittsteuersatz. Die 45% fallen ab einem zu versteuerndem Einkommen von etwas mehr als 250.000 € an (bei Ledigen). Also nur jeder Euro ab dieser Grenze wird so besteuert. Für Deine ZWecke relevanter dürfte der durchschnittliche Steuersatz sein. Der liegt für Normalverdiener vermutlich irgendwo bei 20 bis 25 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Ich schätze mal, bei einem Bruttojahresgehalt von 40.000 € sparst Du Dir 500 bis 600 Euro überschlagsmäßig.
      Man kann zumindest nicht der erste Pate werden, Zweitpate ist möglich, kommt aber auch immer auf den Pastor an...spielt aber obv. eh nicht die Rolle, wenn man keinen Bock auf die Vereinigung hat^^
    • iPhil
      iPhil
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2009 Beiträge: 273
      Original von draghkar
      und was soll moralisch bitte nicht astrein sein, wenn man austritt um diese sekte nicht weiter zu finanzieren, nachher aber auf wunsch deines partners wieder eintritt? dass diese scheinheilige menschenverachtende institution immer noch so einen hohen stellenwert hat, das ist moralisch verwerflich. leuten, die nachweislich kinder misshandelt haben, guten gewissens weiter eine bühne zu geben.. ja, das ist moralisch astrein.
      :facepalm:


      Ist das bei den Evangelen so? Bei den Katholiken nämlich nicht! Da musst du vor der kirchlichen Heirat wieder eintreten, und dafür brauchst du eine Genehmigung (vom jeweiligen Pastor, wenn ich mich recht erinnere).


      ?(
    • Denz
      Denz
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 15.517
      Aber warum dann wieder eintreten? Man kann es ja gerne so machen, aber nur wieder eintreten, weil kirchliche Hochzeit so schön ist und der Partner es will ist ja derbe inkonsequent. Einfach läpsch und scheinheilig (im wahrsten Sinne des Wortes).

      Entweder ich hab ne klare Meinung, die ich auch vertrete oder ich bin ne Pussy die Fähnchen im Wind spielt
    • soneji
      soneji
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2006 Beiträge: 6.928
      sein eigenes kind taufen zu lassen geht dann auch nicht mal eben so.
    • SevenTwoOff
      SevenTwoOff
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2007 Beiträge: 5.953
      Original von soneji
      sein eigenes kind taufen zu lassen geht dann auch nicht mal eben so.
      ist sowieso ziemlich menschenverachtend
    • romanempire
      romanempire
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 561
      Original von krong
      So isses. Du zahlst einfach ab dem Zeitpunkt des Kirchenaustritts keine Kirchensteuern mehr.
      Es zählt allerdings das Datum, was du von der Kirche bekommst. Die sind da ziemlich raffiniert. Hab im November den Brief per Einschreiben abgeschickt und im Januar dann die Bestätigung bekommen, dass ich ab März keine Steuern mehr zahlen brauch.

      Beerdigung oder kirchliche Trauung hängt vom Pastor ab. Ist bei den protestanten aber idR. kein Problem, bei den Katholiken siehts da schon eher schlecht aus, lässt sich aber auch da (mit Geld) regeln.
      "Wer aus der Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft austreten will, muss das mündlich oder schriftlich (notariell beglaubigt) vor dem Standesamt seines Wohnsitzes erklären. "

      Und dann mit der Lohnsteuerkarte (falls Du noch eine hast) zum FA und das da eintragen lassen, damit die KS nicht abgezogen wird.
    • 4ultima
      4ultima
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2008 Beiträge: 3.158
      Original von iPhil
      Ist das bei den Evangelen so? Bei den Katholiken nämlich nicht! Da musst du vor der kirchlichen Heirat wieder eintreten, und dafür brauchst du eine Genehmigung (vom jeweiligen Pastor, wenn ich mich recht erinnere).


      ?(
      http://www.duden.de

      :facepalm:
    • 1
    • 2