Secondbarreln und den Gegner zum callen zwingen?

    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Hallo,
      das ist erst einmal ein bisschen Brainstorming was mir in den letzten Tagen durch den Kopf geistert, weil ich immer wieder auf eine etwas zu loose Seconbarrelingrange angesprochen werden und mir darüber Gedanken gemacht habe, wo ich gerne eure Einschätzung zu hören würde.


      Also vorweg:
      Ghostmaster und auch einige andere Coaches sagen, dass es bei No-Limit schwerer ist eine Hand zu treffen als viele subjektiv abschätzen.

      Daraus folgt, wenn ich ein TP halte ich doch vom Holding weiter über dem Durchschnitt bin und eigentlich der Gegner entweder zu viel folden wird und ich durch das Deadmoney +EV spiele oder zuviel callen wird und ich durch den SDV +EV spiele.

      Um mein Gedankengang etwas zu konkretisieren nehme ich mal eine beispielhafte Hand:


      Board: 3:heart: A:spade: 7:club:
             Equity     Win     Tie
      MP2    73.29%  71.68%   1.61% { Ad2d }
      MP3    26.71%  25.10%   1.61% { 66+, A4s+, K7s+, Q9s+, J9s+, T9s, A8o+, KTo+, QTo+, JTo }


      Die Gegnerische Range ist auf 21,6 % begrenzt.

      Hier sieht man das ich am Flop eine klare +EV Valuebet habe. Das ist eigentlich nichts neues und wohl Standard.

      Jetzt ergibt sich aber am Turn folgende Analyse:




      Hier sehe ich dass es keine Turnkarte gibt, wo meine Equity unter 50% sinkt gegen die Preflopcallingrange.

      Gilt hier nicht eigentlich wieder der Fall. Das auf so einem Board, der Gegner A) zuviel am Flop foldet um am Turn eine Range zu haben die tight genug ist um gegen meine Range vorne zu sein oder B) er am Flop zuviel callt und auch am Turn mit einer zu weiten Range dasteht.

      Oder unterschätze ich hier den Effekt, dass die Bets auf späteren Streets immer größer werden(glaube der heißt Leverage-Effekt) und er z.b am Flop zu oft foldet, dafür aber mit seinen starken Händen auf dem Turn und River noch genug gewinnt?


      Weil eigentlich wäre wenn meine Theorie stimmt, schon fast eine Erlaubnis TP fast immer durchzubarreln, da die Range des Gegners zu selten getroffen hat. Und er entweder mit schlechterem callen muss oder zuviel foldet.

      PS:
      Wenn hier ein Denkfehler in meiner Überlegung sein sollte, bedanke ich mich im Vorraus für eine Korrektur :)
  • 2 Antworten
    • Marinho
      Marinho
      Bronze
      Dabei seit: 23.02.2007 Beiträge: 3.574
      Deine Szenario-Analyse ist imo nicht realistisch.

      Kann gut sein, das er am FLop mit 21% steht, aber diese Range wird kaum deine cbet callen. Insofern kommt das mit den über 50% am Turn nicht hin. Villain wird in der Regel wesentlich tighter callen.

      Mag sein, dass er am Flop viel foldet, wenn du aber den turn und river mit TP braindead weiter barrelst, dann valuetownst du dich einfach selbst gegen seine tighter werdenden ranges gegen die du einfach nicht mehr über 50% Eq hast.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Es riecht ein bißchen nach Milchmädchenrechnung. ;)

      Du nimmst letztlich Villains Preflop-Range und analysierst damit ein evtl. Turnplay.

      Es ist ja völlig klar, dass du gegen eine weite (22%) Range bei Hit von Toppair vorne liegst. Du weißt aber auch, dass du deswegen noch lange keine Valuebet hast.

      Nur was haben in der Turn-Analyse hände wie Q9s, KT, QT, JT etc. zu suchen? Glaubst du die callen am Flop?

      Machen wir es einfach: Dein Gegner spielt ab Flop nur Toppair/2Pair/Sets weiter (ist ja nun nicht sooo unrealistisch).

      Einen Großteil seiner Range, die die nicht gehittet hat, foldet er direkt am Flop. Mit der Range die getroffen hat (und die dich deutlich schlägt), callt er deine 3 Barrels.

      Natürlich musst du dabei den immer größer werden Pot berücksichtigen, mit QT foldet er am Flop und gibt seine Preflop investierten 3BB auf. Mit A8 callt er dich runter und gewinnt am River einen (verhältnismäßig) großen Pot.