Preflop Finetuning - Cap preflop IP und übet aus dem BB

    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 7.975
      Hey, ich habe in letzter Zeit HU fast immer ohne capping-range gespielt. Ich merk aber selbst dass ich mir mit Leuten schwerer tue die viel am Button oder CO cappen ohne dabei die übliche TT+, AQs, AK Range zu haben. Würd gern mal ein paar Meinungen pro und Contra zu cappingranges und 3bet-Ranges aus dem BB hören und ausdiskutieren.

      Danke =)
  • 8 Antworten
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 7.975
      Wollt ihr alle ohne Einstieg nicht diskutieren? :) Nagut ich geb mal meine Gedankengänge dazu:

      1. Gegen welche Range sollte man cappen und gegen welche nicht, sollte man es überhaupt tun?

      Zunächst einmal bringt man preflop in Position Geld in den Pot mit einem Cap, was an sich schonmal nicht schlecht sein kann. Dagegen spricht das Preisgeben von Information, sprich der Rangeteilung der Capping- und Noncappingrange.

      Wann ich definitiv nicht cappe: Gegen sehr tighte Ranges, wenn "lighte" caps spew sind und meine Valuerange so klein ist, dass ich sehr einfach zu spielen bin.

      3Bet vs MP2: 77+, ATs+, KQs, AJo+ => hier ist ein Cap definitiv schlecht, weil man mit T9s als deceptive Cap Geld als ziemlicher underdog reinbringt und Villains Range allgemein gerne den Showdown sieht und man oft unimproved 3barreln müsste.

      3Bet vs BU: 33+, A2s+, K8s+, Q9s+, J9s+, T9s, 98s, 87s, A5o+, KTo+, QJo => Eine recht typische Range eines 3betters, 24,74% der Hände.

      Auch dagegen hätte man nur 50% Equity mit 66+, A9s+, ATo+ als Valuerange. Eine sehr Ax und PP-lastige Range. Also irgendwie deceptive Hände dazunehmen und Ax Hände streichen. Auch 66 würd ich nicht cappen sondern lieber den Equityshift am Flop abwarten.

      Ähnliche Vorraussetzungen gelten auch für das Spiel im BB.

      Fragen: Ab welchen 3bet-Ranges cappt ihr und von welchen Vorraussetzungen dabei Villain macht ihr es noch abhängig? Zum Spiel aus dem BB kommt imo nur eine 3bet Range gegen CO und BU in Frage, evtl. nur BU. Meinungen?
    • Alph0r
      Alph0r
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      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Ich denke ind er Praxis ist es schon ok gegen tighte Ranges nicht zu cappen. Ich denke aber aus GTO sicht wäre es nicht 100% optimal.

      Der Grund ist zum einen, dass der Gegner immer theoretisch die Möglichkeit hat den Flop zu checken, deshalb sollte man wahrscheinlich zu einem gewissen %satz auch cappen, besonders OOP.

      Ich denke auch, dass das Argument, man würde mit seinen Bluffs money burnen falsch ist. Es wäre sogar richtig Bluffs in seine Range aufzunehmen, wenn diese Bluffs 0% EQ hätten, man muss auch gegen eine starke Range mal bluffen, da man den Value seiner noch stärkeren Hände sicherstellen will. Also selbst wenn es MP2 gegen BB ist, wird eine nobluff strategy halt dazu führen, dass der Gegner selbst TT-QQ irgendwo folden kann.

      Falls du T9s preflop nicht cappen würdest, würdest du es überhaupt irgendwo bluffen? Ich denke die meisten regs bluffen in diesen Situationen zu wenig, aber der Momentane Gameflow ist halt auch so, dass es nicht durch toughe folds bestraft wird.

      Es ist auch nicht so, dass eine weite Range automatisch gebalanced ist. Gebalanced ist es, wenn man mit jeder Hand die richtige Betsequenz und die richtige Anzahl an Bets wählt. Call hält die range weit, aber man hat mit AA, KK schonmal 1SB weniger bekommen, evtl. kann man das nichtmehr im Verlauf der hand ausgleichen.

      In der Praxis sollte die nocap strategy in solchen Fällen aber wahrscheinlich nah genug am Optimum sein.

      Für eine 3B im BB gegen MP2, MP3 gilt dann wohl das gleiche, außer dass hier noch mehr value mit den Premium Händen liegengelassen werden kann, somit denke ich, dass nocap näher am Optimum als no 3B ist.








      Im CO und BU speile ich ne mixed Strategy, mache also sowohl deceptive caps, als auch deceptive calls mit Monstern.



      Die Diskussion ist interessant, aber es wird IMO schwer sein zu Ergebnissen zu kommen, man bräuchte erstmal methoden um das ganze objektiv zu untersuchen, die wahrscheinlich zu aufwendig sein würden.
    • Cornholio
      Cornholio
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2006 Beiträge: 25.674
      Ich halte es so, dass ich versuche jede Range gegen jede Range zu balancen.
      Keine Range ist capped, keine polarisiert, keine zu stark value-, deceptive- oder SDvalue- lastig.
      Dabei 3bette aus dem BB und cappe ich gegen UTG und MP gar nicht, gegen CO-BB gebalanct.
      Seit neustem nehme ich auch in meine Raise/Call Range 3handed alle Monster mit auf (anteilig) und cappe als open raise gegen 3bet und Coldcall bei weiteren Ranges fast alles.

      Ich hab übrigens ein Video zu Preflop gemacht, das bald releast wird, wo ich mal über Preflop allgemein rede, mal ein paar Sachen zur Diskussion stelle und hoffentlich kann man die Diskussion da mal wieder ein bißchen aufnehmen.
      Wird allerdings keine neuen findings geben und richtet sich auch eher an niedrige Limits.
      Es gibt ja irgendwie gar keinen Konsens über verschiedene Bereiche des Preflop spiels (was ok ist..).
      Sehr hilfreich würden wirklich empirische Untersuchungen zu einzelnen Sachen sein. Man bräuchte große Datenmengen, geeignete Programme (reicht HM2?) und müsste sich überlegen, wie man da aussagekräftige Daten bekommt.
    • MyLady17
      MyLady17
      Black
      Dabei seit: 11.03.2007 Beiträge: 7.975
      @Alphor: Denkst du es gibt sog. Loss Leader im Fixed Limit? Korn hat das ja lange Zeit verneint und hatte damals viele hinter sich, ich bin allerdings immer noch der Meinung dass es sehr wohl Loss Leader im Poker gibt.

      Ich hab gestern im Gespräch mit einem Mid-Highstakes Reg die Meinung gehört, dass man 100% passiv defenden soll, solange die Flop Cbet Fqz nahe 100% beträgt
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Ich denke, es gibt keine loss leader im FL, zumindest solange der Gegner halbwegs reasonable ist. Du kannst aber mal erklären, wieso du denkst es gibt sie.

      IMO sollten nur genausoviele bluffs, mit genau so viel EQ drin sein, dass der unprofitabelste Bluffs noch break even ist. Ich denke vor allem FL muss man relativ nah an GTO spielen.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.679
      Was sind Loss-Leader?
    • Alph0r
      Alph0r
      Black
      Dabei seit: 09.05.2007 Beiträge: 5.149
      Man macht nen -EV move, z.B. nen crazy Bluff, oder einen zu loosen openraise in der Hoffnung den Value anderer Hände, z.B. seiner starken Madehands so sehr zu erhöhen, dass man den Expected value seiner Gesamtrange insgesamt erhöht.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.679
      Klar gibt es Lossleader: 72o aus UTG ;)

      oder mucked ihr das etwa?