[NL] 72o versucht sich an der BSS

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      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Hallöchen liebe(r) Coach(es)!

      Nun will ich mich auch am Anfängerkurs für NLH BSS versuchen. =)

      Zu meiner Person:
      Mein Name ist Peter, ich bin 45 Jahre alt und arbeite in einer großen Druckerei in einem 4-Schicht Rhythmus.

      Mein bisheriger Poker-Werdegang sieht in etwa so aus:
      Online-Poker spiele ich seit knapp 5 Jahren mal mehr, mal weniger intensiv. Angefangen habe ich auf PokerStars, nachdem Arbeitskollegen mich darauf angesprochen hatten. Ich hatte absolut keine Ahnung welchen Stellenwert Poker im Internet damals bereits hatte. Da ich ein eher vorsichtiger Mensch bin und großen Respekt vor den Gefahren Spielsucht und Bankrott hatte (und habe), spielte ich zunächst nur mit Spielgeld. Sehr schnell stellte ich aber zu meinem Bedauern fest, dass Playmoney-Poker nicht das echte Spiel sein kann. Es geht ja um nix dabei und kaum ein Spieler nimmt das Spiel wirklich ernst. Deshalb machte es sehr schnell keinen Spaß mehr. Also zahlte ich schweren Herzens das erste Mal €20 per Paysafekarte ein.

      Im Gegensatz zu einigen meiner Kollegen gelang es mir zwar mein Geld nicht so fürchterlich schnell zu verlieren, aber in's Plus geriet ich auch nicht gerade. Insgesamt habe ich damals wohl ca. 100 € bei PokerStars eingezahlt. Irgendwann führte Pokerstars seine "Pokerschule" Intelli ein. Begeistert meldete ich mich dort an und begann die dortigen Strategieartikel, Videos, u.s.w. zu lesen bzw. anzusehen. So kam ich zur SSS wie sie dort gelehrt wurde. Es funktionierte halbwegs, aber irgendwann kam der Punkt, dass es damals dort keine weiteren Lehrmaterialien zur SSS mehr gab. Ich wollte aber mehr Wissen! Während ich relativ verzweifelt das dortige Forum nach mehr Lehrstoff abgegrast habe, stolperte ich in einem Posting darüber, dass jemand geschrieben hatte, es gäbe auch noch andere Seiten im Internet, die sich mit Poker-Strategien beschäftigen. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können! :rolleyes:

      Google spuckte dann diese Seite als eine aus, die einem ohne eigene Einzahlung Zugang zum Onlinepoker um echtes Geld, und sich als Pokerschule anboten. Hurra! Die Begeisterung wurde schlagartig gebremst, als ich feststellen musste, daß ich mit meinem geliebten Pokerstars-Account hier nix anfangen konnte. :(

      Ich erstellte einen Account bei FullTilt und begann dort SSS zu spielen. Es klappte ganz gut und meine Bankroll wuchs an. Bei der Massenaccountschliessung von FT im Dezember 2008 hat es mich dann auch erwischt. Bis heute weiß ich nicht, was ich falsch gemacht haben soll. Vielleicht habe ich zu viel gewonnen... Zumindest hat FT mir meine dortige BR (ca. $280) ausgezahlt, was für mich andeutet, sie waren sich meiner Schuld vielleicht auch nicht so richtig bewusst. Naja, alte Geschichte - Schwamm drüber. Ich hoffe nur, dass PokerStars mich nicht auch noch sperrt, wenn sie die alten Daten von gesperrten Accounts von FT aufarbeiten. Sicherheitshalber habe ich mir vor kurzem von PokerStars alles Geld auszahlen lassen, was ich dort noch hatte.

      Nach FullTilt ging es für mich dann auf PartyPoker weiter. Da mir deren Software nicht sonderlich gefällt, war meine Begeisterung eher etwas gebremst. Allerdings habe ich dort bei einer Verlosung $250 (oder so) gewonnen. :D

      Als es dann immer mehr SSSler wurden und ein Anbieter nach dem anderen damit anfing die SSS unspielbar zu machen, verließ mich noch etwas mehr die Lust am Pokern und im RL hatte ich zu dieser Zeit auch so genug zu tun. Um meine BR für später aufzuheben, erstellte ich einen Account bei Moneybookers. (Kurze Zeit danach wurde Moneybookers Partner von PokerStrategy... das hätte gerne vorher passieren dürfen.)

      Ein paar mal bekam ich von PokerStrategy erneutes Startkapital angeboten, so dass ich jetzt neben PartyPoker und dem gesperrten FullTilt Account noch bei William Hill, Betfair Poker, Titan Poker und Cake Poker getrackt bin. (Ich bekam nicht überall neues Startkapital, manche Seiten haben mich einfach so interessiert...) Von der Software her kann sich imho kein Anbieter auch nur annähernd mit PokerStars messen. Ich finde es extrem bedauerlich, dass man sich nicht nachträglich tracken lassen kann.

      In letzter Zeit finde ich wieder etwas mehr Gelegenheit zum Spielen und so erwachte mein Interesse am Poker erneut. Diesmal möchte ich aber richtiges Poker lernen und nicht nur dieses automatisierte AI gepushe der SSS. :s_evil:

      Vielleicht schaffe ich es mir Poker als kleine Nebeneinkunft zu erschließen. Das wäre schonmal eine wunderbare Sache. Ich möchte jedenfalls ausprobieren wie weit ich kommen kann und setze dabei auf eure Unterstützung!

      LG
      Peter aka 72o
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      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 1.1 Lies die Artikel:

      1. Die Spielregeln von Texas Hold'Em.
      - Da ich einige Zeit SSS gespielt habe sind mir die Regeln durchaus bekannt und ich erlaube mir diesen Artikel zu überspringen. OK?

      2. Was ist die Big Stack Strategy?
      - Bei der Big Stack Strategy versucht man die Gegner durch tightes und aggressives Spiel in Position mittels Drucks durch den großen Stack zu Fehlern zu zwingen und so Kapital daraus zu schlagen.

      3. 7 Tipps, wie du ein erfolgreicher NL-Spieler wirst.
      - Hände im Handbewertungsforum posten. (Das habe ich auch früher schon getan.)
      - Sich an Strategiediskussionen beteiligen. (Das habe ich bisher so gut wie gar nicht getan. Ich gelobe Besserung.)
      - Live-Coachings besuchen und in einen direkten Dialog mit dem Coach treten. (Wenn es meine Schicht erlaubt werde ich das sehr gerne tun.)
      - Pokervideos ansehen. (Auch das habe ich früher schon getan. Dieses Format spricht mich sehr an, man kann es zu jeder Zeit tun.)
      - Die 5 wichtigen Artikel. (Ich habe sie bereits gelesen und werde sie noch mehrmals lesen. Vor allem Tilt-Vermeidung ist ein für mich wichtiges Thema, mit dem ich ab und zu meine Schwierigkeiten habe.)
      - Wissentests durch Quiz. (Habe ich früher schon gemacht und werde ich auch weiterhin tun.)
      - Alle Möglichkeiten von PokerStrategy nutzen (Das will ich gerne tun)

      4. Theorie - aber wie?

      Der Artikel stellt ganz allgemein die verschiedenen Möglichkeiten Lehrangebote zu nutzen dar.

      Es gibt spezialisierte Angebote für die Möglichkeiten der Theorie:

      - Im Handbewertungsforum kann man gespielte Hände bewerten und diskutieren lassen. Man kann sich auch an der Diskussion von Händen anderer User beteiligen und seine Bewertung mit denen der Handbewerter vergleichen.
      - Im Bereich der Strategiediskussionen kann man sich an Diskussionen beteiligen und selber seine Problemspots darstellen und sie diskutieren lassen.
      - Die Artikel stellen das Basiswissen dar, welches man als eine Art Allgemeinwissen verinnerlichen sollte. In Kolumnen werden etwas speziellere Einzelheiten beleuchtet und behandelt. Zu den Kolumnen gibt es Feedbackthreads wo man Kritik anbringen und Fragen stellen kann. In den Quiz kann man das Erlernte für sich selber abfragen um Schwächen zu finden. Die betreffenden Punkte kann man dann nochmal explizit in den entsprechenden Artikeln nachlesen.
      - Videos gibt es in allen möglichen Varianten. Es gibt Sessionvideos, wo man einem Coach beim Spielen zugucken und erfahren kann welche Gedankengänge er in der jeweiligen Situation hat. Es gibt auch sehr spezielle Videos, die sich nur mit einem Thema befassen, ähnlich wie Artikel. Es gibt auch Videos die ganze Artikel enthalten.
      - Beim Live-Coaching werden die Spots so behandelt, wie sie auftreten. Der Vorteil ist, man kann im Chat direkt Fragen stellen und bekommt zeitnah eine Antwort darauf. Es entsteht eine Live-Diskussion zwischen den Usern und den Coaches.

      Die Anteile an Praxis und Theorie:

      Die Anteile zwischen Theorie und Praxis werden sich im Laufe des Kurses verschieben. Zu Beginn sollte der Theorieanteil sehr groß sein, damit man sich nicht unvorbereitet an den Tisch setzt.
      Wenn man dann die Basics beherrscht und zu spielen beginnt sollte man nach jeder Session die gespielte Session analysieren. Dazu wird ein Trackingprogramm benötigt, mit dem man die Session als ganzes und auch einzelne gespielte Hände anschauen kann. Nun sucht man nach Fehlern und Entscheidungen die einem während der Session schwer gefallen sind. Die entsprechenden Hände kann man dann im Handbewertungsforum posten um sie diskutieren und bewerten zu lassen.
      Je weiter man fortschreitet umso spezieller werden die Problemspots werden. Strategiediskussionen werden nun immer interessanter und man sollte sich daran beteiligen. Auch werden spezielle Videos und Coachings ein immer wichtigerer Bestandteil der Theorie.
      Selbst als professioneller Spieler sollte man niemals aufhören sich mit der Theorie zu beschäftigen. Spielweisen unterliegen Trends und was vor 2 Jahren gut funktionierte muss heute nicht immer noch gut sein.

      Noch mehr Möglichkeiten:

      - Man kann Lerngruppen bilden und sich mit Spielern des gleichen Limits austauschen.
      - Beim User to User Coaching schaut man sich abwechselnd beim Spiel über die Schulter.
      - Man kann Videos von seinen gespielten Sessions erstellen und sie im Forum veröffentlichen um Feedback von anderen Usern zu bekommen.
      - Wenn man auf ein gewisses Limit aufgestiegen ist kann es sinnvoll sein ein privates Coaching zu buchen. Dies ist zwar kostenpflichtig, aber absolut unschädlich für den eigenen Skill.
      - Beteiligt man sich lange und ausdauernd an Handbewertungen kann man sich als ehrenamtlicher Handbewerter bewerben. Dies hilft nicht nur anderen Usern sondern auch einem selbst.

      Der Plan:

      Man braucht einen persönlichen Plan was man wie und wann machen möchte. Wichtig ist, dass dieser Plan den eigenen Vorlieben gerecht wird aber auch realisierbar ist. Hat man ihn erstellt, sollte man sich möglichst genau daran halten.
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      72o
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      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 1.2 Sieh dir Videos an:

      Das Video ist eine Einführung in den Anfängerkurs. Es behandelt folgende Punkte:

      1. Das allgemeine Konzept des Kurses:

      Das Angebot von Pokerstrategy hat Vorteile:
      - umfangreiche Lehrmaterial
      - für alle Kenntnisstufen geeignet
      - für fast alle Pokervarianten existiert Lehrmaterial
      - verschiedene Arten von Lehrmaterialien und Möglichkeiten
      - vereinzelte komplette Guidelines als Videoserien

      Das Angebot von Pokerstrategy hat Nachteile:
      - Bisher kein durchgängiger Lehrplan
      - Nur wenige Guidelines durch das gesamte Lehrangebot
      - Die User werden nicht extra motiviert weiter zu machen auch wenn es mal schlecht läuft.

      Der Kurs soll die Nachteile aufheben und wird nur der erste von weiteren Kursen sein. Er enthält einen genauen Lehrplan der mittels vielfältiger Lehrmaterialien und Möglichkeiten vom Teilnehmer interaktiv abgearbeitet werden soll. Jeder Teilnehmer erhält dabei individuelle Unterstützung.

      2. Einführung in den Kurs:

      Gemeinsamkeiten der Teilnehmer:
      - Einsteigerniveau
      - Motivation den Kurs zu machen
      - Interesse am ersten deutschsprachigen Kurs dieser Art
      - Der Wunsch das eigene Spiel zu verbessern

      Gründe für die Teilnahme:
      - Gut strukturierte Inhalte incl. Präsentationen
      - Vertiefung des gelernten Stoffs durch Übungen und Hausaufgaben
      - Individuelle Betreuung der Teilnehmer
      - hoffentlich schnelle Lernerfolge (Statusaufstieg)

      3. Die korrekte Herangehensweise an das Pokerspiel:

      Unerlässliche Voraussetzungen für Poker:
      - Man braucht Zeit
      - Eine gute Motivation
      - Gelassenheit und gute Nerven
      - Ambition
      - Fleiß

      Belohnungen durch Poker:
      - monetärer Erfolg
      - Spaß am strategischen Spiel
      - Fähigkeiten für eine sichere richtige Entscheidungsfindung
      - Erfahrung, die über die schiere Wahrscheinlichkeit hinausgeht

      Erwartungshaltung:

      Trotz gutem und korrektem Spiel ist es durch den Zufall möglich nur wenig zu gewinnen. Genauso kann man durch den Zufall auch mehr gewinnen als einem eigentlich zustehen würde. Nichts schützt einen vor dieser Varianz. Wie gut oder schlecht man spielt lässt sich am finanziellen Erfolg nur sehr ungenau messen. Allerdings gibt diese Varianz auch schlechten Spielern das Gefühl ein guter Spieler zu sein, wenn sie eine Glückssträhne haben. Sie werden ihre Strähne wahrscheinlich nicht als solche erkennen. Verlieren sie nach der Strähne wieder ganz normal, weil sie eben schlechte Spieler sind, glauben sie wahrscheinlich nur eine Pechsträhne (Downswing) erwischt zu haben. Deshalb sollte man als ambitionierter Spieler jede gespielte Session analysieren und auf Fehler absuchen. Man sieht dann deutlich wie gut oder schlecht man gespielt hat.

      Daraus folgt: Man muss beim Poker immer langfristig denken!

      4. Wichtige Grundlagen:

      - Poker funktioniert als Spiel nur durch die Zwangseinsätze (Blinds). Ohne sie würde jeder nur auf die beste Hand warten und nur diese spielen.
      - Man gewinnt Geld wenn man am Showdown die beste Hand hat oder die Gegner vorher dazu bringt ihre Hände aufzugeben.
    • 72o
      72o
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      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 1.3 Nimm an Live-Coachings teil:

      - Live Coaching am Sonntag 09.09.2012 um 14:00 - 15:00 besucht.
    • cruiserpapa
      cruiserpapa
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      Dabei seit: 23.09.2006 Beiträge: 1.160
      Na endlich mal jemand der auch so ein biblisches Alter hat und sich mal outet.

      Da sag ich doch mal viel Erfolg beim "Lehrgang"!

      :s_evil:
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Vielen Dank und auch dir viel Erfolg, cruiserpapa! ;)

      Lektion 1.4 Hausaufgaben:

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?

      - Ich spiele Poker weil es mir Spaß macht strategisch zu denken und weil ich die Herausforderung suche.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?

      a) Ich tilte leicht, wenn
      - ein schlechter Spieler eine Glückssträhne hat und mir einen annähernden Badbeat nach dem anderen serviert.
      - ich mehrere Hände hintereinander ziemlich sicher bin der Gegner blufft nur, weil er schon mehrere Bluffs gezeigt hat, ich aber nicht weiterspielen kann, weil ich selber nichts oder nur eine sehr schwache Hand habe.

      b) Ich bin ab und zu nicht motiviert genug.

      c) Am Flop weiß ich manchmal nicht ob eine CBet gut oder schlecht ist.

      d) Das korrekte Einschätzen einer Range beim Gegner und wie gut meine Hand dagegen ist fällt mir durch die Kürze der Zeit bis zur Entscheidung oft schwer.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      - Tight-aggressiv zu spielen bedeutet seine Starthände genau auszuwählen. Neben den Karten selbst, ist die Position das wichtigste Kriterium dabei. Wird eine Hand dann gespielt, wird sie möglichst aggressiv und kontrolliert gespielt um die Gegner unter Druck zu setzen und sie so in fehlerhafte Entscheidungen zu zwingen.
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Hallo Peter, willkommen im Kurs!
      Da ja schon einiges an "Vorwissen" vorhanden ist gehe ich davon aus, dass dir die Kursinhalte keine allzu großen Probleme bereiten werden. Bezüglich der Live-Coachings kann ich dich beruhigen, es gibt zwei Termine (Montag 20:30-22:00, Mittwoch 19:00-20:30). Diese sind zwar nicht koordiniert, d.h. es werden unterschiedliche Lektionen behandelt, aber nach 9-10 Wochen solltest du alle Lektionen einmal gehört haben.
      Die Coachings stellen allerdings nur eine Ergänzung für Rückfragen der Teilnehmer dar. Wenn du keine Fragen hast, kannst du den Kurs theoretisch auch ohne die Live-Coachings abschließen. Bei jeder Lektion ist zusätzlich die Aufzeichnung einer Coachingsession zur Lektion verlinkt. Für kleinere Detailfragen steht dir auch dieser Thread jederzeit zur Verfügung. Also, wenn etwas unklar ist, einfach nachfragen.

      Zur Hausaufgabe der ersten Lektion gibt es nicht viel zu sagen, die Fragen zielten eher auf eine Standortbestimmung ab. Deshalb bekommst du auch direkt die Freigabe für Lektion 2.

      Weiterhin viel Erfolg im Kurs!
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Dann mach ich mal weiter. ;)

      Lektion 2.1 Lies die Artikel:

      1. Die 8 Spielertypen und wie du an ihr Geld kommst

      Es gibt unterschiedliche Arten von Pokerspielern. Sie unterscheiden sich darin wie viele Hände sie spielen und ob sie ihre Hände aggressiv, passiv oder sogar ängstlich spielen. Sie lassen sich in 8 verschiedene Typen einteilen:

      Typ 1: Der Rock spielt nur extrem wenige Hände. Er sucht sich seine Starthände sehr sorgfältig aus und spielt nur die absoluten Premium-Hände.
      Die Strategie gegen ihn:
      - Ignorieren. Weil er so gut wie nie in das Spiel einsteigt, kann man preflop so spielen, als ob sein Platz leer wäre.
      - Wenn möglich sollte man immer seine Blinds angreifen. Er wird sie nur höchst selten verteidigen.
      - Wacht er auf und macht Action wird's gefährlich. Dann sollte man sich fernhalten

      Typ 2: Die Nit spielt ähnlich wenig Hände wie der Rock. Der einzige Bluff den sie spielt ist eine CBet. Preflop spielt sie streng nach SHC doch postflop ist sie meistens ziemlich verloren.
      Die Strategie gegen sie ist eine leicht abgeschwächte Version derer gegen den den Rock.

      Typ 3: Der weak tighte Spieler ist etwas schwieriger zu erkennen. Sein Problem besteht darin, dass er mit aggressivem Spiel seiner Gegner nicht umgehen kann und deshalb Fehler macht.
      Die Strategie gegen ihn:
      - Seine Blinds angreifen. Er wird sie sehr häufig nicht verteidigen.
      - Häufig eine CBet spielen. Ohne TP oder besser wird er meist aufgeben.
      - Selektiv angreifen wenn die Chancen gut stehen, dass er die Hand aufgeben wird.

      Typ 4: Der TAG spielt den gleichen Stil wie wir und ist deshalb nicht unser Gegner. Gegen ihn spielen wir nicht um Geld zu machen. Mit vielen TAGs am Tisch sinkt die Edge und wir sollten uns einen anderen Tisch suchen. Wir können gegen den TAG spielen, wenn wir kurz vor einem Limit-Aufstieg stehen, um uns auf das nächste Limit etwas vorzubereiten. Der Anteil an TAGs wird im höheren Limit zunehmen.

      Typ 5: Der Maniac spielt sehr viele Hände und er spielt sie äußerst aggressiv.
      Die Strategie gegen ihn:
      - Sehr tight spielen.
      - Bluffs induzieren. Haben wir getroffen, lassen wir trotzdem ihn betten. Er will etwas beweisen und setzt sowieso.
      - Slowplay funktioniert gegen ihn recht gut. Hält man sich zurück wird der Maniac fast immer ballern.
      - Keine eigenen Bluffs spielen. Der Maniac will fast immer zum SD, deshalb haben Bluffs wenig Sinn.
      - Sich ja nicht auf Tilt bringen lassen. Maniacs haben dafür ein (ungewolltes) Talent.

      Typ 6: Der LAG ist eine abgeschwächte Version des Maniac.
      Die Strategie gegen ihn:
      - Tight spielen.
      - Bei passender Gelegenheit Bluffs induzieren.
      - Slowplay sollte gegen ihn auch noch recht gut klappen.
      - Harte Zweikämpfe vermeiden.

      Typ 7: Die Callingstation callt gerne und hat Schwierigkeiten eine Hand aufzugeben. Dabei ist es häufig unerheblich ob sie eine gute oder schlechte Hand hält. Ihre Spielweise entbehrt oft einer gewissen Logik.
      Die Strategie gegen sie:
      - Niemals bluffen! Selbst Semibluffs sind gegen eine CS nicht sinnvoll, da sie alles callt.
      - Hat man eine gute Hand, sollte man immer setzen, da die CS fast alles callt. Slowplay und Bluffinduce wird gegen sie nur extrem selten funktionieren, da sie selbst kaum bettet.
      - Man kann auch dünnere Valuebets anbringen, weil die CS dann auch gerne mit schlechteren Händen gerne.
      - Draws kann man passiv spielen, da die CS einem gerne Freecards gewährt.
      - Wacht eine CS auf und macht Action hält sie meistens ein Monster. Vorsicht!

      Typ 8: Der Donkey ist ein sehr schlechter Spieler, der oft ziemlich sinnlose Spielzüge spielt. Er sieht gerne den Flop und kann nicht verstehen, warum jemand preflop erhöht. Er spielt häufig zu loose und zu passiv. Seiner Meinung nach blufft jeder ständig und er callt, bettet oder raist häufig, wenn es sinnlos ist. Hat er eine starke Hand spielt er gerne Slowplay. Ähnlich dem Manic hat er ein Talent dafür seine Gegner auf Tilt zu bringen, wenn er einen Lauf hat und mehrmals hintereinander mit seiner schlechteren Hand am River doch noch gewinnt. (Gutshots kommen an, sonstige 1 und 2 outer...)
      Die Strategie gegen ihn:
      - Das ganz normale Standard ABC-Poker spielen.
      - Seine Moves genau beobachten: wie spielt er welche Situation.
      - Seine beobachteten Spielweisen gegen ihn verwenden.

      Fazit: Man sollte nach Callingstations, weak tighten Spielern und Nits Ausschau halten. Maniacs und LAGs sind nur was für starke Nerven. TAGs sind nicht unsere Gegner und Donkeys brauchen viel Aufmerksamkeit. Von Rocks bekommt man das Geld durch Steals Blind für Blind.

      2. Wie spielst du vor dem Flop?

      Es gibt bis zu 10 Positionen am Tisch. Die Position gibt an, wann man dran ist. Die Reihenfolge der Spieler ist im Uhrzeigersinn. Die Positionen zählt man vom BU aus, das ist der Kartengeber, er hat hat einen "Dealer-Button" vor der Nase, gegen den Uhrzeigersinn. Dabei haben der BU und der CO (Cutoff) jeweils ein Late Position (späte Position), die 3 Spieler davor (MP1, MP2 und MP3) je eine Middle Position (mittlere Position)und die 3 Spieler davon (UTG1, UTG2 und UTG3, UTG=Under The Gun) je eine Early Position (frühe Position). Die beiden Spieler davor (SB und BB, Small Blind und Big Blind) haben aus 2 Gründen eine Sonderstellung: 1. Sie müssen vor der Kartenvergabe Zwangseinsätze bezahlen, eben wie ihre Positionen benannt sind den Small Blind und den Big Blind und 2. sind sie vor dem Flop als letzte an der Reihe, nach dem Flop jedoch als erste wenn sie noch dabei sind. Sitzen weniger als 10 Spieler am Tisch fallen zuerst die frühen Positionen weg, danach die mittleren u.s.w.. Die beiden Positionen die niemals wegfallen sind der BU und der BB. Im HeadsUp zahlt der BU den Small Blind un der BB den Big Blind vor der Kartenvergabe.
      Nach jedem Spiel wandern die Positionen im Uhrzeigersinn einen Platz weiter. Dadurch kommt jeder Spieler im Laufe der Session in jede Position.

      Im Starting Hands Chart ist aufgeführt welche Starthände aus welcher Position abhängig von den bisherigen Aktionen der anderen Spieler wie gespielt werden sollen. Es nimmt dabei keine Rücksicht auf die 8 verschiedenen Spielertypen.

      Wenn man eine Erhöhung spielt, erhöht man um 3 Big Blinds auf 4 Big Blinds, wenn vorher keiner in die Hand eingestiegen ist. (Man ist first in) Gab es vorher Limper, sie haben den Big Blind bezahlt um dabei zu bleiben, legt man pro Limper einen weiteren BB drauf. Gab es z.B. 2 Limper vor einem, erhöht man auf 6 Big Blinds.
      Wurde vor einem bereits erhöht erhöht man auf das 3fache der ursprünglichen Erhöhung plus je einmal die Erhöhung pro Spieler der die Erhöhung bereits gecallt hat. Wurde mehr als einmal erhöht spielt man nur noch AA und KK weiter und geht direkt AllIn, setzt also alles Geld was man am Tisch hat. Jede andere Starthand legt man weg.
      Wird nach einem nochmal erhöht, erhöht man mit AA und KK nochmal. Mit Paaren kleiner als KK kann man mit gehen, wenn der Stack des Spieler der zuletzt erhöht hat und der eigenen je mindestens 20 mal so groß sind wie der zu zahlende Betrag. Alle anderen Hände legt man weg (folden), es sei denn die Erhöhung nach uns war die kleinstmögliche Erhöhung. Mit AA und KK erhöht man dann weiter, mit den anderen Starthänden callt man.

      Durch die korrekte Anwendung des Starting Hands Chart spielt man zwar nur wenige Starthände, aber man hat meistens vor dem Flop die beste Hand und geht schwierigen Entscheidungen nach dem Flop größtenteils aus dem Weg. Winning by folding heisst die Devise.

      3. Mathematik des Pokerns - Odds und Outs

      Draws sind Hände, die noch sehr schwach sind, sich aber durch kommende Karten auf dem Board verbessern können und dann höchst wahrscheinlich die beste Hand sein werden. Ob weiterspielen rentabel ist, hängt zunächst von der Menge der Karten ab, die die eigene Hand verbessern (Outs) im Verhältnis zu den nicht hilfreichen Karten (Odds) und dem dafür zu zahlenden Betrag im Verhältnis zur bisherigen Potgröße. (Pot Odds)

      Outs sind Karten die die eigene Hand verbessern. Hat man z.B. 4 Karten eines Straight verhilft einem die noch fehlende Karte zum Straight. Gibt es 2 Möglichkeiten eine fehlende Karte zu ergänzen, hat man 8 Outs, denn jede Karte gibt es bekanntlich in 4 Farben. Bei nur einer Möglichkeit (Gutshot) sind es nur 4 Outs. Hat man 4 Farben eines Flush verhilft einem jede weitere Karte dieser Farbe zum Flush. Da es 13 Karten in jeder Farbe gibt, hat man dann 9 Outs. Solche Szenarien können auch kombiniert auftreten. Hat man 4 Karten eines Straight, und gleichzeitig 4 Karten eines Flush, addieren sich die Outs, in diesem Fall sind es 15.
      Es kann vorkommen, dass man sich nicht alle Outs anrechnen kann, weil der oder die Gegner sehr wahrscheinlich Hände halten, denen einige unserer Outs zu einer noch besseren Hand verhelfen würden. Z.B halten wir einen Straightdraw und der Flop ist in 2 Farben. Es kann sein, das einer der Gegner einen Flushdraw hat. Kommt nun eines unserer Outs in genau dieser Farbe an, haben wir zwar unseren Straight, aber der Gegner hält nun seinen Flush und damit die bessere Hand. In solche einem Fall müssen wir unser Outs reduzieren bzw. modifizieren. Man spricht hier von "discounted oder modified Outs".

      Die Odds geben an mit welcher Wahrscheinlichkeit man einen Draw komplettieren kann. Dies wird im Verhältnis nicht hilfreiche Karten : hilfreiche Karten angegeben. Diese Schreibweise wird auch "Odds against" genannt, weil sie die Wahrscheinlichkeit angibt, dass man seine Hand nicht verbessern kann.
      Ein Beispiel: Man hat 4 Karten eines Flush und es liegt bisher nur der Flop auf dem Board. Damit sind 5 Karten bereits bekannt - es verbleiben 47 unbekannte von denen uns 9 weiterhelfen. 47-9=38 -> die Odds sind 38:9 gerundet etwa 4:1
      In der Odds-Tabelle sind die Odds bis zu 15 Outs mit Beispielen aufgelistet.

      Pot Odds sind das Verhältnis möglicher Gewinn (bisherige Potgröße) : zu zahlender Betrag (letzte Bet oder Erhöhung des Gegners).
      Sind die Pot Odds größer als die Odds ist ein Call langfristig profitabel. Sind die Pot Odds kleiner als die Odds würde man langfristig Verlust machen.

      Das Thema der Odds und Outs wird gerade im NoLimit Hold'Em noch durch das mathematische Konzept "implied Pot Odds" erweitert.

      4. Extra: Crushing NL50 - (1/6) Das Preflopspiel

      Die Grundlage aller Bemühungen beim Poker stellt das Prinzip des Gewinnens von möglichst viel Geld dar. Jede Entscheidung sollte dazu beitragen den Erwartungswert zu verbessern. Je mehr Informationen bei einer Entscheidung berücksichtigt werden können, umso präziser lässt sich der Erwartungswert einer Aktion abschätzen.
      Das SHC stellt einen Kompromiss dar, da es dem Spieler dabei hilft Fehler zu vermeiden, einfach anzuwenden und eindeutig ist. Nachteilig am SHC sind die Vereinfachungen durch das Zusammenfassen von Starthänden zu Kategorien und Positionen zu Positionsgruppen sowie das Nichtverwenden von gegnerspezifischen Informationen.

      Für Einsteiger ist es zunächst wichtig ihre Bankroll nicht zu verlieren. Daher ist das SHC darauf ausgerichtet den Ruin zu verhindern. Es wird hierbei auf marginale Situationen verzichtet, die nur unter bestimmten Voraussetzungen einen positiven Erwartungswert haben. Um diesen zu erreichen bedarf es aller Informationen die vor dem Flop verfügbar sind: Welche Spieler sind mit welchen Stacks von welchen Positionen mit welchem Spielzug in das Spiel eingestiegen, von wem gab es Raises in welcher Größe, u.s.w.

      Blindstealing

      Der erste Ansatzpunkt um sich vom SHC zu lösen, stellt das Blindstealing dar. Im SHC ist nicht vermerkt, welcher Gegnertyp, mit welcher History und welchem Stack dafür geeignet ist. Tighte Spieler eignen sich dafür, weil sie nur mit wirklich guten Händen ihre Blinds verteidigen werden. Sehr schlechte Spieler sind natürlich auch geeignet, weil man gegen sie generell profitabel spielen kann, da sie große Fehler begehen. Hat man tighte und/oder schlechte Spieler in den Blinds sitzen, deren Stacks entsprechend groß sind, das eine CBet spielbar sein wird, kann man aus BU mehr raisen, als das SHC vorgibt. Bei der richtigen Konstellation der Gegner ist es möglich einen Openraise-Wert von mehr als 40% aus dieser Positionen zu erreichen. Um aus dem CO diese Erweiterung spielen zu können, muss der BU ein sehr tighter Spieler sein. Ein looser oder aggressiver Gegner am BU ist ungeeignet.
      Gegen loose Gegner mit großem Stack in den Blinds lassen sich auch noch einige Hände mehr erhöhen, wie sie das SHC vorgibt. Wichtig dabei ist, dass man das bessere Potential für mittelstarke Hände hat, da man häufig zum Showdown gehen muss.
      Bei tighten Gegnern muss man besonders auf schwer erkennbare, sehr starke Hände aufpassen.

      Isolation

      Sind bereits Spieler per Limp in das Spiel eingestiegen, kann man häufig mit einer etwas weiteren Range als im SHC aufgeführt ist, raisen. Natürlich sind auch hier wieder der Gegnertyp, seine History und sein Stack wichtige Informationen. Sind die Limper z.B. Bigstacks werden sie meistens kleine PPs, seltener auch suitetd Connectors limpen um auf Setvalue bzw. Flush oder Straight zu spielen. Sind sie tight, werden sie auf eine CBet am Flop meistens folden, weil sie ihr Set oder Draw nicht getroffen haben.
      Mit Händen, die entsprechend Potential besitzen, wie suited Connectors, kann ein Limp durchaus einen positiven Erwartungswert haben und profitabel sein.
      Allgemein lässt sich jedoch sagen, dass in Situationen die einem Limp einen eindeutig positiven Erwartungswert geben, ein Raise einen noch höheren Erwartungswert hätte.

      Domination

      Das Konzept der Domination stellt keine so eindeutigen Vorgaben wie die bisher genannten. Eine Starthand dominiert eine andere, wenn sie neben einer gleichwertigen Karte, eine mit einem höheren Wert als die 2te Karte des Gegners enthält. Zum Beispiel dominiert KQ QJ, oder 87 dominiert 76. Die Gewinnwahrscheinlichkeit der dominierenden Hand liegt deutlich über der der dominierten Hand. Daher sollte man versuchen dann zu spielen, wenn die eigene Starthand die Range des Gegners dominiert. Natürlich darf man dabei die sonstigen Umstände nicht außer acht lassen.
      Im Falle eines Treffers der dominierten Karte hat der Gegner möglicherweise ein Top Pair, aber nur 3 Outs um seine Hand zu verbessern. Langfristig ist dies eine recht profitable Situation.

      Vermeiden sollte man unbedingt potentiell dominierte Hände in solchen Situationen zu spielen. Zum Beispiel wird A2 von jeder anderen Ax-Hand dominiert.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 2.2 - Sieh dir Videos an:

      Das Video Das Spiel vor dem Flop & Grundlagen der Pokermathematik hat den gleichen Inhalt wie die Artikel "Wie spielst du vor dem Flop?" und "Mathematik des Pokerns - Odds und Outs" aus Lektion 2.1

      Das Video Hasenbratens Crushing NL 50 - Teil 1 ist im Inhalt mit dem Artikel "Extra: Crushing NL50 - (1/6) Das Preflopspiel" gleich.

      Beide Videos habe ich (mehrfach) angeschaut.
    • qpunisher
      qpunisher
      Bronze
      Dabei seit: 26.12.2008 Beiträge: 1.762
      viel erfolg peter :f_thumbsup:
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Vielen Dank! Auch Dir viel Erfolg!

      Lektion 2.3 - Nimm an Live-Coachings teil:

      Ich konnte an 2 Coachings teilnehmen.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 2.4 - Erledige folgende Hausaufgabe:

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      - Ich würde am BU mehr Hände firstin raisen, wenn der SB und der BB tighte Spieler sind. Sie werden häufiger folden als durchschnittlich spielende Gegner. Das SHC nimmt auf die Spielweise der Gegner keine Rücksicht.

      - Ich würde z.B. mit suited Connectors auf Minraises preflop in Position häufiger callen, vor allem wenn das Minraise bereits von anderen Spielern gecallt wurde. Das SHC berücksichtigt keine Raisegrößen und Potodds.

      - Ich würde unter bestimmten Umständen mehr raisen, wenn vor mir gelimpt wurde, um einen schwachen Gegner zu isolieren. Natürlich sind auch die Spieler nach mir zu beachten. Sie sollten möglichst tight sein, damit ich die Chance auf erfolgreiche Isolationen habe. Das SHC beachtet die Stärken und Schwächen der Gegner nicht.

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      Preflop habe ich eher selten Schwierigkeiten; meine sicherlich noch gewaltigen Leaks sind mehr postflop. Eine Hand die ich preflop anders eingeschätzt habe als der Handbewerter in seiner Analyse, habe ich aber dann doch gefunden. ;)

      NL4 JJ UTG+1 drawheavy Board
      Das Problem ist hier, dass ich es schwierig finde einem Gegner eine zutreffende Range zu geben, wenn er zuerst nur gelimpt hat, nach meiner Bet aber zum Raise ausholt.

      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?


             Equity     Win     Tie
      BU     46.31%  37.89%   8.41% { AKo }
      SB     53.69%  45.28%   8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }


      Ich besitze eine Equity von 46,31%
    • CKWebsolutions
      CKWebsolutions
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 2.171
      Genau so hatte ich das erwartet. Wenn man sich schon etwasmit dem Spiel befasst hat stellt man natürlich schnell fest, dass das SHC sehr stark verallgemeinert und die Vorgaben keine Rücksicht auf Reads, Stack Sizes, Position (eun UTG-Raiser ist anders zu bewerten als ein Raiser aus später Position) nehmen.
      Die Abweichungen sind gut und sinnvoll, die Equity passt und zur Hand hast du ja schon eine Antwort bekommen.

      Viel Erfolg bei Lektion 3!
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Und es geht weiter...

      Lektion 3.1 - Lies die Artikel:

      1. Mathematik des Pokerns - Implied Pot Odds

      Die impled Pot Odds sind die Pot Odds, die nicht nur das Geld im Pot berücksichtigen, dass bereits im Pot ist. Sie berücksichtigen auch, wieviel Geld der Gegner noch bereit sein wird zu bezahlen, wenn wir unseren Draw zur besten Hand vervollständigen können. Da dieser zusätzliche Betrag keine fest kalkulierbare Größe ist, müssen wir eine möglichst zutreffende Annahme über die Zahlungsbereitschaft des Gegners treffen. Wichtig ist dabei natürlich auch, ob der Gegner und wir selbst überhaupt noch genug Geld im Stack haben um diese späteren Einsätze zu bezahlen. Ein Beispiel dafür ist die Call-20 Regel aus dem SHC. Da wir mit der entsprechen Hand nur zu 12% treffen, dürfen wir nur mitgehen, wenn wir und der Gegner auch genug Geld im Stack haben um im selten Falle eines Treffers mehr Geld zu gewinnen, als uns die häufigen Fälle kosten, wenn wir unseren Draw nicht vervollständigen können.

      Faktoren, die die implied Pot Odds beeinflussen:

      - Wie loose ist der Gegner postflop? Umso häufiger der Gegner zu Showdown geht je eher wird er bereit sein auf den folgenden Streets weiteres Geld zu bezahlen. Spieler die preflop sehr loose agieren werden nur selten zum Showdown gehen, weil sie zu selten eine gute Starthand haben. Ist der Gegner ein ausgesprochener Maniac sieht es natürlich anders aus. Er bezahlt fast alles...

      - Wieviel Stärke signalisiert der Gegner? Je stärker die Hand des Gegners ist umso mehr Geld wird er bereitwillig bezahlen, weil es ihm schwer fällt seine gute Hand ab zu legen.

      - Wie offensichtlich ist unsere Hand? Bei leicht erkennbaren Händen sinkt die Bereitschaft des Gegners weiteres Geld zu bezahlen. Z.B. wird ein angekommener Nutflush mit 4 Karten auf dem Board deutlich weniger implied Pot Odds haben, als ein angekommener Gutshot.

      - Sind wir in Position? Agieren wir in den Setzrunden nach dem Gegner ist es leichter ihm weiteres Geld zu entlocken.

      - Sind wir am Flop oder am Turn? Am Flop sind die implied Pot Odds meistens größer, da wir danach noch 2 weitere Setzrunden bis zum Showdown haben.

      - Wie groß sind die beteiligten Stacks? Wer kein Geld mehr hat, kann nicht bezahlen...

      2. Wie spielst du nach dem Flop?

      Die Grundlage für das Spiel nach dem Flop ist natürlich was man überhaupt am Flop treffen kann. Man unterscheidet gemachte Blätter, Draws und Nichts.

      Gemachte Blätter sind Hände, die schon jetzt einen Showdown gewinnen könnten. Häufig müssen sie sich nicht unbedingt verbessern und manchmal können sie das auch nicht.

      Bei den gemachten Blättern sind die Monster Hände wie 2 Paare, Drillinge, Straight, Flush und noch bessere Hände. Mit diesen Händen wird man meistens gewinnen und viel Geld damit raus holen können, wenn man sie richtig spielt.
      Bei den 2 Paaren muss man beachten, das sie nur dann ein Monster sind, wenn man jeweils eine seiner Holecards für eines der beiden Paare benutzen kann. Ein Paar das in den Gemeinschaftskarten liegt, hat auch der Gegner. Deshalb hat mit man bei 2 Paaren, mit einem davon Gemeinschaftskarten nur noch ein Paar, das man sich anrechnen kann.
      Etwas schlechter als Monster sind Überpaare, Toppaare und noch schlechtere Hände. Gut sind davon nur Toppaare und Überpaare.

      Draws sind Blätter, die jetzt noch keine gemachte Hand sind, aber eine gute werden können, wenn auf dem Board hilfreiche Karten kommen. Je mehr zukünftige Gemeinschaftskarten uns eine sehr gute Hand bescheeren können umso stärker ist der Draw.

      Es gibt verschiedene Gründe zu setzen. Grundsätzlich müssen wir immer gute Gründe finden, warum wir durch einen Einsatz Geld verdienen.
      Ein möglicher Grund ist Valuemaximierung. Wir glauben, die beste Hand zu haben und wollen möglichst viel gewinnen. Wichtig ist es dabei dem Gegner eine möglichst realistische Range an Händen zuzurechnen. Sehen wir unsere Hand gegen diese Range meistens vorne und glauben, dass der Gegner mit schlechteren Händen als der unseren einen Einsatz callt, ist unser Einsatz berechtigt.
      Ein weiterer möglicher Grund ist ein Bluff. Wir wollen erreichen, dass der Gegner eine bessere Hand als unsere foldet. Auch hier ist natürlich wichtig eine Vorstellung von der Range an Händen des Gegners zu haben. Man muss aufpassen, dass man mit einer Bluffbet nicht nur den Pot aufbläst. Es wäre gut, wenn sich die eigene Hand durch zukünftige Gemeinschaftskarten noch verbessern kann. Wichtig ist natürlich auch, ob der Gegner überhaupt in der Lage ist Hände weg zu legen. Eine Callingstation kann man nicht bluffen. Sie wird nur folden, wenn sie eine schlechte Hand hat. Man sollte nicht bluffen, wenn man mehrere Gegner hat. Abhängig vom Handverlauf sollte man etwas repräsentieren, der Gegner aber nur selten getroffen haben können.
      Wenn man preflop als letzter erhöht hatte und dadurch am Flop die Initiative hat, kann man bei einem geeigneten Flop eine Continuationbet spielen. Man setzt seine Aggression fort. Dazu sollte man entweder den Flop selbst sehr gut getroffen haben, bzw. dieses repräsentieren können und/oder der Gegner sollte den Flop meistens nicht gut getroffen haben können. Drawlastige Flops sind z.B. ungeeignet für Continuationbets, wenn man selbst keine gemachte Hand und keinen starken Draws getroffen hat, der Gegner aber häufig auf einem Draw sein wird.
      Hat man eine gemachte Hand mit der man einen Showdown häufig gewinnen kann und das Board ist drawlastig sollte man eine Protectionbet spielen. Diese Bet muss so groß sein, dass der Call eines Gegners der drawt mathematisch nicht mehr korrekt ist, er also zu viel bezahlen muss, wenn er callt.

      Es gibt auch Gründe warum man nicht setzen sollte. Der wohl häufigste Grund ist, dass man schlichtweg nichts getroffen und deshalb ein schlechte Hand hat.
      Liegt der Flop hat man eine ungefähre Vorstellung davon um welche Potgröße man spielen möchte. Hat man ein Monster will man natürlich um einen großen Pot spielen, hat man dagegen eine eher schwache Hand sollte der Pot möglichst klein bleiben. Durch Potcontrol will man dann den Pot lieber klein halten.
      Ein weiterer Grund kann sein, daß man ein gewaltiges Monster hat und dies verstecken möchte. Man versucht dem Gegner eine Falle zu stellen um ihn am Ende vor eine schwierige Entscheidung zu stellen und ihn dazu zu bewegen möglichst viel Geld mit einer schwächeren Hand zu bezahlen.
      Weiß man, das der Gegner gerne blufft und hat selbst eine starke Hand kann man versuchen den Gegner dazu zu bringen einen Bluff zu starten.

      Bei den Spielzügen am Flop sollte man eine Balance finden aus Gewinnstreben, Risikomanagement und dem Schutz der eigenen Hand. Ist die eigene Hand sehr gut sollten eigene Bets so groß ausfallen, dass der Gegner sie mit einer schlechteren Hand noch callen kann. Bei einer eher schwächeren Hand versuchen wir den Pot klein zu halten. Haben wir eine gute Hand die noch vom Gegner überholt werden kann, müssen wir die Hand schützen in dem wir den Gegner dazu bringen zu viel zu bezahlen.

      Gemachte Hände spielen sich relativ einfach. Hat man die beste Hand setzt und erhöht man. Umso schwächer die eigene Hand ist umso wichtiger wird Potcontrol. Slowplay sollte man nur mit wirklich sehr starken Händen in der Nähe der Nutz betreiben. Ist der Flop drawlastig und die eigene Hand dadurch verwundbar, sollte man den Gegner zu viel für die nächste Gemeinschaftskarte bezahlen lassen. Wichtig ist eine Balance zwischen Potcontrol und Protection zu finden. Ein sehr schwache Hand braucht man nicht schützen. Wird es teuer foldet man sie.

      Um Draws richtig spielen zu können sollte man mit den mathematischen Konzepten der Odds und Outs sowie der implied Pot Odds vertraut sein. Grundsätzlich sollte man Draws nur dann agrressiv spielen, wenn man die Initiative und einen starken Draw hat. Die Gegner sollten dabei keinen Callingstations sein, sondern auch aussteigen können. Aggressives Drawspiel ist immer ein Bluff.

      3. Poker nach Mustern

      Muster können einem helfen schnelle Entscheidungen zu treffen. Damit diese Entscheidungen beim Poker richtig sind, sollten die zugrunde liegenden Muster gewinnbringend sein. Die Strategieartikel stecken voller Muster die gewinnbringend angewendet werden können. Um diese Muster im Gedächtnis zu verankern reicht es nicht die Artikel nur einmal oberflächlich zu lesen. Durch mehrmaliges konzentriertes Bearbeiten der Artikel prägen sich die Muster ein.
      Druckt man sich die Artikel aus, lässt sich der Lerneffekt deutlich steigern.
      - Fast alles, was am Pokertisch immer wieder auftaucht eignet sich als Muster. Man sucht nach diesen Mustern und markiert diese im Text.
      - Oftmals stehen die verschiedenen Muster in Zusammenhang. Man skizziert die Zusammenhänge auf einem extra Blatt.
      - Am nächsten Tag werden die Ausdrucke mitsamt der Notizen und Skizzen nochmals gründlich durchgearbeitet.
      - Durch die häufige Wiederholung vertieft sich das erlernte.
      - Am Pokertisch, gerne auf einem niedrigeren Limit als normal, werden die gelernten Konzepte angewendet und trainiert. Es werden nur wenige Tische gespielt und vermieden sich selbst zu überfordern. Hände, die später nochmal genauer angeschaut werden sollen, werden markiert. Entscheidend ist die Übung um das neu erworbene Wissen zu vertiefen.
      - Ein paar Stunden oder am nächsten Tag nach jeder Session wird sie nochmal abgearbeitet und darauf abgesucht ob man sich immer an die neuen Muster gehalten hat. Wenn man abgewichen ist beantwortet man sich die Frage nach dem Warum. Gab es Muster bei denen man sich unsicher ist, ob sie die bestmögliche Spielweise darstellen?
      - Beim Abarbeiten der Session werden sehr wahrscheinlich Fragen auftauchen. Diese Fragen kann man im entsprechenden Forum stellen und Hände, bei denen man sich seiner Spielweise nicht 100%ig sicher ist, im entsprechenden Handbewertungsforum posten.
      Eventuell erkennt man in der Spielweise der Gegner Muster. Dies hilft dabei die Hand-Range des Gegners genauer zu bestimmen. Ein zutreffende Vorstellung über die Hand des Gegners hilft natürlich enorm dabei die richtigen Entscheidungen zu treffen.
      In Coachings und Videos sieht man wie erfahrene Spieler spielen. Man sucht in ihrem Spiel nach den Mustern die man bereits gelernt hat. Häufig fallen dabei die entsprechenden Fachbegriffe die man sich einprägen kann.
      Ab und zu werden die Coaches vielleicht anders spielen, als man selbst es getan hätte. Hier sollte man nachfragen was den Coach zu seiner Spielweise gebracht hat. In einem Live-Coaching kann man die Frage direkt im Chat stellen; bei Videos kann man entweder im Kommentarbereich seine Fragen stellen oder in einem eventuell dazugehörigen Feedback-Thread im Forum. Hier sollten auch die ausführlicheren Diskussionen zu den Live-Coachings geführt werden.
      Nach einiger Zeit nimmt man sich die bearbeiteten Artikel nochmal vor. Durch die zusätzliche Erfahrung und die mittlerweile gefestigten Muster ergeben sich eventuell neue Aspekte. Man kann dann die Skizzen und Notizen nochmal überarbeiten und erweitern.
      Ab und zu hört man Warnungen vor schematischem, an Mustern orientiertem Spiel, dem so genannten ABC-Poker. Diese Warnungen kann man getrost ignorieren solange man auf den Micro-Limits spielt. Nur die allerwenigsten Gegner auf diesen Limits können schematisches Spiel erkennen und sich darauf einstellen. Steigt man später in den Limits auf steigen die Ansprüche an das eigene Spiel. Bisherige Konzepte müssen erweitert und neue Muster erlernt werden. Klare Vorgaben werden seltener, stattdessen kommen unterschiedliche Konzepte zum tragen, die man in sein Spiel einbauen muss. Auch diese sind wieder Muster und so stellt man sich mit der Zeit einen Musterkoffer zusammen aus dem man sich schnell bedienen kann.
      Je weiter man in der Anwendung der erlernten Muster und Konzepte voran kommt, umso mehr Zeit bleibt um weitere Informationen aufzunehmen und in das Spiel einfließen zu lassen. In höheren Limits wird es immer wichtiger die Spielweise dem jeweiligen Gegnertyp anzupassen.
      Später lernt man Möglichkeiten kennen, die die Stärke der eigenen Hand verschleiern. Hierbei geht es um Deception und Balancing.

      4. EXTRA: Zur professionellen Handbewertung in 4 einfachen Schritten.

      Da ich schon mehrere Hände im Beispielhandforum gepostet habe, erlaube ich mir diesen Artikel auszulassen. Falls gewünscht hole ich den Artikel gerne nach. ;)
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Leider hatte ich in den letzten Wochen nur wenig Zeit und habe lieber gespielt, wenn ich die Gelegenheit hatte und es kann es immer wieder mal vorkommen, daß ich einfach keine Zeit habe, um mich ausführlich mit der Theorie zu beschäftigen. Ich bitte um Entschuldigung. :f_cry:

      Lektion 3.2 - Sieh dir Videos an:

      Das Video beschäftigt sich mit dem Spiel nach dem Flop, der Equity und Handranges.

      Da wir so gut wie nie den Gegner auf eine einzige Hand setzen können, müssen wir uns überlegen, mit welchen Händen er so spielen könnte, wie er eben gerade spielt. Diese Gruppe von Starthänden ist eine Range. Die erste Bedingung die eine Range beeinflusst ist die Position am Tisch. Im weiteren Verlauf des Spiels kann man die Range des Gegners auf Grund der relativen Position zu seinem Gegner (z.B. uns), den Gemeinschaftskarten und natürlich den Aktionen der beteiligten Spieler immer weiter einschränken.

      Die Equity ist der Anteil am Pot den wir in einer Spielsituation gewinnen würden, wenn diese Situation so häufig wiederholt würde bis die Varianz ausgeglichen wäre. Ob eine einzelne Hand gewonnen oder verloren wurde, sagt fast nie etwas über die Equity aus. (Wenn wir einen Royal Flush halten, ist die Equity natürlich 100%.) Da die Berechnung der Equity nicht so ganz einfach ist, kann man sie während des Spiels kaum anstellen. Da helfen einem die Outs und Odds weiter, die man im Kopf relativ simpel berechnen kann.
      Die Expected Value beschreibt die dauerhafte Gewinnerwartung eine Situation. Um sie zu berechnen werden Equity und Potodds miteinander verrechnet. Ist das Ergebnis positiv machen wir Gewinn, ist es negativ Verlust. Wenn wir z.B. in einer Situation eine Equity von 30% haben aber nur 25% zahlen müssen um zu callen machen wir auf Dauer 5% Gewinn. Nicht berücksichtigt wird dabei der Tie (das Unentschieden) als möglicher Ausgang einer Spielsituation. (Da wir beim Online-Poker immer Rake bezahlen, hat auch der Tie eine negative Expected Value.) Ebenfalls wird nicht berücksichtigt, daß es sein kann, daß wir unseren Draw vervollständigen, der Gegner aber trotzdem bereit ist in den noch anstehenden Setzrunden weiteres Geld zu bezahlen. Dies sind die implied Odds.

      Die implied Odds lassen sich nicht exakt berechnen, da wir nicht wissen, wieviel der Gegner in den weiteren Setzrunden bezahlen wird. Auch sind die Stackgrössen sehr wichtig, weil wir nur soviel Geld gewinnen können wie der Gegner hat und wir setzen, bzw. callen können. Nicht zuletzt sind natürlich auch Position und Handstärke des Gegners wichtige Faktoren.

      Die meisten Entscheidungen im Poker hängen von der Bestimmung der gegnerischen Handrange in der Spielsituation ab. Um die Handrange des Gegners möglichst exakt zu bestimmen sollte man
      - alle verfügbaren Informationen berücksichtigen. Wie hat der Gegner bisher gespielt? Je höher der Anteil an freiwillig gespielten Händen ist umso größer wird seine Range sein. Spielt er aggressiv oder passiv? Desto mehr Hände er aggressiv gespielt hat umso schwächer sind seine Hände dafür im Durchschnitt.
      - seine Range durch kausale Zusammenhänge im Verlauf des Spiels immer weiter einschränken können. Jede einzelne Aktion gibt Hinweise darauf welche Hände beim Gegner möglich sind.
      Dann wird man in der Lage sein, in jeder Spielsituation die Chancen der eigenen Hand gegen die Range des Gegners abzuwägen und zu entscheiden wie man weiterspielt.

      Um die Rangebestimmung und das richtige Treffen von Entscheidungen zu üben und zu kontrollieren, ist das Handbewertungsforum sehr gut geeignet. Nicht nur weil man dort mit anderen Usern und den Handbewertern die eigenen Hände bzw. Problemspots diskutiert, sondern auch weil man sich selbst nochmal intensiv mit dem jeweiligen Handverlauf auseinandersetzt und so häufig Fehler selbst erkennt und auch dies zur Diskussion stellen kann. Beim Posten einer Hand sollte der Verlauf an der Stelle abgeschnitten werden an der man eine Frage hat, bzw. an der man sich unsicher in seiner Entscheidungsfindung war. Während der Hand hatte man auch keine Informationen über den weiteren Handverlauf. Es ist hilfreich, wenn man zu jeder Aktion die Gründe und Gedankengänge erklärt die zur Entscheidung geführt haben. So besteht die Chance auf wichtige Faktoren oder gar Fehler aufmerksam gemacht zu werden, die man selbst nicht als solche erkannt hatte. Natürlich sollte man alle relevanten Informationen über den Tisch, den Gegner, das eigene Image u.s.w. erwähnen, damit sich die User und Handbewerter ein möglichst genaues Bild machen können.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 3.3 - Nimm an Live-Coachings teil:

      - Ich habe das No-Limit Einsteiger Live Coaching am 30.11. besucht.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Lektion 3.4 - Erledige folgnede Hausaufgabe:

      Frage 0: Downloade und installiere das Equilab.

      - done (schon länger^^)


      Frage 1: Du hältst K:spade: Q:spade: . Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 3:diamond: 3:club: ? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: J:spade: 5:diamond: 3:spade: ?

             Equity     Win     Tie
      UTG    50.77%  50.39%   0.38% { KsQs }
      UTG+1  49.23%  48.85%   0.38% { 3d3c }
      Vor dem Flop habe ich eine Equity von 50,77%.

      Board: 5:diamond: J:spade: 3:spade:
             Equity     Win     Tie
      UTG    26.45%  26.45%   0.00% { KsQs }
      UTG+1  73.55%  73.55%   0.00% { 3d3c }
      Durch den Flop J:spade: 5:diamond: 3:spade: ändert sich die Equity auf 26,45%.


      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?
      No Limit Hold'em $2 (9-handed)

      Spieler und Stacks:
      UTG: $2.00
      UTG+1: $2.08
      MP1: $1.92
      MP2: $1.00
      MP3: $3.06
      CO: (Hero) $2.08
      BU: $2.00
      SB: $2.00
      BB: $1.24

      Preflop: Hero is CO with A:club: J:club:
      5 folds, Hero raises to $0.08, BU calls $0.08, SB folds, BB calls $0.06.

      Flop: ($0.25) 2:club: 6:diamond: 3:diamond: (3 players)
      BB checks, Hero checks, BU checks.

      Turn: ($0.25) 5:club: (3 players)
      BB checks, Hero bets $0.22, BU raises to $0.44, BB folds, Hero...?

      - Ich würde callen. Die Odds reichen zwar nicht dafür, aber Villain hat noch $0,78 left und offenbar starkes Interesse am Pot. Daher gebe ich mir die implied Odds für den Fall, dass der Flush ankommt.


      Frage 3: Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten.

      - Eine imho recht interessante Diskussion über Ranges am Flop entstand nachdem ich diese Hand im Handbewertungsforum gepostet hatte.

      Edit:
      Ich hatte Frage 2 irgendwie übersehen... :(
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, sorry ersteinmal für die Lange Wartezeit, ich hab es irgendwie geschaft 3 Threads zu übersehen, und einer von denen war deiner.

      Die Hausaufgabe zur Lektion 3 sieht jedenfalls sehr gut aus. Deine Hand hat sich ja schon einer unserer Handbewerter angeschaut, und die Equity in der ersten Aufgabe passt auch. Nur Frage 2 ist ein klein wenig knapp. Wie viel Geld musst du denn in dieser Situation am River gewinnen, wenn du hier Callst, damit der Call +EV ist?
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.779
      Hero gebe ich nur 8 Outs zum Flush, da Villain ein Set halten könnte. Damit hat Hero 4,75:1 Odds.
      Die Potodds sind $0,91:$0,22 -> 4,14:1. Wir bräuchten im Moment der Entscheidung min. $1,05 im Pot für einen sauberen Call. Es fehlen $0,14 die wir im Falle des Flush am River hoffentlich noch gewinnen können.

      Hmmm, da fällt mir was auf:
      Da wir bei 4,75:1 Odds den Flush nur jedes 5,75te Mal bekommen, sollten wir im Falle des Treffers soviel Geld gewinnen, das wir die 4,75 Nicht-Treffer ausgleichen können. $0,14 x 5,75 = $0,80. Da Villain aber nur noch $0,78 left hat, wäre der Call also knapp -EV, selbst wenn Villain trotz des möglichen Flush am River das AI jedesmal callt und wir dann jedes mal gewinnen. Ist das korrekt?
    • Pyccak1
      Pyccak1
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2011 Beiträge: 122
      ich würde uns nicht 8 outs geben sondern 7 outs da jede 6c und 3c uns flush gibt aber den gegner evntuell fullhouse oder?

      und komme somit auf 5,57:1 odds


      mfg Sergej
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