badbeatcitydeluxe

    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      badbeatcitydeluxe ist der ort an dem sich meine pokerkariere derzeit abspielt.
      möglicherweise ein test.?
      das ding ist doch, ich spiele poker um geld zu verdienen. vielleicht ist es genau
      der punkt, welchen ich erstmal in frage stellen sollte.
      denn, wenn ich poker nicht um geld zu verdienen spielen würde, dann würden mich
      bad beats auch weniger jucken, weil:
      bad beats letztendlich bedeuten, du hast dein gegner ausgepielt!
      du hattest die bessere hand als die kohle reinging und dein gegner hatte einfach mehr glück.
      dein gegner ist in diesem moment auch glücklich, wenn er ein schlechter spieler ist, denkt er
      möglicherweise auch noch:"ich hab alles richtig gemacht" und dann spielt er weiter so.

      wenn mich badbeats so dermaßen ankotzen und runterziehen, momentan ist genau das der fall,
      dann sollte ich doch meine einstellung mal grundlegend überdenken.
      wenn ich irgendwas mach um damit geld zu verdienen, dann ist es doch letztendlich ein verkauf
      meiner fähigkeiten, meiner zeit, meinem sein.

      doch der sinn des lebens ist es nicht geld zu haben.
      der sinn des lebens liegt darin freunde zu finden, spass zu haben,
      gelegeneheiten zu nutzen, sich zu bilden, mitgefühl zu zeigen, halt alles
      menschliche sachen, sachen welche spass und freude anstatt gier und wut bringen sollen.

      doch genau letzteres breitet sich in mir aus, gier und wut.
      ich will diesen pot gewinnen, weil ich zu 80% vorne bin und ich reg mich auf weil
      ich ihn schon wieder verlier. gier und wut.

      wie wäre es denn wenn ich lediglich die situation beurteil auf welche ich einen
      einfluss hatte, nämlich die situation in der die chips in die mitte liefen.
      hier habe ich alles richtig gemacht, diese erkenntniss bringt freude in mir hervor.
      mein gegner kann sich freuen wenn er mich aussuckt und ich freu mich doppelt.
      zum einen hab ich die gelgenheit genutzt um als favourit in die hand einzusteigen
      zum anderen kann ich mitgefühl für meinen gegner zeigen indem ich mich mit ihn
      über den glücklichen ausgang der hand freu.

      Wenn ich mich mit ihn freu, dann merkt er " hey hier bin ich willkommen, ich komm öfter"
      und die warscheinlichkeit steigt, dass er den Fehler wiederholt.

      wenn ich ihn dizz oder runtermach, kommt er doch nie wieder.
      ich bin sozuagen ne art enterainer.
      jeder suckout den mein gegner mir verpasst, macht ihn irgendwie glücklich.
      wenn mein gegner glücklich ist, dann spielt er.
      wenn ich besser als er bin, verliert er.
      doch dieses glücksgefühl bleibt, denn er wird mir jeden abend mindestens ein suckout verpassen.

      Beim Pokern ist es also wichtig eine art mechaniker zu sein, kühl, berechnend, emotionslos, informiert.
      das ziel einer jeden hand ist es, den höchtmöglichen erwartungswert zu erzielen, diesen erzielt man
      indem man die bessere hand all in stellt.

      man kann alles beim pokern haben, freunde finden, mitgefühl zeigen, gelegenheiten nutzen,
      sich bilden, spass haben und so weiter, der schlüssel zum erfolg ist die richtige einstellung.

      und diese lautet, ich will den höchtmöglichen erwartungswert in jeder hand erzielen, was letztendlich bedeutet,
      ich will mein geld als favourit in die mitte bringen. genau das. ich will mein geld als favourit in die mitte
      bringen. was fortuna dann draus macht, liegt nicht mehr in meiner hand.
  • 16 Antworten
    • Happa2
      Happa2
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 3.642
      ja, das stimmt aber was willst du genau damit sagen?
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      ich war derbe angepisst von den suckouts in letzter zeit.
      dann ist mir eingefallen das unverständniss oder ne falsche einstellung oft die quelle der wut sind. Naja und obwohl ich das jeden tag erlebe und es irgendwie auch menschlich ist, find ich's einfach nur dumm. dumm und lustig.

      Mir ist klar geworden das ich mich dumm verhalte, weil ich mich aufreg und das eben oft durch unverständniss kommt.

      darauf hab ich aber kein bock, also fing ich an zu schreiben.
      ich merkte wie sich die wut auflöste und war irgendwann fertig mit schreiben.
      dann hab ich's mir nochmal durchgelesen und dachte "hey, ganz ordentlich"

      Ich weiss das es da draußen massig spieler gibt, welche sich über beats aufregen anstatt sie als zum spiel dazugehörig zu akzebpieren.
      Spieler welche den Pot mental schon einkassieren und dann doch ne derbe abreibung bekomm.

      darunter leidet das a game.
      ich leide unter der durch beats hervorgerufenen aggression, weil der hobbyspieler möglicherwiese nie wieder den weg zurück an die tische findet.

      Was ich mit den text will?
      zuerst wollt ich nur mein unverständniss beseitigen. dann wollt ich andere denen es ähnlich geht an meinen gedanken teilhaben lassen.
      und jetzt wo du fragst, möchte ich leuten denen es ähnlich geht helfen ihr unverständniss zu beseitigen damit sie konstant ihr a-game spielen und die fische bei der stange halten.
    • Happa2
      Happa2
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 3.642
      mich hat der text sehr motiviert muss ich gestehen. die suckouts als motivation...interessanter gedanke. nur das dumme ist dann wenn du die ganze zeit auf die fresse kriegst. wegen ein paar suckouts fängt nicht jeder an zu tilten aber wenn es dann 10 sind oder 15 und du downmoven musst und du dich ungerecht behandelt fühlst. das ist ja dann das gefühl dass dich zum tilten bringt.
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      ja genau, wo da die schwelle liegt ist eben unterschiedlich.
      nur das es sie gibt ist imo der fehler.

      wir haben eben eine erwartungshaltung welche immer wieder enttäuscht wird.
      wir selber haben aber gar keinen einfluss auf den ausgang der hand wenn wir pre am flop oder am turn alles reingestellt haben.
      was wir beeinflussen können ist der moment in dem alles reingeht und genau das ist es was zählt.
      der ausgang der hand? fürn arsch, wirst doch sowieso ausgesuckt. also konzentrier ich mich doch lieber auf die dinge welche ich beeinflussen kann.

      Pokern um geld zu verdienen ist ja en toller gedanke, doch die varianz wird früher oder später deine erwartungen zertrümmern. es geht gar nicht anders, dieser punkt kommt früher oder später auf jeden fall.

      das härteste was ich mal nach nem bad beat gemacht hab war rumschrein und meine maus zu zerleddern. jaja ich weiss pille palle wenn man da so stories hört. der punkt ist aber, ich will da nicht hin. ich will keine leute anschrein, ich will mein monitor nicht ausn fenster knalln oder durchboxen, ich niemanden verfluchen nur weil er mal en bissel rumluckt.

      nur genau das wird unausweichlich passieren wenn ich mich auf sachen verlass auf die kein verlass ist.
      deswegen ist der erwartungswert mein neuer homie und die varianz, ach die varianz, ist mir egal.
    • ZackBigPack
      ZackBigPack
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2009 Beiträge: 856
      Ja, das denken sich viele, aber irgendwann wirst du von der Varianz so hart gedizzed, dass dein alter Homie Tilt mal wieder vorbeischaut.
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      da wir menschlich sind haben wir nunmal ne erwartungshaltung, ob wir wollen oder nicht. es gibt ja nen grund aus welchen wir spielen oder mehrere.

      wir können nur gebadbeatet werden, wenn wir ne bessere hand reinstellen, das allein zeigt doch schon das wir auf dauer gewinnen werden.

      naja und wenn mein exhomie tilt vorbeischaut um ne runde abzuhäng, dann sag ich ihn einfach dass ich keine zeit hab und schliess die lobby.
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      mein alter homie tilt hat heut mal wieder an die tür geklopft und nachdem ich zum xtem mal mit nem set ausgesuckt wurde, hab ich dann gedacht "na los digger, komm rein, häng mer ne runde ab"

      so ergab sich nach ca. 2minuten des tiltens auf 6 tischen foldgende hand

      Poker Stars $10.00 No Limit Hold'em - 5 players - View hand 1917670
      DeucesCracked Poker Videos Hand History Converter

      BB: $10.00 - VPIP: 12, PFR: 10, 3B: 4, AF: 3.0, Hands: 125
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      BTN: $29.27 - VPIP: 21, PFR: 17, 3B: 9, AF: 3.9, Hands: 247
      SB: $2.14 - VPIP: 33, PFR: 0, 3B: 0, AF: 6.5, Hands: 24

      Pre Flop: ($0.15) Hero is UTG with Q :heart: 2 :club:
      Hero raises to $0.40, CO calls $0.40, BTN raises to $1.20, 2 folds, Hero raises to $3.50, CO raises to $6.36, BTN raises to $29.27, Hero calls $7.61 all in

      Flop: ($28.73) 2 :diamond: Q :club: Q :diamond: (3 players - 1 is all in)

      Turn: ($28.73) 8 :heart: (3 players - 1 is all in)

      River: ($28.73) 3 :heart: (3 players - 1 is all in)


      e: einer hatte Aces, der andere Kings


      was ich damit sagen will? überhaupt nichts, fands einfach nur cool und wollt mich mitteilen.

      naja ok, durch meine freude ist mir wieder aufgefallen wie witzig es sein kann jemanden zu badbeaten und das es immer 2 seiten der medaille gibt.
      poker soll spass machen und das war zwar krass -ev doch der suckout dafür umso witziger.
      und das en reg immer mehr beats als en fish bekommt, weil der reg viel öfter die bessere hand reinstellt. und das ist +ev. und +ev ist gut.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      http://www.amazon.de/Playing-Win-Becoming-David-Sirlin/dp/1411666798/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1348587549&sr=8-2

      (gibts auch als kostenloses Ebook, aber ich mag echte Bücher ein bisschen lieber)

      => Du wirst dich wieder erkennen unter der Rubrik 'Scrub' wahrscheinlich. Ein Spieler der bestimmt Tatsachen nicht akzeptieren möchte und das Spiel 'zwingen' möchte so zu funktionieren wie er es möchte.

      Wenn ich deinen Text so lese, dann wird recht schnell für mich deutlich, dass du auf das schnelle Geld aus bist und Poker nicht spielst, weil du es geil findest der beste Spieler im Pool zu sein. Du willst Pötte gewinnen, weil du der Meinung bist sie würden dir zustehen. Poker ist da leider etwas härter und am Ende des Tages (longterm) spiegeln die Ergebnisse genau das wieder was du an den Tischen tust.

      Bad Beats sind ein zentrales Element des Spiels und der einzige Grund warum es schwache Spieler gibt, die sich an die Tische setzen und longterm bereit sind Geld zu verlieren. Bad Beats erzeugen die Illusion, dass das was man macht vollkommen okay ist und man hinterfragt überhaupt nicht, ob der das All In mit 55 grade richtig schlecht war. Wenn dich solche zentralen Elemente des Spiels aus der Bahn werfen, dann solltest du ganz tief in dich gehen und fragen, ob Poker wirklich etwas für dich ist mit dem du Geld gewinnen möchtest ;)
    • prnzessin
      prnzessin
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2010 Beiträge: 1.368
      Original von Ghostmaster
      http://www.amazon.de/Playing-Win-Becoming-David-Sirlin/dp/1411666798/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1348587549&sr=8-2

      (gibts auch als kostenloses Ebook, aber ich mag echte Bücher ein bisschen lieber)

      => Du wirst dich wieder erkennen unter der Rubrik 'Scrub' wahrscheinlich. Ein Spieler der bestimmt Tatsachen nicht akzeptieren möchte und das Spiel 'zwingen' möchte so zu funktionieren wie er es möchte.

      Wenn ich deinen Text so lese, dann wird recht schnell für mich deutlich, dass du auf das schnelle Geld aus bist und Poker nicht spielst, weil du es geil findest der beste Spieler im Pool zu sein. Du willst Pötte gewinnen, weil du der Meinung bist sie würden dir zustehen. Poker ist da leider etwas härter und am Ende des Tages (longterm) spiegeln die Ergebnisse genau das wieder was du an den Tischen tust.

      Bad Beats sind ein zentrales Element des Spiels und der einzige Grund warum es schwache Spieler gibt, die sich an die Tische setzen und longterm bereit sind Geld zu verlieren. Bad Beats erzeugen die Illusion, dass das was man macht vollkommen okay ist und man hinterfragt überhaupt nicht, ob der das All In mit 55 grade richtig schlecht war. Wenn dich solche zentralen Elemente des Spiels aus der Bahn werfen, dann solltest du ganz tief in dich gehen und fragen, ob Poker wirklich etwas für dich ist mit dem du Geld gewinnen möchtest ;)
      kann ich zu 100% so unterschreiben.
    • ThePaUe
      ThePaUe
      Bronze
      Dabei seit: 30.07.2012 Beiträge: 309
      Das Poker Mindset von Jan Tylor (Autor), Matthew Hilger (Autor), Lukas Buchinger (Übersetzer)
      kann ich dir nur ans herz legen .
      es hat mir sehr geholfen und ich wurde es jedem empfehlen !!!

      :) badbeats = erfolgserlebnis
      ich freue mich wenn ich einen badbeat erhalte ^^ ist echt so kein joke ...
      nach dem buch hatte ich nie wieder probleme mit tilt ....
    • nbchiller
      nbchiller
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2010 Beiträge: 5.781
      Original von ThePaUe
      Das Poker Mindset von Jan Tylor (Autor), Matthew Hilger (Autor), Lukas Buchinger (Übersetzer)
      kann ich dir nur ans herz legen .
      es hat mir sehr geholfen und ich wurde es jedem empfehlen !!!

      :) badbeats = erfolgserlebnis
      ich freue mich wenn ich einen badbeat erhalte ^^ ist echt so kein joke ...
      nach dem buch hatte ich nie wieder probleme mit tilt ....
      Japp. Ich leide zwar auch noch oft genug an Minutentilts, allerdings klappt es mehr und mehr mich über den Badbeat zu freuen. Villain fällt eine falsche Entscheidung, eine -EV Entscheidung, und/oder setzt mich auf die komplett falsche Hand. So i feel the edge.
    • mergelina
      mergelina
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2008 Beiträge: 2.654
      Original von lichtwicht69
      badbeatcitydeluxe ist der ort an dem sich meine pokerkariere derzeit abspielt.
      möglicherweise ein test.?
      das ding ist doch, ich spiele poker um geld zu verdienen. vielleicht ist es genau
      der punkt, welchen ich erstmal in frage stellen sollte.
      denn, wenn ich poker nicht um geld zu verdienen spielen würde, dann würden mich
      bad beats auch weniger jucken, weil:
      bad beats letztendlich bedeuten, du hast dein gegner ausgepielt!
      du hattest die bessere hand als die kohle reinging und dein gegner hatte einfach mehr glück.
      dein gegner ist in diesem moment auch glücklich, wenn er ein schlechter spieler ist, denkt er
      möglicherweise auch noch:"ich hab alles richtig gemacht" und dann spielt er weiter so.

      wenn mich badbeats so dermaßen ankotzen und runterziehen, momentan ist genau das der fall,
      dann sollte ich doch meine einstellung mal grundlegend überdenken.
      wenn ich irgendwas mach um damit geld zu verdienen, dann ist es doch letztendlich ein verkauf
      meiner fähigkeiten, meiner zeit, meinem sein.

      doch der sinn des lebens ist es nicht geld zu haben.
      der sinn des lebens liegt darin freunde zu finden, spass zu haben,
      gelegeneheiten zu nutzen, sich zu bilden, mitgefühl zu zeigen, halt alles
      menschliche sachen, sachen welche spass und freude anstatt gier und wut bringen sollen.

      doch genau letzteres breitet sich in mir aus, gier und wut.
      ich will diesen pot gewinnen, weil ich zu 80% vorne bin und ich reg mich auf weil
      ich ihn schon wieder verlier. gier und wut.

      wie wäre es denn wenn ich lediglich die situation beurteil auf welche ich einen
      einfluss hatte, nämlich die situation in der die chips in die mitte liefen.
      hier habe ich alles richtig gemacht, diese erkenntniss bringt freude in mir hervor.
      mein gegner kann sich freuen wenn er mich aussuckt und ich freu mich doppelt.
      zum einen hab ich die gelgenheit genutzt um als favourit in die hand einzusteigen
      zum anderen kann ich mitgefühl für meinen gegner zeigen indem ich mich mit ihn
      über den glücklichen ausgang der hand freu.

      Wenn ich mich mit ihn freu, dann merkt er " hey hier bin ich willkommen, ich komm öfter"
      und die warscheinlichkeit steigt, dass er den Fehler wiederholt.

      wenn ich ihn dizz oder runtermach, kommt er doch nie wieder.
      ich bin sozuagen ne art enterainer.
      jeder suckout den mein gegner mir verpasst, macht ihn irgendwie glücklich.
      wenn mein gegner glücklich ist, dann spielt er.
      wenn ich besser als er bin, verliert er.
      doch dieses glücksgefühl bleibt, denn er wird mir jeden abend mindestens ein suckout verpassen.

      Beim Pokern ist es also wichtig eine art mechaniker zu sein, kühl, berechnend, emotionslos, informiert.
      das ziel einer jeden hand ist es, den höchtmöglichen erwartungswert zu erzielen, diesen erzielt man
      indem man die bessere hand all in stellt.

      man kann alles beim pokern haben, freunde finden, mitgefühl zeigen, gelegenheiten nutzen,
      sich bilden, spass haben und so weiter, der schlüssel zum erfolg ist die richtige einstellung.

      und diese lautet, ich will den höchtmöglichen erwartungswert in jeder hand erzielen, was letztendlich bedeutet,
      ich will mein geld als favourit in die mitte bringen. genau das. ich will mein geld als favourit in die mitte
      bringen. was fortuna dann draus macht, liegt nicht mehr in meiner hand.

      Du stellst dir selbst einige gute Fragen und bist in der Entwicklung deines mindsets schon mal grob auf dem richtigen Weg. Aber dir ist noch nicht völlig klar, warum du was tust und du bekommst deine Entscheidungen und Ereignisse vor allem emotional noch nicht in Einklag.


      Möglicherweise ist dein BRM nicht angemessen. Achte darauf, die monetäre Verknüpfung zu lösen. Wenn dir die Stacks sehr wehtun, die du verlierst, bzw dir übertrieben einer abgeht, wenn du aufdoppelst, dann spielst du womöglich zu hohes Limit.
      Idealerweise spielst du insbesondere beim multitablen mit gefühltem Kleingeld. So lernst du die monetäre Verknüpfung aufzulösen und Pokern als eine weniger emotionale-, sondern eher sachlich kühlen, fast technischen Vorgang wahrzunehmen.

      Zugegebenermasen beginnt ab diesem Punkt, Poker auch etwas weniger Spass zu machen.
      Aber muss Arbeit immer Spass machen?

      Hier kommen wir zu der Frage, die du dir auch gestellt hast.

      Warum spielst du Poker? Diese Frage musst du für dich klären.
      Du solltest einen Plan haben und diesen auf sinn und funktionalität überprüfen.
      Der Einsatz muss den Ertrag rechtfertigen. Das gilt für den Hobbyspieler wie für den Schüler als auch den Profi.
      Ein sinnvoller funktionierender Plan und sich diesem bewust zu sein, schafft das Fundament, der Varianz gelassener zu begegnen.

      Hat man suckouts als einkalkuliertes Ereigniss und Teil des Spieles verinnerlicht und kommt trotzdem emotional nur schwer damit klar, deutet dies entweder auf einen nicht tauglichen Plan (incl. falsches BRM) oder auf andere Real-Life "Dissonanzen" hin.

      Showdowns sind typischerweise predästiniert, um das EGO auf- oder abzubauen.
      Dies ist sehr problematisch, da sich das einzelne Ereigniss unserer Kontrolle entzieht. Deshalb ist der Plan (und damit das was longterm herausspringt) so wichtig und die Gewissheit darüber. Nur dieser Plan, nicht aber die tägliche +/- Bilanz sollte neben hoffentlich vielem anderen im Real Life Einfluss auf das Ego haben.

      Akzeptiere die Varianz aber vertraue auch in die Varianz als einen zwar arythmetischen aber trotzdem geschlossenen Zyklus. Das bedeutet, egal wieviele "Unwarscheinlichkeiten" in Häufung auftreten, stehen jegliche Ereignisse zwar in einer flexiblen aber dennoch unlösbaren Relation zueinander. Mit anderen Worten ganz lapidar: Glück und Pech gleichen sich irgendwann aus.

      Dies ist die Basis, auf der wir Poker erlernen. Poker ist ein wettspiel. Es ist eines der wenigen Wettspiele, in der man mit der nötigen kenntniss profitable wetten platzieren kann. Typischer Spot: Du setzt 10 EUR mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 52% bei einer quote von 2,5:1 (= du bekommst 25 EUR, wenn du gewinnst). Du wirst sehr oft verlieren, trotzdem ist das eine profitable Wette! Und es bleibt eine tolle Wette, auch wenn ich den ganzen Tag verliere. Solange ich genug Geld zum Wetten habe (BRM) wird sich der Erfolg einstellen.

      Nimm suckouts als unverzichtbaren und einkalkulierten Bestandteil wahr.

      Suckouts bilden den Anteil, der nicht dir, sondern deinem von dir übervorteilten Wettpartner zusteht!

      Dies ist keine Frage des "Mitgefühls", die ist nämlich völlig fehl am Platz, sondern Teil eines kalten herzlosen Businessplans, der Gewinner und Verlierer vorsieht.

      Automatendaddler merken früher oder später, dass sie verlieren, trotzdem spielen sie immer weiter, um in den Genuss einer Auszahlung zu kommen.
      Obwohl sie wissen, dass diese niemals ihren geleisteten oder zukünftigen einsatz rechtfertigt, spielen sie, weil sie auf das einzelne Ereignis fokussiert sind. Ohne Auszahlungen würde niemand spielen!

      Bist du also ein Daddler oder bist du ein Automatenaufsteller?

      gruss,

      mergelina
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      ich komm grad von ner lifesession und hab u.a gegen den gefährlichen hans gespielt. gefährlicher hans desshalb, weil er sowas wie "settag, flushtag, tripstag, u.ä. hat. bedeutet also hans spielt any two und trifft trips.
      hans ist der totale wal, weil er enorm viel callt, bedauerlicherweise hat er en deal mit fortuna und trifft hardcore krass viel. jeden abend.

      also gut, ich spiel KJo preflop an, der flop bringt mir en gutter und wir sind zu viert. der gefährliche hans ist dabei und ich bin im CO. BU hat gefoldet, ich also in position und nehm mir die freecard.
      turn bringt mir die nuts mit broadway, ich spiel an, der gefährliche hans minraised und ich shove mit ca. 200 in 70.
      warum mach ich das?
      ich habe festgestellet das hans und fortuna sich in einer person symbiotisieren.
      symbiotisieren, ist das überhaupt en wort?
      nun denn, ich wollte hans halt megateuer für seine draws/suckouts bezahlen lassen. das war schon klar bevor ich heut überhaupt an den tisch gegangen bin.
      was hat der gefährliche hans? QTo. was bringt der river?
      T!
      na zum glück hab ich geshoved und geoverbettet.
      hans hat gefoldet und ich hab ihn den ganzen abend erzählt er hätte mal callen sollen. über meine hand hab ich ihn und den ganzen tisch im unklaren gelassen.
      "ich habs vergessen"

      ich hab irgendwie das gefühl zwischen soner engel-teufel beziehung zu stehen. einer sagt "shove weil max ev, der andere sagt, du spielst gegen den gefährlichen hans und der trifft sowieso also fold/call.
      tja ich hab geshoved, kein value bekomm weil hans foldet.
      wer issen das den nu? engel, teufel?
      klar isses +/max ev da zu shoven, doch der hans trifft halt, egal was er macht/hat.

      ob poker das richtige für mich ist?
      k.a
      gerade gegen so spezialisten wie hans, welche die ultrakrassweaken calls bringen und dafür auch noch permanent belohnt werden frag ich mich ob es sinn macht.
      ich glaube auch das poker ne sache ist, welche man von geld trennen sollte. eben weil es primär um die +/max ev entscheidungen geht.
      dies wiederum widerspricht sich mit dem grund warum ich spiel.
      $/spass.

      es suckt halt einfach das leute, neben dem gefährlichen hans haben wir noch 2/3 andere spezialisten dabei, permanent hardcore treffen. und du denkst dir halt boar, tripps/sets, hab ich von 5 abenden vielleicht einmal. und der hat da 12 trips an einen abend. ey hallo, soviel pockets bekomm ich noch nicht mal.

      nungut, mein nächstes projekt lautet: mindset.
      dort lerne ich ganz bestimmt noch einige sachen welche ich durch eigenes überlegen auch erschlossen hätt.
      vielleicht schaff ich es auch mich vom gedanken an $ zu befreien, damit ich bedenkenlos +/max ev spielen kann.

      btw. ich hab noch nie drüber nachgedacht ob ich es geil find der beste spieler im pool zu sein. live bin ich dennoch der meinung das es oft der fall ist und ja, ich finds geil. nur war es noch nie en grund um zu spielen.

      danke für eure statements/buchvorschläge

      e: die metapher mit den aufsteller und daddler find ich gut.
      ich bin der meinung ein aufsteller zu sein, doch mal ehlrich, das ist doch jeder pokerspieler. erinnert mich spontan an die erste wsop, wo der gewinner noch per abstimmung ermittelt wurde und sich jeder für den besten spieler gehalten hat...
      was ich sein will?
      in diesem kontext und auch so natürlich ein aufsteller.
      und da wir unser leben durch unsere gedanken bestimmen bin ich das möglicherweise auch.

      mein mindset braucht ne neulackierung.

      e2: ich hab grad mal rumequiliert und das wäre nicht das erste mal das mir hans son ding verpasst hätte.
      die session davor hatte er mit JJ mein floppush mit kings gezahlt, (ca. 80 in 45) und zieht sich den jack aufm turn ( kein fd/oesd/gs).
      drei abende vorher callt er mein prefloppush mit AQs und ich halt Aces, (ca. 100BB effektiver stack) der river bringt ihm den nutfflush.
      ich mein, kann ja mal passieren und iss anfangs auch noch recht lustig, doch auf dauer nervts halt echt krass. vor allem weil das ja nur die spitze des eisbergs ist und es neben mir auch noch andere opfer gibt, welche von hans u.a. luckboxen derbst gesuckoutet werden.
      irgendwo geht doch da der glaube, das vertraun ins spiel verloren.

      und nein, die bescheissen nicht. wir spielen mit 2decks und sitzen jeden abend anders. ich guck beim mischen auch immer mal wieder auf die hände und konnte auch kein schmu feststellen.

      ich mein, manche leute callen bei uns nur en raise mit nem set am flop, damit sie noch jemand anders ins boot holen, ich kann heads up davon ausgehen das mein set gesuckoutet wird.

      tja offensichtlich hängt mein mindset noch dolle krass an bedruckten papierscheinen.


      e3: @ mergelina oder wer's weiss
      ich hab da noch en kleines verständnissproblem. einerseits meinst du ich solle beim multitabeln mit gefühlten kleingeld spielen um die monetäre verknüpfung zu lösen, andererseits meinst du, der einsatz muss den ertrag rechtfertigen.
      das sind doch widersprüche.
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      ich hab mir grad zum xten mal mergelinas text durchgelesen und da sind schon einige geniale sätze dabei. klar wurde mir dadurch auch immer wieder das ich's noch nicht habe.

      was ich habe ist ein sinnvoll funktionierender plan und ich bin mir dessen auch bewusst. was ich leider auch hab, sind andere real life "dissonanzen", denn ich investier in den letzten monaten einfach viel zu viel zeit in poker und dadurch bleiben immer wieder andere sachen auf der strecke.
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      wichtig ist imo auch: suckouts sind keineswegs immer ein indiz dafür, dass du deinen gegner ausgespielt hast. wenn du mit topset gegen midset verlierts etc, hat villain ja keinen fehler gemacht. oftmals kommen suckouts zustande, wenn du absolut top deiner range bist und villain extrem dominierst, dieser aber gegen deine gesamtrange eine richtige entscheidung getroffen hat (s. G-Bucks). bekanntester suckoutspot: preflop AA vs KK rein und verlieren. hast du deinen gegner hier ausgespielt?
      soll also heißen: eigenes spiel immer weiter hinterfragen, verlorenen hände analysieren und nicht evtl leaks unter dem deckmantel negativer varianz verstecken.
      zum thema varianz und deren akzeptanz kann ich mich mergelina voll anschließen.

      aus "the poker mindeset":

      Understand and accept the 5 realities of poker
      1. Poker is a game of both skill and luck
      2. In the short Term, luck is king
      3. In the long term, skill is king.
      4. Poker is a game of small edges
      5. Poker is a game of high variance
    • mergelina
      mergelina
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2008 Beiträge: 2.654
      Original von lichtwicht69
      e3: @ mergelina oder wer's weiss
      ich hab da noch en kleines verständnissproblem. einerseits meinst du ich solle beim multitabeln mit gefühlten kleingeld spielen um die monetäre verknüpfung zu lösen, andererseits meinst du, der einsatz muss den ertrag rechtfertigen.
      das sind doch widersprüche.
      "gefühltes Kleingeld" ist in Relation zu Bankroll gemeint.

      Wenn du mit einer BR von 200$ an 4 tischen fullstacked gleichzeitig spielst und es passiert der "GAU", nämlich dass du gleichzeitig alle 4 stacks in jeweils einer Hand verlierst, dann ist deine BR immnoch 180$ und du solltest keine grossen Probleme haben, das Geschehene mit Fokus auf line und Entscheidungen zu reflektieren.

      Wenn du dich aber underrolled mit 50$ Bankroll an 2 NL20 Tischen einkaufst, dich vielleicxht sogar noch hochspielst auf jeweils doppelten stack, also 2x 40$, dann wird das sehr wahrschenlich dein spiel und deine entschedungen beeinflussen (scared money) und solltest du beide 200bb stacks dann doch noch verlieren, reflektierst du sehr warscheinlich anders und zwar mit Fokus auf die $$$, wie deine BR noch eben ausgesehen hatte und wie sie nun aussieht und du kanalisierst völlig destruktiv in Richtung Gegner und Universum/schicksal/pokergott, vielleicht auch in Richtung "eigene Blödheit" weil die stacks nicht in sicherheit gebracht wurden. Du zürnst und jammerst in alle Richtungen, gibst am Ende noch deiner Freundin eine Teilschuld bzw zerstörst die Tastatur, anstatt das einzig sinnvolle zu tun, nämlich wie beim "gefühlten Kleingeld" einfach nur beim eben Geschehenen, deiner line und deinen entscheidungen" zu bleiben.

      zu deiner anderen Frage:

      Einsatz muss Ertrag rechtfertigen.

      Einsatz besteht aus Zeit, Energie und (Lehr-)Geld.
      Ertrag ist Skillzuwachs, Energie (Spaß, Selbsbestätigung) und $Profit

      Du kannst mit dem nötigen Zeit- und Energieaufwand übrigens auch mit NL5 relevanten $-Profit machen, insbesondere wenn man alle möglichkeiten des valueback ausschöpft (Rakeback, bonus , promos). Es ist eine Sache der winrate und der hourly. Je nachdem, welche kombination aus edge, Limit und Tischanzahl die grösste hourly verspricht, gibt es für dich wie für jeden Spieler ganz ungeachtet des BRM genau ein ideales Limit, auf dem du maximalen Profit machst. Dieses ist für dich womöglich derzeit ohnehin NL2 oder max. NL5. Das hat den Vorteil, dass es einfacher fällt, das BRM einzuhalten. Du müsstest nicht das gefühl haben, dass du Zeit und Geld verschwendest, weil du wüsstest, dass du auf deinem profitabelsten Limit spielst.


      Hinzukommt, dass du dazulernst und besser wirst.
      IMO sollte man zugunsten kompletten Lernprozess ohnehin ganz unten bei den micros anfangen, selbst wenn man sich ein höheres Limit leisten könnte. Auf den Micros gibt es die meisten Fische. Fische versprechen den grössten Profit. Erstmal ist es wichtig, gegen solche Spieler optimal und profitable zu spielen. Solltest du Verluste machen auf den micros, ist es falsch, ein höheres Limit zu shotten. Es könnte passieren, dass du dann eine Weile lang gegen tighte TAGs eine Zeit lang profit machst und dieser dir ein scheinbar profitables Spiel auf diesem Limit vermittelt. Das Problem ist aber, du lässt weiterhin Value gegen die fische liegen und die regs addapten anhand der stats allmählich gegen dich. Dann hast du keine chance mehr und bis auf diesem limit ein gewöhnlicher Fisch.

      Deshalb fange unten an und arbeite dich mit Ergeiz und mittels des ps.de content die limits hoch. Und solltest du anfangs auf den micros verlieren:

      Ertrag besteht nicht nur aus $. Skillzuwachs ist für den ambitionierten Spieler, ebenso wie Spass für den Freizeitspieler ein gleichsam relevanter Factor zum $-Profit. Der Lehrling zahlt bisweilen Lehrgeld für seine Ausbildung, bzw der Freizeitspieler bezahlt für das Vergnügen.
      Solange dieser wirklich Spass dran hat und kein Zwanghaftes Verhalten vorliegt, ist auch das ein funktionierender Plan.

      gruss,

      mergelina