PPs in late Position vs Steal

    • MrEasy
      MrEasy
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2012 Beiträge: 410
      Hallo Pokerstrategen,

      ich würde mal gerne wissen wie Ihr PPs z.B. in den Blinds gegen ein BTN Steal spielt. Dabei geht es jetzt aber nicht um AA oder KK sondern eher 22-99. Grund für diesen Thread ist folgende Hand:

      NL5- Riverentscheidung mit Set 7er

      Meine eigentlich Fragen sind:

      - kann man gegen loose Stealranges überhaupt setminen
      - wenn nicht, dann mit welchen PPs macht Ihr eine 3-Bet bzw. foldet Ihr?

      würde mich über jede Antwort freuen :)

      mfg

      MrEasy :f_cool:
  • 20 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn deine Gegner lighte 4-Bets machen, dann würde ich evtl. kleine PP 3-Bet/Shove spielen. Ich befürchte aber, dass auf NL5 kaum ein Spieler eine 4-Bet Range hat, die dafür weit genug ist.

      Wenn du keine Implied Odds gegen den BTN Steal hast, dann kannst du offensichtlich nicht setminen. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, um das zu kontern:

      1. du erweiterst deine Coldcallingrange und setzt den Gegner dadurch unter Druck, dass du vermehrt anfängst zu bluffen Postflop (wenn er deine Sets nicht ausbezahlt, dann scheint er ja zuviel zu folden Postflop)

      2. du fängst an mit deinen Pocketpairs Bluffs zu machen Postflop - das ist die schlechtere Option, weil du mit diesen Händen nur sehr schlecht an Turn und River weiterbluffen kannst

      => d.h. du solltest dich imo tendenziell etwas mehr mit der Adaption 1 beschäftigen und deine Coldcallingrange erweitern und deine Gegner vor ein Problem Postflop stellen.
    • elpablogrande
      elpablogrande
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 236
      Kann man Setminen?
      Ja, WENN der Gegner Postflop schlecht ist TPTK, Overpairs überspielt, häufig mehrere Barrels feuert, nie auf Donks oder Checkraises foldet. Er viel auf Donks oder Floats foldet weil er mit seiner weiten Range nicht viel und/oder nicht stark trifft....

      Nein, WENN Du einen solchen Read nicht hast. Du bist immer OOP, Du triffst recht selten das Set, Dein Gegner hat recht selten eine Hand die massiv Geld investiert.

      Die Frage ist nicht was mache ich wenn XY, sondern wieso mache ich etwas und wie bringt mir diese Handlung Blinds. Die Spieler sind so unterschiedlich, deshalb gibt es keine Musterlösung.

      Ich persönlich folde die kleinen Pockets, wenn ich der Meinung bin keinen Fold bekommen zu können. Alle anderen call oder raise ich in der Regel.

      //edit ja besonders auf Zoom haben nur ein paar Spieler überhaupt eine Bluff4betrange. Die überwiegende Mehrheit spielt ihren "hab ich was mach ich was" Stiefel an 4 Zoomtischen runter.
    • MrEasy
      MrEasy
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2012 Beiträge: 410
      Vielen Dank für eure Gedanken zu dem Thema :)

      Ich denke ich werde dazu noch ein paar Strategieartikel lesen um z.B. das Thema "Coldcalling" noch mehr zu verinnerlichen.

      mfg

      MrEasy :f_cool:
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      Original von Ghostmaster
      Wenn deine Gegner lighte 4-Bets machen, dann würde ich evtl. kleine PP 3-Bet/Shove spielen. Ich befürchte aber, dass auf NL5 kaum ein Spieler eine 4-Bet Range hat, die dafür weit genug ist.

      Wenn du keine Implied Odds gegen den BTN Steal hast, dann kannst du offensichtlich nicht setminen. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, um das zu kontern:

      1. du erweiterst deine Coldcallingrange und setzt den Gegner dadurch unter Druck, dass du vermehrt anfängst zu bluffen Postflop (wenn er deine Sets nicht ausbezahlt, dann scheint er ja zuviel zu folden Postflop)

      2. du fängst an mit deinen Pocketpairs Bluffs zu machen Postflop - das ist die schlechtere Option, weil du mit diesen Händen nur sehr schlecht an Turn und River weiterbluffen kannst

      => d.h. du solltest dich imo tendenziell etwas mehr mit der Adaption 1 beschäftigen und deine Coldcallingrange erweitern und deine Gegner vor ein Problem Postflop stellen.
      ich checks nicht. 1 und 2 sind doch das selbe.
    • lichtwicht69
      lichtwicht69
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2009 Beiträge: 1.030
      Original von lichtwicht69
      Original von Ghostmaster
      Wenn deine Gegner lighte 4-Bets machen, dann würde ich evtl. kleine PP 3-Bet/Shove spielen. Ich befürchte aber, dass auf NL5 kaum ein Spieler eine 4-Bet Range hat, die dafür weit genug ist.

      Wenn du keine Implied Odds gegen den BTN Steal hast, dann kannst du offensichtlich nicht setminen. Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, um das zu kontern:

      1. du erweiterst deine Coldcallingrange und setzt den Gegner dadurch unter Druck, dass du vermehrt anfängst zu bluffen Postflop (wenn er deine Sets nicht ausbezahlt, dann scheint er ja zuviel zu folden Postflop)

      2. du fängst an mit deinen Pocketpairs Bluffs zu machen Postflop - das ist die schlechtere Option, weil du mit diesen Händen nur sehr schlecht an Turn und River weiterbluffen kannst

      => d.h. du solltest dich imo tendenziell etwas mehr mit der Adaption 1 beschäftigen und deine Coldcallingrange erweitern und deine Gegner vor ein Problem Postflop stellen.
      ich checks nicht. 1 und 2 sind doch das selbe.
      achso, ich checks glaube doch. coldcallen ist das mitgehen von raise+call oder raise+3bet.

      dann versteh ich aber nicht warum wir im 3way pot mit nem minipocket rummoven sollten. ist doch besser das im hu zu starten

      was ist mit 3betten preflop?
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      coldcallen ist einfach das callen eines raises, wenn man vorher noch kein geld investiert hat.

      bsp: utg raised, mp 3bettet und du COLDcallst am BU mit xx.
      bsp: utg raised, mp 3bettet, alle folden und du utg callst die 3bet. das ist kein coldcall.

      punkt 1 meint, das du bswp JTo oop callst und auf 952r c/raised. das ist recht profitabel wenn deine gegner viel cbet/folden, da noch recht gute equity gegen 1 pair hände hast und viele turn cards barreln kannst.

      punkt 2 meint zB einen c/r mit 22 auf 87J, welcher selten profitabel ist, da du selbst gegen 1 pair hands kaum noch equity hast und daher sehr viel mehr foldequity brauchst.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ein Coldcall ist einfach ein Call ohne vorher in irgendeiner Form freiwillig Geld investiert zu haben.

      Du musst dir Poker ein bisschen wie eine Waage vorstellen. Wenn du auf der linken Waagseite die Valuehände spielt, dann hast du auf der rechten Seite die Bluffhände. Du gewinnst dann, wenn sich die Waage in einem gewissen Gleichgewicht befindet (dazu am Ende mehr).

      => d.h. deine Valuebets werden egal wo nur dann ausbezahlt, wenn du auch Bluffen kannst

      => d.h. deine Bluffs werden nur erfolgreich sein, wenn du auch Valuebetten kannst


      Je nach Limit, Gegner, Seite, Tageszeit änder sich das Verhältnis zwischen Valuebets und Bluffbets, das nötig ist, um zu gewinnen. Vielmehr ist es gar nicht so wichtig, dass du in manchen Situationen tatsächlich Valuebetten oder Bluffbetten kannst, sondern das du deinem Gegner die Geschichte so glaubhaft erzählst, dass er oft genug einen Spielfehler macht gegen deinen Spielzug.

      Beispiel: Du callst im BB gegen Openraises ausschliesslich 22 - TT. Damit hast du deine Handrange schonmal sehr deutlich definiert. Auf einem T72r Flop machst du jetzt einen C/R und hast ca. 5% C/R. Was heisst das? Deine C/R Range besteht aus TT, 77 und 22. Du musst dich jetzt vor deinem C/R fragen warum dein Gegner dich überhaupt mit irgendeiner Hand ausser 77 und TT ausbezahlen sollte, wenn du 33 - 66 und 88 - 99 am Flop immer C/C spielst?

      Es wird auf den Micros bestimmt noch häufig Gegner geben, die dann mit KK zum Calldown starten. Jetzt ist aber die Frage wie gewinnst du gegen Spieler, die nicht zum Calldown starten und/oder zuviel Air am Flop halten?

      Du kannst anfangen deine C/C Range zu protecten, indem du auch deine Sets C/C spielst. Du kannst aber auch anfange deine C/R Range zu protecten, indem du hin und wieder mal mit einer anderen Hand als TT, 77 und 22 am Flop auftauchst und dein Gegner plötzlich einen Fehler macht, wenn er mit KK nicht zum Calldown startet.


      Jetzt eignen sich aber Hände wie QJ mit Backdoorflushdraw (und 2 Overcards + Backdoorstraightdraw) für solche C/Raises viel besser als eine Hand, die im Endeffekt 2 Outs hat.

      1. Du erweiterst deine C/R Range equitybasiert

      2. Du bekommst gegen so Bluffcatchinghände wie 99, 88, 7x, tx (mit denen dein Gegner gezwungen wird am Flop entweder B/F oder Check Behind zu spielen, wenn er gegen deine erweiterte C/R Range nicht unendlich viel Geld verlieren will) auf zig Turn unglaublich gute Equity und stellst diese Hände in eine Situation in der du sie haben willst. Sie sollen in die Situation kommen eine Call Entscheidung treffen zu müssen. Wenn du dann nur halbwegs in der Lage bist zu antizipieren wie dein Gegner langfristig auf welche Boardrunouts mit solchen Händen reagiert, dann wird folgendes passieren:

      Entweder du kannst deine C/R Floprange sehr in Richtung Valuebets erweitern (wenn dein Gegner keinen Bock hat zu folden. Hände wie AT, KT, QT, JT werden plötzlich Valueraises) oder du erweiterst sie stark in Richtung Bluffs (weil dein Gegner einfach eine Kacknit ist und dauernd B/F spielt oder B/C Flop Fold Turn).

      Das lustige ist mit der Erweiterung der C/R Range wird es für deinen Gegner ungemein schwieriger Postflop gegen dich weiterzuspielen, wenn er nicht gut darin ist Frequenzleaks zu entdecken. Wenn er das ist, dann musst du dafür Sorge tragen, dass du deine Range bis zu einem gewissen Punkt erweiterst (das ist dann auch der Grund wieso einige sehr gute Spieler am Flop mit 20% C/R unterwegs sind - ich denke aber 10% ist auf den Micros so ein anpeilbarer Wert der okay ist).


      Diese Idee kannst du jetzt im Prinzip auf jede Straße übertragen. Der wichtigste Faktor soll erstmal dabei schlichtweg das beobachtete Verhalten deines Gegners sein - d.h. hinterfrag nicht, ob er jetzt so und so daran adaptiert und daher musst du jetzt auf Stufe XYZ und dies und jenes machen. Sondern bleib auf einem ganz simplen Level und fang an Frequenzleaks bei deinem Gegner zu identifizieren (wenn er zuoft B/F am Flop spielt, dann erweiterst du deine Bluff C/R Range; wenn er zuoft B/C am Flop spielt, dann erweiterst du deine Value C/R Range).
    • Nobax
      Nobax
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2010 Beiträge: 177
      ghostmaster sollte man stalken :heart:
    • canidoloco
      canidoloco
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2009 Beiträge: 146
      THX GHOST"GRAND"MASTER!!! NUTZ diese Antwort!!!
      zufällig hier vorbeigeschlendert...my life has changed ;) :s_biggrin:
      machst du auch coachings für MTTs???
      gibts videos von dir???

      kurze Frage zum Text:
      gibt es Formeln bzw wie berechne ich um wieviel Prozent/Hände ich meine Ränge adapten muss im Gegensatz zu Villains Spielweise?
      woher weiß ich wieviel etwa eine standard calling oder raising range in % etwa sein sollte im bezug auf das gegebene Board?

      vielen dank schon mal...
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.694
      Original von Ghostmaster
      Das lustige ist mit der Erweiterung der C/R Range wird es für deinen Gegner ungemein schwieriger Postflop gegen dich weiterzuspielen, wenn er nicht gut darin ist Frequenzleaks zu entdecken. Wenn er das ist, dann musst du dafür Sorge tragen, dass du deine Range bis zu einem gewissen Punkt erweiterst (das ist dann auch der Grund wieso einige sehr gute Spieler am Flop mit 20% C/R unterwegs sind - ich denke aber 10% ist auf den Micros so ein anpeilbarer Wert der okay ist).
      Ich checkraise auf NL10 momentan so viele Flops, dass ich mich teilweise frage, ob ich der totale Spewmonkey geworden bin, oder ob ich da wirklich exploite.

      Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass so gut wie alle Regs - auch die, du bei mir als recht gut markiert sind - auf Checkraises sehr tight spielen. Teilweise auch, wenn ich nix reppen kann, beispielsweise als BB vs. SB auf J82r.

      Ursprünglich war beim C/R-Wert zu niedrig, mittlerweile muss ich aufpassen, dass ich nicht zu spewy werde. Denn irgendwann wird auch der semi-gute Reg mal herausfinden, dass ich auf J42r quasi keine Made Hand checkraisen würde...
    • LokTok
      LokTok
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 481
      für die, die es noch nicht kennen ;-)

      http://de.pokerstrategy.com/video/24633/
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poker kann man nicht Preflop lösen, wenn der größte Teil des Geldes Postflop investiert wird ;) Es mag vielleicht im ersten Moment einfacher klingen den Spots überhaupt nicht einzugehen, aber das Auslassen von +EV Spots ist vergleichbar mit dem Eingehen von -EV Spots.

      Wenn diese ausgelassen Calls im BB z.b. durch andere Hände ersetzt werden, die Postflop gute +EV Spots erzeugen, dann mag die Strategie valide sein - das ist im Video aber leider nicht ganz klar geworden. Die meisten Spieler der Zielgruppe folden in den Blinds sowieso schon zuviel gegen Stealraises (so Zahlen um die 80% sind da keine Seltenheit), wenn sie dann noch Top of their Range folden, dann frag ich mich was sie überhaupt noch weiterspielen sollen.
    • Kavalor
      Kavalor
      Gold
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 17.648
      sau starke antwort, ghost
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von Ghostmaster
      Du musst dir Poker ein bisschen wie eine Waage vorstellen. Wenn du auf der linken Waagseite die Valuehände spielt, dann hast du auf der rechten Seite die Bluffhände. Du gewinnst dann, wenn sich die Waage in einem gewissen Gleichgewicht befindet.
      ich halte dies im Einsteigerforum für reichlich deplaziert.

      Denn Balancing, worauf das ja hinausläuft, wird wichtig ab stakes wo die Gegner wirklich gut sind, leaks in den Ranges, den Frequenzen und dem game plan erkennen und exploiten können und das geht frühestens auf NL100 los, eher auf NL200 und drüber.

      Auf den kleinen stakes gewinnt man eigentlich gerade indem man das Gegenteil macht!
      Entweder indem man übertrieben ehrlich spielt, d.h. im Grunde nur Valuebettet und -raist und so gut wie gar nicht blufft, selbst bei cbets nicht.
      -> das ist klassischerweise gegen CS die ideale Spielweise.

      Oder indem man die extreme tightness einiger Spieler, insbesondere von Regnits ausnutzt und extrem übertrieben aggressiv ist in vielen spots und die sehr hohe FE die raises erzeugen gegen diese Gegner nutzt.
      Sei es nun indem man preflop zum LAG wird oder indem man Postflop anfängt seine c/r Frequenzen gegen diese Gegner auf 25% und drüber zu schrauben.

      Das "Auspendeln" der Ranges (aka balancing) in ein relativ ausgewogenes Verhältnis von Valuehänden und bluffs ist sozusagen immer nur die Notlösung, wenn die Gegner so stark sind, dass jede andere expoitive Spielweise (z.B. extrem ehrlich spielen) gegen diese Leute nicht erfolgreich ist, weil sie dich in dem Fall zu gut lesen können und entsprechend perfekt spielen.

      ______________________

      und zum Thema PPs 22-99 in den Blinds, so ist aus meiner Sicht dazu zu sagen, dass 88 und 99 sehr starke Hände sind, ähnlich stark wie AK, 77 ist immer noch sehr gut, vielleicht wie KQ und auch 66, 55 sind noch ok, vergleichbar mit ATs oder KJo, 44-22 hingegen sind deutlich schwächer und kaum spielbar in diesen spots.
      Man sollte also nicht alle diese pairs gleich behandeln, sie sind es nicht.

      Welche dieser PPs man wie spielen sollte hängt vom Gegner ab, tendenziell würde ich die höheren immer callen und die niedrigen, sofern ich sie überhaupt spielen will 3betten.
      Beispielsweise könnte man als default QQ+,55-66 3betten und JJ-77 coldcallen (und 44-22 folden).
      Natürlich sollte man sofern man coldcallt nicht nur auf sethits hoffen, aber man kann diese Hände auch relativ einfach ehrlich spielen, auf den meisten Flops hast du sehr gute Equity um mindestens ne cbet zu zahlen, und je nach board und Turnkarte und barreling Frequenz des Gegners kann man ggf. auch ne 2nd barrel bezahlen (oder halt schon hier folden) und dann am River z.B. auf ne 3rd barrel folden.
      call/ call / fold (oder call /fold) mit PPs ist meist kein Problem, da du genug stärkere Hände in der Range haben solltest die man nicht folden muss.

      Die PPs postflop zum bluffen zu nehmen ist wie GM schon sagte sehr selten ne gute Idee, weil diese Hände a) schwache made hands sind und SD value haben und b) sehr wenig Verbesserungspotenzial haben, wenn du gecallt wirst.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Lies meinen Post doch einfach mal weiter, dann wirst du auf die Stelle,

      Je nach Limit, Gegner, Seite, Tageszeit änder sich das Verhältnis zwischen Valuebets und Bluffbets, das nötig ist, um zu gewinnen. Vielmehr ist es gar nicht so wichtig, dass du in manchen Situationen tatsächlich Valuebetten oder Bluffbetten kannst, sondern das du deinem Gegner die Geschichte so glaubhaft erzählst, dass er oft genug einen Spielfehler macht gegen deinen Spielzug.
      ,

      stoßen. Seit der gesamten Forenumstrukturierung muss ich darauf achten, dass meine Posts nicht nur für absolute Anfänger geschrieben werden, sondern jeder Leser einen Nutzen daraus zieht. Es gibt keine Einsteigerforen mehr bei Pokerstrategy hinsichtlich Strategie (das war nicht meine Entscheidung und ich finds auch nicht gut, zumal ich auch immer noch nicht weiss was das Learn To Win Forum genau darstellen soll, wenn es parallel ein Strategieforum gibt).
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      naja wie gesagt, wichtig ist aus meiner Sicht für die Leser dieses Threads zu begreifen, dass man, je schwächer der Gegner ist, desto mehr in Richtung exploitive gehen muss, wobei das eben je nach Gegner bis hin zu bluff only oder never bluff gehen kann.
      Und je besser die Gegner werden, desto mehr muss man eben darauf achten, dass die eigene Aktion nicht zu leicht lesbar wird, was dann zu balancing und merging führt, aber das wird eben erst ab midstakes wirklich relevant.
      Jemand der NL5 FR grindet und versucht in jedem spot 2/3 value und 1/3 bluffs zu haben, "um ausgewogen" zu spielen, wird höchstwahrscheinlich nur sich selber in Konfusion stürzen, seine edge aufweichen und ggf. vom Rake zerfressen werden, obwohl (weil!) er "korrekt" spielt... ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Schau mal ich habe keine Ahnung welche Dynamiken auf NL5 FR auf irgendeiner Seite dieser Welt aktuell aktiv sind. Das wird jeder NL5 FR wahrscheinlich deutlich besser wissen, als ich es tue.

      Wie man gegen einen Playerpool antritt hat offensichtlich mit den durchschnittlichen Tendenzen dieses Pools zu tun und die Gegner callen entweder zuviel oder bluffen zuviel. Wo ist der Ansatzpunkt des 'zuviels'?

      Ich benutze absichtlich keine konkreten Zahlen mehr, weil das sowieso kaum jemand versteht und das Ziel nicht ist unexploitbar zu werden, sondern Angriffspunkte bei seinen Gegnern (in seinem Playerpool) zu finden und anzugreifen.

      Die Kernessenz warum du valuebetten kannst, ist schlichtweg das dein Gegner annimmt, dass du zuviel bluffst (ob er es explizit oder implizit annimmt ist dabei völlig gleichgültig) und bluffbetten kannst, wenn er annimmt, dass du valuebettest. Wenn ich nicht weiss warum ich auf meinem Limit eine Edge aufbauen kann, dann werde ich diese Edge auch wenn überhaupt nur durch Zufall entdecken.

      Und jetzt kommts dazu, dass du hier was von bis zu 25% C/R Frequenz schreibst. Wenn du das Waagemodell völlig auslassen würdest, dann könntest du argumentieren zu 50% C/R machen oder 80%. Am Ende sitzt da immer ein Mensch auf der anderen Seite und wird eine Annahme über dein C/R Verhalten treffen - du musst nur vor ihm seine Annahme kennen ;)
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Das Waagemodell halte ich ja nicht für falsch^^
      Was ich kritisiere ist die These, dass man dann gewinnt, wenn man ein relativ ausgewogenes Verhältnis zwischen bluffs und Valuehänden hat.
      Das stimmt schlicht nicht - und es ist gerade auf den Micros völlig verkehrt so zu spielen.

      Wie gesagt: gegen ne absolute Calling Station ist valuebetten only max EV und ggf. kann man sogar K high tripple barrel betten, for value.
      Und gegen irgende ne passive 6/5 Nit im FR kann es korrekt sein 98% der boards postflop zu attackieren, weil er einfach alles was nicht Top2+ ist weglegt.

      Pauschal sagen, dass man 22,7% c/r Flop auf Axx boards haben sollte ist genauso absurd wie eben von Anfang an zu versuchen balanct zu spielen (auf diesen stakes), aber genau das ist ja der springende Punkt.

      Man sollte als Ziel haben nach leaks Ausschau zu halten und entdeckt man welche diese gnadenlos attackieren, das eigene Spiel also radikal am Gegner und der Situation ausrichten und eben nicht versuchen ein möglichst statisches und ausgewogenes Verhältnis zu haben, sondern ein möglichst so ausgerichtetes, dass man den EV je nach Gegner und Situation maximiert, was auf kleinen stakes immer noch vor allem bedeutet extrem zu spielen, je nach Gegner anders aber eigentlich nie balanct. ;)
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich habe mir lange darüber Gedanken macht, wie man denn überhaupt erkennt, wann jemand etwas zuviel oder zuwenig macht?

      Wenn du den Ausgangspunkt nicht kennst oder die Idee dahinter, dann wirst du nicht erkennen, dass dein Gegner einen Fehler macht.

      Wenn dein Gegner 60% am Flop foldet, dann ist sein Leak, dass du oft cbetten musst, weil er einfach zuviel foldet. Wenn dein Gegner 30% am Flop foldet und oft floatet, dann ist dein Ziel ihn nicht am Flop von der Hand zu befördern, sondern auf Valuebets zu warten (bzw. auch mal Bluff machen über mehrere Streets).

      Angriffspunkte entstehen erst durch ein Ungleichgewicht der Waage - dafür muss man nicht irgendwelche genauen Frequenzen kenne und wie man seine eigene Range triplemerged, sondern verstehen, dass eine Valuebet, die Annahme des Bluffs beim Gegner voraussetzt und umgekehrt. Sobald ich jemanden sehe, der mich auf nem Q34JK Board mit TT runtercallt, kann ich mir schon denken, dass er annimmt, dass meine Bluffrange zu weit ist (oder einfach gerne runtercallt) und ich viel dünner anfangen sollte zu valuebetten.

      Ich werfe meine eigene Waage aus dem Gleichgewicht, weil der Gegner seine Waage aus dem Gleichgewicht geworfen hat.
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