frage zu pot odds

    • julian976
      julian976
      Einsteiger
      Dabei seit: 07.10.2012 Beiträge: 1
      Hallo Community,

      wenn ich am flop einen flushdraw habe und der gegner bettet 2/3 potsize

      ich habe 9 outs, berechne ich jetzt 9*4=36% dann kann ich callen und mir den turn anschauen
      oder berechne ich 9*2=18% dann muss ich folden
  • 2 Antworten
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      da du damit rechnen musst, dass er am Turn erneut setzen wird kannst du nicht einfach die Equity die du bis zum River hättest nehmen.
      Von daher sind die 18% (tatsächlich sind es übrigens 19,4% die du hast, die x2 oder x4 Regel ist recht ungenau) realistischer und nur aufgrund der odds wäre es ein fold.
      Allerdings hat man mit so starken draws oft auch das was man implied odds nennt, d.h. wenn du triffst gewinnst du ggf. einen sehr großen Pot, so dass du hier bei calls optimistischer sein kannst - wieiviel optimistischer hängt davon ab wie oft er den Turn bettet (und wie hoch) und ob er solltest du am Turn oder River raisen mit schlechteren Händen oft noch callen wird.

      Eine Alternative dazu ist übrigens am Flop zu raisen und deine Hand in einen semibluff zu verwandeln. Foldet er schon am Flop gewinnst du mit relativ wenig Equity, was schön ist und callt er und du triffst deinen flush kannst du ebenfalls meist einen sehr großen Pot gewinnen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Pot Odds (und Equity) sind in NLH nur Hilfskonzepte, die bedingt gut funktionieren. Den meisten Anfängern wird tatsächlich noch das Pot Odds Konzept beigebracht, weil es relativ einfach ist - jedoch ignoriert es jede Menge Feinheiten einer Hand.

      Z.b. der Nutflushdraw wird dort mit 12 Outs meistens gerechnet -> dabei wird aber völlig ignoriert, dass der Nutflushdraw in vielen Fällen sogar die beste Hand ist. Wenn du jetzt vom Gegner eine Potsizebet bekommen würdest und dann mit 12 Outs rechnest und zu der Entscheidung kommst, dass es nicht reicht, dann foldest du

      1. den besten möglichen Draw

      2. manchmal die beste Hand


      Darauf aufbauend kann das Equitykonzept diese Problematik besser abbilden. Jedoch kannst du in NLH nicht genau modellieren wie sich zukünftigte Straßen auf das Spielverhalten abbilden. Beispiel:

      Dein Gegner raist im CO und du callst mit AJhh im BU und der Flop ist Qh2h3s und dein Gegner setzt Potsize.

      => nach Odds und Outs müsstest du folden

      => nach Equity kannst du callen, weil du gegen seine wahrschenliche Cbettingrange genügend Equity hast (Equity ist dein mathematischer Anteil am Pot). Die Equity berücksichtigt jedoch die Gewinnwahrscheinlichkeit von Flop bis River, wenn du am Flop stehst und nicht nur Flop bis Turn. Also ist auch das nicht so richtig perfekt.

      Die Verbindung zwischen beiden Konzepten ist das Implied Odds Konzept und das musst du jetzt wieder mehrschichtig betrachten:

      1. Die Erwartung, dass du bei einem Treffer den Betrag X + Y gewinnst -> der Betrag X ist grob beschrieben der nötige Einsatz, der gewonnen werden muss damit ein schlechter Call nach dem Odds und Outs Konzept profitabel wird.

      Das Implied Odds Konzept begleitet dich überall. Du callst auf einen Openraise mit einem Pocketpair, um dein Set zu treffen? Die Call 20 Regel wird dir sicherlich etwas sagen. Das Konzept ist das gleiche, weil du einen 'schlechten' Call Preflop machst, um am Flop MEHR zu gewinnen.

      2. Was alle Konzepte nicht berücksichtigen sind Alternative Gewinnmöglichkeiten. Z.b. callst du am Flop und dein Gegner checkt am Turn und du setzt und gewinnst den Pot sofort. Z.b. callst du am Flop, dein Gegner setzt am Turn und du callst und dein Gegner spielt am River C/F.

      => auch dieses Verhalten musst du berücksichtigen bei deinen Investitionen. Jedoch kannst du genau dieses Verhalten nur sehr schwierig in eine einzelne Zahl modellieren.