Robustrinder als Herde halten?

    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Hi,
      ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel über 3 Leute gelesen, die mittlerweile rund 150ha Land besitzen und dort eine Herde irgendwelcher Robustrinder ganzjährig frei laufen lassen. Tierarzt etc wird nicht eingesetzt - ursprüngliche ökologische Tierhaltung. Ab und an werden ein paar Rinder geschlachtet - mittlerweile werden sie geschossen, da zu sehr verwildert. Gefällt mir sehr gut vom Ansatz her.
      Könnte mir so etwas gut vorstellen. Allerdings hab ich gar keinen Hintergrund in die Richtung. Mir ist klar, dass das einiges an zeitlichem, finanziellem und organisatorischem Aufwand bedeutet. Reich werden will ich damit auch nicht, eher als Hobby betreiben. Soll auch nicht jetzt sein, aber irgendwann. Denkt ihr das ist möglich ohne derzeit eigenen Landbesitz und Know-How in dem Bereich? Kann man sich das alles anlesen oder nehmen einen bis dahin Behörden, Tierschützer, Nachbarn etc. auseinander? Jemand Erfahrung mit extensiver Rinderhaltung o.ä.?
  • 39 Antworten
    • marc0506
      marc0506
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 8.241
      cliffs:
      du hast keine ahnung von viehzucht, du hast kein vieh, du hast kein land.

      frage:
      warum willst du vieh züchten?
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Also ich weiß von einem Robustrinder Hof im Berliner Umland bei dem der Besitzer Queereinsteiger ist und vorher irgend nen Bürojob hatte.

      Sollte also möglich sein, Kapital oder Sicherheiten für Kredite wirst du aber brauchen.
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      @ marc: Wie geschrieben ich würde es als Hobby betrachten. Ich finde den Ansatz sinnvoll, bin gern draußen, arbeite gern ein bisschen draußen als Ausgleich, finde es spannend mich da rein zu fuchsen, würde gern auf diese Art und Weise erzeugtes Fleisch essen u vermarkten usw.

      @ Tandor: ja das müsste ich mal abklären wie teuer es ist Land zu pachten oder ggf zu kaufen und was so ein Rind kostet. Nach der Richtlinie, nach der in dem Artikel gewirtschaftet wurde, dürfen max 2 Rinder pro ha gehalten werden. Läuft auf eine kleine Herde oder relativ große Flächen hinaus... :) .
    • Sunnyvale29
      Sunnyvale29
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2011 Beiträge: 8.568
      http://de.wikipedia.org/wiki/Galloway-Rind

      schmeckt ganz gut. einen tierarzt solltest du schon einsetzen, auch oder vorallem den tieren zuliebe.

      e: ich glaube sogar der tierarzt ist zwecks gewebe/blutproben in de nicht verzichtbar.
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Die Haltung dürfte wohl kein Problem sein. Brauchst ja nix dafür außer ein ausreichend großes Stück Land und nen Unterstand. Dann natürlich noch Futter für den Winter. Soweit ich weiß ist die Umstellung von Gras auf Heu und/oder umgekehrt auch ein Problem, aber zu lösen. Mehr brauchts da imo nicht.
      Zucht wird dann wohl schon schwieriger.
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Ein großer Teil der Anfanginvestition besteht darin das du die ersten 2-3 Jahre nicht Verdienst weil du ja erst mal ne Herde aufbauen müsst.

      Als Hobby neben dem Beruf ist das glaube ich auch ziemlich unrealistisch durchzuziehen.
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Naja, Weidevieh macht denke ich kaum Arbeit. Kein Ausmisten, kein Füttern, wenn er keine Zucht/Milchwirtschaft hat auch kein melken.
    • Heinz021
      Heinz021
      Black
      Dabei seit: 27.09.2007 Beiträge: 6.263
      ziehs durch!

      und meld dich wenns geklappt hat, kauf dir dann ein paar kilo fleisch ab ;)
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Evtl. sind Wisente
      https://www.landwirtschaft-bw.info/servlet/PB/menu/1063235/index.html

      oder Heckrinder
      http://www.erna-aukrug.de/heckrinder.html

      geeignet so wie ich mir das vorstelle.

      Highland und Galloway werden wohl meist (zu)gefüttert.

      Wisente u Heckrinder leben wie Wildtiere. Brauchen kein zusätzliches Futter und können das ganze Jahr draußen leben. Kälber werden draußen geboren. Teilweise werden die Tiere wohl einmal im Jahr zusammen getrieben und untersucht etc.
      Der Haken ist wohl, dass man einen geeigneten und vor allem sehr großen zusammenhängenden Lebensraum für die Rinder benötigt - wahrscheinlich nur in Naturparks möglich. Die meiste Zeit und Arbeit wird wohl dafür nötig sein adäquate Zäune aufzustellen um die Bullen am Ausbrechen zu hindern :D
    • dertakman
      dertakman
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2007 Beiträge: 1.191
      Geht sowas überhaupt in Deutschland?
      Ich würde denken da muss alles von Kalb bis Schlachtung genauestens registriert werden, der Tierarzt alle im Auge behalten usw. Am Ende hat man mehr kg Papiere als Kuhfladen auf der Wiese^^

      Aber ich habe wohl noch eine schrecklichere Vorstellung von der Bürokratie als sie ist^^
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Robustrinder zur Fleischaufzucht und das hat OP ja vor, so wie ich das sehe will er keinen Nationalpark gründen, sind meist Galloways.

      Das zufüttern ist ja gewollt wenn du irgendwann schlachten willst.

      Heckrinder sind ever was für Naturschützer und vielleicht noch zur Landschaftspflege.
    • masl
      masl
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 2.842
      Vor 15 Jahren war das alles bestimmt noch einfacher. Bin auch aufm Land aufgewachsen und wir hatten so ~20 Rinder. Schlachten in der Auffahrt war immer das Highlight. Good old times
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Original von dertakman
      Geht sowas überhaupt in Deutschland?
      Ich würde denken da muss alles von Fohlen bis Schlachtung genauestens registriert werden, der Tierarzt alle im Auge behalten usw. Am Ende hat man mehr kg Papiere als Kuhfladen auf der Wiese^^

      Aber ich habe wohl noch eine schrecklichere Vorstellung von der Bürokratie als sie ist^^
      Ja muss registriert werden, ist jetzt aber nicht sooo der Aufwand.
      @OP: KEIN zusätzliches Futter halte ich hier in D für ausgeschlossen. Wie sollen die denn über den Winter kommen?
    • justspoon
      justspoon
      Black
      Dabei seit: 19.04.2007 Beiträge: 25.767
      es sollte mehr leute wie op geben. tu es und verschick die steaks. ich nehm gern ein paar.
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Original von josch2001
      Original von dertakman
      Geht sowas überhaupt in Deutschland?
      Ich würde denken da muss alles von Fohlen bis Schlachtung genauestens registriert werden, der Tierarzt alle im Auge behalten usw. Am Ende hat man mehr kg Papiere als Kuhfladen auf der Wiese^^

      Aber ich habe wohl noch eine schrecklichere Vorstellung von der Bürokratie als sie ist^^
      Ja muss registriert werden, ist jetzt aber nicht sooo der Aufwand.
      @OP: KEIN zusätzliches Futter halte ich hier in D für ausgeschlossen. Wie sollen die denn über den Winter kommen?

      Will jetzt nicht ausschließen, dass man in sehr harten Wintern/Winterwochen auch mal zufüttert. Aber generell sollte das ohne zusätzliches Futter funktionieren. Wildtiere kommen ja auch über den Winter und vor Xk bzw. Hundert Jahren sind auch noch größere Rinder (Auerochse) in D über den Winter gekommen. Man muss die Flächen von der Vegetation her gut auswählen und es dürfen wie bereits geschrieben max 2 Tiere pro ha Fläche gehalten werden. Vor einiger Zeit sind dem NABU im Kreis Leer wohl einige Heckrinder verhungert, habe ich gelesen. Das lag aber vor allem daran, dass auf den Flächen sehr viel Binsen wachsen, diese wenig Energie enthalten und damit als Nahrung schlecht geeignet sind.

      In wie weit man mit den Behörden Probleme bekommt, liegt wahrscheinlich auch vor allem daran wie weit man es wirklich treibt mit dem "Auswildern". Trotz idealer Auswahl von Flächen und Tieren etc. kann es natürlich immer sein, dass einzelne Tiere oder auch Jungtiere sterben - Natur halt. Im Prinzip gehört das ja dazu, wenn man einen naturnahen Ansatz verfolgt. Aber das ist wohl wenig akzeptiert und man bekommt schnell Besuch von Tierschützern und Amtstierärzten. Ich denke, man sollte da am Anfang einen Kompromiss gehen und sich langsam heran tasten wie wenig "Pflege" bzw. wie viel Natur möglich ist.
      Ich werde mir mal ein Heckrinder-Projekt anschauen in den nächsten Tagen...
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Bin ja jetzt kein Fachmann evtl. geht es auch, aber mit Wildtieren kannst das nicht vergleichen weil die halt nich nur 1/2 ha zur Verfügung haben sondern viel mehr und dadurch auch mehr finden können. Ganz abgesehen davon, dass da auch viele den Winter eben nicht überleben.
      Wenn ich mir da ne Koppel mit vorstelle auf der von Oktober bis März/April nix mehr wächst und da 2 Tiere/ha rumrennen die täglich x Kilos brauchen stell ich mir das schwer bis unmöglich vor.
      Ich muss ja nicht recht haben, aber da würd ich mich an deiner Stelle unbedingt noch mal richtig informieren.

      Edit: Hier was gefunden evtl. hilfts ja ein bisschen, habs jetzt nur mal überflogen. Handelt sich allerdings um Milchkühe die wahrscheinlich nen relativ hohen Bedarf haben:
      http://www.riswick.de/pdf/weidemanagement-2006.pdf
      Edit II: Scheint doch nicht ganz so einfach zu sein mit der Weide. Braucht doch auch ihre Pflege ;)
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Noch was zur Vermarktung: Bedenke, dass so ein Vieh nicht nur aus Steaks besteht. Du musst auch Schmor- und Suppenfleisch verkaufen, bei dem sich nicht so leicht Abnehmer finden werden. Außerdem natürlich die Abschnitte für Wurst. Dafür brauchst auch nen Abnehmer.
      Aber auf jeden Fall interessant, halte uns auf dem laufenden.
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Danke, ich bin ja grad dabei mich zu informieren, das soll nicht morgen los gehen :) . Ich will auch erst mal sehen ob das überhaupt - für mich - realisierbar ist.
      2 Tiere/ha ist nur eine Richtgröße. Das wird sehr stark von den Flächen und dem was darauf wächst abhängen.
      Denke, du kannst dir das auch nicht wie eine 08/15 Weide vorstellen. Das sollten im Idealfall Flächen sein, auf denen seit langer Zeit extensiv/nicht gewirtschaftet wird. Dementsprechend ist die Artenvielfalt viel höher und darunter werden auch Pflanzen sein, die im Winter auch anständiges Futter bieten. Man kann am Anfang ja auch viel beobachten. Wenn das Futter was die Flächen bieten nicht ausreicht muss man sich entscheiden, ob man an der Fläche, die einem Tier zur Verfügung steht, schraubt oder ob man vielleicht doch zusätzlich füttert.
    • Heinz021
      Heinz021
      Black
      Dabei seit: 27.09.2007 Beiträge: 6.263
      Original von dezi

      In wie weit man mit den Behörden Probleme bekommt, liegt wahrscheinlich auch vor allem daran wie weit man es wirklich treibt mit dem "Auswildern". Trotz idealer Auswahl von Flächen und Tieren etc. kann es natürlich immer sein, dass einzelne Tiere oder auch Jungtiere sterben - Natur halt. Im Prinzip gehört das ja dazu, wenn man einen naturnahen Ansatz verfolgt. Aber das ist wohl wenig akzeptiert und man bekommt schnell Besuch von Tierschützern und Amtstierärzten. Ich denke, man sollte da am Anfang einen Kompromiss gehen und sich langsam heran tasten wie wenig "Pflege" bzw. wie viel Natur möglich ist.
      Ich werde mir mal ein Heckrinder-Projekt anschauen in den nächsten Tagen...
      kann ich mir nicht vorstellen und wenn dann, nur um dich zu loben. so gut wie deine rinder, werden es wohl nur wenige nutztiere haben



      bezüglich "abfallprodukte":
      wenn er gar keine abnehmer findet, kann er es immer noch dem katzen oder hundefutter fabriken verkaufen, wird er halt nicht viel bekommen
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