Eigene Callingrange

    • V1Rotate
      V1Rotate
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2008 Beiträge: 315
      Hallo,

      ich würde gerne wissen, was Ihr so für Callingranges für die jeweiligen Positionen habt.
      Überwiegend bezieht sich meine Frage auf die Callingranges in Position.

      Wenn man

      22+, A2s+, K7s+, Q7s+, J7s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, A2o+, K8o+, Q8o+, J8o+, T8o+, 97o+, 87o, 76o, 65o, 54o

      vom BU openraist, ein Reg z.B. aus MP openraist, welchen Teil dieser Range callt/3bettet man am besten?
      Bei Fischen und Nits paßt man dann natürlich an.

      Gruß

      V1
  • 10 Antworten
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      entsprechende ranges sind viel zu dynamisch für eine pauschalantwort. parameter, die eine rolle spielen sind u.a.
      - villains opening range
      - stacksizes (implied odds)
      - villains verhalten vs 3bets (callt/foldet viel? 4betting-range?...)
      - villains postflopaggression (cbetting, multibarrelling, floatbarkeit, ...)
      - spieler hinter uns (squeezewahrscheinlichkeit, fische,...)
      - ...
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo V1Rotate,

      ich nehme an, dass Deine Frage sich auf NL Holdem bezieht und verschiebe deshalb den Thread in das entsprechende Strategieforum.

      Vielleicht sagst Du uns etwas über die Einschätzung Deiner Gegner? Jedenfalls wäre es hilfreich zu wissen, von welchen Limits Du redest, und ob es fullring oder 6max-Tische sind.

      Gruß

      wespetrev
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn ich dir jetzt sagen würde, welche Callingrange ich in einem 6-max Game habe, dann wird dir das nicht viel weiterhelfen.

      Das Problem dabei ist, dass ich einen sehr konkreten Plan mit meinen Calls Preflop verfolge, die +EV Situationen erzeugen sollen. Diese +EV Situationen haben dabei mehr EV als die Alternativen Fold (EV = 0) und die Alternative 3-Bet (meistens ist eine 3-Bet auch +EV, wenn der Call +EV ist). Mit einem Call möchte ich aber eine Postflopsituation in vielen Fällen schaffen, in der ich meinen Gegner vor so große Probleme stelle, dass er einen größeren Fehler macht.

      Damit das funktioniert muss ich eine Idee haben

      A. welchen Fehler mein Gegner macht Postflop

      B. wie ich diesen Fehler angreife Postflop (d.h. z.b. so Hände wie T9s callen und dann auf Volltreffer zu spekulieren wird eine teure Angelegenheit sowohl IP als auch speziell OOP)

      C. wieso dieser Fehler größer ist als bei den Alternativen (dh. wieso ich mit meiner Investition vor dem Flop mehr Geld nach dem Flop gewinne)


      Zusätzlich musst du beachten, dass sich die Dynamik mit schlechten Spielern in deinem Beispiel, die hinter dir sitzen in den Blinds massiv verändert (Position, spielbare Hand und Fisch = $$$) und es unter Umständen sogar gut sein kann dort AA zu flatcallen. Darüberhinaus verändern sich Ranges von Regs in Abhängigkeit der Limits - einem NL10 SH Reg würde ich in MP vielleicht eine 13% Openraisingrange zutrauen, wobei ich einem NL400 Reg da auch in Richtung 20% sehen würde.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Benzodiazepin
      entsprechende ranges sind viel zu dynamisch für eine pauschalantwort. parameter, die eine rolle spielen sind u.a.
      - villains opening range
      - stacksizes (implied odds)
      - villains verhalten vs 3bets (callt/foldet viel? 4betting-range?...)
      - villains postflopaggression (cbetting, multibarrelling, floatbarkeit, ...)
      - spieler hinter uns (squeezewahrscheinlichkeit, fische,...)
      - ...
      Das sind alles Punkte die man immer berücksichtigen muss.

      PPs kann man gut callen, da brauchts schon Gründe (sehr aktive Blinds) um die zu folden. Kann man auch 3-betten, mag ich aber nicht so.

      Sitzten in den Blinds loose Calling Stations, kann man auch viele SCs/Aces callen, also drawing hands die sich in Position in MW-Pots durchaus gut spielen lassen.

      Die einfach Steal-Range mit schwachen Händen sollte man mucken (sowas wie K8o, offsuited Connectors etc.), natürlich kann man am Button auch looser 3-betten, da OOP nicht viele 3-bets gecallt werden gehen da auch mal pure Bluffs durch wie offsuited Aces, natürlich auch suited Aces (wenn er Call doch eher keine Option ist).

      Ansonsten kannst du dich immer selbst fragen, ob der Call einen positiven EV haben könnte. Wenn nicht, kannst du überlegen ob ein Bluff Sinn macht. Wenn auch dies nicht der Fall ist => fold.

      Das kann man bei jeder Hand schnell durchgehen und so kommt man auf seine eigenen groben Ranges die eben dynamisch sind.

      Was gegen Mr.Reg for Value durchgeht ist dann die Frage, gerade Hände wie JJ/TT/AQ etc. kann man auch 3-bet/pushen, sehen wir dies wiederum nicht als profitabel an (da Villain doch sehr viel auf 3-bets foldet und kaum 4-bettet) sollte man die Hände eher callen und eben A2o mal 3-betten.
    • V1Rotate
      V1Rotate
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2008 Beiträge: 315
      Vielen Dank schonmal für die Antworten.

      Im Prinzip bestätigt das meine Überlegungen bzgl. dieser Thematik. Das freut mich ja schonmal.
      Ich habe gerade wieder einen schönen 20Stack down hinter mir (hoffe ich zumindest) und sah sehr oft am flop ziemlich alt aus.
    • V1Rotate
      V1Rotate
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2008 Beiträge: 315
      Gehe ich richtig davon aus, daß auch Eure Callingrange aus allen anderen, als der absoluten Position -sprich dem BU- stark begrenzt ist, wenn überhaupt vorhanden?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von V1Rotate
      Gehe ich richtig davon aus, daß auch Eure Callingrange aus allen anderen, als der absoluten Position -sprich dem BU- stark begrenzt ist, wenn überhaupt vorhanden?
      Kann man so nicht sagen.

      Wenn sich grundsätzlich Multiway-Pots andeuten kann man einige Hände callen.

      Gerade wenn der Openraiser eher eine tighte Range hat und hinter uns eher gecallt wie geraist wird, kann man eben die drawing hands (wie bspw. kleine PPs, SCs) durchaus callen.

      Auch in MP calle ich dann teilweise. Dafür trappe ich auch gerne in MP, weil ich nicht unbedingt glaube eine 3-betting-Range in MP vs UTG zu brauchen. Gerade wenn hinter mir looser gesqueezed wird mag ich hier den Call mit starken Händen (und kann demnach auch schwächere/drawing hands callen, da ich nicht ständig limp/folde...).

      Auch in den Blinds calle ich häufiger, abder natürlich werden die Ranges da dünner, da es Postflop eben nicht immer profitabel zu spielen ist. Da sind dann 3-bets oder folds schon bessere Alternativen in vielen Fällen.
    • MisterSnS
      MisterSnS
      Gold
      Dabei seit: 09.11.2011 Beiträge: 1.671
      Original von MiiWiin
      Wenn sich grundsätzlich Multiway-Pots andeuten kann man einige Hände callen.

      Gerade wenn der Openraiser eher eine tighte Range hat und hinter uns eher gecallt wie geraist wird, kann man eben die drawing hands (wie bspw. kleine PPs, SCs) durchaus callen.

      Auch in MP calle ich dann teilweise. Dafür trappe ich auch gerne in MP, weil ich nicht unbedingt glaube eine 3-betting-Range in MP vs UTG zu brauchen. Gerade wenn hinter mir looser gesqueezed wird mag ich hier den Call mit starken Händen (und kann demnach auch schwächere/drawing hands callen, da ich nicht ständig limp/folde...).

      Auch in den Blinds calle ich häufiger, abder natürlich werden die Ranges da dünner, da es Postflop eben nicht immer profitabel zu spielen ist. Da sind dann 3-bets oder folds schon bessere Alternativen in vielen Fällen.
      Den dickgedruckten Gedankengang hatte ich auch heute morgen, wie von nem Engel zugesandt, bekommen. Wenn ich meine Monster preflop in MP vs UTG 3bette bewirke ich meist nix außer dass Villain foldet. Bei nem call bietet sich mMn ein höherer EV an, da wir immernoch gegen ne starke Range spielen .
      Hingegen 3bette ich diese Hände natürlich wenn Villain aus der LP openraist und ich im BU / in den Blinds sitze.

      Wie isses dann eigentlich deepstacked? Macht es dann mehr Sinn mit AK,QQ+ in MP vs UTG zu 3betten? Ich mein Villain kann sich dann durchaus mal auf nen Setvaluecall OOP überreden, oder sonst nen Mist callen bei dem er denkt er könnte uns damit stacken, SC's zB.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von MisterSnS
      Original von MiiWiin
      Wenn sich grundsätzlich Multiway-Pots andeuten kann man einige Hände callen.

      Gerade wenn der Openraiser eher eine tighte Range hat und hinter uns eher gecallt wie geraist wird, kann man eben die drawing hands (wie bspw. kleine PPs, SCs) durchaus callen.

      Auch in MP calle ich dann teilweise. Dafür trappe ich auch gerne in MP, weil ich nicht unbedingt glaube eine 3-betting-Range in MP vs UTG zu brauchen. Gerade wenn hinter mir looser gesqueezed wird mag ich hier den Call mit starken Händen (und kann demnach auch schwächere/drawing hands callen, da ich nicht ständig limp/folde...).

      Auch in den Blinds calle ich häufiger, abder natürlich werden die Ranges da dünner, da es Postflop eben nicht immer profitabel zu spielen ist. Da sind dann 3-bets oder folds schon bessere Alternativen in vielen Fällen.
      Den dickgedruckten Gedankengang hatte ich auch heute morgen, wie von nem Engel zugesandt, bekommen. Wenn ich meine Monster preflop in MP vs UTG 3bette bewirke ich meist nix außer dass Villain foldet. Bei nem call bietet sich mMn ein höherer EV an, da wir immernoch gegen ne starke Range spielen .
      Hinzu kommt eben, dass gegen early Raise und Coldcall gerne mal gesqueezed wird uns es gut ist da auch mal mit einer starken Hand aufzuwachen und nicht nur die Optionen Fold oder Bluff-4-bet zu haben. ;)

      Kann man definitiv einstreuen, da man mehrere Vorteile hat.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von MisterSnS
      Wie isses dann eigentlich deepstacked? Macht es dann mehr Sinn mit AK,QQ+ in MP vs UTG zu 3betten? Ich mein Villain kann sich dann durchaus mal auf nen Setvaluecall OOP überreden, oder sonst nen Mist callen bei dem er denkt er könnte uns damit stacken, SC's zB.
      Kann man schwer verallgemeinern.

      "Deepstacked" kommt ja meistens unverhofft, du spielst an einem Tisch und auf einmal ist dein Gegner, den du so vielleicht schon einigermaßen schwer einschätzen kannst, ebenfalls 250BB deep.

      Da ändern sich die Ranges, die Frage ist nur wie. Ohne weitere Infos sind es Annahmen, aber ich denke schon dass dein Argument richtig ist, dass mehr gecallt wird weil man sich automatisch mehr implieds gibt bei größeren Stacks.

      Ich sehe es nicht unbedingt so, für 200BB+ deep wirst du nicht mehr so einfach offstacken mit Overpair/Toppair, auch nicht im 3-bettet Pot. Zudem reagieren die meisten Gegner doch etwas zurückhaltender, es gibt wohl wenige Gegner die zufällige Deepness ausnutzen um noch aggressiver zu werden, maximal halten sie Aggressivität bei.

      Ich habe aber schon häufig erlebt dass in 3-bettet Pots dann auch Overpairs wie QQ+ oder gar Bottom Sets nur wa/wb gespielt werden.

      Gerade in den HB-Foren findet man da viele Beispiele für.