Beamtenprivilegien - Buchempfehlung / Faktor 2 - Was Beamte wirklich verdienen

    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Hallo,

      ich bin schon immer ein kritischer Beobachter des hiesigen Beamtentums, ich habe mir daraufhin das Buch "Faktor 2 - Was Beamte wirklich verdienen" gekauft.

      Ich hätte es mir lieber nicht kaufen sollen, rege ich mich jetzt noch viel mehr über die ganze Überversersorgung des gesamten Beamtenapparates auf.

      Quintessenz des Buches: Selbst die aktuell niedrigste Eingangsstufe A2 (Voraussetzung ist Hauptschulabschluss) ist mit den Ansprüchen bei Pension, Beihilfe, Zuschlägen besser gestellt als ein durchschnittlich verdienender Angestellter in Deutschland. Demnach dürfte es in Deutschland fast nur Hauptschulabgänger geben, die irgendwo die Straße kehren. Im Buch wird alles bis auf das kleinste in sogenannten Schattentabellen offengelegt. Wie das bei den Ämtern darüber aussieht könnt ihr euch ja denken.

      Aber mal ein paar Privilegien:
      - 13. "Gehalt" für einen pensionierten Beamten --> somit bei ca. 75% des letzten "Gehalts"
      - weitaus bessere Versorgung von Witwen und Witwern
      - 100% Fortzahlung im Krankheitsfall auch nach 6 Wochen
      - Beamte profitieren durch Möglichkeit der PKV (im Buch genau und plausibel erläutert)
      - Kürzungen bei Beamten mit sehr sehr großzügigen Übergangsregeln, hingegen diese bei der "normalen" Bevölkerung sofort umgesetzt werden
      - unverhältnismäßige Zuschläge für Kinder, verheiratetsein, Dienstzuschläge
      - in vielen Bereichen Sonderregelungen für vorzeitigen Ruhestand. Polizei z.B. mit 60 (kann auch 55 gewesen, hab das Buch gerade nicht zur Hand) obwohl Berufe in der freien Wirtschaft (Dachdecker, Maurer, Krankenpfleger) wesentlich höheren Belastungen ausgesetzt sind.
      - 40 Jahre Dienstzeit reichen aus um vollen Pensionsanspruch zu erhalten. Durch großzügige Übergangsregelungen ist der Großteil der Beamten noch mit 35 Dienstjahren dabei. Die ein Beamter spielend erreicht, da er nicht arbeitslos werden kann.
      - Studium wird 3 Jahre voll als Dienstzeit angerechnet. D.h. ein studierter Beamter kann mit 57/58 in Pension gehen, ohne Abzüge!
      - nach 5 Jahren Anspruch auf Mindestpension von 1400 Euro
      - und vieles mehr
      - das ganze bei Unkündbarkeit

      Argumente wie "Hättest doch auch Beamter werden können" oder "Die Gesetze sind halt so" (selbst wird doch geklagt bis zur letzten Instanz, wenn Versetzungen oder gleiches anstehen) sind hierbei unangebracht, da ich nicht neidisch bin, sondern das grundlegende Probleme der Unfinazierbarkeit dieses ganzen Apparates aufzeigen möchte.

      Ich gönne jedem ein vernünftiges Gehalt, aber diese Übervorteilung ist dermaßen offensichtlich und einfach nur unsozial gegenüber der Bevölkerung, die das ganze über ihre Steuern finanzieren muss.

      Das Beamtentum ist in der jetzigen Form einfach nicht zeitgemäß, da Deutschland im knallharten Wettbewerb steht und am Ende die ganzen Kosten auf die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft negativen Einfluss hat.

      Zurzeit wird das noch ganz gut kaschiert, aber wenn der wirtschaftliche Abschwung einsetzt, dann wird sich die Lage dramatisch verändern.

      Wie seht ihr das, sollte es nicht auch seitens der Beamten ein Umdenken stattfinden und auch von dieser Richtung aus etwas bewegt werden?
  • 61 Antworten
    • jokers87
      jokers87
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2006 Beiträge: 1.338
      edit by michimanni
      Bitte unterlasse solchen sinnfreien Spam, das möchten wir hier nicht haben. Danke für dein Verständnis.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.349
      Original von 3nJ0yIT
      ...

      Argumente wie "Hättest doch auch Beamter werden können" oder "Die Gesetze sind halt so" (selbst wird doch geklagt bis zur letzten Instanz, wenn Versetzungen oder gleiches anstehen) sind hierbei unangebracht, da ich nicht neidisch bin, sondern das grundlegende Probleme der Unfinazierbarkeit dieses ganzen Apparates aufzeigen möchte.

      ...
      Ich bin selbst auch kein Beamter, aber ich sehe in deinem Posting nichts was eine "Unfinanzierbarkeit" deutlich macht. Das bessere Einkommen und die bessere Absicherung gegenüber Arbeitern und Angestellten in der freien Wirtschaft bedeutet nicht zwangsweise, dass es nicht finanzierbar ist. Alles was du dargelegt hast, ist eher geeignet Neid und Missgunst zu erzeugen. Es kommt mir fast wie die regelmäßige klassische Bild-Schlagzeile über "Hartz-4 Schmarotzer" vor.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von 72o
      Original von 3nJ0yIT
      ...

      Argumente wie "Hättest doch auch Beamter werden können" oder "Die Gesetze sind halt so" (selbst wird doch geklagt bis zur letzten Instanz, wenn Versetzungen oder gleiches anstehen) sind hierbei unangebracht, da ich nicht neidisch bin, sondern das grundlegende Probleme der Unfinazierbarkeit dieses ganzen Apparates aufzeigen möchte.

      ...
      Ich bin selbst auch kein Beamter, aber ich sehe in deinem Posting nichts was eine "Unfinanzierbarkeit" deutlich macht. Das bessere Einkommen und die bessere Absicherung gegenüber Arbeitern und Angestellten in der freien Wirtschaft bedeutet nicht zwangsweise, dass es nicht finanzierbar ist. Alles was du dargelegt hast, ist eher geeignet Neid und Missgunst zu erzeugen. Es kommt mir die regelmäßige klassische Bild-Schlagzeile über "Hartz-4 Schmarotzer" vor.
      Naja, in ca. 20 Jahren werden ca. 80 Milliarden Euro pro Jahr nur zur Finanzierung von Pensionen benötigt. Das sind ca. 17-20% des Bundeshaushalts. Ich sehe da schon ein sehr großes Finanzierungsproblem.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.349
      Kommt dieses Problem aber nicht eher daher, dass die realen Löhne und Gehälter und damit die Steuereinnahmen des Staates immer weiter absinken? Imho wäre es angebracht die Löhne und Gehälter in der freien Wirtschaft wieder auf ein vernünftiges Niveau anzuheben um den Staat insgesamt voran zu bringen. Absenken der Leistungen bei den Beamten wird deren Leistungsbereitschaft auch nicht gerade fördern und selbst wenn sich dadurch 2% des derzeitigen Staatsdefizits retten lassen würden werden die weiterhin sinkenden Steuereinnahmen dies sehr schnell wieder egalisieren. Das Problem bleibt erhalten nur die Leistungsfähigkeit der staatlichen Dienstleister wird gesenkt.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von 72o
      Kommt dieses Problem aber nicht eher daher, dass die realen Löhne und Gehälter und damit die Steuereinnahmen des Staates immer weiter absinken? Imho wäre es angebracht die Löhne und Gehälter in der freien Wirtschaft wieder auf ein vernünftiges Niveau anzuheben um den Staat insgesamt voran zu bringen. Absenken der Leistungen bei den Beamten wird deren Leistungsbereitschaft auch nicht gerade fördern und selbst wenn sich dadurch 2% des derzeitigen Staatsdefizits retten lassen würden werden die weiterhin sinkenden Steuereinnahmen dies sehr schnell wieder egalisieren. Das Problem bleibt erhalten nur die Leistungsfähigkeit der staatlichen Dienstleister wird gesenkt.
      Das ist doch das große Problem, wir leben nicht mehr auf einer einsamen Insel wo die Wirtschaft ein mehr oder weniger geschlossener Kreislauf ist. Deutschlans ist mMn heute auch nur so stark, weil in den letzten Jahren die Löhne nicht unverhältnismaßig stark gestiegen sind und somit die weltweite Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt wurde.

      Man kann dem Markt keine Preise diktieren, das führt unterm Strich zu weiteren Wohlstandsverlusten. Das lernt man im 1. Semester VWL.

      Worauf ich hinaus will ist, dass diese Zurückhaltung ebenso bei den Beamten angebracht wäre. aber davon ist weit und breit keine Spur.
    • Rajko33
      Rajko33
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2009 Beiträge: 36
      Hi,
      Also ich bin zufällig Beamter und sehe das nicht ganz so wie Du.
      In dem Bereich in dem ich studiert habe, würde ich in der freien Wirtschaft wesentlich mehr verdienen, hätte unter Normalumständen wesentlich bessere Möglichkeiten in meinem Beruf aufzusteigen und das auch noch viel schneller. Weiterhin könnte ich mich auch selbständig machen.
      Ehemalige Mitstudenten von mir verdienen in der freien Wirtschaft jetzt schon mehr als ich in meinem Endamt erreichen kann.
      Trotzdem habe ich mich für das Beamtentum entschieden, weil mir ein sicherer Arbeitsplatz am wichtigsten ist. Wenn es die Vorteile, die du aufgezeigt hast, nicht mehr geben würde, würde sich kaum ein Studierter für das Beamtentum entscheiden und auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten lieber in die freie Wirtschaft gehen.
      Die Folge wäre, das der Staat gar nicht mehr in der Lage wäre seine hoheitlichen Aufgaben zu erledigen. Man stelle sich nur mal vor, es gebe keine Beamten mehr und die Angestellten würden zwei Wochen streiken, wenn mal wieder eine Tarifrunde ansteht. Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden wäre.
    • meistermieses
      meistermieses
      Bronze
      Dabei seit: 31.12.2006 Beiträge: 11.991
      Original von Rajko33
      Hi,
      Also ich bin zufällig Beamter und sehe das nicht ganz so wie Du.
      In dem Bereich in dem ich studiert habe, würde ich in der freien Wirtschaft wesentlich mehr verdienen, hätte unter Normalumständen wesentlich bessere Möglichkeiten in meinem Beruf aufzusteigen und das auch noch viel schneller. Weiterhin könnte ich mich auch selbständig machen.
      Ehemalige Mitstudenten von mir verdienen in der freien Wirtschaft jetzt schon mehr als ich in meinem Endamt erreichen kann.
      Trotzdem habe ich mich für das Beamtentum entschieden, weil mir ein sicherer Arbeitsplatz am wichtigsten ist. Wenn es die Vorteile, die du aufgezeigt hast, nicht mehr geben würde, würde sich kaum ein Studierter für das Beamtentum entscheiden und auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten lieber in die freie Wirtschaft gehen.
      Die Folge wäre, das der Staat gar nicht mehr in der Lage wäre seine hoheitlichen Aufgaben zu erledigen. Man stelle sich nur mal vor, es gebe keine Beamten mehr und die Angestellten würden zwei Wochen streiken, wenn mal wieder eine Tarifrunde ansteht. Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden wäre.
      #2

      War früher mal Beamter und habe mich dann für die Wirtschaft entschieden, weil Berufschancen>Sicherheit bei mir. Aber ich kann auch die andere Seite nachvollziehen.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von Rajko33
      Hi,
      Also ich bin zufällig Beamter und sehe das nicht ganz so wie Du.
      In dem Bereich in dem ich studiert habe, würde ich in der freien Wirtschaft wesentlich mehr verdienen, hätte unter Normalumständen wesentlich bessere Möglichkeiten in meinem Beruf aufzusteigen und das auch noch viel schneller. Weiterhin könnte ich mich auch selbständig machen.
      Ehemalige Mitstudenten von mir verdienen in der freien Wirtschaft jetzt schon mehr als ich in meinem Endamt erreichen kann.
      Trotzdem habe ich mich für das Beamtentum entschieden, weil mir ein sicherer Arbeitsplatz am wichtigsten ist. Wenn es die Vorteile, die du aufgezeigt hast, nicht mehr geben würde, würde sich kaum ein Studierter für das Beamtentum entscheiden und auf Grund der besseren Verdienstmöglichkeiten lieber in die freie Wirtschaft gehen.
      Die Folge wäre, das der Staat gar nicht mehr in der Lage wäre seine hoheitlichen Aufgaben zu erledigen. Man stelle sich nur mal vor, es gebe keine Beamten mehr und die Angestellten würden zwei Wochen streiken, wenn mal wieder eine Tarifrunde ansteht. Ich möchte gar nicht wissen, wie hoch der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden wäre.
      Naja, das Argument mit dem Mehrverdienst kann natürlich genommen werden. Aber mal ehrlich wieviel mehr würdest du denn verdienen? Und dann rechne die Sozialversicherungsbeiträge herunter. Bei einem Beamtenbrutto von 3000 Euro musst du schon mindestens 5000 Euro in der freien Wirtschaft bekommen um eine ähnliche Versorgung inkl. Pension genießen zu können. Also musst du schon das doppelte Brutto verdienen können um eine solches Argument bringen zu können.

      Und mal ehrlich, wer würde soviel verdienen? Ich kenne da keinen bis sehr sehr wenige.
    • 72o
      72o
      Bronze
      Dabei seit: 14.03.2008 Beiträge: 4.349
      Mit Hilfe des angeblich so scharfen "internationalen Wettbewerb" kann man natürlich alles begründen. Unsere großen "Wettbewerber" sind in vielen Wirtschaftsbereichen Weltmarktführer die die Märkte diktieren. Die mittlerweile stinkreichen Nutzniesser (Großaktionäre u.s.w.) pressen einfach so viel Geld raus wie es geht. Sie selbst haben sich über Lobbyisten eine Gesetzeslage gebastelt, die ihnen unglaublich viele Möglichkeiten bietet ja keine Steuern zu bezahlen. Die angeblich vernünftige "Lohnzurückhaltung" Deutschlands hat übrigens unter anderem zu einer rasant anwachsenden Verarmung der Nachbarländer geführt. Wenn Menschen obwohl sie Vollzeit arbeiten nebenbei staatliche Unterstützung benötigen um über die Runden zu kommen, stimmt imho was im System nicht. Die "vernünftige Lohnzurückhaltung" ist dann nicht mehr vernünftig sondern suizidal.
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Hab das Buch gelesen, dort steht auch viel drin, was so nicht stimmt und die Berechnung des Schatteneinkommens ist auch überzogen.

      Wenn es dich tatsächlich interessiert, dann würde ich auch weiter ausführen.

      Sicherlich verdienen Beamte mehr als offiziell auftaucht, aber in der Wirtschaft würde man massiv(!) mehr verdienen und v.a. auch viel schneller größere Gehaltssprünge machen. Dafür muss der Beamte eben nicht soviel fürs Alter zurücklegen.

      Insgesamt zahlt der Staat schon gut, aber das muss er auch tun, damit nicht alle in der Wirtschaft arbeiten.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Was heißt massiv mehr verdienen?

      Ich arbeite selber in der Wirtschaft und ich kenne sehr wenige die mehr als 5000/6000 Euro verdienen.

      Es wird sich zu oft hinter dieser Aussage versteckt. In der Realität stimmt das mit dem massiven Mehrverdienst einfach nicht.

      Und welche Unwahrheiten stehen in dem Buch, dass interessiert mich sehr.
    • Rajko33
      Rajko33
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2009 Beiträge: 36
      Auf Grund des regelmäßigen Austausches mit meinen ehemaligen Mitstudenten kann ich Dir sagen, das die dort bis zum 4-fachen von dem verdienen (brutto), was ich bekomme. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass sie dafür auch mehr als 40-Stunden in der Woche arbeiten müssen. Andererseits erhalten sie auch noch andere Annehmlichkeiten von Ihren Arbeitgebern, wie Firmenwagen, Handy, Monatsmitgliedschaften im Fitnessstudio u.s.w., die ich als Beamter nicht bekomme.

      Da ich jedoch keine Lust habe bis zu 60 Stunden die Woche, ggfs. auch am Wochenende zu arbeiten, vorgeschriebene Urlaubszeiten zu haben und trotz allem keinen gesicherten Arbeitsplatz zu haben, hielt ich es für mich am besten Beamter zu werden. Weiterhin ist der öffentliche Dienst in der Regel familienfreundlicher.

      Aber wie gesagt, das Problem besteht darin, das der Staat hoheitliche Aufgaben zu erfüllen hat. Er kann sich diese nicht aussuchen, denn sie sind per Gesetz vorgeschrieben. Dafür braucht er Staatsdiener. Damit er an diese kommt, muss er Anreize setzen, da sich sonst kaum jemand für den Staatsdienst entscheiden würde.
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Original von 3nJ0yIT
      Was heißt massiv mehr verdienen?

      Ich arbeite selber in der Wirtschaft und ich kenne sehr wenige die mehr als 5000/6000 Euro verdienen.

      Es wird sich zu oft hinter dieser Aussage versteckt. In der Realität stimmt das mit dem massiven Mehrverdienst einfach nicht.

      Und welche Unwahrheiten stehen in dem Buch, dass interessiert mich sehr.
      Geh mal los und schau dir die Zahlen der IG-Metall an.
      http://www.igmetall4you.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Studierende_-_Ingenieure/Ingenieurgehaelter_NRW_2011.pdf

      Insbesondere mit 3 Jahren Berufserfahrung ;-)

      Dazu kommt, dass Beamte weniger Urlaub haben(29 Tage <-> 30 Tage) und pro Woche mehr arbeiten(41 Stunden <-> 35 Stunden).
    • Tarkon72
      Tarkon72
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 14.675
      Super wieder werden alle über einen Kamm geschoren.
      Viele Beamte verdienen viel zu wenig und haben dafür auch deutlich weniger Rechte wie nicht Beamte. Sie dürfen z.B. nicht streiken.

      Polizei- und Feuerwehrbeamte haben in Berlin seit ca. 10 Jahre keine Besoldungserhöhung erhalten.

      Ein Beamter ist im Unterhalt billiger wie ein Angestellter. Es ist nicht verboten die eingesparten Rentenbeiträge teilweise zurückzulegen und für die späteren Pensionen zu sparen.

      Bei vielen Beamten wurden wurde auch einfach die versprochenen Pensionen rückwirkend per Gesetzt gekürzt, genauso wie die Beihilfe zur Krankenkasse.

      Bin auch dafür das Beamtenrecht in vielen Punkten zu reformieren. Ein Punkt wäre bei mir sogar, einen Leistungszuschlag einzuführen. Viele Beamte würden in der Freien Wirtschaft nicht eingestellt werden. Die wirklich fähigen Studienabgänger werden normalerweise keine Beamte.
      Darunter leidet der gesamte Staat.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von FiftyBlume
      Original von 3nJ0yIT
      Was heißt massiv mehr verdienen?

      Ich arbeite selber in der Wirtschaft und ich kenne sehr wenige die mehr als 5000/6000 Euro verdienen.

      Es wird sich zu oft hinter dieser Aussage versteckt. In der Realität stimmt das mit dem massiven Mehrverdienst einfach nicht.

      Und welche Unwahrheiten stehen in dem Buch, dass interessiert mich sehr.
      Geh mal los und schau dir die Zahlen der IG-Metall an.
      http://www.igmetall4you.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Studierende_-_Ingenieure/Ingenieurgehaelter_NRW_2011.pdf

      Insbesondere mit 3 Jahren Berufserfahrung ;-)

      Dazu kommt, dass Beamte weniger Urlaub haben(29 Tage <-> 30 Tage) und pro Woche mehr arbeiten(41 Stunden <-> 35 Stunden).
      Nunja, das ist schon eun schönes Gehalt, aber weit von Massiv entfernt. Denn was dort Netto übrig bleibt, liegt nicht weit von einem Beamten A13er Netto entfernt.

      Kommen dann noch Kinder dazu und man heiratet, gibts Zuschläge und schon landet der Beamte auf einem ähnlichen Niveau.
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von Rajko33
      Auf Grund des regelmäßigen Austausches mit meinen ehemaligen Mitstudenten kann ich Dir sagen, das die dort bis zum 4-fachen von dem verdienen (brutto), was ich bekomme. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass sie dafür auch mehr als 40-Stunden in der Woche arbeiten müssen. Andererseits erhalten sie auch noch andere Annehmlichkeiten von Ihren Arbeitgebern, wie Firmenwagen, Handy, Monatsmitgliedschaften im Fitnessstudio u.s.w., die ich als Beamter nicht bekomme.

      Da ich jedoch keine Lust habe bis zu 60 Stunden die Woche, ggfs. auch am Wochenende zu arbeiten, vorgeschriebene Urlaubszeiten zu haben und trotz allem keinen gesicherten Arbeitsplatz zu haben, hielt ich es für mich am besten Beamter zu werden. Weiterhin ist der öffentliche Dienst in der Regel familienfreundlicher.

      Aber wie gesagt, das Problem besteht darin, das der Staat hoheitliche Aufgaben zu erfüllen hat. Er kann sich diese nicht aussuchen, denn sie sind per Gesetz vorgeschrieben. Dafür braucht er Staatsdiener. Damit er an diese kommt, muss er Anreize setzen, da sich sonst kaum jemand für den Staatsdienst entscheiden würde.
      Als studierter Beamter dürftest du im Monat ca. bei 3500 Brutto verdienen? Was machen deine Freunde, dass sie knapp 14000 Euro im Monat verdienen?
    • 3nJ0yIT
      3nJ0yIT
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2011 Beiträge: 8.477
      Original von Tarkon72
      Super wieder werden alle über einen Kamm geschoren.
      Viele Beamte verdienen viel zu wenig und haben dafür auch deutlich weniger Rechte wie nicht Beamte. Sie dürfen z.B. nicht streiken.

      Polizei- und Feuerwehrbeamte haben in Berlin seit ca. 10 Jahre keine Besoldungserhöhung erhalten.

      Ein Beamter ist im Unterhalt billiger wie ein Angestellter. Es ist nicht verboten die eingesparten Rentenbeiträge teilweise zurückzulegen und für die späteren Pensionen zu sparen.

      Bei vielen Beamten wurden wurde auch einfach die versprochenen Pensionen rückwirkend per Gesetzt gekürzt, genauso wie die Beihilfe zur Krankenkasse.

      Bin auch dafür das Beamtenrecht in vielen Punkten zu reformieren. Ein Punkt wäre bei mir sogar, einen Leistungszuschlag einzuführen. Viele Beamte würden in der Freien Wirtschaft nicht eingestellt werden. Die wirklich fähigen Studienabgänger werden normalerweise keine Beamte.
      Darunter leidet der gesamte Staat.
      Natürlich gibt es solche und solche, dass will ich auch gar nicht abstreiten. Aber man muss das ganze Thema gesamtheitlich betrachten und dazu gehören dann nun mal alle. Ist bei der Rentenbetrachtung auch nicht anders. Auch hier werden massive Einschnitte vorgenommen, bei denen es keinen Bestandsschutz gibt.
    • Kaos
      Kaos
      Bronze
      Dabei seit: 01.04.2006 Beiträge: 3.569
      Es wird doch schon lange niemand mehr in A2 verbeamtet. Selbst im mittleren Dienst wird - abgesehen von der Polizei - so gut wie niemand mehr verbeamtet. Wenn auf dem Rathaus einer Gemeinde mit sagen wir mal 10.000 Einwohnern 30 "Beamte" arbeiten, dann sind davon je nach Altersstruktur der Beschäftigten vielleicht noch 5-10 Leute verbeamtet. Und die arbeiten dann in Positionen in denen es in der freien Wirtschaft definitiv mehr geben würde was das jetzige Jahresgehalt angeht. Ein 9 to 5 Job ist das dann in einer Führungsposition auch nicht mehr. So ein Buch ist halt billigster Populismus aber wenn man eh schon Vorurteile hat wird man natürlich wunderbar bestätigt.
    • Khali
      Khali
      Gold
      Dabei seit: 09.01.2007 Beiträge: 1.307
      [quote]Original von 3nJ0yIT
      Original von Rajko33
      Als studierter Beamter dürftest du im ca. bei 3500 Brutto? Was machen deine Freunde, dass sie knapp 14000 Euro im Monat verdienen?
      Das würde mich jetzt auch interessieren...mein Freundes-/Bekanntenkreis besteht fast nur aus studierten (zu gut 40% promovierten) Leuten, die alle in der "freien Wirtschaft" arbeiten, mit mittlerweile einigen Jahren Erfahrung. Da ist kein einziger dabei, der auch nur annähernd die hier propagierten Gehälter bezieht.
      Da ist bei einigen entweder eine gehörige Portion Übertreibung dabei, oder sie arbeiten alle bei McKinsey und Konsorten (und selbst dort liegt das Einstiegsgehalt bei ca. 60k).