Blind Defense: Logik der eigenen Range

    • eplc
      eplc
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2005 Beiträge: 8.667
      Ich hab mich in letzter Zeit ein wenig mehr mit Blind Defense beschäftigt und dabei festgestellt, dass meine Range sehr unklar definiert ist.

      Situation ist, dass der Opener aus Late Position first/second in raiset und wir im Blind sitzen.
      Folgendes Problem stellt sich mir, indem ich zwischen zwei Logiken unterscheide:

      I) Ich liege gegen die Range des Openers vorne, daher 3-bette ich.

      II) Wenn der Opener meine 3-Bet callt, soll meine Hand nicht dominiert werden und/oder ich will vorne liegen.

      Variante II) beinhalet, dass ich eine tightere Range habe, eine Hand wie AT z.B. also folden würde, dafür umso eher 45s raise, Variante I) umfasst die Theorie, dass für meine 3-Bet nur die Range des Openers von Bedeutung ist.

      Sicherlich ist es auch eine Frage des EV, also ob ich oft genug seinen Raise gewinne, um irgendwann in einem toughen Spot gecallt zu werden und möglicherweise noch eine Conti Bet zu verlieren. Es ist auch eine Frage des Images: 3-bette ich also recht light, sollte ich anfangen tighter zu 3-betten, bzw. Hände mit implieds darunter zu "mischen", um einen entsprechenden Pay-Off zu bekommen.

      Discuss! :)
  • 11 Antworten
    • Trashtalker1
      Trashtalker1
      Bronze
      Dabei seit: 19.01.2007 Beiträge: 854
      Problematisch finde ich Hände die wohl viele seiner Hände seiner Range dominieren, aber trotzdem in einem reraised Pot oop unschön zu spielen sind.

      Das betrifft vor allen Dingen AT-AQ, KQ

      Diese Hände werden wohl sehr oft mit einer 3-bet den Pot gewinnen, aber wenn sie gecallt werden sieht es schon nicht mehr soo schön aus. Daher stelle ich mir oft die Frage wie sinnvoll eine 3-bet damit ist.

      Persönlich habe ich damit auch große Probleme und spiele wohl alles von Fold über Call bis zum Raise bunt gemischt je nach Villian und Image.
    • uTz84
      uTz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2006 Beiträge: 2.336
      Trouble Hands wie AJ, AT, KQ, KJ, etc. würde ich häufiger Preflop auch nur callen gegen Steals, obwohl man oop ist, um Villians Range groß genug zu halten.

      Problem dabei ist, wenn Villian gleichen bzw besseren skill ha,t ist es nicht mehr profitabel das zu machen. D.h. ich 3-bette lieber PPs, SCs, S1Gs, S2Gs und Value Hands und folde dann die Trouble Hands meistens einfach.
    • Acidbrain
      Acidbrain
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2007 Beiträge: 5.956
      AT,AJ folde ich i.d R auch. Meine normale 3bet range erweiter ich um KQ und T9s-56s.
      Wenn ich definitiv weiß, dass er oft stealt kann man im Grunde beliebiege Hände hin zunehmen, wie offsuited connector, suited onegapper, AJ, AT.
    • eplc
      eplc
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2005 Beiträge: 8.667
      Original von Acidbrain
      AT,AJ folde ich i.d R auch. Meine normale 3bet range erweiter ich um KQ und T9s-56s.
      Ich folde doch aber mein AJ, weil es leicht dominiert sein kann von einer Hand wie AA/AK/AQ/KK/QQ/JJ, dagegen sieht KQ genauso schlecht bis schlechter aus.

      Erst einmal bin ich froh, dass ihr alle etwa der gleichen Meinung wie ich seid. Ich denke, man kann auf Limits wie NL200 auch noch KQ/AJ 3-betten, auf höheren Limits tendiere ich dann eher dazu, es etwas upzumixen. In einem recht aktuellen Brian Townsend Vid war das auch recht deutlich zu sehen (daher rührt übrigens auch meine Unsicherheit, was die Blind Defense angeht). Sprich AJ/KQ/KJ/AT ab und zu callen, ab und zu raisen und selten folden, um die Hand Range zu erweitern/disguisen, mit dem Plan beinahe jeden Flop zu c/raisen.
    • Acidbrain
      Acidbrain
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2007 Beiträge: 5.956
      Gibt's Townsend Vids noch irgendwo außer bei Cardrunners?d.h. for free?
    • t1mmey
      t1mmey
      Bronze
      Dabei seit: 24.10.2005 Beiträge: 758
      Nein, das ist ja die Geschäftsidee von Cardrunners :)
    • jackoneill
      jackoneill
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 2.480
      Haende wie AT, AJ oder KQo mag' ich in der Situation irgendwie gar nicht.

      AQ 3-bette ich immer, je nach Gegner auch noch AJs - alle kleineren Asse bringen meiner Meinung nach nichts, selbst AJo folde ich da noch.

      Ich spiele da viel lieber Haende wie KQs-KTs, QJs-QTs, JTs-78s - vor allen Dingen wenn der SB bereits gecallt hat - am Flop brauche ich dann aber Two Pair oder einen starken Draw um weiterzuspielen.

      Im SB folde ich diese Haende fast immer - ausser der CO/BU faengt an zu loose zu stealen, dann 3-bette ich auch schonmal damit.

      Am interessantesten finde ich dass man mich damit nicht mehr so leicht auf eine Hand setzten kann wenn ich im BB einen CO/BU-Steal calle und ihm am Flop Action gebe. Er kann nicht wissen, ob ich mit 'nem PP mein Set getroffen hab' oder einfach nur auf 'nem starken Draw bin.

      Gruss,
      Jack
    • Rabenstein
      Rabenstein
      Bronze
      Dabei seit: 14.08.2006 Beiträge: 3.010
      Original von uTz84
      Problem dabei ist, wenn Villian gleichen bzw besseren skill ha,t ist es nicht mehr profitabel das zu machen. D.h. ich 3-bette lieber PPs, SCs, S1Gs, S2Gs und Value Hands und folde dann die Trouble Hands meistens einfach.
      #2
    • Sturmination
      Sturmination
      Bronze
      Dabei seit: 27.05.2007 Beiträge: 1.341
      *thread exhumier*

      Bin momentan auch bisschen dran mich mit Blind Defense zu beschäftigen.
      Also mir geht es hier haupsächlich um Defense gegen CO/BU openraises. Ich 3bete hier momentan eigentlich alle pockets (call auf setvalue schlecht wegen weniger implied odds auf die stealrange des gegners usw) und langsam immer mehr suited connectors (gute playability als "3bet bluff" am flop etc).
      Dazu kommt dann noch AT+ und KQ (muss man halt vorsichtig werden, wenn K oder A trifft am flop)
      Also ich defende sehr viel aktiv momentan. Ich frage mich nur, was ich in den Blinds passiv defenden soll?!? Die oben genannten wegen geringen implied odds wohl eher nicht.
      Irgendwelche Ax, Kx Hände sind ja auch nicht allzu schön wegen oft dominiert usw.
      Mir fällt halt irgendwie nicht so recht ein, warum man überhaupt passiv defenden sollte, außer vielleicht zum balancen.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Mach dir vorm 3 Betting all dieser Hände Gedanken weswegen du sie machst. Entweder machst du sie als lighte 3 Bet (lighte 3 Bets definieren sich mehr oder weniger als Bluff 3 Bet) oder Value 3 Bet (hierbei erwartest du, dass dein Gegner mit schlechteren Händen called).

      Eine Hand wie z.b. ATs ist in meinen Augen dann sinnvoll zu 3 betten, wenn dein Gegner mit Händen wie JT, T9, T8s, QTs etc. called. Wenn er es nicht macht, dann kann es zu Problemen kommen, weil du selbst bei nem Treffer nicht gescheit weiterspielen kannst. Gegen Leute die extrem nittige Callingranges haben kannst du natürlich AT betten, weil sie oft sogar Hände wie AJ oder AQ folden. Allerdings tendiere ich bei solchen Leuten lieber dazu "lighte" 3 Bets zu machen mit Händen die von ihrer Callingrange nicht absolut dominiert werden und extrem hohe Implied Odds haben. (SCs z.b.)

      Nehmen wir mal an, dass BTN 35 ATS hat, aber auf 3 Bets so ne Range wie AQ+,TT+ hat. Wir halten AJ im BB und er stealed den Blind. Wenn wir jetzt 3 betten, dann wird der Typ jede Menge Hände folden (ich denk mal so 30% werden es grob geschätzt sein), allerdings isolieren wir uns durch die 3 Bet, wenn er called gegen eine Range wo wir sehr viel Glück haben müssen, da heil rauszukommen, wenn wir z.b. den Jack treffen.

      Selbe Überlegung, nur wir flatcallen einfach. Bei einem Treffer sind wir jetzt viel weiter vor der Range des Gegners und wir geben ihm die Möglichkeit schlechteres Toppairs zu treffen. Problem ist halt, dass man die Hand OOP weiterspielen muss und mehr oder weniger in eine negative Freerollsituation kommt. Beispiel:

      Gegner aggressiv, wir treffen OOP den Jack. Board ist absolut dry. C/C Flop C/C Turn und der Gegner barreld am River das 3. mal. Es ist hier extrem schwer einzuschätzen, ob er uns valuetowned oder ob er bluffed. Hier kommt es dann ein bisschen auf die Intuition und Reads an.

      Der Punkt ist, wenn man anfangen will passiv zu defenden, dann brauchst du in sich schlüssige Postflopspielweisen, die deine gesamten Ranges abdecken. Dazu kommt, dass du sehr viel moven musst, damit du profitabel spielen kannst. Überleg dir einfach doch mal wie du selber auf passive Blinddefenses reagierst, auf welchen Boards du auf C/R viel foldest, wo dein Gegner besser nen C/C gemacht hätte oder sogar ein C/F. Wie du dich auf viele C/R adaptest etc.
    • Sturmination
      Sturmination
      Bronze
      Dabei seit: 27.05.2007 Beiträge: 1.341
      Vielen Dank, sind ein paar nette Denkanstöße dabei. Werde da mal ein bisschen abhängig vom ATS von villain etwas experimentieren. Vielleicht poste ich dann hier ein paar kritische Hände.