mein 1000. Post

    • Lightfoot363
      Lightfoot363
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2011 Beiträge: 7.865
      Hallo liebe Pokerstrategen,
      anlässlich meines 1000. Posts hier im Forum möchte ich einige meiner Erfahrungen mit euch teilen und anderen Strategen auf ihrem Weg durch die Micros vielleicht einige Anregungen und Tipps geben um ihr Spiel zu verbessern.

      Theorie
      Nicht zu viel Theorie machen! Klingt vielleicht im ersten Moment komisch, was ich damit meine ist aber, dass man nicht zu viel verschiedene Theorie durcheinander machen sollte. Als Einstieg empfiehlt sich der Anfängerkurs. Hat man die dort erlernten Strategien verinnerlicht und einen Grundstil mit Standard-Lines entwickelt, kann man davon ausgehend sein Spiel erweitern.

      Geduld haben und nicht zu viel auf einmal wollen. Hat man einmal einen soliden Spielstil entwickelt, kann man schrittweise das eigene Spiel erweitern/verbessern/anpassen aufgrund der eigenen gemachten Erfahrungen. Welche nächsten Schritte man nachdem man die absoluten Basics gemacht hat kann man nicht pauschal sagen, dass muss jeder für sich selbst entscheiden. Der eine muss an seinem Spiel gegen Fishe arbeiten, der andere overplayed TPs.

      Das eigene Spiel hinterfragen, Leaks erkennen und zielgerichtet daran arbeiten. Wichtig ist es, dass man selbst erkennt welche Leaks und Probleme man hat und nicht irgendetwas aus dem Forum aufgreift, was vielleicht toll klingt, aber einen selbst nicht weiterbringt weil es ins eigene Spiel und die gespielten Limits gar nicht passt. Ich selbst fahre gut damit immer an den Spots und Situationen zu arbeiten in denen ich nicht weiß wie ich spielen soll. Als Beispiel, ich werde bekomme ständig eine 3bet und weiß nicht wie ich reagieren soll.

      Also suche ich mir Videos, Coachings, Artikel zu dem Thema oder durchforste meine Datenbank nach solchen Spots und reviewe die Hände und poste sie wenn nötig im Forum. Für mich persönlich haben sich Handbewertungs-Coachings als bester Möglichkeit herausgestellt, weil ich direkt die Gedanken der Coaches mitbekomme und direkt nachfragen bzw. diskutieren kann.

      Mentor / U2U
      Mir persönlich hat es geholfen am Anfang mit einem Mentor zusammenzuarbeiten. Ab einem gewissen Level lohnt sich auch die Arbeit in einer Gruppe mit Leuten, welche ungefähr die gleichen Limits spielen, einen ähnlichen Wissensstand haben und die gleichen Ziele verfolgen. Man kann z.B. zusammen Theorie bearbeiten und bekommt verschiedene Sichtweise aufgezeigt und kann von den Erfahrungen anderer profitieren.

      Mindset / Downswing
      Ich finde es wichtig, dass man sich klarmacht warum man überhaupt Poker spielt. Also welche Ziele verfolgt man? Was will ich erreichen? An den Zielen sollte sich auch der Aufwand orientieren den man betreibt, allerdings sollten dabei auch Rückschläge mit einkalkuliert werden! Hat man ein erstrebenswertes Ziel, dann hilft einem dieses Ziel auch in Downswing-Phasen durchzuhalten und weiterzumachen.

      Wenn man im Downswing das Selbstvertrauen verloren hat, sollte man nicht den Fehler machen und einfach weiterspielen. Ohne Glauben an das eigene Spiel bringt es nichts weiterzugrinden. Um das Selbstvertrauen wiederzubekommen kann man Limts absteigen oder z.B. eine Winning-Session/A-Game Session anschauen und darauf achten was die eigene Stärken sind. Weiterhin sind U2U Sessions ein gutes Mittel um Feedback zu bekommen, wenn man nicht weiß wo man gerade steht und ob es gerade ein Downswing ist oder man wirklich so schlecht spielt wie man denkt.

      Orientierung an anderen Spielern
      mMn sollte man sich in Bezug auf Winrate, Handanzahl im Monat, Tischanzahl, Stats nicht an anderen orientieren. Jeder spielt sein eigenes Spiel und muss sein Volumen an Arbeit, Beruf etc. anpassen.
      Auch wenn man immer wieder im Forum lesen kann wie einfach NL10 angeblich zu schlagen ist, ruhig bleiben wenn man selbst länger braucht. Der eine hat eben vielleicht mehr, der andere weniger Talent, der eine vielleicht einfach mehr Zeit sich mit Poker zu beschäftigen und ein anderer kennt vielleicht auch nur die Sonnenseite der Varianz und kann schneller in den Limits aufsteigen Letztendlich spielt man für sich selbst und nur das eigene Spiel und die eigene Winrate ist entscheidend.

      BRM
      Ja BRM ist wichtig. Ich selbst habe mich jedoch nie wirklich direkt daran orientiert. Ich steige nicht automatisch auf wenn ich die nötigen Stacks zusammen habe. Ich frage mich eher: Schlage ich mein Limit? Bin ich bereit für das höhere Limit? Kann ich auch mit Rückschlägen auf dem neuen Limit umgehen. Also bin ich so stabil in meinem Spiel auf dem aktuellen Limit, dass ich diese nachhaltig schlage, wenn ja dann kann ich mit Selbstvertrauen aufsteigen und bei Bedarf auch wieder absteigen, weil ich weiß dass ich dieses Limit auf jeden Fall schlage.

      Vorbereitung auf eine Session
      Bevor ich eine Session starte schaue ich, dass ich alles andere wichtige erledigt habe und richte mir meinen Poker-Arbeitsplatz ein (Trinke, Musik, etc.). Eventuell kann man auch einen Notizzettel bereit halten und sich die Spots aufschreiben in denen man Probleme hatte um die nächste Zeit daran zu arbeiten.

      Natürlich ist das Ganze nicht vollständig, aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen. Wenn nicht ist es eben doch nur mein 1000. Post hier :rolleyes:

      Fragen und Anregungen sind natürlich willkommen :)
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