Unternehmergesellschaft / Haftung

    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Moin moin...

      kann mir einer sagen, wie in einer UG gehaftet wird und für was? Sie ist ja wie die GMBH haftungsbeschränkt.

      Ich möchte aber gerne einen Sonderfall wissen, wenn der Geschäftsführer der einzige Gesellschafter ist?

      Haftet er dann auch privat oder ist er haftungsbefreit, da nur das Kapital der UG haftet?

      Quellennachweis wäre traumhaft. Finde selber nix dazu.

      Gruß
  • 16 Antworten
    • ribbar
      ribbar
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2009 Beiträge: 917
      Die UG ist keine eigene Rechtsform, sondern eine GmbH, bei der halt einfach die Gründung erleichert wird.
      Ob das gleichzeitig ne Einmann-GmbH ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle.
      D.h., dass auch hier die beschränkte Haftung des § 13 II gilt.
      Ausnahmen liegen nur vor, wenn die GmbH noch nicht ins Handelsregister eingetragen wurde (dann persönliche Haftung möglich, siehe Vorbelastungshaftung, Verlustdeckungshaftung).
      Nach Eintragung haftet nur noch die GmbH, Ausnahme:
      Durchgriffshaftung (v.a. Existenzvernichtungshaftung).
      Google einfach die Stichworte und du weißt Bescheid.

      Realität: Der Gesellschafter einer solch kleinen UG wird meist für die Verbindlichkeiten persönlich bürgen müssen, d.h. faktisch liegt dann meist ne persönliche Haftung vor.
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Es wird keine Verbindlichkeiten geben....

      Das kann ausgeschlossen werden...
    • CMB
      CMB
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2007 Beiträge: 6.447
      Du musst den Fall schon konkreter schildern. Wie erwaehnt haftet der Unternehmer halt doch sehr oft mit dem Privatvermoegen, es kann "durchgepfaendet" werden.

      Gruss,
      CMB
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Also die UG wird komplett mit Eigenkapital ausgestattet und wird keine Schulden machen.
      Weder heute noch in den nächsten Jahren.

      Was genau musst du noch wissen?
    • Shiyanying
      Shiyanying
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2011 Beiträge: 178
      Original von CMB
      Du musst den Fall schon konkreter schildern. Wie erwaehnt haftet der Unternehmer halt doch sehr oft mit dem Privatvermoegen, es kann "durchgepfaendet" werden.

      Gruss,
      CMB
      Wenn er selbst seine Übernahme unterschreibt, ja. Ansonsten ists ne GmbH und Haftung ist dementsprechend limitiert. Oft gibts halt Finanzierungsdeals, wo der Unternehmer selbst noch seine UNterschrift persönlich druntersetzt und drin hängt. Das wars aber auch.



      Zum OP: Schulden macht man mit fast jedem Unternehmen mal. Das ist ganz normal. Ausser du bist ein reiner Dienstleister ohne jeglichen Einkauf und jegliche Verbindlichkeiten. Dann würde es sich aber trotzdem durchaus lohnen als Ein Mann UG, Dinge, die du eh brauchst, vom Unternehmen anzuschaffen, um die Gewinnquote zu drücken. Das ist in bestimmtem Rahmen auch durchaus legitim (Computer, Pads, Druckerpatronen, unter bestimmten Umständen Auto).
    • ribbar
      ribbar
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2009 Beiträge: 917
      Sobald du irgendwie am Rechtsverkehr teilnimmst, wirst du Verbindlichkeiten eingehen.
      Jeder Kaufvertrag, den du abschließt begründet eine Verbindlichkeit ggü dem Vertragspartner.
      Hier wird glaub grad Fremdkapital mit Verbindlichkeiten verwechselt.
      Solltest du zB deinen Kaufpreis nicht mehr zahlen können, kann er ggf. ins Privatvermögen vollstrecken, sofern vereinbart...

      Achja auch gegen einen Dienstleister können z.B. Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden... :)
    • HerrRausrag
      HerrRausrag
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2010 Beiträge: 1.396
      Aus der unternehmerischen Praxis eines Bekannten: Egal in welcher Rechtsform du unterwegs bist, als einzelner kleiner Geschäftsmann werden größere Risiken in fast jedem Fall auf deine persönliche Haftung erweitert.
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Original von HerrRausrag
      Aus der unternehmerischen Praxis eines Bekannten: Egal in welcher Rechtsform du unterwegs bist, als einzelner kleiner Geschäftsmann werden größere Risiken in fast jedem Fall auf deine persönliche Haftung erweitert.
      Was heisst denn größere Risiken?
    • cardfighter09
      cardfighter09
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2008 Beiträge: 508
      Original von deristsocrazy
      Original von HerrRausrag
      Aus der unternehmerischen Praxis eines Bekannten: Egal in welcher Rechtsform du unterwegs bist, als einzelner kleiner Geschäftsmann werden größere Risiken in fast jedem Fall auf deine persönliche Haftung erweitert.
      Was heisst denn größere Risiken?
      Man wird einer UG halt einfach keine Kredite oder wenn überhaupt, dann nur sehr kleine Kredite geben. Man hat schließlich einfach keine Bonität und auch selten Firmenvermögen, welches liquidiert werden könnte.

      Deshalb wird die Haftung in der Regel auf den Geschäftmann erweitert, der dann mit seinem Privatvermögen für den Kredit haftet und dementsprechend wohl auch vorsichtiger wirtschaften wird.[/quote]Genauso ist man als Geschäftsführer einer UG auch haftbar für begangene Rechtsverstöße etc. der Firma. Z.B. bei Insolvenzverschleppung wird wohl auch der Geschäftsführer persönlich belangt.
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Gehen wir vorerst mal davon aus, dass der GF und die UG vorerst keine Kredite brauchen und keine Schulden machen werden. Somit gibts auch nix was man belangen könnte.

      Sofern man den Laden bewusst an die Wand fährt ist es für mich nachvollziehbar, wenn man dann als GF belangt wird. Das sollte auch so sein..

      Da man, ausser bei Dienstleistungen, immer irgendetwas verkauft, besteht ja immer die Gefahr des Verkaufs einer Fälschung.

      Was passiert da? Das war ja mal bei Ed Hardy sehr gefährlich, mitlerweile ist das ja nicht mehr so beliebt das Label, aber hier gabs ja viele Verkäufe die nicht original waren und sicherlich auch viele Abmahnungen.

      Was passiert mit der UG, wenn man hier eine Abmahnung erfährt, weil man Plagiate verkauft hat, die der Zulieferer aber als echt tituliert hat?
      "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht" ?
      Wie wird die UG belangt? Haftet hier dann nur das Vermögen der UG?
      Wie wird der GF privat belangt?
      Welches finanzielle Volumen hat so eine Geschichte?

      Danke für Antworten...
    • keerow
      keerow
      Bronze
      Dabei seit: 03.04.2010 Beiträge: 115
      Ich denk mal das kommt auf die genauen Umstände an.

      Wenn der Richter sagt: "Da hätte man als Verkäufer sehen, erkennen oder besser prüfen müssen" dann kann man bestimmt belangt werden.

      Vielleicht sagt das Gericht auch: "Firma xxx hat sich auf die Angaben des Zulieferers verlassen und ist von einer Schuld somit nicht betroffen"

      könnte mir beides vorstellen
    • CMB
      CMB
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2007 Beiträge: 6.447
      Sorry,aber da muessen wohl erstmal Grundlagen her. Buch lesen, Foren studieren etc.

      Wenn Du gefaelschte Ed Hardy Klamotten verkaufst bist Du platt, und zwar immer.

      Gruss,
      CMB
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Nein nein...
      es war nur ein Beispiel aus der Vergangenheit. Ich bin doch nicht bescheuert.

      Es ist schwierig zu solchen Fragen antworten zu bekommen, ich wäre dankbar für ein wenig Input.

      Es geht hier aktuell nur um Theorie, nicht um einen bestehenden Shop, vielleicht magst du ja ein wenig was dazu sagen...

      Danke
    • SevenTwoOff
      SevenTwoOff
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2007 Beiträge: 5.953
      Original von keerow
      Ich denk mal das kommt auf die genauen Umstände an.

      Wenn der Richter sagt: "Da hätte man als Verkäufer sehen, erkennen oder besser prüfen müssen" dann kann man bestimmt belangt werden.

      Vielleicht sagt das Gericht auch: "Firma xxx hat sich auf die Angaben des Zulieferers verlassen und ist von einer Schuld somit nicht betroffen"

      könnte mir beides vorstellen
      der kaufmann ist grundsätzlich dazu verpflichtet die ware bei eingang zu prüfen

      http://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__377.html
    • ribbar
      ribbar
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2009 Beiträge: 917
      Original von SevenTwoOff
      Original von keerow
      Ich denk mal das kommt auf die genauen Umstände an.

      Wenn der Richter sagt: "Da hätte man als Verkäufer sehen, erkennen oder besser prüfen müssen" dann kann man bestimmt belangt werden.

      Vielleicht sagt das Gericht auch: "Firma xxx hat sich auf die Angaben des Zulieferers verlassen und ist von einer Schuld somit nicht betroffen"

      könnte mir beides vorstellen
      der kaufmann ist grundsätzlich dazu verpflichtet die ware bei eingang zu prüfen

      http://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__377.html
      Das betrifft nur Sachmängel und findet auf Arglist keine Anwendung!
      Außerdem kann er sich ja exkulpieren nach Abs II.
      Beim Verkauf von Fälschungen liegt aber sowieso immer ne arglistige Täuschung vor.
      Ganz nebenbei oft auch noch Betrug und damit halt strafrechtliche Konsequenzen für den GF der UG (ne UG lässt sich ja schwer in den Knast stecken).
    • deristsocrazy
      deristsocrazy
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 2.252
      Da wir das hier erfolgreich geklärt haben nun die nächste Frage.
      Die UG ist gegründet und läuft auch.. Alles dufte.
      Im HR ist sie mit Online - Textilienhandel angemeldet. Es werden überwiegende Golfklamotten verkauft.

      Nun ergibt sich aber die Möglichkeit sich zu vergrößern und Golfschläger zu verkaufen.

      Darf man das nun einfach so machen oder muss man den HR-Eintrag ändern?

      Danke und Gruß