Floptextur: Probleme und Fragen

    • gulli24
      gulli24
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2012 Beiträge: 135
      Hallo Pokerfreunde, ... =)

      ich habe ein Problem :D ...

      ich bleibe bei diesem Artikel hängen. Ich habe versucht die Floptextur für mich selber zu vereinfachen, damit ich auch während des Spielens relativ schnell reagieren kann, doch es ist mir bisher nicht gelungen. xD

      Meine Frage lautet deshalb: Wie habt ihr euch den Artikel verinnerlicht bzw. eher vereinfacht, um dieses Wissen eben schnell praktisch umsetzen zu können.

      Ich selber bin so vorgegangen:

      Zuerst habe ich aus dem Artikel, die möglichen Floptexturen herausgepickt. Das wären ja diese hier...
      • Rainbow one High Card-Flops
      • Rainbow all Rags-Flops
      • 2-Suited-Flops
      • 3-Suited-Flops
      • 2-Connected-Flops
      • 3-Connected-Flops
      • High-1-Pair-Flops
      • Low-1-Pair-Flops
      • Trip on Flops
      • Only High Cards-Flops

      Das sind exakt 10 mögliche Flops.

      Anhand den Infos im Artikel habe ich nun für jeden einzelnen Floptyp niedergeschrieben welche made Hands/Draws profitabel bzw. meistens die beste Hand ergeben und welche Gefahren auf jeden dieser Floptexturen besteht. Anhand dieser Informationen würde es mir leichter fallen während des Spielens entsprechend zu reagieren.

      Beispiel:
      Zu der Floptextur "Rainbow one High Card" steht im Artikel folgendes:
      • Keine Flushdraws möglich (nur Backdoor, aber sehr unwahrscheinlich das die ankommen)
      • wenige Straightdraws möglich
      • Toppair oder besser ist hier oft eine sehr gute Hand!
      • Middlepairs/Lowpairs auch spielbar, aber mit wenig Gegnern
      • mit Sets/Trips kann ein slowplay in Frage kommen
      • Bluffs sind auch möglich, aber nur bei wenigen Gegnern!

      So, dass wäre sozusagen die Zusammenfassung für diese Floptextur. Jetzt habe ich versucht diese Informationen in einer Art Tabelle widerspiegeln zu lassen. Das ist nicht so einfach und leider weiß ich auch noch nicht, wie ich das machen soll, lol xD ... deshalb passe ich hier mal :D

      Das zweite Problem ist, dass ein Flop meistens nicht nur eines der oben aufgeführten Flops entspricht, sondern sogar Kombinationen möglich sind. Es kann zum Beispiel sein, dass ein Flop so aussieht: A :spade: A :diamond: K :diamond: . Solch ein Flop wäre dann von der Textur her High-1-Pair(wegen den 2 Assen), Only High Cards(wegen Assen und König), 2-Connected(Ass und König) und 2-Suited(A :diamond: +K :diamond:) . Also 4 Texturen auf einen Schlag. So, und hier ist nun mein Problem. Wie soll man da reagieren? Man müsste quasi die spielbaren made Hands/Draws und die Gefahren im Artikel zu diesen 4 Floptexturen durchlesen und dann sich was zusammenwurstteln bzw. die Infos so kombiniert nutzen, dass die Gefahren ersichtlich bleiben und schaut welche made Hands/Draws da wirklich was taugen.

      Ich verliere mich schlicht und ergreifend auf den Versuch hin, den Artikel irgendwie übersichtlich zu verwenden. :(

      wenn der Flop kommt, dann kann der Flop mehrere Texturen aufweisen und dann weiß ich nicht wie ich schnell und zuverlässig darauf reagieren kann. ?( Ich will ja möglichst alle Informationen, die im Artikel dazu geschrieben stehen verwenden.

      Ich hoffe ich habe euch damit nicht erschlagen :D . Habt ihr da Rat für mich in dieser Angelegenheit?

      Danke schonmal für eure Hilfe!! =)

      PS: Ich werde es weiterhin versuchen und meine Ergebnisse präsentieren. Vielleicht schaffe ich es irgendwie das ganze Zeug im Artikel auf ne Tabelle zu übertragen xD .
  • 6 Antworten
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.560
      Quäl dich nicht zu sehr!
      Irgendwann wirst du das alles intuitiv erfassen.

      Es ist natürlich ein reizvoller Gedanke, für jede Situation die passende Medizin aus einer Schublade holen zu können.

      Wenn du ungeduldig bist und den Zustand des sich verloren fühlens schneller beenden möchtest, würde ich aber eher den umgekehrten Ansatz empfehlen.
      Zur Übung erstmal nur einen einzigen Flop betrachten und erstmal nur gucken, wie dieser sich auf eine tighte Range auswirkt.
      Dann versuchen, ein paar Fragen zu beantworten, wie oft hat er was für Hände, wie oft bleiben seine Made Hands vorn, wie oft hat er Draws usw.
      Dann änderst du diesen Flop um eine Nuance und guckst, wie sich das auswirkt.
      Oder umgekehrt, du belässt es bei dem Flop und guckst was passiert, wenn man preflop looser gestartet ist usw.
      Wenn du das hin und wieder machst, fühlst du dich nicht mehr ganz so verloren, ansonsten: Geduld!
    • gulli24
      gulli24
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2012 Beiträge: 135
      Danke @Marvl! =)

      Im Grunde hast du Recht... ich habe die ganze Zeit über überlegt, wie ich das auf Blatt Papier bringe um mich halt nicht zu verlieren, aber irgendwie geht das wohl nicht. :(

      Ich werd das mal so wie du geschrieben hast, Schritt für Schritt machen. Also erst nur 1 Textur permanent im Auge behalten und analysieren und dann die andere usw. Irgendwann sehe ich bestimmt die Textur automatisch und dann ploppen mir die Infos automatisch hoch.

      ... werd das mal so machen. :] Danke nochmal vielmals! :D
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.651
      Die Floptexturen sind Merkmale, die das Board auszeichnen. Es können nur einzelne Elemente oder mehrere zusammen auftreten. Der wesentliche Punkt ist, wie gut passen diese Elemente in die Range des Gegners und bei Bluffs und Semibluffs, wie gut passen sie zu deiner Range (was kannst du repräsentieren?)?

      Die Range ist die Gesamtheit an Händen, die ein Spieler auf Grund seiner bisherigen Linie halten kann. Grundsätzlich werden hohe Karten öfter gespielt als niedrige Karten, weil hohe Karten bessere Gewinnchancen haben. Wer preflop erhöht, hat einen hohen Anteil an hohen Karten in seiner Range und einen kleinen Anteil niedriger Karten. Wer preflop nicht erhöht, hat viele mittlere Karten, nur mässig viele hohe Karten und kann auch niedrige Karten haben.

      Diese Ranges bestimmen, welche Flops ein Spieler wie gut trifft. Ein Spieler, der preflop erhöht, trifft Flops mit hohen Karten oft zum Pair, Flops mit niedrigen Karten jedoch oft gar nicht.

      Der Anteil der Draws an der gegnerischen Range steigt, je mehr Draws das Board erlaubt und je eher die Boardkarten in der Range des Gegners liegen (bei Straight Draws).

      Beispiele:

      1) Ein rainbow Flop mit zwei hohen Karten trifft den preflop Raiser sehr gut. Er hat oft ein Pair und wenn er es nicht hat, dann hat er oft einen Gutshot, manchmal einen oesd. Sollte der Preflopraiser auf diesem Flop erhöhen, dann tut er das sehr oft mit einer made Hand und selten mit einem Draw.

      2) 3-suited Flops ermöglichen sehr viele Flush Draws, weil man für einen Flush Draw nur eine Flushkarte braucht. Es sind auch schon fertige Flushes möglich, aber die sind viel seltener als ein Flush Draw. Die Range eines beliebigen Gegners enthält auf so einem Board theoretisch 3 mal so viele Flush Draws wie fertige Flushes (in der Praxis sind es etwas mehr Flushes, weil die Spieler suited Karten lieber spielen als offsuit Karten). Da man nur eine Flushkarte für einen Flush Draw braucht, gibt es sehr viele Kartenkombinationen für einen Flush Draw. Ein Gegner, der auf so einem Board Stärke zeigt, könnte daher einen hohen Anteil von Flush Draws in seiner Range haben. Er hat viel seltener bereits eine made Hand als ein Gegner in Beispiel 1. Dafür hat er viele Outs, während Spieler in Beispiel 1) nur wenige Outs haben (kaum bessere top Paare möglich, kaum gute Straight Draws).

      3) ähnliches gilt auf einem 3-connected Flop. Wenn man nur eine Straightkarte zu einem oesd braucht, dann ist der oesd viel häufiger in der Range eines Spielers als auf einem 2-connected Board, wo man 2 Karten für einen Straight Draw braucht. Daneben sind noch sehr viele Gutshots möglich, weil man für die auch nur eine Karte braucht. Jedoch müssen die Boardkarten auch zur Range eines Spielers passen, damit er die Draws haben kann. Ein Preflopraiser z. B. trifft ein 876 Board nur sehr selten zu einem Draw (oder der fertigen Straight), da er überwiegend hohe Karten in seiner Range hat.

      Es geht also darum, die Textur des Boards mit der Range eines Spielers zu verbinden und im Licht seiner Aktionen festzustellen, welchen Typ Hand er wie oft hat. Damit kannst du dann deine eigenen Chancen einschätzen.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.560
      Original von cjheigl
      Die Range eines beliebigen Gegners enthält auf so einem Board theoretisch 3 mal so viele Flush Draws wie fertige Flushes (in der Praxis sind es etwas mehr Flushes, weil die Spieler suited Karten lieber spielen als offsuit Karten).
      Flush Draw vs Flush bei einem monotonen 7-6-5 Board:
      Pocket Pairs und 1-Pair Hände wie z.B. A7 3:0
      Alle sonstigen unpaired, AK usw. 6:1

      Theoretisch also sogar mehr als 6 mal so viel.
      Oder hab ich da jetzt irgendwas verpeilt?
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.651
      Du musst die Karten mit einer Range vergleichen. Nehmen wir z. B. BU gegen BB und betrachten zuerst BU. Wir nehmen an, beide spielen nach dem Bronzechart und BB 3-bettet nicht. Dann hat BU die Range 33+, A2s+, K5s+, Q7s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, A2o+, K9o+, QTo+, JTo. BB hat die Range 22-44, A2s-A7s, K4s-KJs, Q5s+, J6s+, T7s+, 96s+, 86s+, 75s+, 65s, 54s, A2o-A9o, K7o-KJo, Q9o+, J9o+, T8o+, 98o.

      In diesen Ranges hat BU (402 Hände)

      in 35% der Fälle ein Paar oder besser, dabei zu 5,7% einen Flush, zu 0,7% eine Straight, zu 2,2% ein Set, zu 10,4% ein Overpair und zu 5,2% top Paar. Zu 10,4% ist es ein Paar, das höchstens mittleres Paar ist. Die Pockets sind hier mit drin.

      Einen oesd hat BU in 14,2% der Fälle, zum oberen Ende jedoch nur zu 8,7%.

      Einen Flush Draw hat BU in 32,8% der Fälle, zu 23,1% sogar zum Nut Flush Draw.

      Zum Vergleich: Einen AKQ Flop trifft BU zu 52% zu top Paar und besser und mit weiteren 14,5% zu immerhin mittlerem Paar. Den AKQ Flop trifft BU also viel besser als den 765 Flop.

      Nehmen wir jetzt an (765 Flop), dass BU contibettet und BB checkraist. Wir nehmen an, dass BB jedes Pair und besser checkraist, jeden Flush Draw und jeden oesd. Dann besteht die Range von BB aus

      51,6 ein Paar oder besser, dabei 28,4% top Paar oder besser und
      zu 48,4% aus Draws.

      Das heisst, wenn BU ein unverbessertes Ass hat, dann liegt er immer noch zu einem grossen Teil gegen die Range von BB vorne. Das ist eine wichtige Einschätzung.
    • Marvl
      Marvl
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2005 Beiträge: 3.560
      Danke.
      Zuviel der Mühe!

      Wollte ja nur deine Aussage, dass es nur 3 mal so viele Flushdraws wie Flushes gäbe, korrigieren.

      Hast du mit deinem Beispiel ja bestätigt.
      Wenn BU zu 32,8% einen Flush Draw hat, ist das ja schließlich fast das Sechsfache von den 5,7% Flushes.