Bitte um Feedback zu NL2-Stats

    • Giacomoe
      Giacomoe
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2009 Beiträge: 255
      Huhu,

      ich habe jetzt die ersten 10k Hands hinter mir und würde gerne wissen wie ihr meine Stats so einschätzt. (Und zwar im Bezug auf NL2 und NL5, da ich demnächst aufsteigen möchte / NL2 war nur zum eingewöhnen)

      Wo müsste ich dringend etwas ändern?
      Mit welchen Werten werde ich bei NL5 anecken?
      Was würde meiner Winrate gut tun?

      Winrate: Bin sehr schlecht gerunnt die letzten Tage... Set over Set - full house over full house oder ungünstige board Entwicklungen. Hitting-Skills gleich 0 - Fold Button = best friend...
      Daher ist diese alles andere als Aussagekräftig (Nach 10k Hands ohnehin unsinnig diese anzusprechen denke ich)

      Ich spiele nicht nach SHC oder sowas, habe aber mehrere Jahre Erfahrung, und für NL2 scheint mein Gefühl sehr tight spielen zu müssen aufzugehen. Mit der BSS bin ich was die Theorie angeht bis NL10 denke ich gut gewappnet, habe es blos noch nie langfristig versucht, daher der vorsichtige Anfang auf NL2.

      Naja ich spare mir nun mal alle weiteren Worte, bis sich ein paar Werte mit Diskussionsbedarf herauskristalisiert haben.

      Hier die Stats und ein Graph:




      Danke schon einmal für alle Antworten! Gruß, Martin.
  • 11 Antworten
    • blackkiwi
      blackkiwi
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2011 Beiträge: 616
      10K Hände sind sehr wenig um da gute Aussagen zu machen finde ich.

      Was mir auffällt ist z.B das du sehr viele Flops Cbettest aber ich glaub das ist bei deinem tighten (FR? ) Still normal. Hast halt eine große Gap bei Cbet Flop und Cbet Turn das könnte man benutzen um dich zu floaten z.B

      Kannst dir ja vielleicht in der Strategy Sektion nach Second Barrels schauen und wie man den Turn spielt.

      Du könntest häufiger die Blinds stealen ich finde 20% ATS zu wenig.

      Du foldest viel zu oft auf Steals schau dir mal die Blind Defense Artikel an!

      Du foldest zuviel auf Flop Cbets... Normal ist hier so 60-70%

      Was mir auch auffällt ist das dein WTSD niedrig ist. Nichtmal bei 20% mit so einer tighten Range. Normal ist hier so 25%
    • Giacomoe
      Giacomoe
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2009 Beiträge: 255
      Hi blackkiwi und danke für die schnelle Antwort!

      Ja spiele FR :)

      Was jetzt folgt sind meine Gedanken zu den angesprochenen Stats. Ich habe nicht vor daran festzuhalten, würde aber schon gerne erst mal hören was ihr zu meinen Begründungen zu sagen habt bevor ich hier irgendwie adapte.

      Werde noch mal etwas zu den Second Barrels lesen, ist sicher nicht verkehrt.
      Der ATS ist ziemlich niedrig weil ich auf NL2 eig. immer gecallt werde, deshalb steale ich atm mit einer etwas tighteren range. (Außer gegen known villian mit tighten stats)
      Sollte ich hier trotzdem aufloosen?

      Zu dem Folden auf Steals: hatte hier auch den Eindruck, dass die meisten Spieler auf NL2 nicht mal wissen was ein Steal ist. Daher rein nach Stats gegangen und allgemein lieber vorsichtiger...

      Flop Cbets: Ich habe Angst vor den Donks die ihr Middle Pair auf jeder street anspielen, Bluffen will ich die Fische auch nicht so gerne, die callen ja eh alles xD

      WTSD: Wie gesagt hitting skills gleich null und pech halt.
    • Happa2
      Happa2
      Silber
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 3.633
      zu hoher ft3bet zu hoher ft4bet öhmmm

      zu tighte 3betting range u 3bettest nur for value was dumm ist gegen manche gegner.

      allgemein zu tight...

      fold to steal viel zu hoch...

      attempt to steal zu niedrig..

      Also dein WTSD ist auch 20 prozent von daher nehme ich an dein Problem ist folgendes.
      Dich kann jeder mit einem Hud exploiten indem er einfach viel 3bettet gegen dich du foldest eh alles weg. Dann schmeißt du bis zum River bisher sehr viel weg vllt callst du auch 3bets oop ich weiß nicht.
      Du solltest mehr in den blinds 3betten mehr vom BU stealen vom BU mehr 3betten suited connectors blocker Ax Kx du verstehst was ich meine.

      Gegen so nits die nichts auf 3bets folden natürlich nur v3betten. Ja und dann postflop nicht so weak sein. Manchmal hat man mehr Equity als man denkt. Und denk mehr über die Gegner nach: Es gibt zB bei der MSS eine Situation die kann man sehr gut exploiten: Ich bin im 3betted Pot mit JJ oop flop kommt

      K :club: 9 :heart: 9 :diamond:

      Ich cbette dieses Board und commite mich hier fast. Jetzt callt Villain.
      Hier splitten viele ihre Range wenn er den K hat würde er ziemlich sicher raisen.
      Naja Turn blankt ich checke aus Angst vor dem K aber ich induziere auch bluffs. Gegner setzt 3/4 in mich rein ist fast all-in ich calle er zeigt 56 (und hittet seinen Gutshot).

      Wenn man sich seine Range anguckt hat er nicht AK (4bet/call). Er kann KQ haben das raist er aber höchstwahrscheinlich am Flop. KJ und KT sind Möglichkeiten aber wenn man diesen Teil der Range so in die Länge zieht hat er auch viele Ax Qx (ohne K) JT 9Ts 87s 76s pairs 66-TT usw.

      Wie man anhand dieses Beispiels sieht kann man auch in manchen Situationen in denen man nicht hittet einiges rausholen.

      :P
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Ich halt's nicht für sinnvoll, auf NL2 nach 10k Händen über stats Bewertungen nach leaks zu suchen. Die Empfehlungen hier sind auch mit Vorsicht zu genießen, weil das Spiel auf NL2 imo stark nach Seite variieren kann. Da gibt's sicherlich Tische, an denen ausschließlich Fische sitzen die einfach mal nie folden. Was sollte man da vom BU groß mit marginalen Händen stealen? Was will man da bluff3betten? Da geht's einfach darum, Toppair zu machen und 2-3 mal zu valuebetten.
      Allein schon über exploits auf NL2 nachzudenken ist imo ein rießen fail.
    • Giacomoe
      Giacomoe
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2009 Beiträge: 255
      Happa2, SonMokuh - danke für die Antworten.

      Wenn ich mir eure Meinungen so durchlese, bekomme ich den Eindruck, dass Happa2 entweder kein NL2 gespielt hat oder dass es viel zu lange her ist.
      In der Tat stimme ich hier mit SonMokuh eig. vollkommen überein.

      Die Tips von dir Happa2, klingen für mich solide, allerdings ab NL10.
      Hast du so NL2 geschlagen?*

      Ich sehe die Meinungen gehen hier allgemein stark auseinander und ich frage mich da doch schon sehr, ob so mancher nicht die Spielweise der NL2 Donks berücksichtigt. Btw. ich spiele auf Stars.

      *Würde mich auf eine Antwort diesbezgl. freuen Happa2.

      Schönes Wochenende noch und Gruß, Martin.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Hey,

      ich werde nicht direkt deine Stats bewerten, sondern dir ein paar allgemeinere Eindrücke meinerseits mit auf den Weg geben.

      Winrate: Bin sehr schlecht gerunnt die letzten Tage... Set over Set - full house over full house oder ungünstige board


      Das ist völlig normal und hier entscheidet sich auch letztendlich nicht die Winrate.

      1. Monster über Monster kommen immer wieder vor und werden auch umgekehrt zu deinen Gunsten passieren

      2. Wichtig ist aber, dass du versuchst einerseits aus deinen Monster maximal Value zu extrahieren (d.h. dir Lines suchst, wie du mit deinen Monstern am meisten gewinnst - auch wenn der Gegner selber kein Monster hat, sondern nur was marginales)

      3. Andererseits ist es wichtig, dass du vor allem marginalere Situationen besser als deine Gegner spielst. Und hier "scheitert" es oft daran, dass das eigene Spiel zu standardisiert ist und Nuancen vieler Situationen überhaupt nicht berücksichtigt. Ich spreche hier gar nicht darauf an, dass du jetzt irgendwelche superkomplexen Gedankengänge haben solltest oder so, sondern das du dir JEDEN Spot individuell überlegst und nicht am Flop stehst mit KK z.b. in Position und auf dem Axxr Board erstmal "standardmässig" deine Bet machst - überleg dir für jeden Spot individuell, wieso DU jetzt grade mit deiner Hand dort gegen DIESEN Gegner Geld gewinnst.

      Was würde meiner Winrate gut tun?


      Jeder Winrate tut das intensive Nachdenken über das warum gut. Fragen wie:

      - Warum bin ich Winningplayer auf meinem Limit?
      - Warum habe ich an diesem Tisch eine Edge?
      - Warum bin ich besser als dieser Spieler?
      - etc.

      sind Fragen, die du dir stellen und Antworten drauf finden solltest. Wenn du die Antworten nicht kennst, dann wird es Zeit nach den Ursachen dafür zu suchen. Hier musst du einfach sehr ehrlich zu dir selber sein und nicht irgendwelche Phrasen aus Strategieartikeln/Videos/Forum o.ä. wiedergeben. Selbstüberschätzung ist häufig ein großes Leak von Anfängern (Selbstunterschätzung ist aber ebenso gefährlich btw.).

      Gesundes und realistisches Selbstvertrauen ist hier angebracht. Mir ist völlig bewusst, dass du in vielen Situationen aufgrund deines Spielwissens noch keinen Schimmer haben wirst, warum du gewinnen solltest - aber das regelmässige Hinterfragen wird dich in diese Richtung bringen können.


      Zu den Stats:

      A. Allgemein spielst du supertight (ich würde sogar sagen du bist eine Nit). Darauf deuten Vpip und Pfr hin.

      B. Postflop bist du mindestens genau so tight und tendenziell zu passiv. Darauf deuten W$WSF (mit 40% schon sehr grenzwertig niedrig bei deinen Preflopstats), W$SD (mit 61% viel zu hoch) und WTS (mit 19,x% auch zu niedrig) hin.

      Das Gesamtbild spricht für mich dafür, dass du einen sehr konservativen Ansatz verfolgst, weil du der Meinung bist, dass auf deinem Limit 7/9 Spielern am Tisch Callingstations sind und sie dich alle fröhlich ausbezahlen. Das mag auf manchen Seiten noch korrekt sein, sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass 5/9 Spielern genauso spielen wie du und höchstens 2/9 Spielern der Typ Callingstation/Wal/o.ä. entspricht.

      D.h. die Wahrscheinlichkeit beim Einstieg in eine Hand gegen einen deutlich schlechteren Spieler (als du es bist) zu spielen, ist heutzutage wahrscheinlich erheblich geringer. Daher ist es "moderner" einen etwas looseren Ansatz zu wählen und gezielter gegen die Freizeitspieler anzugehen, als seinen Stiefel runterzureiten.

      Deine Postflopstats deuten darauf hin, dass du einerseits zu wenig Valuebettest (W$SD sollte immer zwischen 45 - 55% im Schnitt liegen) und andererseits zu selten Bluffs catchst (bzw. es probierst) -> WTS 19,x% ist einfach zu wenig (der Wert sollte wahrscheinlich eher irgendwo zwischen 22% - 28% liegen).

      Deine Redline ist auch ein möglicher Indikator dafür, dass du einerseits zu oft am Flop bettest ohne einen Plan für Turn und River zu haben (du cbettest Flop extrem oft, deine Cbet Frequenzen am Turn und River fallen dann extrem ab). Meistens läufts dann so ab, dass du mit Air oder so am Flop cbettest, den Turn verfehlst und die Hand aufgibst. Das kostet langfristig einfach unglaublich viel Geld, wenn du diesen Plan verfolgst und gleichzeitig nicht genug Value aus deinen Händen extrahierst.



      Wenn du selber gegen den Preflopaggressor spielst, dann hast du 75% Fold to Cbet. Rechne dir mal aus, wie oft eine Potsizebet am Flop gegen dich profitabel sein muss, um von dir Geld zu gewinnen.
    • Giacomoe
      Giacomoe
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2009 Beiträge: 255
      Hallo und vielen Dank für die super ausführliche Antwort. Ich bin regelrecht gerührt dass sich jemand so viel Zeit nimmt für die paar Hände :)

      Was die Winrate betrifft, du hast recht, jedoch meinte ich das im Bezug auf die kleine Samplesize, und nach den paar Händen hätte ich ja durchaus auch mit ner 8bb/100 Winrate noch breakeven sein können.

      1. Kann man wohl so unterschreiben :D

      2. Das war auf NL2 noch nicht der Rede wert... Ich spiele nun seit 2 Tagen jedoch bereits NL10 und bin hier wesentlich mehr am überlegen wie ich noch den letzten Cent aus Villian rauskitzeln kann :) (Die können vlt. schnell die Notbremse ziehen...)

      3. Zugegeben, auf NL2 und NL5 habe ich mir wenig bis keine Gedanken gemacht und nur mein ABC runtergespielt. Auch das hat sich nun geändert. Ist irgendwie witzig. Ich habe deinen Beitrag gelesen und dachte mir OK, anscheinend habe ich in den meisten Punkten schon von mir aus gut adapted.

      4. Warum habe ich eine Edge an diesem Tisch, kann ich leider nicht beantworten, ich vermute aber das liegt am mass-tablen :D
      Muss dir hier allerdings wirklich mit aller Deutlichkeit Recht geben. Vorallem was die falsche Selbsteinschätzung betrifft. Ich glaube in manchen Spots neige ich eher zum Unterschätzen... :)

      Stats:

      A: Dass ich als Nit bezeichnet werde habe ich nicht anders erwartet. Ich denke allerdings, dass das je nach Gegenspielern durchaus auch etwas positives sein kann. Grundsätzlich habe ich keine feste Spielweise. (Ich spiele ja auch nicht nach SHC oder so...) Ich versuche mich immer dem Gegenüber anzupassen. Die Antwort auf loose passive (NL2) ist nunmal tight aggressiv. (Wenn auch etwas sehr tight, hier habe ich sicherlich auch etwas übertrieben -> falsche Selbsteinschätzung... :) )

      B: Sehr richtig, siehe A... Ich versuchte zu adapten. Hauptproblem, warum ich postflop so extrem tight gespielt HABE, ist, dass ich meinen Gegnern auf NL2 kaum einschätzen konnte. Wie auch, die callen ja mit middle pair bis zum Showdown durch.

      Gesamtbild: YES, und womöglich hast du auch recht :)

      Der modernere loosere Ansatz: Ich bin überrascht, dass du mir diesen Stil auf den micros empfiehlst. Zum einen weil ich meine, dass du mich eher in die Kategorie Amateur einordnest. (Und solch einem ist der LAG-Stil wohl so gar nicht zu empfehlen) Zum anderen, weil auf den Micros, viele moves, die für das profitable LAG-Spiel wichtig sind überhaupt nicht verstanden werden. Never bluff the fish i guess :) Ich bin übrigens der Meinung, dass ein fester Spielstil an dem man festhält -EV ist. (Adaption ist da wesentlich wichtiger denke ich)

      Postflopstats: Seit NL10, wo ich dem Board und dem Setzverhalten meiner Gegner mehr beachtung schenke, hat sich hier EINIGES getan und ich weiß was du meinst. Habe die letzten 8000 Hände hier sicher 400BB in derartigen Spots gemacht.

      CBets: Richtig, habe ich auch stark regulieren müssen. Ich weiß auch nicht was mich da immer geritten hat. Warsch. dachte ich lieber initiative zeigen xD Mein AF ist ja auch viel zu hoch...

      Auf NL10 ist die redline nun übrigens nahezu breakeven :)

      In 66/100 Fällen? :) (Ich mag kein Mathe am Abend :D )

      Liebe Grüße und Danke noch mal, Martin.




      Original von Ghostmaster
      Hey,

      ich werde nicht direkt deine Stats bewerten, sondern dir ein paar allgemeinere Eindrücke meinerseits mit auf den Weg geben.

      Winrate: Bin sehr schlecht gerunnt die letzten Tage... Set over Set - full house over full house oder ungünstige board


      Das ist völlig normal und hier entscheidet sich auch letztendlich nicht die Winrate.

      1. Monster über Monster kommen immer wieder vor und werden auch umgekehrt zu deinen Gunsten passieren

      2. Wichtig ist aber, dass du versuchst einerseits aus deinen Monster maximal Value zu extrahieren (d.h. dir Lines suchst, wie du mit deinen Monstern am meisten gewinnst - auch wenn der Gegner selber kein Monster hat, sondern nur was marginales)

      3. Andererseits ist es wichtig, dass du vor allem marginalere Situationen besser als deine Gegner spielst. Und hier "scheitert" es oft daran, dass das eigene Spiel zu standardisiert ist und Nuancen vieler Situationen überhaupt nicht berücksichtigt. Ich spreche hier gar nicht darauf an, dass du jetzt irgendwelche superkomplexen Gedankengänge haben solltest oder so, sondern das du dir JEDEN Spot individuell überlegst und nicht am Flop stehst mit KK z.b. in Position und auf dem Axxr Board erstmal "standardmässig" deine Bet machst - überleg dir für jeden Spot individuell, wieso DU jetzt grade mit deiner Hand dort gegen DIESEN Gegner Geld gewinnst.

      Was würde meiner Winrate gut tun?


      Jeder Winrate tut das intensive Nachdenken über das warum gut. Fragen wie:

      - Warum bin ich Winningplayer auf meinem Limit?
      - Warum habe ich an diesem Tisch eine Edge?
      - Warum bin ich besser als dieser Spieler?
      - etc.

      sind Fragen, die du dir stellen und Antworten drauf finden solltest. Wenn du die Antworten nicht kennst, dann wird es Zeit nach den Ursachen dafür zu suchen. Hier musst du einfach sehr ehrlich zu dir selber sein und nicht irgendwelche Phrasen aus Strategieartikeln/Videos/Forum o.ä. wiedergeben. Selbstüberschätzung ist häufig ein großes Leak von Anfängern (Selbstunterschätzung ist aber ebenso gefährlich btw.).

      Gesundes und realistisches Selbstvertrauen ist hier angebracht. Mir ist völlig bewusst, dass du in vielen Situationen aufgrund deines Spielwissens noch keinen Schimmer haben wirst, warum du gewinnen solltest - aber das regelmässige Hinterfragen wird dich in diese Richtung bringen können.


      Zu den Stats:

      A. Allgemein spielst du supertight (ich würde sogar sagen du bist eine Nit). Darauf deuten Vpip und Pfr hin.

      B. Postflop bist du mindestens genau so tight und tendenziell zu passiv. Darauf deuten W$WSF (mit 40% schon sehr grenzwertig niedrig bei deinen Preflopstats), W$SD (mit 61% viel zu hoch) und WTS (mit 19,x% auch zu niedrig) hin.

      Das Gesamtbild spricht für mich dafür, dass du einen sehr konservativen Ansatz verfolgst, weil du der Meinung bist, dass auf deinem Limit 7/9 Spielern am Tisch Callingstations sind und sie dich alle fröhlich ausbezahlen. Das mag auf manchen Seiten noch korrekt sein, sehr viel wahrscheinlicher ist aber, dass 5/9 Spielern genauso spielen wie du und höchstens 2/9 Spielern der Typ Callingstation/Wal/o.ä. entspricht.

      D.h. die Wahrscheinlichkeit beim Einstieg in eine Hand gegen einen deutlich schlechteren Spieler (als du es bist) zu spielen, ist heutzutage wahrscheinlich erheblich geringer. Daher ist es "moderner" einen etwas looseren Ansatz zu wählen und gezielter gegen die Freizeitspieler anzugehen, als seinen Stiefel runterzureiten.

      Deine Postflopstats deuten darauf hin, dass du einerseits zu wenig Valuebettest (W$SD sollte immer zwischen 45 - 55% im Schnitt liegen) und andererseits zu selten Bluffs catchst (bzw. es probierst) -> WTS 19,x% ist einfach zu wenig (der Wert sollte wahrscheinlich eher irgendwo zwischen 22% - 28% liegen).

      Deine Redline ist auch ein möglicher Indikator dafür, dass du einerseits zu oft am Flop bettest ohne einen Plan für Turn und River zu haben (du cbettest Flop extrem oft, deine Cbet Frequenzen am Turn und River fallen dann extrem ab). Meistens läufts dann so ab, dass du mit Air oder so am Flop cbettest, den Turn verfehlst und die Hand aufgibst. Das kostet langfristig einfach unglaublich viel Geld, wenn du diesen Plan verfolgst und gleichzeitig nicht genug Value aus deinen Händen extrahierst.



      Wenn du selber gegen den Preflopaggressor spielst, dann hast du 75% Fold to Cbet. Rechne dir mal aus, wie oft eine Potsizebet am Flop gegen dich profitabel sein muss, um von dir Geld zu gewinnen.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Die Frage nach der Edge ist als Anfänger oft nicht so leicht zu beantworten, aber i.d.R. sollte man bei solider Tableselection mit ABC Style auf den Micros problemlos ne Edge haben. Sobald du ne halbwegs gute position auf 1-2 dicke Fische hast, hat sich die Frage sowieso erledigt. Mit der Zeit solltest du dann schon einschätzen können, welche Gegner stärker und welche schwächer sind als du. Die Frage ist halt: Was machen die Gegner falsch, was du dagegen richtig machst? Bei Fischen ist das ja im Prinzip das gleiche. Fische limp/callen zu weite Ranges, sind zu passiv, callen viel zu viel runter und und und. Das alles machst du offensichtlich besser, daher hast du ne Edge. Gegen Regulars funktioniert das genauso, wobei das Geld auch auf höheren Limits natürlich primär von den Fischen kommt.
    • Giacomoe
      Giacomoe
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2009 Beiträge: 255
      Original von SonMokuh
      Die Frage nach der Edge ist als Anfänger oft nicht so leicht zu beantworten, aber i.d.R. sollte man bei solider Tableselection mit ABC Style auf den Micros problemlos ne Edge haben. Sobald du ne halbwegs gute position auf 1-2 dicke Fische hast, hat sich die Frage sowieso erledigt. Mit der Zeit solltest du dann schon einschätzen können, welche Gegner stärker und welche schwächer sind als du. Die Frage ist halt: Was machen die Gegner falsch, was du dagegen richtig machst? Bei Fischen ist das ja im Prinzip das gleiche. Fische limp/callen zu weite Ranges, sind zu passiv, callen viel zu viel runter und und und. Das alles machst du offensichtlich besser, daher hast du ne Edge. Gegen Regulars funktioniert das genauso, wobei das Geld auch auf höheren Limits natürlich primär von den Fischen kommt.
      Danke für die Antwort SonMokuh,

      richtig, wobei 1-2 Fische/Table auf den Micros etwas pessimistisch erscheint :D
      Meine Tableselection sieht derzeit so aus:

      Ich filtere die Tische in der Stars-Software und setze mich nur an die loosesten.
      (Spiele momentan 16 Tische gleichzeitig auf NL10)
      Da es mir schwer fällt da den überblick zu behalten (ob alle Tische noch profitabel sind), spiele ich in der Regel nur eine Stunde und wenns dann weitergehen soll fang ich von vorn an. Wenn an einem Tisch 2 Spieler fehlen verlasse ich diesen.

      Gibt es da bessere alternativen?
      Z.B. eine Software die da Hilft?

      Ich erinnere mich z.B. gerne an den Table Manager von HM1 oder wie der hieß.
      Leider hab ich den bei PT4 nicht. :/

      Hier mal ein neuer Graph:


      Die letzten 10k Hände sind NL10
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Table Ninja hilft beim Tischmanagement ein bisschen. Bezüglich der Tischwahl habe ich keine Ahnung, da ich nur 4 Tische meistens spiele und da genug Zeit habe mir einzelne Tische genauer anzuschauen (da gibts aber definitiv Tools - glaub eins heisst Tablescanner oder so).
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Wenn die Gegneranzahl überschaubar ist, lohnt sich Tablescanner schon ziemlich imo. Macht halt nur Sinn, wenn der Scanner unterscheiden kann, wer Fisch oder Reg ist.
      Ich hab selbst noch keinen Tablescanner, bin mir daher nicht ganz sicher. Aber ohne dir Handhistories zu kaufen wird das auf NL10 wohl nicht funktionieren. Und das lohnt sich auf NL10 wohl noch nicht.