Hutchison Punkte System für Hold’em

    • bob35
      bob35
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2008 Beiträge: 95
      Moin,
      ich wollte mal in die Runde fragen wer von euch mit welchem Erfolg das Punkte System von Hutchison für Hold’em verwendet?

      FUNKTIONSWEISE:
      Das Prinzip dieses System ist denkbar einfach. Zuerst werden die Karten des Anfangsblattes einzeln bewertet, dann wird die Beziehung zwischen den beiden Karten bewertet und zum Schluss wird noch die eigene Position am Tisch mit einbezogen. In Summe gibt das System dem Spieler damit eine Entscheidung, ob mit diesen Karten gespielt werden soll oder besser nicht.

      1.Addition der Werte der Einzelkarten nach folgendem Zuordnungssystem
      A = 16
      K = 14
      Q = 13
      J = 12
      T = 11
      alle anderen Karten haben den Wert ihrer Nummer (z.B. 4 = 4)

      2.Bewertung der Beziehung der beiden Karten
      Paar auf der Hand (Pärchen) = +10
      Karten von gleicher Farbe (suited) = +4
      verbundene Karten (connectors) = +3
      Lücke von einer Karte = +2
      Lücke von zwei Karten = +1

      3.Bewertung der Position am Tisch
      middle position = +3
      late position oder dealer = +5

      4.Summenbildung und Auswertung
      Summe größer 30 = Call
      Summe größer 34 = Call, Raise oder Call eines Raises
  • 7 Antworten
    • dhw86
      dhw86
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2006 Beiträge: 12.263
      das system vernachläsgt aber deine gegner sowie history und table dynamic, darauf solltest du bei der auswahl eingehen.

      darum ist das system zu statisch und höchstens für totale anfänger nützlich, da reicht aber auch ein shc!
    • Thomas6409
      Thomas6409
      Black
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 5.978
      noch nie von gehört, ist aber auch totaler Blödsinn das System. nur mal als Beispiel, danach würde man 22-77 firstin am BU folden, 88 und 99 openlimpen und erst ab TT raisen, oder im MP würde man erst ab JJ+ openraisen, selbst AK wäre nur ein limp d.h. mit dem System würde man viel viel viel viel viel viel viel zu tight spielen. first in solltest du sowieso generell nie limpen, sondern immer raise oder fold spielen.
    • daberndl
      daberndl
      Black
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 17.506
      wenn man das ding n bisschen umstellt könnte es totalen einsteigern schon helfen, so is es aber einfach nur käse
    • bob35
      bob35
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2008 Beiträge: 95
      Danke für die schnellen Antworten.

      Nach weiterer Recherche habe ich bezüglich dieses Systems noch folgenes gefunden:

      1)
      Kritik am Hutchison Punkte-System

      Das von Edward Hutchison ausgedachte System für Pocket Karten ist für Anfänger sicherlich sehr gut geeignet, um zumindest in der Pre-Flop-Phase das tighte Spielen zu erlernen, da die zu spielenden Kombinationen für Anfangskarten gezielt reduziert werden. Es bietet dem Spieler eine Basis für fold-/call-/raise-Entscheidungen und gibt ihm erste Einblicke zur qualitativen Einordnung seiner Pocket Cards in Bezug zu den Karten untereinander und zur Position am Tisch.
      Das System ist jedoch sehr starr, wenn man es konsequent spielt. So werden zum Beispiel Pärchen, welche niedriger als das Achterpärchen sind, nie gespielt. Weiterhin fehlen Bezüge zur Spieleranzahl am Tisch und zu den vielen anderen Aspekten (z.B. dynamisches Spielen, Blind Buy, etc) des Pre-Flop-Spiels. Jedoch, und da darf man dem System nicht Unrecht tun, ist es in seinem Rahmen für Anfänger bestens geeignet ihr Pre-Flop-Spiel zu kontrollieren.
    • bob35
      bob35
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2008 Beiträge: 95
      Bezüglich der Statistik wir von diversen Quellen folgenes angegeben:

      In Simulationen mit 10 Spielern, in denen jeder Spieler jede Hand bis zum River gespielt hat, ist die Chance mit Anfangskarten im Wert größer/gleich 30 zu gewinnen um 70% höher als mit kleineren Katenwertigekeiten. Dies ergibt sich aus Auswertungen, in denen die Gewinnquote von Random-Spielen (jede Hand wird gespielt, 10% Gewinnchance) verglichen wird mit der Gewinnquote von Spielen mit Anfangskarten im Wert größer/gleich 30 (Gewinnchance 17%).

      Demnach könnte sich dieses tighte System evtl. für Double or Nothing sit and go Tuniere eignen (auf z.B. PKR) sofern dort Leute spielen die durchfolden und auf Fehler anderer hoffen nach dem Motto "nobody moves nobody gets hurt"
    • bob35
      bob35
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2008 Beiträge: 95
      Moin,
      anliegend noch dier Wahrscheinlichkeiten mit diversen Pocket Paaren den Flop zu verfehlen bzw. dass auf dem Flop mindestens eine Overcard auftaucht, aber keine von den Karten, die uns damit ein Set bescheren.

      Pocket Paar Wahrscheinlichkeit, den Flop zu verfehlen in %
      AA - 0 %
      KK - 20,67%
      QQ - 37,84%
      JJ - 51,83%
      TT - 62,94%
      99 - 71,53%
      88 - 77,92%
      77 - 82,43%
      66 - 85,39%
      55 - 87,12%
      44 - 87,96%
      33 - 88,22%
      22 - 88,24%

      An diese Wahrscheinlichkeiten angelehnt, spielen wir laut Hutchison also kein Pocket Paar mit einer Flop-Verfehl-Wahrscheinlichkeit über 71,53%...
    • m4rgus
      m4rgus
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2008 Beiträge: 528
      Original von bob35

      Demnach könnte sich dieses tighte System evtl. für Double or Nothing sit and go Tuniere eignen (auf z.B. PKR) sofern dort Leute spielen die durchfolden und auf Fehler anderer hoffen nach dem Motto "nobody moves nobody gets hurt"
      Gerade wenn deine Gegner "durchfolden und auf Fehler anderer hoffen" solltest du eher versuchen mehr zu stealen und nicht so eine ulta-nit range auspacken.

      Im Enddeffekt ist dieses Punktesystem nix anderes als ein umständlich aufgeschriebenes Starting-Hand-Chart und wie hier schon gesagt wurde nichtmal ein gutes.