Strategiefrage: Ohne Initiative das Ass getroffen mit schlechtem Kicker - WA/WB oder nicht?

    • matjes
      matjes
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.811
      Die Frage steht ja bereits im Topic, aber nochmal genauer: Wann weichen wir von unserer WA/WB Line ab mit einem (verhältnismäßig) schlechten Kicker wenn wir das Ass treffen gegen den Preflop Aggressor. Wir belassen es mal bei HU Situationen.

      Folgende Situationen sind Preflop möglich:

      1) wir defenden passiv unseren BigBlind
      1.1) wir haben danach Position (also callen ein schwaches Ass gegen den SB nur)
      1.2) wir sind OOP gegen einen Open Raiser (wichtig: nur ein Blindsteal oder Early Position Raise?)

      2) wir Open raisen und werden nochmal geraist
      2.1) wir haben Position (wurden also vom BB oder SB ge3bettet)
      2.2) wir sind OOP

      3) wir haben ein etwas besseres Ass mit dem wir 3betten (zB ATo gg CO Open Raise), werden nun aber gecappt, wodurch unser Kicker natürlich verhältnismäßig wieder schlecht ist.
      3.1) mit Position
      3.2) und ohne Position


      Bei welchen Boards, welchem Gegnertyp und welcher Preflop Action weicht man nun von der WA/WB Line ab (Meta Gaming sowie Balancing Argumente sind auch sehr willkommen!)? Gegen einen Maniac wird man da natürlich selten nur WA/WB spielen, aber wie sieht es vor allem gegen TAGs und LAGs aus (Gegen Rocks ist es auch nicht sonderlich schwer ;) )?

      Es wäre schön wenn wir da ein paar Gedanken sammeln könnten, eigene Beispiele erwünscht :) .

      Hier habe ich auch mal 2 davon, ich habe den Kicker mal bewusst als "X" stehen gelassen, denn meist macht es keinen so großen Unterschied wie "schlecht" er ist, falls doch kann das ja erwähnt werden. Ich habe meine Meinung bzw genauere Fragen zu den einzelnen Situationen auch mal dazugeschrieben.

      Unsere Hand: A :heart: X :spade:

      Board 1:
      A :club: K :heart: T :spade:

      1.1) kein WA/WB
      gegen den SB haben wir hier eine sehr hohe Equity (relativ egal welcher Kicker, zwischen A2 und A5 sind nichtmal 2% Equity Unterschied) und vor allem hat er das Board auch oft mit etwas schlechterem getroffen und wird uns runtercallen, ob wir den Flop oder Turn raisen hängt vom Gegner ab, ist er weak/loose, so raise ich lieber den Flop damit er am Turn nicht check/call mit einer schwachen made hand oder Draw spielt. Ist er ein LAG, so vllt. variieren zwischen call Flop, raise Turn und raise Flop, bet Turn. Gegen einen guten TAG muss man wohl auch variieren und sich überlegen welche Lines man hier auf welche Art balancen kann bzw was für ein Image wir bei ihm haben.
      1.2) nicht immer WA/WB
      Hier kommt es wohl stark darauf an von wo/wem der raise kam, gegen einen soliden MP2/MP3 raiser würde ich es einfach WA/WB spielen, gegen den Button (wir haben ca. 60% Equity gg TAG) gleich den Flop c/r und hoffen dass er auch gehittet hat und uns runtercallt, gegen Cutoff ist es schon knapper, aber auch hier wäre aggressives Spiel wohl in Ordnung (allerdings haben wir hier nur noch knapp 52% Equity gg. TAG). Aber was nun gegen einen LAG aus MP2, zB mit 35Vpip, 25PFR, 2AFT, 40WTS, WA/WB dürfte gegen ihn auch zu weak sein, jedoch haben wir keine so schöne Equity (um die 50%).
      2.1) Standard WA/WB (?)
      2.2) Standard WA/WB (?)
      3.1) Standard WA/WB
      3.2) Standard WA/WB

      Board 2:
      A :club: 8 :club: J :club:

      1.1) kein WA/WB
      Hier führt sicher kein Weg an aggressivem Spiel vorbei, unsere Equity ist zudem sehr hoch und oft kriegen wir viel Value am Flop rein wenn der Gegner einen Flushdraw hat.
      1.2) nicht immer WA/WB
      Das hier finde ich jetzt schon wesentlich interessanter, was tun gegen einen guten Open Raiser aus MP2 (TAG)? Gegen Button oder Cutoff kein WA/WB, gleicher Grund wie bei 1.1).
      2.1) Standard WA/WB (??)
      2.2) Standard WA/WB (??)
      3.1) Standard WA/WB (??)
      3.2) Standard WA/WB (??)
      Bei den letzten 4 Situationen: I have no idea ;)


      Allgemeine Faktoren die für das Abweichen sprechen (bitte eure Meinungen/Ergänzungen):
      - Es ist kein WA/WB da unsere Equity zu hoch ist (aka Nobrainer ;) )
      - Der Gegner ist loose-passiv: Er macht es uns nicht teuer wenn er ein besseres Ass hat, callt aber oft noch schlechtere Sachen (eher selten)
      - Das Board ist sehr drawheavy (3Suited, 2 Suited + mögl. Straightdraw etc.) - Protection, das bringt uns aber oft in toughe Spots gegen weitere Aggression
      - Wir können einen Fold finden wenn der Gegner uns weitere Aggression gibt (eher selten da man nicht oft so einen guten Read hat)
      - Manchmal ist es -EV nicht WA/WB zu spielen, wir können aber Bluffs/Semibluffs dadurch balancen, aber wieviel ist das wert?
  • 6 Antworten
    • skedar
      skedar
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 11.111
      was machst du dir für gedanken um so ne uhrzeit?


      ansonsten denk ich dass du halt die wichtigen kriterien schon genannt hast. viel mehr kann man das wohl nicht pauschalisieren.

      ich würde auch eher oop von wawb abweichen, da es einfach suckt, man hat null kontrolle über die hand.
    • AcKeBoNNie
      AcKeBoNNie
      Black
      Dabei seit: 03.07.2006 Beiträge: 1.839
      ne mal im ernst leute!

      wie spielt ihr solche A boards? und wie balancet ihr das ?
      also ich spiels halt noch WA / WB, weil es auf 5 / 10 und 10 / 20 genug vollhonks gibt, die da all streets durchbluffen!
      aba man kann halt dann nicht anders das ganze mit draws spielen.
      ka wie ich das anstellen soll.

      wie macht ihr das ?
    • Endos
      Endos
      Black
      Dabei seit: 07.02.2006 Beiträge: 1.272
      Grundsätzlich kann man den Value-Faktor und den Balancing-Faktor stark in den Vordergrund stellen.

      Beides ist umso größer, je drawlastiger das Board ist.


      Value:
      Je mehr schlechtere Hände uns gegen nen Raise unsererseits noch callen, desto besser.
      Auf nem dry Board gibt es zu wenig schlechtere Hände, die gegen Action von uns noch Geld in den Pot werfen. Auf nem drawheavy Board dagegen gibt es viel mehr Hände, die zumindest bis zum River zahlen werden.


      Balancing:
      Je mehr Draws wir hier selbst aggressiv spielen können - desto besser lässt sich das Ace ebenfalls aggressiv spielen.
      Auch Raises des Gegners brauchen uns nicht zu beunruhigen, da dieser hier oft Freeshowdown-Raises und sehr dünne Value-Raises gegen uns versuchen wird, wenn er aus auf nen Draw setzt.



      Folgende Stichpunkte, die zum Teil auf beide Faktoren zutreffen:

      - wir bekommen lightere Calldowns von marginalen Made Hands
      - im Gegenzug werden unsere Raises aber auch ernster genommen und können schlechter durch Scarecards am Turn exploited werden.
      - positiver Nebeneffekt -> wir protecten
      - gegnerische Reraises haben ne größere Range -> mehr Equity für uns
      - Deception gegen thinking Player
    • IntoTheJail
      IntoTheJail
      Black
      Dabei seit: 31.07.2007 Beiträge: 1.222
      Vor ein Paar Tagen habe ich eine Hand gespielt, die mMn gut zum Thema passt.

      15/30 Fixed-Limit Hold'em (6 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Texas Grabem 1.9 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is CO with 4:club: , A:club:
      2 folds, Hero raises, BU 3-bets, 2 folds, Hero calls.

      Flop: (7.67 SB) Q:heart: , 5:spade: , A:heart: (2 players)
      Hero checks, BU bets, Hero raises...


      Ich denke hier ist es besser den Flop zu c/r und nicht w/a w/b zu spielen.

      1) Wir balancen unsere C/Rs mit Draws

      2) Wir bekommen lighte Calldowns von any pocket und vlt sogar K-high (falls das board nicht zu scary wird)

      3) Wir protecten gegen Hände wie JT und andere Draws
    • ScHnibL0r
      ScHnibL0r
      Black
      Dabei seit: 29.01.2005 Beiträge: 3.593
      balla
    • matjes
      matjes
      Bronze
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 1.811
      @ Whizkid:
      Ist echt ein guter Spot :) Super Balancing Möglichkeit hier + Gegner hat oft auch eine Hand mit der er zumindest den Flopraise noch callt (Gutshots, Queen, Pockets, FD) weil er sich zu viele Outs gibt gg unseren Raise.