Equity und EV

    • narcololol
      narcololol
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2010 Beiträge: 14
      Hallo allerseits,

      ich habe Schwierigkeiten, die Anwendbarkeit von EV und Equity im normalen Spiel zu begreifen.

      Voraus eine Frage bzgl. der Einheit der Equity: Im Equilab wird die Equity in Prozent angegeben (was für mich am meisten Sinn macht). Sie spiegelt die Gewinnwahrscheinlichkeit wieder und damit gleichzeitig den Anteil am Pot, wenn man die Situation wieder und wieder auf diese Weise spielt (Richtig?). Im Glossar hingegen ist die Equity ein fester Geldwert, nämlich der des konkreten Geldgewinns am momentanen Pot. Was ist richtig?

      Dann zum EV: die Formel zur Berechnung des EV kann man ja zur genüge hier und im Glossar finden, nur, wie mache ich mir ihn praktisch im Spiel nutzbar? Denn ALLE folgenden Situationen kann man wohl kaum im 30 Sekunden Zeitfenster eines Zuges berechnen. Darüber hinaus fällt es mir schwer abzuschätzen, welche Ranges ich meinen Gegner geben soll, um Equity und EV sinnvoll zu berechnen. Anfängertaugliche Hilfen dazu finde ich irgendwie nicht.

      Vielleicht sind die Themen EV und Equity noch zu komplex für einen MSS-Einsteiger wie mich, der eigentlich strikt nach Chart spielen sollte. Aber dann wundert es mich, dass im Einsteiger-Lernpfad sofort darauf gestoßen wird.


      Schon mal vielen Dank im Voraus!

      Dennis
  • 2 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Equity beschreibt nicht die Gewinnwahrscheinlichkeit, sondern welcher Anteil des Pots dir momentan zusteht (d.h. Gewinnwahrscheinlich + Splitwahrscheinlichkeit). D.h. die Aussage im Glossar ist korrekt.

      Es ist wichtig, dass dieser Unterschied gemacht wird, da du bei einem Split deinen eigenen Einsatz + Hälfte des Deadmoneys im Pot (abzüglich Rake) wieder bekommst.

      Dann zum EV: die Formel zur Berechnung des EV kann man ja zur genüge hier und im Glossar finden, nur, wie mache ich mir ihn praktisch im Spiel nutzbar? Denn ALLE folgenden Situationen kann man wohl kaum im 30 Sekunden Zeitfenster eines Zuges berechnen. Darüber hinaus fällt es mir schwer abzuschätzen, welche Ranges ich meinen Gegner geben soll, um Equity und EV sinnvoll zu berechnen. Anfängertaugliche Hilfen dazu finde ich irgendwie nicht.


      In der Sessionnachbereitung und Vorbereitung. Je öfter du diese Rechnung (optimalerweise per Hand mit Taschenrechner und Stift und Papier) durchführst, desto besser wird deine Intuition geschult.

      Das ganze ist ein unglaublich komplexer Prozess bzw. der Zusammenlauf mehrerer Prozesse, weil du einerseits Ranges abschätzen musst und dann gleichzeitig den EV unterschiedlicher Lines unter bestimmten Verhaltensannahmen abschätzen musst.

      Die besten Fortschritte erzielt man dabei, indem man es einfach macht und die Annahmen und Schlussfolgerungen mit anderen Spielern diskutiert.

      Ich persönlich bin sowohl von technischer Seite in der Lage die mathematischen Grundlagen zu erklären, bin in den letzten Jahren aber wieder davon etwas weggegangen, da im Prinzip die Entscheidungszeit viel zu gering ist und Erfahrung + Intuition deutlich wichtiger sind in meinen Augen, solange du nicht auf sehr hohem Niveau spielst.

      Du kannst dir mal "How I coached a Mother" von TwiceT anschauen - da wirst du vielleicht nachvollziehen können, dass im Spiel selber die mathematische Komponente zweitrangig wird und ein großer Teil der pokerbezogenen Probleme über strukturierte Gedankengänge gelöst werden kann - sprich das du dir die richtigen Fragen stellst im Spiel und schnell beantworten kannst (und je öfter man das macht, desto schneller wirds).

      Aber dann wundert es mich, dass im Einsteiger-Lernpfad sofort darauf gestoßen wird.


      Das liegt daran, dass nur ein Bruchteil der Anmelder überhaupt in der Lage sind bis ins Forum zu kommen und sich mit anderen Spielern austauschen wollen. Die Gefahr der Überforderung ist grade in den Anfängermodulen extrem hoch.

      Ich persönlich würde die Strategiesektion auch deutlich anspruchsvoller aufbauen und dabei riskieren potenzielle Spieler zu verlieren. Wenn du den Standpunkt von Pokerstrategy dagegen siehst (Affiliating ist halt das Hauptgeschäft), dann ist eine möglichst simple und schnell umsetzbare Einsteigerstrategie besser als eine komplexe Strategie, die wahrscheinlich viele Spieler abschreckt.
    • narcololol
      narcololol
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2010 Beiträge: 14
      Danke für die fixe Antwort!

      Hat viel Licht ins Dunkle gebracht. :)