Pfusch im Krankenhaus - mögliche Rechtsmittel?

    • exe203
      exe203
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2008 Beiträge: 8.111
      Folgende Geschichte:

      Meine Mutter ist am 1.1.2013 beim Treppensteigen irgendwie abgerutscht und komisch aufgekommen, wonach sofort der Fuß angeschwollen ist und sich erhebliche Schmerzen entwickelt haben. Danach natürlich sofort ins Krankenhaus, wo allerdings nur geröntgt wurde (Schon hier hätte ich dem Arzt was anderes erzählt, wenn ich dabei gewesen wäre. Zumindest ein Ultraschall hätte meiner Meinung nach gemacht werden müssen.

      Nach Auswertung der Röntgenbilder wurde gesagt, dass nichts am Knochen ist und es wohl nur eine Bänderdehnung sei. Also Schiene und Schmerztabletten verschrieben und nach Hause geschickt.

      Hier hat sie dann eine Woche starke Schmerzen gehabt. Heute morgen war dann Kernspin, nachdem ich sie mehrfach drauf hingewiesen hab, dass da noch ne Untersuchung gemacht werden muss, weil es wahrscheinlich ist, dass etwas an den Bändern kaputt sei.

      Das Ergebnis der Kernspintomographie war dann wie vorrauszusehen ein Bänderris.
      Aber zusätzlich auch noch ein Trümmerbruch des Fersenbeins.

      Und jetzt die Frage: Macht es Sinn, Rechtsmittel gegen das Krankenhaus einzulegen, nachdem sie mit einem falschen Befund 9 Tage unter schweren Schmerzen zuhause gelegen hat, oder hat das ganze keinen Sinn.

      Werde sie auf jeden Fall dazu bringen, zumindest mal mit nem Anwalt zu sprechen, aber mich würde im Vorfeld schonmal interessieren, ob man überhaupt eine Chance hat, damit was zu erreichen.

      Schonmal danke für die Antworten.

      €: bevor dämliche Antworten kommen: Nein, sie war nicht betrunken. Hatte an Silvester vllt 2 Gläser Sekt getrunken.
  • 15 Antworten
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 7.657
      Wenn du lust auf ein 2-3 jährigen Rechtsstreit mit dem Krankhaus hast um dann 2-3k € Schmerzensgeld zu erhalten kannste das machen mir wärs den aufwand und ärger nich wert...
    • Souls111
      Souls111
      Bronze
      Dabei seit: 28.10.2009 Beiträge: 5.630
      aus eigener erfahrung ist das ein extrem schwieriger und steiniger weg gegen ärzte vorzugehen (in der branche gilt das eine krähe der anderen kein auge aushackt) und nur selten von erfolg gekrönt
      man wird von vermeintlichen gutachtern teilweise für dumm verkauft, ignoriert oder gar beleidigt (alles erlebt)
      man braucht einen langen atem, und wenn man mal schadenersatz sieht, dann ist der nunja bestenfalls mittelprächtig
      in dem von dir beschriebenen fall sehe ich die kostenutzenrechnung ehrlich gesagt deutlich negativ
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 7.657
      Original von Souls111
      aus eigener erfahrung ist das ein extrem schwieriger und steiniger weg gegen ärzte vorzugehen (in der branche gilt das eine krähe der anderen kein auge aushackt) und nur selten von erfolg gekrönt
      man wird von vermeintlichen gutachtern teilweise für dumm verkauft, ignoriert oder gar beleidigt (alles erlebt)
      man braucht einen langen atem, und wenn man mal schadenersatz sieht, dann ist der nunja bestenfalls mittelprächtig
      in dem von dir beschriebenen fall sehe ich die kostenutzenrechnung ehrlich gesagt deutlich negativ
      Jepp anders wäre das wenn deine Mutter jetzt bleibende schäden durch die Fehldiagnose hätte...
    • Mac4tw
      Mac4tw
      Bronze
      Dabei seit: 14.05.2008 Beiträge: 53
      Also das ist ja natürlich ärgerlich was deiner Mutter passiert ist, aber ich sehe gar kein Fehlverhalten von seiten des Arztes oder des Krankenhauses.

      Sie haben den Fuss untersucht und ein Röntgen gemacht. Oft sind Brüche unter der massiven Schwellung nicht gut zu sehen die direkt nach so einer Aktion auftritt.

      Ein Ultraschall? und was hättest du erwartet da zu sehen? Mit einem Ultraschall kann man keine Knochen sehen.

      Wenn sie wie jetzt nach 1 Woche immer noch Beschwerden hat ist ein MRT dann angebracht aber jeden Patienten nach jedem Sturz in ein MRT zu stecken ist nicht nur viel zu teuer sondern auch durch Strahlung etc auch noch sehr übertrieben.

      Es ist auch bei Brüchen oft Standard einen Gips oder eine Schiene anzulegen und nach ein paar Tagen oder 1 Woche den Gips wieder runterzunehmen nochmals zu Röntgen und dann über eine Operation oder Therapie zu entscheiden, da eine Beurteilung durch die Schwellung schwierig ist und eine Operation in völlig übereiztem Gewebe deutlich schwieriger und komplikations behafteter ist.

      Das sich unter der Schwellung ein Trümmerbruch befindet ist natürlich schlimm, aber es passiert meiner Meinung nach so selten das es nicht unbedingt ein Fehler sein muss dieses nicht sofort zu erkenne.

      Und ein Rechtsstreit, ich bin ja kein Anwalt aber kann mir nicht vorstellen das da erfolgschancen vorhanden sind. Es wurde ja keine Nadel vergessen oder sowas. Und wenn man anfängt Ärzte zu verklagen weil sie etwas seltenes schwierig zu erkennendes nicht gesehen haben, gibt es sicher bald keine Ärzte mehr und wir müssen Maschinen bauen die die Arbeit übernehmen.

      Aber gute Besserung an deine Mutter ist wirklich schlimm denn garantiert sehr schmerzhaft.
    • exe203
      exe203
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2008 Beiträge: 8.111
      OK, danke Leute. Dachte mir sowas bereits.

      Ob die Schwellung jetzt schuld war, dass der Bruch nicht erkannt wurde, oder der Arzt sich einfach zu wenig Zeit genommen hat, das Röntgenbild ordentlich anzuschauen, kann ich nicht beurteilen, da ich zu der Zeit noch in meinem Neujahrskoma lag :)

      @Ultraschall: Bei nem Kumpel von mir wurde mittels Ultraschall direkt der doppelte Bänderriss erkannt und konnte behandelt werden.
      Und auch meinen Kreuzbandriss haben sie per Ultraschall erkannt. Also ich finde, sowas sollte bei Gegenden, in denen Bänder betroffen sein könnten, zum Standard gehören

      Ihr Hausarzt meinte, in nem Viertel Jahr sind die Beschwerden wieder vollkommen weg. Fahr sie jetzt erstmal ins Krankenhaus, wo dann die Tage operiert wird. Hoffen wir das Beste
    • sarc
      sarc
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 06.06.2008 Beiträge: 12.197
      Also ich glaub ich würd dem Arzt was erzählen, wenn der mir mitm Ultraschallgerät aufm kaputten Fuß rumdrückt... ;) Aber gut, dass man da mehr sieht als bei ner Röntgenaufnahme hätt ich jetzt tatsächlich auch nicht erwartet.

      Bei der Kernspin habe ich jetzt zumindest auch immer noch im Kopf, dass da normalerweise längere Wartezeiten sind. Wäre das schneller gegangen, wenn der Arzt sofort gesagt hätte "ok, wir schauen nach nem Termin"? Kernspin ist halt schon ne teure und aufwändige Untersuchung, kann da aus meiner amateurhaften Ansicht halt durchaus nachvollziehen, dass man das nur macht, wenns notwendig ist. Und aus Laiensicht würd ich jetzt bei "falsch aufgekommen" nicht davon ausgehen, dass das n Trümmerbruch nach sich zieht...

      Was ich damit eigentlich sagen will: Scheiße gelaufen, ohne Frage, denke aber nicht, dass man da automatisch von Pfusch reden kann und Schmerzensgeld drin ist.
    • n0gg
      n0gg
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2007 Beiträge: 893
      Naja warum soll er Ultraschall denn machen bei einer Bänderverletzung?

      Bei einem Leistungssportler, oder einem ambitionierten Amateursportler OK, aber für 99% der Menschen ändert die Diagnose Bänderdehnung oder Bänderriss absolut garnichts an der Behandlung...
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.189
      ist sehr mühsam und langwierig gegen ärzte zu prozessieren, meine erlebnisse dazu findest du hier: Pfusch bei Operation: Krankenhaus verklagen? ;(

      in österreich gibts die möglichkeit sich kostenlos durch einen patientenanwalt vertreten zu lassen. kannst ja mal schaun ob es die möglichkeit bei dir auch gibt, denke aber dass du wenig chancen auf entschädigung haben wirst.
    • Mac4tw
      Mac4tw
      Bronze
      Dabei seit: 14.05.2008 Beiträge: 53
      Ja es stimmt schon das man im Röntgen die Bänder nicht beurteilen kann, aber wie schon gesagt wurde ändert die Diagnose Riss oder Dehnung nichts an der Therapie. Von daher ist mit dem Ultraschallgerät auf dem Fuss rum drücken auch nicht notwendig. Und wichtig den Bruch hätte man damit auf keinen Fall sehen können.

      Also alles gute für die Operation.
    • cmdcom
      cmdcom
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2009 Beiträge: 2.057
      Original von Mac4tw
      Wenn sie wie jetzt nach 1 Woche immer noch Beschwerden hat ist ein MRT dann angebracht aber jeden Patienten nach jedem Sturz in ein MRT zu stecken ist nicht nur viel zu teuer sondern auch durch Strahlung etc auch noch sehr übertrieben.
      [ ] weiß wie ein MRT funktioniert. ;)


      Bei den Kosten geh ich mit.
    • Mac4tw
      Mac4tw
      Bronze
      Dabei seit: 14.05.2008 Beiträge: 53
      CT MRT ist doch alles das gleiche. Stimmt falsch gelesen falsch interpretiert und den fehler auch noch wiederholt ^^.
    • cmdcom
      cmdcom
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2009 Beiträge: 2.057
      Original von Mac4tw
      CT MRT ist doch alles das gleiche. Stimmt falsch gelesen falsch interpretiert und den fehler auch noch wiederholt ^^.
      jetzt wirds aber wild. :D
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      gute besserung an deine mutter!
      aber ich finds ziemlich lächerlich da mit anwalt, klage etc zu kommen.
      wie schon erwähnt wurde kann es schon mal vorkommen, dass der bruch übersehen wird. bzgl. der bänder ist es eh rel wayne von der behandlung her.
      von den zeiträumen (termin mrt, OP..) und den schmerzen wärs wahrscheinlich auch in etwa dasselbe, wenn der arzt gleich die diagnose "verdacht auch bruch, absplitterung..." gestellt hätte.
      du musst auch mal die andere seite sehen: es war neujahr, jeder will da frei haben + die, die arbeiten gehen auf dem zahnfleisch. täglich kommen 1mio muttis, die umgeknickt sind, sich vertreten haben oder sonstwas. wenn 99% der fälle mit röntgen und kosten von 3,50€ erfolgreich zu diagnostizieren sind, dann macht es keinen sinn grundsätzlich lieber nochmal n mrt für ~350€ hinterher zu schieben um auf 100% erfolgsrate zu kommen. ärgerlich für den einzelfall, aber manchmal hat man eben auch pech...
    • exe203
      exe203
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2008 Beiträge: 8.111
      Ist jetzt in nem anderen Krankenhaus, in dem jetzt erstmal eine CT gemacht wird. danach wird dann entschieden.

      Die Ärzte da haben auf jeden Fall auch alle mit dem Kopf geschüttelt und gefragt, wie man sowas übersehen kann.

      Und wie gesagt, wollte ja allgemein erstmal Meinungen wissen. Die sind hier klar verteilt und das respektier ich. Jetzt warten wir erstmal den weiteren Verlauf ab und dann kann man immernoch sehen.

      Ich werde auf jeden Fall nie wieder in dieses Krankenhaus gehen, sondern direkt zum Sportarzt oder in ein anderes KH.
    • docjulian
      docjulian
      Bronze
      Dabei seit: 15.12.2006 Beiträge: 7.008
      (1) Röntgen ist hier die Standarduntersuchung und suffizient. Absolut richtige Behandlung. Es geht hier nur um den Frakturausschluss. Bänderschäden sind erst einmal irrelevant.
      (2) Was genau willst du mit einem Ultraschall hier machen? Ist keine valide Methode und extrem vom Untersucher abhängig. Es hätte jetzt von der Behandlung eh keinen großen Unterschied gemacht und man hätte die MRT empfohlen. Gerade an Neujahr. :rolleyes:
      (3) Dass natürlich eine MRT bzgl. einer Bänderruptur allen anderen bildgebenden Verfahren überlegen ist, ist klar. Termine gibt es nicht so schnell, aber meiner Meinung nach ändert sich die Therapie eh nicht so extrem.
      (4) Auch die Fraktur kann man im Röntgen schnell übersehen. Im MRT leuchtet nach Trauma vieles (bone bruise) auf wegen dem Knöchenödem und kleinere Frakturen lassen sich somit teilweise besser abgrenzen.
      (5) Es gibt sehr viele Frakturen, die man im konventionellen Röntgen einfach nicht sehen KANN, die man in der MRT oder CT schnell identifiziert.
      (6) @Mac4tw: MRT hat keine ionisierende Strahlung.
      (7) Die Frage ist auch, gegen wen du hier vorgehen willst. Den behandelnden Arzt oder den Radiologen, der das Bild evtl. zu einem späteren Zeitpunkt interpretiert hat?
      (8) Was genau soll jetzt die CT-Bildgebung nach der MRT bringen?

      Was man tatsächlich häufiger in der Klinik sieht, sind halt junge Assistenten der Unfallchirurgie, die selber nachts Röntgenbilder interpretieren. Wenn hingegen wir Radiologen Bilder interpretieren, wird das auch noch einmal von einem Oberarzt überprüft. Das ist aber in jeder Klinik unterschiedlich.

      Du könntest ja mal das Bild hochladen, ich quizze dann mal meine Kollegen.