Postflop Gameplan

    • bendah
      bendah
      Bronze
      Dabei seit: 03.06.2006 Beiträge: 445
      Wie geht man vor, wenn man sich from scratch einen default postflop gameplan konstruieren will?

      Nehmen wir mal als Beispiel als PFA in einem single-raised pot:

      Hero opens in UTG, regular villain calls in BU,
      flop 7:spade: T:diamond: J:spade:

      Sagen wir unsere range ist 22+, A2s+, AJ+, KQ, 56s+

      Nach welchen Kriterien entscheide ich jetzt, was ich mit welchem Teil dieser range mache?
  • 7 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Du brauchst Annahmen über avg. Leaks der gesamten Gegnerpopulation - darauf kannst du einen exploitbasierten Gameplan aufbauen.
    • bendah
      bendah
      Bronze
      Dabei seit: 03.06.2006 Beiträge: 445
      Es geht mir eher um einen default, also unexploitable Gameplan, auf den ich meine villain- oder populationspezifischen exploits aufbauen kann.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ist fast nicht möglich, weil niemand weiss, ob die Prefloprange "korrekt" ist.

      Ansonsten könnte ein Ansatz sein über Kategorisierung der Handtypen und Kombinationen zählen ein halbwegs sinnvolles Valuebet : Bluff und C/F : C/C : C/R Verhältnis aufzubauen.
    • bendah
      bendah
      Bronze
      Dabei seit: 03.06.2006 Beiträge: 445
      Dann ist natürlich die Frage was genau "sinnvolle Verhältnisse" sind? Ist es einfach 1:1?

      Anyway hab mir mal ein paar Gedanken gemacht. Allgemein ist mir aufgefallen, dass unsere equity sehr stark davon abhängt, ob villain am flop mit AJ raise/broke gehen will. Habe mal ja angenommen.

      flop:
      1. bet/3bet/broke: overpair und besser, KsQs, AsKs, AsQs (19.5% der open range)
      (sollte ich eine bet/3bet/fold range haben?)
      2. bet/fold: TP, OESD (16%)
      3. bet/call: übrige FDs (5.5%)
      summe bet: 41%
      c/f: rest

      turn:
      blank: mit initiative barrel turn und river mit gesamter range, da starke madehands am flop raisen, fold gegen raise
      flush card: mit initiative bet/fold made hands aus flopkategorie 1, c/f kategorie 2, c/r kategorie 3

      Das ganze ist nur ein Ansatz und ziemlich unbalanced (vor allem die check flop range), aber ich wollte erstmal feedback abwarten bevor ich weitermache.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Frag dich selber mal wieso jemand Defaultplan mit AJ am Flop gegen dich broke sollte, wenn deine Bet/3-Bet Range aus Overpairs, Sets und drei Kombinationen Nutdraws besteht?

      Aus deiner Range schlägt er 3 Kombinationen und ist vom Rest massiv dominiert -> für den Gegner ist die dominierende Strategie mit AJ dementsprechend den Flop zu callen, weil er so die Chance hat Hände die er schlägt in der Hand zu halten, den du optimieren kannst.


      Daher habe ich dir auch am Anfang gesagt, dass du gegnerische Leaks für den exploitbaren Gameplan berücksichtigen solltest - wenn der Gegner mit AJ hier am Flop default Raise/broke spielt, dann stellt das ein Problem für ihn da (weil er gegen deinen aktuellen Plan zu light broke geht) und du hast einen exploitbaren Gameplan.

      Aktuell ist deine Bet/3-Bet Range mit 3 superstarken Semibluffs als "Balancing" zu stark, abstrakt betrachtet - d.h. du solltest dir da etwas überlegen, wie du deine broke Range veränderst, wenn du einen Gameplan unabhängig von den Leaks deiner Gegner entwickeln willst. (entweder nimmst du Valuekombos raus oder fügst Bluffkombos hinzu)

      Darüber hinaus ist deine Check Range am Flop massiv exploitbar, weil du niemals C/C oder C/R spielst.


      Es ist denke ich gar nicht mal notwendig supergeile Frequenzen in allen Spots zu haben, aber dir sollte vielleicht dadurch klar werden, dass eine Range, die du zu 90% aus Made Hand und 10% aus superstarken Semibluff am Flop besteht nicht optimal sein kann. Als Exploit kann sie jedoch geil sein. Genausowenig wie kann 100% Fold nach Flop Check gut sein - wenn der Gegner darauf nicht kapitalisiert, dann kann das Play wieder gut sein.

      Edit:

      2. bet/fold: TP, OESD


      Hoch exploitbar auf diesem Board, wenn der Gegner ein bisschen Ahnung von Boardtexturen hat. Du hast auf diesem Board selten mal nen Nutdraw, 9 Kombos Set und niemals Nuts und ansonsten jede Menge Kombos Overpair (18).

      => d.h. du hast öfter Overpair als den Rest (18 : 12) und foldest dementsprechend öfter als in 50% der Fälle am Flop auf einen Raise.

      Dein Spielansatz kann also wiederum nur als Exploit profitabel sein, wenn du unterstellst, dass der Gegner eben nicht auf solchen Boards deine Overpairs angreifen kann und in der Lage ist Plays mit Händen zu machen von denen du eigentlich ausgehst, dass er am Flop foldet oder maximal callt.
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      du müsstest:

      1. min soviel cbetten, c/c oder c/r spielen dass man nicht any 2 callen kann, um dann vs missed cbet zu bluffen.
      2. max soviel cbetten, dass du genug valuekombos hast, um gegen flopraises und floats nicht autoprofit zu generieren
      3. falls du eine c/c range haben willst, sollte diese potentiell uncapped sein, um nicht ge3barrelt werden zu können (bzw thin 3x gevaluebettet zu werden). dabei muss aber die bettingrange stark genug bleiben. siehe 2.
      4. gibt sicherlich noch viel mehr zu beachten

      dazu musst die jeweils schauen, was villain für ein risk/reward verhältnis bekommt und ihm entsprechende odds verwehren. wenns postflop comboswise nicht mehr passt, müsstest du deine prefloprange uptighten.

      wenn die leute nicht oft bluffen, dann kannste exploitbar viel folden, wenn sie zu light callen, exploitbar viel valuebetten und wenn sie zu oft folden, exploitbar viel bluffen und deine frequencies entprechend verschieben.


      das kann man quasi nicht wirklich lösen, da man es für jede floptextur unterscheiden müsste. man kann texturen und unsere range höchstens kategorisieren und viel mit flopzilla oder cardrunners ev und equilab üben.
    • bendah
      bendah
      Bronze
      Dabei seit: 03.06.2006 Beiträge: 445
      @Ghostmaster: Macht Sinn, mein Versuch alles so generisch wie möglich zu halten war wohl etwas fehlgeleitet. Glaube auch, dass mit AJ hier broke zu gehen ein leak ist.

      @benzo
      1. Villain hat autoprofit mit einem any two call pre, wenn ich am flop mehr als in 3/7,5=40% aufgebe, d.h. meine c/f range sollte kleiner sein.
      2. Angenommen ich cbet 2/3 pot, villain raises 3x, dann hat er autoprofit wenn ich öfter als 54% folde, also mindest continuing range 46% wenn cbet.
      3. c/c range habe ich der Einfachheit halber mal weggelassen

      bet/3bet/broke: overpair+, KsQs (18%)
      bet/3bet/fold: 88, 99 (6.5%)
      bet/fold: OESD, TP (16%)
      c/r: alle NFD, middle pairs, bottom pairs, 66, 55 (21%), wenn villain behind checked ist egal da wir showdown value haben.
      summe: 61.5%
      c/f: rest (38.5%)
      continuing range nach cbet raise: 60%

      Wird der Plan langsam besser?


      Original von Benzodiazepin
      das kann man quasi nicht wirklich lösen, da man es für jede floptextur unterscheiden müsste. man kann texturen und unsere range höchstens kategorisieren und viel mit flopzilla oder cardrunners ev und equilab üben.
      Genau das versuche ich ja hier zu machen mit dieser einen Beispieltextur.