[NL] mjrunning

    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Hallo,

      ich spiele seit ca. 2 Jahren Poker. Anfangs schon einmal NL, später dann SNGs. Alles in allem bislang mit mäßigem Erfolg, eher so break even auf den untersten Limits.

      Jetzt hat mich die Motivation gepackt, mich wieder einmal systematisch mit Theorie zu beschäftigen und da es inzwischen diesen feinen Kurs gibt, werde ich ihn mal angehen. Ich will das Spiel endlich mal anfangen zu verstehen.

      Lektion 1:

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Ich spiele gern mal am Abend eine Runde online (Spielspaß) und gelegentlich auch mal live mit Freunden (Spielspaß und Kommunikation). An Poker reizt mich der mathematisch/analytische Ansatz und die intellektuelle Herausforderung. Zum anderen ehrlicherweise auch die Aussicht auf ein paar Gewinne, auch wenn diese auf den microstakes in keinem Verhältnis zu den sonstigen Einnahmen stehen werden.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
      Ganz klar, dass ich viel zu oft in den Autopiloten verfalle und mir letztlich keine wirklich tiefen Gedanken machen, die Gegner nur grob auf Ranges setze und meine Hände einfach "runterspiele". Im weiteren Sinne auch, dass ich mein Spiel viel zu wenig verbessere, zu viel Fokus auf Spiel, zu wenig auf Theorie/Review verwende.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
      Tight bedeutet, dass wir postflop nur starke Hände bzw. Hände, die sich zu sehr starken Blättern entwickeln können, spielen. Dadurch wollen wir versuchen, in so wenige unangenehme Entscheidungssituationen wie möglich zu kommen.
      Diese Hände spielen wir dafür aggressiv, d. h. wir setzen und versuchen dadurch den Gegner unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu provozieren, aus welchen letztlich unsere Profit entsteht.
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    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hey, willkommen in unserem NL Kurs.

      Gut das Roulettespielen wollen wir hier nicht unbedingt unterstützen, aber wenn du Spaß daran hast. Ist halt geldmäßig -EV.

      Deine Schwächen werden wir ja im Verlauf des Kurses schon noch ein wenig angehen. Als Tip möchte ich dir schonmal unser Handbewertungsforum mit an die Hand geben. Dort hast du einen guten Mittelweg zwischen Theorie und Praxis, in dem du dich an den Diskussionen zu den pratischen Handbeispielen beteiligst.

      Frage 3 hätte ich auch nicht besser beantworten können :) .

      Damit wünsche ich dir weiterhin viel Spaß in unserem Kurs und mit der nächsten Lektion.
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Hallo SpeedyBK,

      vielen Dank für deine Begrüßung. Deinen Bezug zum Roulette habe ich allerdings nicht so ganz verstanden.

      So, zur Lektion 2:

      Frage 1:

      Das SHC vernachlässigt eine Menge Informationen. Grundsätzlich haben die empfohlenen Aktionen einen positiven EV, unter Nutzung zusätzlich vorhandenere Infos, kann der EV aber weiter erhöht werden. Dies sind Informationen über die Gegner.

      So ist eine erste Anpassung das Stehlen der Blinds mit einer weiteren Range, insb. wenn die Spieler in den Blinds sehr tight sind.

      Im dem Zusammenhang ist auch eine weitere Schwäche des SHCs zu berücksichtigen, nämlich die Zusammenfassung der Positionen. Beim Blindstealing bspw. ist dagegen zwischen CO und BU zu unterscheiden. So beeinflusst die Spielweise des BU, unsere Stealingrange aus dem CO.

      Frage 2:

      AJo gegen reraise

      Frage 3:

      Laut dem equilab hat AKo gegen die Top-5%-Range 46,32% Equity.


             Equity     Win     Tie
      UTG    46.32%  37.92%   8.41% { AKo }
      UTG+1  53.68%  45.27%   8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }


      P.S.: Ich habe für Frage 3 ja das equilab zu Rate gezogen. In der Fragestellung steht ja, dass man die Equity auch manuell berechnen könne. Gibt es hier einen simplen Ansatz, oder muss man quasi die Equity gegen jede einzelne Hand aus Villains Range ermitteln? Und wie bringt man die Equities dann zusammen? Als arithmetisches Mittel? Mir erscheint eine manuelle Berechnung erst einmal enorm aufwändig.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      P.S.: Ich habe für Frage 3 ja das equilab zu Rate gezogen. In der Fragestellung steht ja, dass man die Equity auch manuell berechnen könne. Gibt es hier einen simplen Ansatz, oder muss man quasi die Equity gegen jede einzelne Hand aus Villains Range ermitteln? Und wie bringt man die Equities dann zusammen? Als arithmetisches Mittel? Mir erscheint eine manuelle Berechnung erst einmal enorm aufwändig.


      So muss man das machen ;) . Mit einigem an Übung hat man dann aber ein gefühl für die Equity gegen gewisse Hände. Es gibt halt ein Video von Kobyard, in dem er die Equity genau so berechnet, und dass in 30 Sekunden und auf das % genau ;) . Aber mit dem Equilab reicht das erstmal vollkommen aus.

      Zu deiner Hand aus Frage 2 haben die meisten ja schon "Snapcall" geschrieben. Wir können ja einfach mal schauen, wie viel Equity man für einen Call braucht.

      Wir müssen 16 Cent callen, und kannst einen Pot von 55 Cent gewinnen. Wir berauchen also eine Equity von 30% für einen profitablen Call. Und diese 30% haben wir schon, wenn der Gegner nur JJ+ und AQ+ so spielt.

      So, dann sind wir bei Frage 1 angelangt und die gefällt mir auch sehr gut.

      Damit können wir die Lektion 2 auch direkt abschließen ;)
      Viel Spaß bei Lektion 3.
    • MJRunning
      MJRunning
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2010 Beiträge: 196
      Danke für die Kontrolle. :f_grin:

      Auch für deine Anmerkungen zur Hand. Das Equity-Denken muss ich noch verinnerlichen.

      So, zur Lektion 3:

      Frage 1:

      Preflop wirft mir dass equilab eine Equity von 50,77 % aus:


             Equity     Win     Tie
      UTG    50.77%  50.39%   0.38% { KsQs }
      UTG+1  49.23%  48.86%   0.38% { 3d3c }


      Der Flop verschlechtert die Situation deutlich auf nur noch 26,45 %:


      Board: 5:diamond: J:spade: 3:spade:
             Equity     Win     Tie
      UTG    26.45%  26.45%   0.00% { KsQs }
      UTG+1  73.55%  73.55%   0.00% { 3d3c }


      Frage 2:

      Wir halten hier am Turn den Nutflushdraw. Villain hat vermutlich die Straße getroffen (wobei eine 4 in seiner Range eigentlich nur als A4s oder 44 sinnvoll erscheint) oder ein Set, ggf. ein Overpair oder selber einen FD.

      Der Pot beträgt 0,25 + 0,22 + 0,44 = 0,91. Wir müssten für 0,22 callen, haben also pot odds von 0,91:0,22 = 4,1:1.

      Für einen profitablen Call mit dem FD brauchen wir 4:1.

      Noch zu berücksichtigen ist sicher, dass ihm 3 :club: und 6 :club: ein FH machen könnten, so dass wir nur 7 outs hätten und Pot Odds von 6:1 bräuchten. Ob wir uns Aces und Jacks noch als outs geben können ist ungewiss.

      Auf jeden Fall sollten wir ausreichend implied odds haben, da Villains checkraise schon stark aussieht und er wohl auch am Turn noch die erforderlichen 0,41 (0,22 * 6 - 0,91) nachlegen wird.

      Frage 3:

      NL 2 - KK trifft Set
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Das schaut alles sehr gut aus. Die Equity in Frage 1 passt.

      Bei Frage 2 ist im großen und ganzen auch alles richtig. Du musst allerdings nichtmal die 2 Outs für die 3:club: und 6:club: komplett discounten. Das wäre nur der Fall, wenn hier der Gegner immer nur Sets halten würde. Aber ein Teil seiner Range besteht ja auch aus der Straight und anderen Händen und dagegen hast du 9 Outs. Die Wahrheit muss also irgendwo zwischen 7 und 9 Outs liegen. Du müsstest jetzt eigentlich schauen, wie viele Kartenkombinationen in seiner Range ein Set bilden und wie viele nicht. Das kannst du dann zu den Outs ins Verhältnis setzten.
      Hier würde ich allerdings einfach mit 8 Outs rechnen, denn ob es jetzt 8,1 oder 8,2 Outs sind macht nicht so wirklich viel unterschied.

      Zu deiner Hand selbst hat K73 ja schon ausführlich geantwortet.

      So, dann mal viel Spaß bei Lektion 4.