NL 50 statsanalyse

    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Hey,
      Da es die letzten 25k Hands auf NL 50 richtig mies läuft wollte ich einmal fragen. Ob es ein downswing ist oder ich eklatante Leaks im Game habe. Das man auch an den Stats nicht sehen kann ob es ein downswing ist ist mir bewusst. Hätte aber gerne ein Stückchen mehr Sicherheit.


      Prestats NL 50:


      Poststats NL 50:


      SD_Stats NL 50:


      Posi_stats_NL 50:


      Was mir da auffiel sind die krassen Verluste in den Blinds auf NL 25 lief es aber sehr viel besser obwohl ich imo mein Spiel nicht wirklich verändert habe, ist das Varianz?:

      Posis_stats NL 25:


      Und zu guter letzt noch die Kurve (wenigstens kein Redlineleak :D ):



      Vielen Dank für alle Kommentare :)
  • 10 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Was mir sofort auffällt ist folgendes:

      Auf NL25 bist du in UTG, MP, CO und BU tendenziell spielfreudiger gewesen und in den Blinds deutlich tighter als auf NL50 im Vergleich.

      => die Frage ist, wieso du diese Änderung in deinem Spiel eingebaut hast und ob diese Änderungen auch +EV sind.

      Postflop macht es mir den Anschein als wenn du sehr aggressiv zu Werke gehst und das auch ganz gut hinhaut.


      Bei den 3-Bet Werten nähert sich dein BB 3-Bet Wert plötzlich deinem BU 3-Bet Wert an - ich bin mir nicht ganz sicher wieso du das machst.


      Dein Fold to 4-Bet Wert von 72%. Ich gehe mal von folgendem Szenario grob aus:

      Gegner OR 3bb, du machst 3-Bet auf 9bb und Gegner macht 4-bet auf sagen wir mal 25bb.

      => Dein Gegner benötigt für Autoprofit 12:25 Odds = 25/37 = 68% Foldequity.

      Wenn da jetzt z.b. wegen den Blinds noch bisschen mehr Deadmoney im Pot liegt etc., dann sinkt die Foldequity marginal ab.

      => du hast hier aber möglicherweise ein kleines Leak in deinem 3-Bet/5-Bet Game. (offensichtlich nur, wenn deine Gegner auch dazu tendieren zu 4-bet bluffen)


      Ein wichtiger Punkt ist folgendes - du musst identifizieren wie der durchschnittliche 4-Bet Ansatz deiner Gegner ist. Eher polarisiert oder eher depolarisiert - darauf würde ich meine 3-Bet (und 5-Bet) Range konstruieren und evtl. auch eine Änderung in der Flatcallingrange daraus folgern.



      Vpip im SB und BB fast gleich, aber 3-Bet im BB höher. Der SB ist die schlechteste Position am Tisch und mit 6% 3-Bet bist du da imo so ziemlich am unteren Ende der Sinnhaftigkeit gegen halbwegs aktive Spieler - es kann funktionieren, aber potenziell würde ich da eher etwas mehr 3-betten (vor allem gegen Steals).

      Coldcalls im SB sind nur dann profitabel, wenn BB das ganze Geschehen vollkommen ignoriert oder halt ein Tabletarget ist oder du die Reaktion von BB sehr gut antizipieren kannst - SB ist halt die schlimmste Position am Tisch.



      Ansonsten kann ich mir vorstellen bei deinen Call Flop, Turn und Riverwerten, dass du manchmal zu lighte Calldowns machst und deine Rivershovingrange (Raise River to Cbet von 30%) nicht gebalanct ist in vielen Spots. (wobei hier auch SS ein Thema sein kann, wie ich grade sehe)


      Was du dir mal anzeigen lassen kannst sind die Cbet Success Werte auf den einzelnen Straßen - ist immer schwierig zu sagen, ob deine Barrelingstrategie erfolgreich ist.
    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Original von Ghostmaster

      Was du dir mal anzeigen lassen kannst sind die Cbet Success Werte auf den einzelnen Straßen - ist immer schwierig zu sagen, ob deine Barrelingstrategie erfolgreich ist.
      So bin jetzt wieder auf NL 25 gefallen. Muss aber sagen dass es einerseits imo wirklich badrun war (EV ging einigermaßen), mit brutalen Boardrunouts, habe zum Beispiel am River nicht selten in die absoluten Nuts geblufft, die dann einen easy call hatten. Und teilweise haben die Gegner auch einfach eklig gehittet.

      Dazu und dass muss ich einfach ehrlich gestehen:
      NL 50 ist mit Abstand das tougheste Limit was ich gespielt habe. Habe auch noch nie so einen krassen Skillsprung gesehen. Gerade wo ich jetzt wieder NL 25 spiele merkt man einfach dass die Gegner alle relativ solide waren.
      Nicht so wie z.b in der heutigen Session wo ein Gegner einfach mal AK als TPTK am River behind checkt, statt hier noch eine dünne Valuebet zu platzieren. Soll nur mal als Beispiel dienen, was ich meine dass ich im SD kaum Fehler bei Regs sehe. Das meiste was dort gegen mich im SD aufgetaucht ist, ist relativ reasonable und ich merke, dass ich nicht viel anders spielen würde, bzw. den Gedankengang dahinter nachvollziehe.

      Auch die Aggression steigt defintiv. Soll nicht heißen dass dort alle mit 20% checkraise und lauter tripplebarrels rumlaufen. Aber es wird schon ab und an geblufft.
      Gerade Preflop wo sich imo kein kleines sondern wohl sehr großes Leak eingeschlichen hat. Das Problem ist, dass es in den Limits dadrunter Unsinn war mehr als QQ+ und AK weiterzuspielen. Da imo einfach kaum ge4betblufft wird. Und selbst 3bets sind eher valuelastig. Da muss ich definitiv noch mehr dran arbeiten und würde es wohl als mein größtes Leak bezeichnen.

      Habe jetzt auch mal den fold to 5bet und 5bet- Wert ins HUD integriert. Um gerade da mal nach Ausschau zu halten wie ein Villain der 8-10% 4betrange hat darauf weiterspielt.

      Zu den Cbetsuccesswerten:

      Flop:
      47%

      Turn:
      34%

      River:
      46%


      PS:
      Ghost wie immer Toppost aber das weißt du ja eh :D .
    • Rapptiel
      Rapptiel
      Gold
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 1.312

      Ein wichtiger Punkt ist folgendes - du musst identifizieren wie der durchschnittliche 4-Bet Ansatz deiner Gegner ist. Eher polarisiert oder eher depolarisiert - darauf würde ich meine 3-Bet (und 5-Bet) Range konstruieren und evtl. auch eine Änderung in der Flatcallingrange daraus folgern.
      Hi Ghostmaster,

      wie genau adaptiere ich auf polarisierte/depolarisierte 4bet Werte? Wie genau würde man die Flatcallingrange ausrichten?

      Gruß
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      depolarisiert: villain 4bettet eine erweiterte valuerange und wird idr auch mehr 4b/c. damit adaptet er gegen eine zu loose 5betting/4betcalling range. also darf hero genau das nicht machen: wenn wir 55 oder A5s 5betshoven und villain snapt uns mit 88 oder AJs, dann hat er uns hart reowned. ergo müsste man seine 5betting range selbst auch depolarisieren, etwas lighter broken, aber so, dass man vs villain ahead ist und nicht auf fe angewiesen ist. unsere 3bettingrange kann weiter pol. sein, nur eben mit angepasstem valueteil, da villain kaum starke hands flatten wird (die wandern ja in seine depol. 4bettingrange) und kaum soviel 4betten wird, dass er uns hart exploitet (das könnte er eher mit einer pol. range)


      polarisiert: villain 4b/f seine bluffs und broked einen meist eher tighten valueteil, alles dazwischen callt er. damit adaptet er gegen eine polarisierte 3bettingrange von hero, da seine callingrange unsere bluffs dominiert und seine bluffing range unsere bluffs zum folden zwingt. also müssen wir unsere 3betting range depol. und damit dann auch dünner for value 5betshoven, da wir mehr fe haben. gleichzeitig dominieren wir größere teile seiner 3betcallingrange.
    • DasGebuesch
      DasGebuesch
      Platin
      Dabei seit: 16.12.2010 Beiträge: 2.113
      Original von Benzodiazepin
      depolarisiert: villain 4bettet eine erweiterte valuerange und wird idr auch mehr 4b/c. damit adaptet er gegen eine zu loose 5betting/4betcalling range. also darf hero genau das nicht machen: wenn wir 55 oder A5s 5betshoven und villain snapt uns mit 88 oder AJs, dann hat er uns hart reowned. ergo müsste man seine 5betting range selbst auch depolarisieren, etwas lighter broken, aber so, dass man vs villain ahead ist und nicht auf fe angewiesen ist. unsere 3bettingrange kann weiter pol. sein, nur eben mit angepasstem valueteil, da villain kaum starke hands flatten wird (die wandern ja in seine depol. 4bettingrange) und kaum soviel 4betten wird, dass er uns hart exploitet (das könnte er eher mit einer pol. range)


      polarisiert: villain 4b/f seine bluffs und broked einen meist eher tighten valueteil, alles dazwischen callt er. damit adaptet er gegen eine polarisierte 3bettingrange von hero, da seine callingrange unsere bluffs dominiert und seine bluffing range unsere bluffs zum folden zwingt. also müssen wir unsere 3betting range depol. und damit dann auch dünner for value 5betshoven, da wir mehr fe haben. gleichzeitig dominieren wir größere teile seiner 3betcallingrange.
      :f_o:
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      konnte es ohne nen post in ghostmasterschen dimensionen nicht einfacher zusammenfassen^^
    • Rapptiel
      Rapptiel
      Gold
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 1.312
      Original von Benzodiazepin
      depolarisiert: villain 4bettet eine erweiterte valuerange und wird idr auch mehr 4b/c. damit adaptet er gegen eine zu loose 5betting/4betcalling range. also darf hero genau das nicht machen: wenn wir 55 oder A5s 5betshoven und villain snapt uns mit 88 oder AJs, dann hat er uns hart reowned. ergo müsste man seine 5betting range selbst auch depolarisieren, etwas lighter broken, aber so, dass man vs villain ahead ist und nicht auf fe angewiesen ist. unsere 3bettingrange kann weiter pol. sein, nur eben mit angepasstem valueteil, da villain kaum starke hands flatten wird (die wandern ja in seine depol. 4bettingrange) und kaum soviel 4betten wird, dass er uns hart exploitet (das könnte er eher mit einer pol. range)


      polarisiert: villain 4b/f seine bluffs und broked einen meist eher tighten valueteil, alles dazwischen callt er. damit adaptet er gegen eine polarisierte 3bettingrange von hero, da seine callingrange unsere bluffs dominiert und seine bluffing range unsere bluffs zum folden zwingt. also müssen wir unsere 3betting range depol. und damit dann auch dünner for value 5betshoven, da wir mehr fe haben. gleichzeitig dominieren wir größere teile seiner 3betcallingrange.
      Vielen Dank für deine Erklärung!
      Ich werde mir die Sätze 10-50 mal durchlesen und nach und nach den Inhalt verstehen :f_biggrin:
    • mnl1337
      mnl1337
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 13.01.2008 Beiträge: 15.462
      squeezewert sollte eher kleiner sein als 3betwert. grund ist, weil bei mehreren gegner du häufiger nen call oder reshove bekommst und daher ne etwas stärkere range brauchst.
    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Original von mnl1337
      squeezewert sollte eher kleiner sein als 3betwert. grund ist, weil bei mehreren gegner du häufiger nen call oder reshove bekommst und daher ne etwas stärkere range brauchst.
      Dachte immer, dass es andersrum sein soll (meine sogar balugawhale meint das auch):

      Denn eine Range ist ja immer capped(die caller Range) und wir so mehr Deadmoney bekommen. Dazu wird der Openraiser sogar unter Druck gesetzt da er (meist OOP) sogar möglicherweise gegen zwei spielen darf und was unsere Foldequity gegen die ,,wichtige'' Range erhöht. Gerade wenn ein Fisch callt(weil der den Reg mehr unter Druck setzt durch einen möglichen Call) geht meine Squeezerate in die Höhe.
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      dadurch, dass mehr dm im pot ist wird für den initial raiser ne bluff4bet auch profitabler und dass der coldcaller immer capped ist, stimmt imo nicht. gerade gegen utg wird sowas wie QQ oder AK oefter mal nur gecallt und spätestens wenn slevink23%sqz behind kommt, werden da auch mal KK+ geflattet. außerdem wirste oefter mal erleben, dass sowas wie AQ oder PPs vom coldcaller drübergeschippt wird (grindcore style). daher sollte deine range imo schon etwas stärker sein.