[NL] Guevara99

    • Guevara99
      Guevara99
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 70
      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?

      Moin erstmal. Ich bin Felix aus Hamburg und 25 Jahre alt. Ich habe vor ca. 8 Jahren angefangen zu Pokern, weil mich das Spiel durch seine Mindgames und seine komplexe Theorie begeistert hat. Zudem möchte ich gerne nebenbei etwas Geld verdienen. Ich habe mich früher bereits recht solide auf 2/4$ Fixed Limit hochgespielt mit den damaligen 25$ Startkapital, allerdings habe ich vor einigen Jahren das Geld ausgecashed. Ich wage also einen Neuanfang und nun möchte ich auf NL BSS umsteigen, da der Spielerpool auf FL stark nachgelassen hat und ich schon immer NL auch mit Freunden privat gespielt habe und ich mich einfach generell mehr in die Thematik einarbeiten möchte um Winning Player zu werden.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?

      Ich denke, dass ich manche Hände overplaye und den Gegnern, gerade auf den niedrigen Limits zu wenig Credit gebe. Ausserdem tu ich mich oft gegen Callingstations mit Overcards und nicht gemachten Händen schwer, da ich sie nur sehr schwer auf eine Hand setzen kann und mir nicht sicher bin, wann eine Cbet (die oft gegen soclhe Gegner eine Valuebet darstellt) noch angebracht ist. Mein Handreading ist daher ausbaufähig. Zudem neige ich dazu kurzfristig die Lust zu verlieren bzw. empfinde ich es manchmal einfach als ungerecht und nur schwer als Teil des Spiels, wenn ich diverse Badbeats hintereinander eingesteckt habe (was auch daher kommen kann, dass ich die Hand einfach nicht gut gespielt habe). Zudem habe ich noch diverse Schwächen im mathematischen Bereich.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      TAG zu sein bedeutet nur recht wenige ausgewählte Hände, je nach Position und Gegnern zu spielen, diese zumeist aber aggressiv, also Betten und Raisen. Dies hat den Vorteil, dass man seine guten Hände protectet und versucht das Maximum an Value rauszuholen. Auf der anderen Seite minimiert man schwierige Postflop Entscheidungen bereits durch das Spielen weniger Karten die (abgesehen von drawing Hands) eine Equity Vorteil gegenüber den Karten der Gegner vor dem Flop aufweisen. Ein weiterer Vorteil des aggressiven Spiels ist es Gegner vor schwierige Entscheidungen zu stellen und sie zu schlechten Calls zu verleiten (bsp.: Gutshot mit 1:5 Pot Odds callen). Durch diese Situationen machen wir dauerhaft Profit.
  • 8 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, ersteinmal willkommen in unserem Kurs.

      Wann gab es denn 25$ Startkapital? Imo gab es am Anfang 5$ auf Stars, und wenn man sich dann auf 25 hochgespielt hatte, konnte man auf Partypoker wechseln und bekam 100$ in 2 Schritten hinzu. Anschließend kamen dann die 50$. Oder ist da etwas an mir vorbeigegangen? ;) .

      Auf jeden Fall ist es gut, dass du schonmal FL Erfahrung hast, das sollte dir beim Postflopspiel schonmal einiges weiterhelfen.

      Okay, bei zu den Punkten des Handreadings und auch den anderen spielerischen Problemen werden wir im Kurs sicher noch einiges verbessern. Wichtig ist auch, dass du regelmäßig in unseren Handbewertungsforen vorbei schaust. Dort kannst du einfach superviel für dein Spiel lernen.

      Deine Antwort zur letzen Frage gefällt mir richtig gut, wenn das nur jeder so beantworten würde ;) .

      Dann bleibt mir nur dir noch viel Spaß bei der nächsten Lektion zu wünschen.
    • Guevara99
      Guevara99
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 70
      Danke fürs Feedback. Kann auch gut sein, dass es 50$ waren, ist schon so lange her, langsam wird man vergesslich ;-) Dann werd ich mal die nächsten Lektionen durcharbeiten.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      :f_thumbsup:
    • Guevara99
      Guevara99
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 70
      So, die nächsten Hausaufgaben!

      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Insbesondere in Blindsteal Situationen spiele ich anders als nach SHC empfohlen. Sitze ich z.B. im Big Blind und der Button oder gar SB raised auf 3BB so ist zwar nach SHC ein fold vorgegeben, allerdings beim betrachten der meisten Stealingranges der Gegner bietet sich je nach Gegner Typ eher eine 3-Bet, minimal aber ein Call an. Ebenso weiche ich bei Isolation-Raises vom SHC ab. Wenn eine Callingstation zB. in MP3 oder CO limpt und ich mit A9s am Button sitze, ist ein Call doch recht weak. In Position gegen eine Callingstation Heads Up am Flop zu sein und zudem die Initiative zu haben ist sehr viel komfortabler. Zudem haben wir gegen die Range von Villian einen klaren Equity Vorteil.

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      Ich habe in letzter Zeit überwiegend Zoom gespielt und dort lässt sich keine Hand History markieren, daher hab ich einen etwas marginalen Spot am normalen Fullring mal rausgesucht. Hier hat CO einen extrem hohen Stealwert und SB ist extrem loose/tight.

      PokerStars - $0.05 NL - Holdem - 8 players
      Hand converted by PokerTracker 3

      Hero (BB): $4.04
      UTG: $2.02
      UTG+1: $6.35
      MP: $1.93
      MP+1: $7.52
      CO: $2.12
      BTN: $7.09
      SB: $4.48

      SB posts SB $0.02, Hero posts BB $0.05

      Pre Flop: ($0.07) Hero has 8:diamond: A:diamond:

      fold, fold, fold, fold, CO raises to $0.15, fold, SB calls $0.13, Hero calls $0.10

      Hier stellt sich mir eher nicht die Frage ob ich folden sollte, sondern viel mehr ob ich reraisen sollte. Allerdings mit SB in der Hand scheint mir meine Equitiy nicht ganz auszureichen, und hab mich daher für nen call entschieden. Allerdings finde ich Mittlere Aces ooP recht schwierig ohne Initiative zu callen. Auf der anderen Seite polarisiere ich mit einem Raise die Ranges meiner Gegner auch stark und würde weniger Value extrahieren können, falls ein A kommt, oder? Find ich häufig recht schwierig. Aber wie gesagt, ist dies jetzt auch nicht DER Kopfzerbrecher Spot PF, aber hab im normalen FR keine große Samplesize und wollte aber ganz gerne diese Lektion abschliessen, daher diese Hand :)


      Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?

      Equilab spuckt da bei mir 46,32 % aus. Sieht richtig aus.


      Danke schonmal fürs Bearbeiten. Ich denke es kann mir nur helfen alles nochmal aufzuarbeiten, auch wenn es mühselig ist nochmal die Basics durchzukauen.

      Gruß Felix
    • Guevara99
      Guevara99
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 70
      Moin, ich hab mir eben nochmal die A8s Hand durch den Kopf und durchs Equilab gehen lassen und hab Button ne Stealrange von knapp 50% gegeben (kann durchaus auch höher sein, denke ich) und SB ne Coldcallingrange von 20% (das ist sogar noch recht optimistisch, wohl eher geringer) und dagegen liegt meine A8s bei ca. 32% und daher würd ich hier fast schon eher Richtung fold tendieren. Ein Reraise macht für mich aber weiterhin Sinn, da ich denke, dass BU oft folded und SB mit dem Coldcall auch nicht sonderlich viel Stärke zeigt. Gegen SB kann ich immerhin mit Initiative und in Position spielen und hab durch meine 3-Bet eine recht hohe Foldequity auf meiner Seite. Einen Call halt ich hier immer mehr für die schlechteste Variante, dafür ist mein Postflop spiel OoP und ohne Initiative wohl noch zu weak.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, ich fange einmal hinten an ;) .

      Also die Frage zur Equity mit AK ist natürlich korrekt mit 46%.

      Was du zur ersten Frage sagst, ist soweit auch okay, hier würde mich allerdings noch interessieren wo du ganz allgemeine Schwachpunkte des SHC siehst.

      So, dann bleibt noch die Hand übrig. Eigentlich war in der Frage gemeint, dass du die Hand in unserem Handbewertungsforum postest, und sie nur hier verlinkst, sodass sich unsere Handbewerter diese auch ansehen können.

      Okay, nun aber zur Hand:
      Das ist natürlich das klassische Squeezeplay. Hierbei sind Reads natürlich enorm hilfreich. Prefekt ist das Play mit einem guten Spieler an COs stelle und einer Callingstation an SBs stelle. Leider haben wir hier keine Reads.

      Dennoch finde ich das Play in dem Spot nicht schlecht, wenn der CO nicht gerade sehr tight ist, wird er schon eine recht weite Range stealen und demnach halt auch sehr viel auf 3-Bets folden. Und auf den SB hast du position. Also einen Großen Vorteil beim Postflopspiel.

      Ein Call fällt hier für mich aus, da wir dann mit einer Semiguten Hand im Sandwich zwischen beiden Gegnern ins Postflopspiel müssen. Es bleibt also Fold oder 3-Bet. Mir gefällt die 3-Bet eigentlich sehr gut. Allerdings sollte man das nicht zu oft machen, wenn die Gegner mitbekommen, das wir in diesen Situationen viel Squeezen, ist dass nicht gut für uns, dann sollte man auch den Foldbutton finden.
    • Guevara99
      Guevara99
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 70
      Also zu Frage 1 würd ich noch sagen, dass das SHC ja eine standardisierte Tabelle ist und somit natürlich Schwächen in Bezug auf die Inklusion von Faktoren wie die Spielarten der Gegner, eigenes Tableimage usw. hat. Das SHC kann natürlich nicht die eigenen Reads auf Spieler ersetzen.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Da stimme ich dir zu. Im Allgemeinen ist das Problem, dass das SHC sehr viel vereinfacht, und Handgruppen zusammenfasst, sowie auch Positionen. AQ ist halt doch nicht das gleiche wie AT und MP1 ist nicht gleich MP3. Also, da liegt noch viel Potential verborgen.

      So, dann mal viel Spaß bei Lektion 3.