kleine Pockets vs. suited connectors im FR-preflopspiel

    • KeinKommentar
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      Bronze
      Dabei seit: 25.08.2006 Beiträge: 1.191
      Ich könnte ja wetten, daß es einen ähnlichen Thread schon gegeben hat. Aber auf den ersten Blick habe ich keinen entsprechenden Thread gefunden. Und selbstverständlich habe ich nicht alle 780 Ergebnisse der SuFu gecheckt... :D

      Vorbemerkung: Habe leider erst kürzlich mitgeschnitten, daß pokerstove freeware ist (schon immer?) - sonst hätte ich mir das schon längst gezogen. Jedenfalls bin ich jetzt bissel am Schauen und Experimentieren, wie ihr das ja sicher auch gemacht habt.

      Z.B. rechne ich bissel rum zu der mich schon länger umtreibenden Frage, wieso suited connectors im Vergleich zu kleinen Pockets so extrem schlechter bewertet werden. Wollte mir noch nie ganz in den Kopf, wieso ich nach SCH NL V1.1 noch die kleinsten Pockets selbst utg limpe und ggf ein Raise calle, aber kleine suited connectors u.U. selbst am Co folden soll.

      Natürlich fallen mir schon selbst einige Argumente ein, die ein Pocket höherwertiger erscheinen lassen:

      - z.B. die banale Feststellung, daß man am Flop in jedem Fall eine made hand hat
      - die Entscheidung am Flop meist recht einfach ausfällt (getroffen oder nicht)
      - man nicht in die Verlegenheit kommt, sich nicht materialisierenden Draws nachzujagen
      - man im Erfolgsfall seltener dominated ist (Flush over Flush dürfte häufiger vorkommen als Set over Set)
      - ein Draw oft offensichtlicher ist als ein Set --> schlechtere Auszahlung

      usw..

      Aber trotzdem (und ich wiederhole mich da): 22 utg limpen, aber 78s in LP folden? Diese Differenz erscheint mir zu extrem...

      Der rein mathematische Vergleich scheint meine Zweifel wenigstens teilweise zu erhärten. Gesetzt den Fall, Villain hält QQ. Dann habe ich
      mit 44 runde 19% Equity
      mit 78s aber über 21%

      Dementsprechend hat im direkten Vergleich 78s gegenüber 44 knapp die Nase vorn. Das ändert sich natürlich grundlegend, wenn das Pocket höher ist als die SC. Bspw. liegt 77 gegen 54s satte 80:20 vorn. Aber gegen QQ haben auch hier die SC die Nase vorn. Gegen Sachen wie AK verschiebt sich das Verhältnis freilich zu Gunsten der Pockets.

      Unterschätze ich einfach nur die (etwas? viel?) bessere Playbility der kleinen Pockets? Habe ich bisher gewichtige Argumente übersehen? Könnt ihr mir das erklären, als wäre ich 3 Jahre alt? Denn wenn ich diese Zweifel nicht aus dem Kopf bekomme, verleitet mich das u.U. zu fehlerhaftem Spiel. Ich halte mich zwar weitestgehend an das SHC, aber so ganz überzeugt bin ich davon nicht. Liegt es vielleicht dran, daß ich noch kein PT besitze, was mir sonst womöglich vorrechnen würde, daß ich im Schnitt mit kleinen Pockets deutlich mehr gewinne als mit SC? Oder handhabt ihr selbst SC nicht streng nach SHC, sondern fahrt eine etwas loosere Linie?
  • 4 Antworten
    • KevinhoStar
      KevinhoStar
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2006 Beiträge: 5.671
      mit einem pocket pair floppst du jedes 8. mal ein set und damit ein monster mit dem du so gut wie alles stark dominierst

      ein sehr guter flop mit SCs ist meistens einer wo du maximal 50% equity hast, weiß nicht wie oft das vorkommt
    • KeinKommentar
      KeinKommentar
      Bronze
      Dabei seit: 25.08.2006 Beiträge: 1.191
      Yo, und gewinnen tut man die Dinger rund jedes 10., 11. Mal - immerhin. Und ja, es ist leichter, ein Monster zu hitten.

      Du meinst also (wenn ich Deine Antwort mal interpretiere), ich lasse mich zu sehr von der statischen und theoretischen All-In-Equity (Oder verstehe ich da die Ergebnisse, die stove ausspuckt, grundsätzlich falsch?) beeinflussen und übersehe, daß man zu oft postflop involviert bleibt, obwohl man nicht vorn ist und nicht erfolgreich drawt, was sich negativ auf den EV auswirkt?

      Wie ich schon schrieb, grundsätzlich leuchtet mir das ja ein, daß Pockets "mehr wert sind", aber in den Extremkonstellationen in Sachen Höhe und Position ist mir die Differenz in den Bewertungen, wohl in Folge meiner subjektiven Wahrnehmung, zu krass.

      Vielleicht hat ja jemand eine nette Berechnung auf Lager, die mich überzeugt. =) Ansonsten muß ich immer gegen die Versuchung ankämpfen, bspw. 87s in MP zu limpen. Meist widerstehe ich. Aber wichtiger als das starre Befolgen irgendwelcher SHC ist ja, daß man versteht, was man spielt.
    • Thorsten77
      Thorsten77
      Black
      Dabei seit: 28.05.2006 Beiträge: 12.896
      Ich denke die Equity-Betrachtung bringt nichts, da Du ja nicht preflop all-in gehst - viel wichtiger ist die Playability und das extrahieren von Value. Warum spielt sich diesbezüglich ein Pocket besser als SCs?

      1. Wenn Du den Flop triffst bist Du i.d.R. meilenweiter Favorit mit deinem Set. Ein Guter Flop mit einem SC ist meist ein OESD oder ein DF - also gute Draws, die aber noch keine Made hand sind.

      2. Die implied odds sind weitaus höher. Sets erkennt man erst mal nicht (höchstens an betting patterns wie limp/call preflop) - entsprechend oft wirst Du damit gut ausbezahlt. Auf einem Board wie 56x7 wirst Du mit 98s seltener einen Gegner stacken können. Ebenso erkennen auch die größten Fische meist, dass das Board 3-suited und somit ein Flush möglich ist.

      Auf höheren Limits sieht das ganze wieder anders aus. Aber auf den Micros würde ich einfach IP mitgehen, wenn genug Leute in der Hand sind und ansonsten weg damit.
    • nervermore
      nervermore
      Black
      Dabei seit: 13.01.2007 Beiträge: 9.471
      Die SHC ist ein Hilfsmittel für Anfänger, welches es ermöglicht selbst mit wenig Postflop-Play Erfahrung profitabel zu spielen, mehr nicht. Wenn du dir in deinem Postflop-Spiel halbwegs sicher bist, ist es absolut sinnvoll sich eigene Gedanken zu machen.
      Zum Thema: SCs lasssen sich sehrwohl ab MP spielen, wobei ich bei 1-2 Limpern lieber raise. Mit PPs spiel ich ähnlich, raise 77+ ab MP. Dieses limp/call UTG ist ab da nicht mehr profitabel, wo sich die Mehrzahl deiner Gegner zumindest ansatzweise Gedanken machen, nicht nur über ihre eigene Hand sondern auch über die des Gegners.