NL 6 max fast - red line

    • wilhelm279
      wilhelm279
      Bronze
      Dabei seit: 21.02.2011 Beiträge: 40
      Hallo
      Ich habe schon seit einiger Zeit das Problem das meine redline sinkt. Ich spiele 21/17/6 (Vpip/pfr/3bet) mit einem aggresion faktor von 3,3. Ich verteidige meine blinds und raise wo es nur geht. trotz allem habe ich eine stark ins negative gehende red line bei einem gesamt gewinn von +5,2 Bb/100 Hände. Ich verzweifel langsam daran da ich nicht weiß wie ich mein spiel noch aggressiver machen kann.
      Habt ihr noch tipps um die red line etwas zu puschen ?
      Werden die Blinds eigentlich mit in die red line gezählt ?

      danke danke
      wilhelm
  • 5 Antworten
    • Tackleberry
      Tackleberry
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 05.05.2006 Beiträge: 1.668
      Original von wilhelm279Werden die Blinds eigentlich mit in die red line gezählt ?
      Selbstverständlich.

      Original von wilhelm279Habt ihr noch tipps um die red line etwas zu puschen ?
      - mehr blinds defenden (3-/4-/5-bet)
      - mehr bluffcatchen
      - thinner valuebetten
      - keine dead money an flop / turn aufbauen und river aufgeben (multi-street-planning)
    • wilhelm279
      wilhelm279
      Bronze
      Dabei seit: 21.02.2011 Beiträge: 40
      danke für die antwort. für mich ergeben sich weitere fragen.
      Wie soll eine "thinnere" valuebet meine red line steigern ? sobald ich mathematisch korrekten EV sehe bete ich.

      - keine dead money an flop / turn aufbauen und river aufgeben (multi-street-planning)

      Schöne sache natürlich aber ich muss doch auch hände aufgeben bei denen ich mich nicht mehr vorne sehe, manchmal auch nach second barrels am river.

      Rechnerisch verliere ich in der red line auch nur die blinds oder etwas weniger, ist das ein problem oder mache ich mich da nur verrückt und habe ein mehr an value vor augen das unrealistisch ist ?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poker kann man (muss man nicht) als Gleichgewichtsspiel betrachten. Folgende Theorie:

      1. Du kannst valuebetten, weil du bluffst

      2. Du kannst bluffen, weil du valuebettest

      => wenn du z.b. Overpair hast und den Plan fasst 3x zu valuebetten, weil du annimmst, dass dein Gegner dich oft genug (50% oder öfter) mit schlechteren Händen runtercallt, dann basiert das auf einer Annahme:

      Du nimmst an, dass dein Gegner glaubst, dass du oft genug für ihn bluffst.

      Tatsächlich ist es so, dass die meisten Spieler eine zu geringe Blufffrequenz und im Relation dazu zu hohe Valuebetfrequenz haben (tatsächlich valuebetten die meisten Spieler auch nicht dünn genug).


      Je dünner deine Bets werden (d.h. im Prinzip nur, dass du eine so weite Bluffing und Valuebettingrange hast, dass dein Gegner z.b. mit Midpairs keine easy Folds mehr gegen dich hat), desto enger rücken Valuebetting und Bluffbettingfrequenz zusammen.

      Wenn du in den Micros rumturnst, dann glauben die meisten deiner Gegner ganz pauschal (ob bewusst oder unbewusst ist dabei zweitrangig), dass sie dauernd geblufft werden. Du extrahierst dabei primär Geld über sehr dünne Valuebets und spielst relativ betrachtet nur wenige reine Bluffbets.

      Wenn deine Gegner besser werden, dann werden sie aber aufhören pauschele Calldowns zu machen und werden selektiver. D.h. um dann weiterhin diese Gegner unter Druck zu setzen musst du deine Bluffingfrequenz zu einem Punkt hin erweitern an dem die sich dann wieder die Frage stellen müssen und keine gute Entscheidung treffen können.



      Solange deine Gegner schlecht sind und eher runtercallen werden viele Winnings am Showdown erzeugt und gezielte extrem dünne Vbets (und auch Bluffs) können (aber müssen nicht) die Winrate noch etwas boosten.




      Im Prinzip ist eine fallende Redline bei vielen Spielern ein möglicher Indikator, dass sie die Gegner nicht so richtig krass versuchen unter Druck zu setzen und sie eher ein "System" runterspielen, dass "suboptimal" funktioniert. Die 6% overall 3-Bet z.b. sind so ein Punkt - deine 3-Bet Range ist so eng, dass sie kaum jemanden vor ein großes Problem stellt, weil man fast an einer Hand abzählen kann was du da so 3-bettest.

      Ein Fisch wird nicht verstehen, dass du da fast nur geile Hände 3-bettest und wird weiterhin mit seinem A7o gegen deine 3-Bet callen. Einen durchschnittlichen Reg lockst du damit heutzutage aber nicht mehr hinter dem Baum hervor.

      Die meisten Spieler mit guten Redlines exploiten einerseits die Fische (weil sie dauernd mit ihnen im Pot sind - in der Regel spielen Redlinespieler recht laggy) und andererseits überrollen sie die Regs (durch die Weite ihrer Range und der Fähigkeit die Regs dauernd in Spots zu verwickeln in denen sie gar nicht sein wollen).


      Wenn du dir z.b. mal diese Highstakesmatches anguckst in denen die Preflop und Postflop mit den absurdesten Händen manchmal Broke gehen, dann wird das primär gemacht, weil alle Spieler am Tisch verstanden haben, dass es

      A. extrem schwer ist mit 2 Karten eine starke Hand zu treffen

      B. die Ranges extrem weit und dadurch schwer lesbar zu machen

      (wenn viele gute Spieler gegeneinander zocken, dann fallen die Redlines tendenziell übrigens auch wieder - liegt daran das die alle ganz gut darin sind Equity zu realisieren)
    • Rapptiel
      Rapptiel
      Silber
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 1.312
      Top Post Ghostmaster. Vielen Dank :s_thumbsup:
    • wilhelm279
      wilhelm279
      Bronze
      Dabei seit: 21.02.2011 Beiträge: 40
      gut danke das hat mir geholfen. Werde mal schauen das ich das langsam in mein spiel einbauen werde.
      :)