OOP 1BB mehr - warum genau?

    • cordoba78
      cordoba78
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 2.157
      Gilt ja hier als standard, wenn man OOP ist, dass man Preflop um einen BB mehr raist als wenn man IP ist.

      Frage mich aber über den genaueren Sinn. Ich weiß zwar, dass wenn wir OOP sind wollen wir den Pot gleich Preflop mitnehmen, nur glaube ich nicht, dass der Gegner gerade foldet, wenn der Raise um einen BB höher ist. Die meisten Gegner stellen sich nicht die Frage bis wieviel sie mitgehen, sondern nur OB sie mitgehen.

      OOP wollen wir ja kleine Pötte spielen, da wir einen gewaltigen Positionsnachteil haben. Daher wäre die standard betgröße doch eigentlich besser oder?

      :spade: :spade: :spade:
  • 10 Antworten
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Hm naja. du magst recht haben, dass die entscheidung bei call oder nicht call liegt. wichtig ist aber, dass die gegner, wenn wir oop sind und sie IP, bereit sind, mehr mitzugehen. und da wir, wenn wir raisen, mit unserer hand einen equityvorteil haben, wollen wir natürlich, dass sie so viel wie möglich mitgehen.

      krasses beispiel: wir würden aces OOP auch 10bb raisen, wenn wir wissen, dass mindestens einer der gegner mitgeht.


      wenn unsere gegner allerdings OOP sind, sind sie nicht bereit soviel mitzugehen, d.h. wir müssen uns anpassen - sprich weniger raisen.
    • Koen
      Koen
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 464
      ip braucht ein gegner viel weniger gute odds um profitabel callen zu können als oop. Daher müssen wir wenn wir oop sind größer raisen sonst kriegt der gegner zu gute odds auf nen call.

      Auch wenn viele gegner nicht an hand der größe des reraises entscheiden ob sie mitgehen müssen wir natürlich trotzdem oop größer reraisen damit der gegner einen fehler macht wenn er callt
    • Sleyde
      Sleyde
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 17.714
      Original von Koen
      ip braucht ein gegner viel weniger gute odds um profitabel callen zu können als oop. Daher müssen wir wenn wir oop sind größer raisen sonst kriegt der gegner zu gute odds auf nen call.

      Auch wenn viele gegner nicht an hand der größe des reraises entscheiden ob sie mitgehen müssen wir natürlich trotzdem oop größer reraisen damit der gegner einen fehler macht wenn er callt

      genau, falls das aus meinem posting noch nicht hervorgeht.
    • kriegskeks
      kriegskeks
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 17.571
      Man raist einfach größer um den Positionsnachteil etwas zu verringern. Man versucht ja immer, wenn man im Vorteil ist, soviel Geld vom Gegner zu kriegen wie möglich.
      Angenommen wir haben 200BB Stacks, ein Gegner der auf uns Position hat kann fast mit allen einigermaßen guten Händen einen 4BB Raise callen, ganz einfach weil seine Implied Odds sehr gut sind und er für 4BB die Chance hat einen großen Pot zu gewinnen.
      Das Problem ist: Wenn wir jetzt immer so 10BB raisen, damit unsere Gegner nicht auf Setvalue callen können, vertreiben wir alle schlechteren Hände. Nun können wir gute Starthände aber auch nicht einfach nur limpen und hoffen einen guten Flop zu erwischen und folden kommt mal gar nicht in Frage. Deshalb sollte man immer soviel raisen wie der Gegner noch bereit ist mitzugehen, aber ihn somit auch die schlechtmöglichsten Odds geben.
    • Koen
      Koen
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 464
      das ist schon sehr umständlich erklärt^^
      pokertheoretisch gesehen ist es doch ganz einfach:
      wir wir reraisen immer sohoch, dass der gegner mit seiner raising range gegen unsere reraisingrange nicht profitabel callen kann. Da man IP postflop nen riesen vorteil hat ist der EV eines call eines reraises IP (bei gleicher reraisesize) deutlich höher als oop. Um dies auszugleichen müssen wir, wenn wir OOP reraisen, mehr betten.
    • MrTef1on
      MrTef1on
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2007 Beiträge: 1.001
      Was ist, wenn man mit Trashhänden restealt, angenommen wir haben am BU nen Gegner mit 60 ATS, dem wir einfach zeigen wollen, dass er die Finger von unseren Blinds lassen soll... So Sachen wie QJo oder so. Da wollen wir definitiv keinen großen Pot mit spielen, wir wollen nur den Pot preflop gewinnen und ihn einschüchtern, auch wenn QJo gegen seine Range immer noch vorne liegt. Sollte man da nicht eher weniger raisen, nicht so wenig, dass es schwach aussieht, aber so wenig, dass er die Entschiedung nicht davon abhängig macht und wir trotzdem keinen großen Pot spielen? Also ca. 4+8 oder 9 BB?
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Original von MrTef1on
      Was ist, wenn man mit Trashhänden restealt, angenommen wir haben am BU nen Gegner mit 60 ATS, dem wir einfach zeigen wollen, dass er die Finger von unseren Blinds lassen soll... So Sachen wie QJo oder so. Da wollen wir definitiv keinen großen Pot mit spielen, wir wollen nur den Pot preflop gewinnen und ihn einschüchtern, auch wenn QJo gegen seine Range immer noch vorne liegt. Sollte man da nicht eher weniger raisen, nicht so wenig, dass es schwach aussieht, aber so wenig, dass er die Entschiedung nicht davon abhängig macht und wir trotzdem keinen großen Pot spielen? Also ca. 4+8 oder 9 BB?
      Ok, also wenn du weniger als normal reraised werde ich dich einfach 4-betten. :rolleyes:
    • Nichtschwimmer
      Nichtschwimmer
      Black
      Dabei seit: 19.02.2007 Beiträge: 6.974
      jo, das wäre einfach ganz easy zu readen und exploiten
    • MrTef1on
      MrTef1on
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2007 Beiträge: 1.001
      Ich glaube nicht, dass das so schnell von anderen Spielern wahrgenommen wird. Der gemeine Maniac spielt ja eher seine eigenen Karten und dem gemeinen TAG wird das beim 6-Tabling auch nicht so schnell auffallen.

      Angenommen, niemand würde sich so etwas merken/aufschreiben, wär das dann +EV?
    • Delta211
      Delta211
      Bronze
      Dabei seit: 27.01.2007 Beiträge: 1.075
      Also mir fallen verschiedene Raisesizes durchaus auf und ich notier mir auch, wenn möglich, wie die zu deuten sind.

      Ich selber raise auch verschieden hoch. Allerdings nicht nach dem Pokerstrategy-Standardmuster "Oop wollen wir schonmal einen größeren Pot aufbauen", sondern eher nach dem Motto "In Position darf der Pot etwa größer sein"
      Raise daher immer 3,5 BB, am Button immer 4 BB, im Blindwar immer 3 BB. Reraises immer 3-fach vom Ausgangsraise + halt Limper und Coldcaller.


      Oop mehr zu raisen wird ja damit begründet, dass man dem Gegner, weil er den Positionsvorteil hat, schlechtere Implieds geben will. Soweit, so gut.
      Kann man da aber nicht auch anders rangehen? Nämlich so: Größeres reraise = Stacks postflop kleiner, Pot größer -> Dieses Verhältnis wird durch eine Contibet noch krasser -> es wird kaum möglich von seiner Hand wegzukommen (z.B. einem weakem Overpair auf einem ragged Flop, wo man nicht weiß, hat der Gegner ein besseres Overpair oder gar ein Set, oder einfach gar nichts) da - eben durch den schon (unnötig) preflop vergrößerten Pot - die Stacks im Verhältnis zum Pot kleiner werden.