Poker lernen & der Konflikt mit mir selber

    • shurryo
      shurryo
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2013 Beiträge: 15
      Hiho!


      Ich wills ganz kurz machen:

      Wie jeder von euch möchte ich ganz gut werden im Pokern. Nun könnte ich natürlich mit Freuden alle Trainingsangebote in Anspruch nehmen, und Bücher lesen etc....Und das hab ich zum Teil auch schon gemacht.

      Die ganze Zeit stört mich dabei aber ein Gedanke, und langsam wird dieser Gedanke so störend, dass ich im Moment garnichts mehr zu Poker lese, sondern einfach nur aufmerksam spiele:

      Wenn ja so viele Leute das Pokern lernen, und alle auf dieselbe Art, dann fühle ich mich in ein bestimmtes Schema oder Poker-Mindset hineingedrückt, das meine Spielweise lediglich durchschnittlich-gut werden lässt. Logischerweise möchte ich ja nicht nur durchschnittlich-gut werden, sondern ich möchte weltlklasse werden ( ;) ).

      Was unterscheidet denn die besten 200 Spieler von den besten 20000 Spielern wenn sie sowieso das Spiel gleich spielen, bzw lernen, und zwar auf die klassische tight-aggressive Art mit den Odds und so weiter...?

      Angesichts der Tatsache dass beispielsweise ein Patrik Antonious anscheinend nie irgendwelche Pokerstrategy gelesen hat, stelle ich die These auf, dass weltklasse-Spieler so gut sind, weil sie sich alles selbst beigebracht haben, und deshalb einen eigenen Spielstil haben, der unter Umständen dem hier gelehrten Stil stark widerspricht.

      Klar kann man trotzdem etwas mehr bzw weniger Fehler machen, aber wer die Strategie hier beherzt lernt wird nach spätestens ein paar Jahren ein winning player...Trotzdem wird er nie aus der Menge herausstechen, weil ja andere den gleichen Weg auch schon gegangen sind....

      Ich hoffe ihr habt das verstanden, und könnt meine These entweder untermauern oder sie widerlegen und damit meinen persönlichen Konflikt lösen.

      Grüsse aus der kalten Schweiz

      shurryo
  • 11 Antworten
    • Kraese
      Kraese
      Bronze
      Dabei seit: 20.09.2009 Beiträge: 8.820
      Heyho!

      Die Sache ist einfach, dass man hier imo keinen Pokerstil lernt. den muss jeder Spieler selbst entwickeln. Man bekommt nur das Handwerkszeug. Odds berechnen, Hände analysieren etc. Man kann selten im Poker sagen: genau diese Line ist in dieser Hand die optimale. Es gibt viele Wege und alle haben einen unterschiedlichen Erwartungswert. Man bekommt hier nicht wie in der Fahrschule beigebracht: Spiel heir so und Spiel hier so. Man bekommt eher beigebracht, worauf man achten muss, wie man gute Entscheidungen trifft und wie die Gedankenprozesse ablaufen.

      Das Antgonius, Dwan und Co nicht bei ps.de lernten wie das Spiel funktioniert ist klar. die haben viel früher angefangen, da gabs ps.de noch gar nicht. Sie haben sich ciel von dem was hier vermittelt wird selbst beigebracht und arbieten auch weiter an ihrem spiel.

      Um ein erfolgreicher Spieler zu werden muss man sich natürlich selbst gedanken machen und Strategien entwickeln, sich an die Gegner anpassen und so weiter.

      PS.de lehrt die Grundlagen.(edit: die durchaus reichen die microlimits zu schlagen, aber ab höheren Limits muss man eben selbst denken) Was du damit machst, ist deine Sache. Jemand anderen kopieren zu wollen ist weder möglich, noch sinnvoll.
    • nbchiller
      nbchiller
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2010 Beiträge: 5.701
      Du musst Grundlagen und Spielstile auch von Grund auf begreifen und dir aneignen. Denn selbst wenn du dein eigenes Spiel, das davon abweicht, entwickeln möchtest, musst du dennoch verstehen, nach welchem Muster das Gros der Gegner handelt. ;)
    • MisterSnS
      MisterSnS
      Gold
      Dabei seit: 09.11.2011 Beiträge: 1.671
      Was ich dir erstmal raten möchte:

      Erwarte nicht zu viel!!! Ohne dich jetzt angreifen zu wollen, finde ich dass dein Ziel erstmal niedriger sein sollte.

      Wenn ja so viele Leute das Pokern lernen, und alle auf dieselbe Art, dann fühle ich mich in ein bestimmtes Schema oder Poker-Mindset hineingedrückt, das meine Spielweise lediglich durchschnittlich-gut werden lässt. Logischerweise möchte ich ja nicht nur durchschnittlich-gut werden, sondern ich möchte weltlklasse werden ;) .


      Lediglich durchschnittlich gut ist aber erstmal der erste Schritt um ein solider Winningplayer zu werden. Du kannst nicht ohne die Basics (die hier gelehrt werden) direkt vom Beginner zum "Weltklassespieler" werden, alleine durch aufmerksames spielen. Wenn du dir das Spielen "selbst beibringen willst", dann wünsch ich dir viel Erfolg dabei. Nur leider wird das nicht so gut funktionieren wie wenn du dir die Lehrangebote von ps.de reinziehst.

      Und wenn so viele Leute das Pokern so lernen, warum sind sie dann nicht schon alle auf NL100+? Auch wenn die Lehrangebote da sind, fehlt den meisten einfach an Disziplin und Ehrgeiz sowie der mentalen Stärke um das Ganze hier durchzuziehen und zum "persönlich besten Pokerspieler" zu mutieren... Also wenn du hoch hinaus willst, fang erstmal klein an. Ist wie mein Psycho-Studium. Im ersten Jahr lernst du nur generelles Zeug, im zweiten nimmst du das was du im ersten Jahr gelernt hast nochmal ein wenig auseinander und vertiefst es, und im Dritten spezifierst du dich auf die Fächer die dich am meisten interessieren!

      Viel Erfolg ! =)
    • Ickki
      Ickki
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2010 Beiträge: 962
      Original von shurryo
      Was unterscheidet denn die besten 200 Spieler von den besten 20000 Spielern wenn sie sowieso das Spiel gleich spielen, bzw lernen, und zwar auf die klassische tight-aggressive Art mit den Odds und so weiter...?
      Sie spielen und lernen eben gerade nicht gleich:

      Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen ist, dass sie eben nicht gleich spielen/lernen:

      Die Top Leute verbringen viel Zeit damit, effektiv an ihrem Spiel zu arbeiten. Leaks erkennen, bearbeiten, fixen; das ist ein unangenehmer Prozess, der viel Disziplin erfordert.

      Auf der anderen Seite die 19800 Spieler, die den angenehmen Weg gehen und viel spielen, Leaks erkennen oder nicht, aber immer wieder die selben Fehler machen; Nicht, oder an den falschen Stellen an ihrem Game arbeiten; Zeit verschwenden.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Mental Game of Poker kaufen, lesen, durcharbeiten, anwenden. Damit wird sich auch deine "Angst" die du hier angesprochen hast lösen.

      Wir sind auch gerade dabei einen Guide aus dem englischen Forum zu übersetzen, der dir hilft an die ganze Sache besser heran zu gehen.

      Fakt ist, dass es viel Content gibt. Die Mental-Game Seite ist allerdings ziemlich unerforscht und auch die schwerste Seite. Wenn man sein Mental-Game in den Griff bekommt, dann lernt man viel schneller und besser (auch nonpoker-angelegenheiten). Hier gibt es viele gute Konzepte, die die wenigsten aber anwenden und da liegt jede Menge Edge.

      Wenn du bspw. so viel lernst, dass du Midstakes schlägst, dann ist alles weitere nur noch Kopfsache und ein solides Mindset Pflicht. Hier versagen dann die meisten und nur wer vorher schon sein Mental-Game in den Griff bekommen hat, der hat auch die Chance nach ganz oben zu kommen.

      Ich könnte jetzt eine Wand an Text über deine Fragen schreiben (würde ich vielleicht sogar machen, wenn du mehr Posts hättest), aber kauf dir einfach das Buch und beschäftige dich damit und du wirst spüren, dass deine "Angst" unbegründet ist, das solltest du auch an den Tischen sowieso merken, dass nicht jeder das gleiche lernt oder es gleich umsetzt, dazu ist Poker viel zu komplex.
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Meiner Meinung nach ist es wie beim Fußball. Der Fußballer, der beim Training den größten Ehrgeiz und Einsatz zeigt, wird auf dem Fußballplatz der sein, der den Unterschied macht.

      Ich will garnicht wissen, wieviele Hände Tom Dwan in seinem noch jungen Leben bereits gespielt hat, aber eines weiss ich, er wäre nicht annähernd so gut, wie er es aktuell ist, wenn er diese Zeit die er für das aktive spielen investiert hat, Bücher gelesen hätte, wie Poker denn funktionieren "könnte".

      Es ist eine Sache, sich theoretisches Wissen anzueignen, und das ist auch sehr wichtig für das Spiel, aber essenziell ist meiner Meinung nach immernoch, die Erfahrung die man auf den Tischen sammeln kann. Situationen wiederholen sich, und wenn man viel Erfahrung hat, kann man auf vergangene, ähnliche, Situationen zurückgreifen und seine Entscheidungen anpassen um das beste aus der Hand zu machen.

      Das ganze gepaart mit einem intelligenten Bankrollmanagement und viel viel viel Geduld macht denke ich einen erfolgreichen Pokerspieler aus.

      Lg
    • Funkmaster
      Funkmaster
      Bronze
      Dabei seit: 30.04.2005 Beiträge: 4.073
      Hier mit Ausnahmetalenten wie Dwan oder Ivey zu argumentieren ist total sinnfrei, da fehlt dir einfach das intuitive Grundverständnis des Spiels, das diese Spieler so gut macht. Otto Normalverbraucher muss eben Content büffeln um marginale Winnings zu erzielen. Es gab hier auch mal ein Chart der das verdeutlicht.

      Wenn du mir nicht glaubst, hör auf deine wertvolle Zeit hier im Forum zu verschwenden und ab an die Tische!
    • TKCBCranberry
      TKCBCranberry
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2012 Beiträge: 432
      Um beim Poker herauszustechen, muss man auch schon außergewöhnliche mathematische und analytische Intelligenz mitbringen, gepaart mit mentaler Stärke. Exzellente Schachspieler sind auch meist gute Pokerspieler. Außerdem muss man es vollzeitmäßig betreiben, wenn man ganz nach oben will. Ich denke professionelle Pokerspieler, die davon leben können, würden sicher auch anderweitig im Berufsleben ähnlich erfolgreich sein...

      Als Freizeitspieler, der nach dem Job abends mal ne Stunde spielt und am WE auch mal ein Büchlein liest, bringt es auf eine ordentliche Winrate, wenn die Intelligenz auch vorhanden ist. Bei manchen hier merkt man schon an den Beiträgen, dass es nicht viel bringt, weiter zu pokern. Auch bei den Handbwertern gibt es teils starke Qualitätsunterschiede.

      Bei Turnierspielen ist allerdings die Glückskomponente derart hoch, dass auch mal unterdurchschnittliche Spieler mal einen großen Wurf landen. Nicht umsonst gibt es fast immer neue Turniersieger. Und dann denken sie, sie sind die Größten....
    • ilernkatheorie
      ilernkatheorie
      Bronze
      Dabei seit: 23.12.2011 Beiträge: 62
      Wieviele hochbegabte Naturtalente hast du in diversen Sportarten oder Spielen niemals kennengelernt, weil sie einfach zu faul waren, die Sache mit einem extremen Aufwand zu forcieren. Das ist ja gerade das Problem begabter Menschen, sie neigen in der Tendenz zur Faulheit.
      Weltklasseleute weisen 2 Hauptmerkmale auf: Sie sind Naturtalente und sie arbeiten fast pausenlos an der Materie.(warum glaubst gibts bei Weltklassefußballmannschaften mehrmals die Woche Trainings?)
      Statistisch gesehen bist du zu guter Wahrscheinlichkeit kein Naturtalent und arbeiten willst du auch net an der Materie, du willst nur spielen.Fazit:Keine Chance auf Weltklasse. Ohne Arbeit auch nicht mal die Chance solider winningplayer zu werden, der langfristig brauchbare Summen einspielt.
      Musst dann halt wirklich hoffen mal ein Riesenturnier glücklich zu gewinnen, aber dir ging es ja um den skilllevel.
    • frodad
      frodad
      Bronze
      Dabei seit: 28.09.2009 Beiträge: 92
      Es gibt soviele verschiedene Lerntypen.
      Antonius der angeblich noch nie ein Pokerbuch in der Hand gehabt haben soll, ist da mal komplett eien Ausnahme. Ich finds auch sehr intressant das Sahamies mit ihm und viel auch durch Antonius gelernt hat. Das ist eben eine Coaching der direkteren Art.
      Aber zu sagen, dass wenn viele Leute den selben Content zur Verfügung haben und das selbe lernen, dadurch deren Spielstil sich ähnelt ist natürlich auch berechtigt.
      Aber ich nehme es so wie im Leben generell, jeder muss seinen eigene Weg gehen und die Ressourcen nützen die ihm zur Verfügung stehen.
    • fzilla90
      fzilla90
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2013 Beiträge: 124
      Imo vollkommener quatsch deine these und das beweist jede andere sportart, ja gar jeder andere bereich im leben. Um in irgendetwas "weltklasse" zu werden beginnt jeder bei null. In der schule hatte auch in jedem fach jeder den gleichen content zur verfügung und so gut wie alle entwickeln trotzdem einen anderen weg um über physik oder deutsch nachzudenken. Auch cristiano ronaldo oder messi hatten als kleine kinder nicht mehr als einen ball und 2 beine...wie du und ich. Leute, die du nennst, wie durrrr oder ivey denken in nem lvl über das spiel den du nie erreichen wirst, egal wieviel content du dir reinfährst. Es gibt kein video was dir zeigt "gegen V x musst du mit hand xy auf board abc die line z spielen um max. Ev zu generieren". Verabschiede dich von dem "weltklasse" zeug, denn poker ist lang nicht mehr das, was es war als dwan und ivey angefangen haben....leute die damals die nosebleeds gegrindet haben, sind jetzt u.U nur noch marginal winner auf den high stakes etc.. ganz zu schweigen vkn der frage, wie lange der ganze k4ck überhaupt noch legal bleibt ;)

      No money in poker, everyone's solid :f_cool: