sljnx

    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Moin,

      kurz eine kleine Einleitung, um mich kurz vorzustellen:

      Ich heiße Sascha, bin 22 Jahre und bis Oktober noch Student.
      Habe damals vor ~4Jahren mit den 50$ Startkapital angefangen zu pokern.
      Eine große Schwäche von mir war aber der Tilt...verliere ich ein paar Stacks hintereinander, bin ich früher getiltet und ein paar Limits hoch.
      Hab das irgendwann so oft gemacht, dass ich am Ende glücklicherweise eine (hochgetiltete) BR von 2k hatte.
      Hab dann Poker gequittet, nen TV und ein Laptop gekauft und dann wars das.

      Poker an sich hat mir immer viel Spaß gemacht, deshalb soll es nun hier einen Neuanfang ohne Tilt geben. Ich möchte mein Wissen von Beginn an neu aufbereiten und täglich an meinem Spiel arbeiten.

      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Mir macht es einfach Spaß. Man kann sich Ziele setzen, kann eine zeitliche Betrachtung seiner Ergebnisse vornehmen und sich mit anderen Spielern messen.
      Auch privat findet die ein oder andere Pokerrunde statt, in der man über Hände und das neu erlernte Wissen berichten möchte.
      Zudem macht es einen Unterschied zu Computerspielen, da man idR sofort vom Tisch gehen kann und nicht wegen der "Teamzusammengehörigkeit" gebunden ist.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
      Wie schon in der Einleitung angesprochen: Tilt. Wenn ich 2-3 Stacks am Stück verliere, werde ich oftmals viel zu loose und nehme auch dem Gegner seine, am River gehittete, Straight nicht ab.
      Auch kommt es vor, dass ich gute Hände(QQ) am Flop oftmals nicht folde und dem Gegner sein Set (oder ähnliches) nicht abnehme.
      Genrell würde ich als derzeitige Hauptschwäche das Postflop Spiel nennen.

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
      Tight-agressiv zu spielen, heißt für mich nur die wirklich guten Hände zu spielen. Diese dann nicht zu callen, sondern zu raisen.
      Auf einen preflop Raise der anderen, wird dann auch eine Hand mal gefoldet, wenn diese normalerweise auf bisherige Folds erhöht worden wäre.
  • 12 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi Sasha, willkommen in unserem Kurs.

      Du sprichst als Hauptproblem Tilt an. Wie reagierst du zur Zeit darauf, wenn du merkst, dass du anfängst zu tilten?

      Ich hatte mir immer so als Limit gesetzt, dass ich aufhöre, wenn 3-4 Stacks verloren habe. Denn dann spielt man einfach nicht mehr sein A-Game, und warum sollte man weiterspielen, wenn man nicht 100% bringen kann.

      Bei Frage 3 würde mich noch interessieren, worin du die Vorteile dieser Spielweise siehst?
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Ich habe immer 50$ eingecasht und spiele NL4 BSS mit 25BI. Demnach fahre ich auch ein 25Stack BRM.
      Ich habe angefangen zu tilten, wenn ich weniger als diese 25Stacks hatte. Deshalb habe ich diesmal 75$ eingezahlt, um mir beispielsweise einen Downswing von 25$ einzugestehen, da ich immer noch mehr als 25BI besitze. Damit erhoffe ich mir nicht in Tilt zu verfallen.

      Auch nehme ich mir bei Beginn einer Session vor, wie lange ich spielen möchte, egal wie es läuft.
      Habe aber oftmals, wenn ich viel verliere, das Gefühl, dass ich dieses Geld so schnell wie möglich wieder reinbekommen muss.
      Die Idee nach 3 (bis 4) verlorenen Stacks direkt aufzuhören, gefällt mir gut! Werde ich in Zukunft so machen.

      Zu Frage 3:
      Hmm...Vorteile? Zuerst möchte ich sagen, dass ich vor 4 Jahren, als ich bei PS.de angefangen habe, mit der SSS (wurde ja damals gelehrt) gespielt habe. Da gehts dann meistens preflop schon AI und macht natürlich auch weniger Spaß...
      Mit einem größeren Stack (100BB) und einer guten Hand (sollten wir haben, da wir tight spielen) können wir dem doch eher loosen Gegner, bei einem Hit auch mehr Geld abnehmen.
      Einen weiteren theoretischen Vorteil sehe ich in der BSS, dass man einfach in viele Hände involviert sein wird (im Vergleich zum Shortstack) und damit auch postflop aus Erfahrungen lernen kann.
      Ein Vorteil bei der tight-aggressiven Spielweise ist dann natürlich noch, dass wir idR preflop der Aggressor sind und mit einer CB am Flop oftmals den Gegner, sofern er nichts getroffen hat, zum Folden bringen.

      Edit: Hab mir das Buch Professional No-Limit Hold 'Em Volume 1 gekauft um mein Wissen etwas zu vertiefen.

      Ebenfalls habe ich folgende Hand gepostet, bei der ich mir von der Herangehensweise der Rangebestimmung nicht 100% sicher bin;
      KK flop Donk

      Edit2:
      Eben in der Session um fast 4 Stacks gedroppt..jedes mal am River dumm ausgesuckt worden...hab jetzt abgebrochen und werde heute Nacht nochmal anfangen
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Also, ersteinmal haben wir den Vorteil, dass wir meist stärkere Hände spielen als die Gegner uns somit meist ein recht einfaches Spiel haben. Wir halten uns also durch die tighte Spielweise aus schwietigen Situationen heraus.
      Dadurch, dass wir unsere Hände dann aggresiv spielen, Bauen wir Druck auf die Gegner auf, und bringen sie in Situationen, in denen sie Fehler machen, aus denen wir profitieren können.

      Bei deiner Hand ist es schwer aussagen zur Range zu machen, da du ja kaum Reads hast, aber wenn der schon komische Moves vorher machte, dann kann der hier auch eine sehr weite Range haben und dann ist dein Play auch vertretbar. Gegen einen vernünftigen Gegner wäre auch ein Call am Flop möglich gewesen.
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Hallo.

      Da du weiter sonst nichts gesagt hast und ich die Artikel von Lektion 2 eh schon gelesen habe, beantworte ich mal die Fragen:

      Frage 1:
      Ich würde bei Stealsituationen, in denen tighte Gegner in den Blinds sitzen, deutlich looser stealen als es im SHC beschrieben ist.
      Auch macht es meiner Meinung nach Sinn in manchen Blindstealsituationen eine 3Bet (bspw. mit AJ) anzubringen, da die Range bei Steals, wie auch bei mir, oftmals deutlich looser ist.
      Ebenfalls calle ich ein raise mit suited connectors oder kleineren pocketpairs wenn zuvor mind. 1-2 spieler dieses ebenfalls gecallt haben.

      Frage 2:
      A3s Steal

      Frage 3:

             Equity     Win     Tie
      MP3    46.32%  37.92%   8.41% { AdKh }
      CO     53.68%  45.27%   8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Frage 1:
      Das schaut doch schonmal gut aus und was du sagst macht auch Sinn. Allerdings hätte ich noch ganz gern eine allgemeine Aussage zum SHC, worin sieht du dessen Schwachstellen?

      Frage 2:
      K73 hat ja schon alles zur Hand gesagt und auch aus meiner Sicht "nice hand, Sir" .

      Frage 3:
      46% ist richtig.

      Also, noch kurz einen Satz zum SHC und dann kanns auch schon mit Lektion 3 weitergehen.
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Um noch eine allgemeine Aussage zum SHC nachzureichen.
      Das Starting Hands Chart ist, um möglichst viele Situationen abzudecken, recht statisch aufgebaut. Es soll den Anfänger einfach unterstützen und leiten, Calls oder Raises zu vermeiden, die langfristig einen negativen Erwartungswert haben.

      edit: habe da mal eine Frage bezüglich Stats und BSS.
      Wie sollte denn die VPIP / PFR idealerweiße sein?
      Ich steale schon recht loose, aber overall kommen mir die Stats etwas tight vor:

      Habe VPIP: 10.62 / PFR: 9.64
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Hier meine Antworten zur Lektion 3:

      Frage 1:
      Vor dem Flop:

             Equity     Win     Tie
      MP2    50.78%  50.40%   0.38% { KsQs }
      MP3    49.22%  48.84%   0.38% { 3d3c }


      Am Flop:

      Board: 5:diamond: J:spade: 3:spade:
             Equity     Win     Tie
      MP2    26.46%  26.46%   0.00% { KsQs }
      MP3    73.54%  73.54%   0.00% { 3d3c }


      Frage 2:

      No Limit Hold'em $2 (9-handed)
      Spieler und Stacks:
      UTG: $2.00
      UTG+1: $2.08
      MP1: $1.92
      MP2: $1.00
      MP3: $3.06
      CO: (Hero) $2.08
      BU: $2.00
      SB: $2.00
      BB: $1.24
      Preflop: Hero is CO with AJ
      5 folds, Hero raises to $0.08, BU calls $0.08, SB folds, BB calls $0.06.
      Flop: ($0.25) 263 (3 players)
      BB checks, Hero checks, BU checks.
      Turn: ($0.25) 5 (3 players)
      BB checks, Hero bets $0.22, BU raises to $0.44, BB folds, Hero...?


      Ich würde hier wahrscheinlich folden.
      Grund dafür ist, dass Villain hier evtl. eine Straight oder sein getroffenes Set am Turn raist.
      Am Flop selbst checken wir auch, dass wir einen Flushdraw halten ist selten der Fall. Am Turn, als die zweite Karte fällt, machen wir plötzlich action.
      Als wir dann gecheckraist werden (was oftmals eine starke Hand präsentiert) haben wir folgende Möglichkeiten:

      Fold -> Was ich vorschlage
      Broke gehen -> sehe ich kritisch, da wir nur mit dem Flush eine Madehand von Villain schlagen...Hält er ein Set, bringen uns die 2 Overcards nichts, falls wir treffen.
      Callen -> Würde ich hier auf keinen Fall, da wir nicht genug implied pot odds haben. Kommt der Flush an, bekommen wir Villian wohl nicht mehr in den Pot, selbst wenn er ein Set hat.

      Demnach würde ich aus oben genannten Gründen folden.

      Frage 3:
      AQo gegen Tiltspieler
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Zu deinen Stats:
      Also, ein klein wenig looser könnten die evtl. noch sein, aber nicht viel. Das kommt schon recht gut hin.


      Lektion 3:

      Frage 1:
      Richtig equiliert. =)

      Frage 2:
      So, die müssen wir uns ersteinmal etwas genauer anschauen. Du sagst, dass der Gegner ein Set oder die Straight haben könnte. Das sehe ich auch so. Wie viele Outs haben wir denn gegen diese Range? Und welche Potodds bekommen wir?

      Frage 3:
      nH Sir.

      Also, wie gesagt, Frage 2 wird uns noch ein Wenig beschäftigen.
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Zu Frage 2:
      Generell haben wir 9 Outs, die uns den Nutflush geben. Wenn wir davon ausgehen, dass unser Gegner ein Set hat, müssten wir 6 und 3 abziehen, da diese das Board teilen und unserem Gegner ein Fullhouse oder gar einen Vierling geben. Was beides höher als unser Flush wäre. Dennoch benutze ich hier mal 8 Outs um den Schnitt der beiden Fälle zu nehmen.
      8/50 -> 16%, dass eine Karte kommt, mit der wir die Beste Hand am River haben.


      Gegen seine Range, die ich ihm hier gebe, haben wir folgende Equity:

      Board: 6:diamond: 3:diamond: 2:club:  5:club:
             Equity     Win     Tie
      CO     20.29%  17.53%   2.76% { AcJc }
      BU     79.71%  76.95%   2.76% { 66-22, Ad4d, Ah4h, As4s }




      Potodds sind folgende:
      Wir müssen 0.22$ zahlen um die Chance auf den Pot von 0,91$ zu haben. Heißt wir haben Potodds von ~ 25%. Haben aber deutlich mehr Equity.

      Normalerweiße dürfte ich hier also nicht callen und müsste folden, da die Potodds zu hoch sind.
      Schaut man aber auf implied Odds, und ist sich sicher, dass Villain hier auch den angekommenen Flush callt, wovon auszugehen ist, da Backdoorflush, kann man hier profitabel callen.
      Hätte der Button weniger als 100BB wären die Implied Odds jedoch zu gering und ein Fold wäre besser.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hört sich gut an :) .

      Wie viel Geld müssen wir denn am River noch gewinnen um einen guten Call zu haben?

      Danach kann es dann auch mit Lektion 4 weitergehen.
    • sljnx
      sljnx
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2008 Beiträge: 105
      Die Implied Pot Odds sind im Beispiel folgende:

      (0,91$ + x) / 0,22$ muss mind. ~5% sein, damit wir hier einen Call haben.
      Wenn man jetzt für x = 0,24$ annimmt. Kommt man auf 5,2%.

      Mit der Equity von 20% und den Implied Pot Odds von 5% kann man also mit Pot Odds von 25% callen.
      Der Gegner brauch dazu noch einen Reststack von 0,24$. Womit er auch ziemlich commitet wäre und am River so oder so Broke gehen muss.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Du solltest bei die Implied Odds am besten nicht mit der Equity vermischen. Das macht nur die Rechnung unübersichtlicher.

      Implied Pot Odds = (Aktueller Pot + zukünftige Einsätze des Gegners) : zu bringender Einsatz

      Wir brauchen bei 8 Outs Potodds von 5:1. Die 1 können wir mit dem zu callenden Betrag gleichsetzen und das ergibt folgende Rechnung:

      110c/22c= (91c + x): 22c

      Aufgeföst ergibt das 19c = x . Wir müssen am River also noch 19 Cent gewinnen, um einen profitablen Call zu haben.