Eine Frage zum Protecten auf niedrigen limits

    • seelachs
      seelachs
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2007 Beiträge: 661
      Hi,

      ich hab hier schon diverse Threads zu dem Thema gelesen und meist lief es darauf hinaus, das protecten zwar an loosen Tischen schwierig ist, aber man sich dennoch über unprofitable Calls der Gegner freuen sollte.

      Das verstehe ich noch nicht richtig, dazu ein Beispiel.

      Ich habe Top Pair mit mässigem Kicker am Flop und noch 5 weitere Gegner mit diversen schwachen Draws. Sagen wir, die Gewinnwahrscheinlichkeit, wenn alle 5 ihre Draws bis zum River verfolgen, betrage X % (Pot Equity).
      Je nach Situation spiele ich jetzt Bet oder Check-Raise um mein Top Pair zu protecten und spiele auch den Turn und den River aggressiv weiter.

      Ergebnis:

      -Die 5 Gegner, die alle mit schwachen Draws durchcallen machen unprofitable Calls und selbst, wenn ihr Draw ankommt und sie gewinnen, verlieren sie auf lange Sicht. Den Teil habe ich verstanden, dazu bitte keine grossen Erklärungen mehr ;-)

      - Ich gewinne in genau X % der Fälle den Pot, da ja alle Gegner bis zum Ende mitgehen. Das heisst doch, für mich ist die Strategie des Protectens (an diesen Tischen) nur dann profitabel, wenn X, d.h. die Pot Equity für mich ohnehin günstig ist, in diesem Fall also grösser als 16,67%, oder? D.h. alles was ich tue, ist lediglich for value zu betten?


      "Echtes" protecten gibt es hier also nicht?


      Gruß

      Matthias


      edit: Hmm, oder macht protecten eh nur Sinn, wenn man eine Pot Equity Edge hat? Ich bin leider nicht so gut in Mathe ;-) Kann man z.B. mit einem Check Raise jemandem mit nem relativ starken Draw zum Folden zwingen (weil Cold Call dann unprofitabel ist), obwohl dessen Pot Equity eigentlich höher als die eigene ist? Man aber halt protected, weil man im Moment vorne ist?
  • 2 Antworten
    • Erzwolf
      Erzwolf
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2006 Beiträge: 2.470
      Zunächst einmal kannst du ja nicht davon ausgehen, dass alle 5 Gegner bis zum River durchcallen. Das heisst jeder der foldet erhöht deine Pot Equity. Und wenn du vorne liegst zu deinen Gunsten und nicht zugunster der Spieler auf einem Draw. Die Potequity des Spielers mit dem Flushdraw bleibt bei 35% egal ob der mit dem Gutshot nun callt oder foldet. Aber von den 4 Outs, die dich geschlagen hätten, war 1 ohnehin beim Flushdraw und 3 wandern jetzt zu dir. Je besser der Draw ist, den du zum folden bringst, umso mehr Pot Equity gewinnst du. Du kannst dir ja mal mit dem Equilator ausrechnen, wie sich deine Equity verändert, wenn du aus einem Multiwaypot am Flop einen oder 2 schwache Draws rausnimmst.

      Natürlich macht protection nur Sinn, wenn du vorne liegst. Natürlich kann man auch Fälle konstruieren, wo du keine Pot Equity Edge hast, obwohl du gerade vorne liegst, aber wie willst du das am Tisch wissen.
    • nrockets
      nrockets
      Black
      Dabei seit: 11.02.2007 Beiträge: 7.053
      Protecten ist multiway sehr schwierig und meist nur gegen Gutshots und ganz weake Draws möglich. Also ist alles andere for Value betten wie du richtig erkannt hast und auch das sollte man dann machen. Es ist eine andere Art der Protection aber im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass die Gegner für ihre schlechteren Hands bezahlen müssen, wenn sie drawen und etwas hitten wollen. Du kannst aber nur Protecten bzw. solltest nur protecten , wenn du einen Edge hast. Dies ist Erfahrungssache und mit den meisten good Made Hands in Multiwaypötten der Fall. ( Anhand der Action ja auch zu erkennen.)