mind. Equity für Call im BB Multiway

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      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2010 Beiträge: 1.392
      Habe noch Probleme mit Calls (Pre-Flop, nach Raise und x Callern) im BB, Multiway. Meine es gibt dazu auch keine richtigen Charts..Bin der Meinung das ich da noch einige Hände mehr callen kann.

      An dieser Beispiel-Hand meine Gedanken, mit der Bitte um Prüfung.

      Preflop: Hero is BB with 6, 2.
      MP2 raises, MP3 calls, CO folds, BU calls, 2 folds, Hero folds.

      Flop: (7.5 SB) K, 6, K (3 players)
      MP2 checks, MP3 checks, BU checks.

      Allgemein:
      Call BB benötigt 70% der Durchschnittsequity.
      Hier als 25% x 0,7 = 17,5 %

      Meine Eingabe in Equilator :

             Equity     Win     Tie
      MP2    37.48%  36.71%   0.77% { 66+, A8s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+ }
      MP3    25.61%  24.81%   0.80% { TT-22, KTs+, QTs+, J9s+, T8s+, 98s, 87s, KJo+, QTo+, JTo, T9o, 98o }
      BU     19.46%  18.59%   0.87% { 99-22, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 72s+, 62s+, 52s+, 42s+, 32s, A8o-A2o, K6o+, Q6o+, J6o+, T6o+, 96o+, 85o+, 75o+, 64o+, 54o, 43o }
      BB     17.44%  17.04%   0.40% { 6c2c }



      PLAYABILITY Berücksichtigung:
      Dann müsste ich eigentlich die Playbility berücksichtigen.
      62s -0,9 % --> ergibt also 17,44-0,9 = 16,54 %
      Also war in diesem Fall der Fold richtig ?!

      Andere Regeln :
      Es gibt ja noch im approx-Chart, die Regel :
      any suited 5,5 : 1...


      Fragen:
      Auf Basis EQ und der 70 % Regel wäre es fold gewesen, aber mit der "anderen Regel" call. Was ist richtig ?


      Thema Ranges basteln für solche Situationen und andere:
      Nun habe versucht für diese Situation eine Callingrange zu ermitteln:
      1. in Handrangerechner vom Equilator mind. EQ 17,5 % eingegeben.
      Ergebnis :

             Equity     Win     Tie
      MP2    34.78%  33.76%   1.02% { 66+, A8s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+ }
      MP3    23.90%  23.06%   0.84% { TT-22, KTs+, QTs+, J9s+, T8s+, 98s, 87s, KJo+, QTo+, JTo, T9o, 98o }
      BU     18.85%  18.10%   0.76% { 99-22, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 72s+, 62s+, 52s+, 42s+, 32s, A8o-A2o, K6o+, Q6o+, J6o+, T6o+, 96o+, 85o+, 75o+, 64o+, 54o, 43o }
      BB     22.47%  21.50%   0.97% { 22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J3s+, T4s+, 94s+, 84s+, 73s+, 63s+, 52s+, 42s+, 32s, A2o+, K8o+, Q9o+, J9o+, T9o, 98o, 87o, 76o, 65o, 54o }


      Da sind nun Hände dabei die man auch 3-Beten würde usw.. Wie geht man da weiter vor um die Callingrange zu ermitteln ? Muss ich dann jede Hand/Kombination aus dieser Range anfassen und noch die Playabilty berücksichtigen ?
      z.B. A2o EQ 19,66 % abzgl. 3,1 %$ Playbility = 16,56 ..also auch fold..
      Zum Thema Axo steht im Approx-Chart 20,5 : 1 , das verstehe ich nicht ?

      Und so Stück für Stück die Range basteln ?
      Oder geht es auch einfacher ?
  • 2 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Die Anwendung der 70% vom Durchschnitt Regel in Multiway Situationen ist fragwürdig, da die Regel aus bestimmten Annahmen bei der Verteidigung in einer heads up Situation (Stealraise) gewonnen wurde. Die Schwächen der Regel wurden im Thread BB defense diskutiert.

      Der approx Chart beruht auf der Häufigkeit, wie oft man mit einer bestimmten Hand einen guten Flop trifft. Das sind made Hände ab 2-Pair aufwärts und gute Draws (oesd, Flush Draw). Diese Wahrscheinlichkeit wurde in Odds umgerechnet. Siehe den Post preflop charts - neu "kompiliert" (update 10.05.2009) Abschnitt 4.

      Diese Näherung berücksichtigt nicht, dass nicht jede gute Hand vom Flop gewinnt und implied Odds werden auch nicht berücksichtigt. Wie schon im genannten Post gesagt wird, ist auch diese Methode nur eine grobe Näherung. Qualitativ ist sie aber besser als die Equity-Regel da die Equity einer guten Hand auf dem Flop viel eher realisiert werden kann als die einer beliebigen Hand vor dem Flop. Die preflop Equity hilft nur mässig, weil sich auf dem Flop vieles verändert und wir dort Hände aufgeben müssen. Hat man auf dem Flop eine gute Hand getroffen, wird man sie sehr häufig bis zum River bringen können, wo dann die Equity der Hand zum Tragen kommt.

      Aus den Ungenauigkeiten der Abschätzung ergibt sich, dass ein scharfer Odds-Wert nicht allgemeingültig angegeben werden kann. Vieles hängt von den Gegnern ab (deren Tendenz, gute Hände auszuzahölen -> implied Odds) und auch von der Stärke der preflop Action ab. Von der Stärke der preflop Action hängen die benötigten implied Odds ab, ab denen eine Hand spielbar wird.

      Am einfachsten sieht man das an einem Pocket, das auf Setvalue gecallt wird. Die Wahrscheinlichkeit, ein Set oder besser auf dem Flop zu treffen ist knapp 13%. 7:1 Pot Odds wären demnach ein fairer Preis für diese Wahrscheinlichkeit. Bekommt man 5:1 Pot Odds in einem einfach geraisten Pot, dann heisst das, dass einem 2 * 2 SB implied Odds fehlen. Wäre der Pot gecappt, dann fehlen 2*4 SB implied Odds, was doppelt so viel ist, obwohl die Pot Odds die gleichen sind.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Also, es ist nicht möglich für sowas allgemein gültige Charts zu erstellen. Zur konkreten Hand erstmal eine EQ-Analyse mit anderen Ranges:


             Equity     Win     Tie
      MP2    34.04%  32.93%   1.10% { 66+, A8s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+ }
      MP3    24.01%  22.91%   1.09% { JJ-22, AJs-A2s, K5s+, Q8s+, J8s+, T9s, 98s, 87s, 76s, AQo-A8o, A5o, K9o+, Q9o+, JTo }
      CO     23.16%  22.08%   1.08% { JJ-22, AQs-A2s, K5s+, Q6s+, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, AQo-A5o, K9o+, QTo+, J9o+, T9o, 98o, 76o }
      BB     18.80%  18.56%   0.24% { 6c2c }


      Finde ich realistischer. 62s damit spielbar.

      Playability hängt auch von der Situation ab! Mit A2o in einem multiway Pot weiß ich, dass selbst wenn ich das A treffe ich noch sehr aufpassen muss. Mit 62s ist 1Pair fast nichts wert. Die Playability mit 62s ist 4+ handed besser als 3-handed, weil man weiß, dass man ein Monster braucht und unsere EQ sich auch zum Großteil aus diesen Monstern generiert. Entscheidend ist auch wie viel schlechter unsere Gegner spielen.

      Prinzipiell ist der EV nah an Null! Da solche Situationen nicht ständig vorkommen und die Gegner auch nicht adapten wenn wir tighter werden, spricht nichts gegen einen Fold. Damit ist man zumindest auf der sicheren Seite. Wenn man preflop Zweifel hat, dann hat man oftmals auch postflop Schwächen, die solche Hände ins Minus drücken können. Vor allem ohne Reads auf die Gegner.